Alles wird mir verboten

Was Sie immer schon mal fragen wollten

Moderator: Thelonious

Alles wird mir verboten

Beitragvon search4love » Mi 10. Okt 2007, 17:58

Hallo,

ich bin neu hier in diesem Forum, 19 Jahre alt und möchte euch gerne was fragen.
Meine Eltern sind sehr christlich und sie haben mich auch so erzogen und wollen jetzt natürlich auch, dass ich nach der Bibel handle.
Auf mich bezogen heißt es, dass meine Eltern es nicht mögen, wenn ich mit Nichtgläubigen meine Freizeit verbringe, dass ich keinen Sex vor der Ehe haben darf, nicht bei meinem Freund (kein Christ)übernachten darf und ich nicht mit ihm den ganzen Sommer lang nicht in den Urlaub fahren durfte. Dies sind nur einige Dinge die sie mir verbieten und für mich persönlich auch die wichtigsten.

Nun frag ich euch: ist das normal einem Menschen, der nicht an die Bibel, so den Glauben aufzuzwingen? Denn hinter all ihrem Handeln steckt nur die Absicht mich näher zum Christentum zu bringen. Wenn ich etwas von ihren Vorsätzen nicht einhalte, dann drohen sie mir, indem sie mich in keinerlei Hinsicht mehr unterstützen werden was Ausbildung oder Unterhalt betrifft.

Kann man einen Mensch also durch Drohungen näher zu Gott bringen?!? Ich denke nicht.

Ich bedanke mich schonmal im Voraus für eure Antwort.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon pneumatikos » Mi 10. Okt 2007, 18:02

Tja, in deinem Fall würde ich sagen ... wer zahlt, befiehlt... mal abgesehen davon, dass ich die Ansichten deiner Eltern unterstütze - auch wenn du davon nichts wissen willst.

Einzige Möglichkeit... selbstständig machen.

Oder möchtest du ernsthafter diskutieren?

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon search4love » Mi 10. Okt 2007, 18:12

Steht mir also in meinem Fall die Glaubensfreiheit zu?
Ich versteh einfach nicht wo der Sinn liegt, jemandem zu zwingen an Gott zu glauben. Ich widerspreche meinen Eltern in keiner Weise, doch wird aus mir ein schlechter Mensch nur weil ich nicht an Gott glaube?

Und außerdem weiß ich nicht, wo es in der Bibel ausführlich stehen sollte, dass man keine unchristlichen Freunde haben darf oder kein Sex vor der Ehe.
Ich handle nie unmoralisch und nur weil ich nicht an die Bibel glaube, werd ich auch nicht gleich zu einem unmoralischen Menschen.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Schoham » Mi 10. Okt 2007, 18:27

Hoi search4love und willkommen hier

Ich kann Eltern sehr gut verstehen, die ihre Kinder von falschen Wegen bewahren möchten. Auch das sie drohen wenn lieb zureden auf taube Ohren fällt.

Glaube ist für mich etwas sehr kostbares und ein Geschenk Gottes. Deshalb denke ich das man ihn nicht aufzwingen kann. Jedenfalls nicht der Glaube von dem die Bibel berichtet. Aeussere religiosität schon..

Kinder die ihre Eltern lieben oder respektieren, die tun auch mal etwas das sie selbst nicht als das Beste ansehen. Einfach aus Achtung und dankbarkeit für das was die Eltern ihnen alles gegeben haben an Zeit und Fürsorge usw.

Ich selbst habe meine Kinder mit schwerem Herzen losgelassen als sie ihre eigenen Wege gehen wollten. Es schmerzte aber mitansehen zu müssen wie sie Wege gehen die sie unglücklich machen.

Der falsche Weg fängt irgendwo klein an und kann so weit führen das man als junger Mensch sein ganzes Leben versaut. Es muss nicht so kommen - aber die Erfahrung zeigt das es oft so herauskommt, wenn sich junge Menschen schlechtem Einfluss aussetzen.

Ich würde heute aber trotzdem wieder so handeln. Sie in einem gewissen Alter selbst entscheiden lassen. Mir kommt da die Geschichte des verlorenen Sohnes in den Sinn. Er wollte auch gehen und der Vater lies es zu das er bei den Säuen landete.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Wolfi » Mi 10. Okt 2007, 18:27

Hallo Liebessucher
Wenn ich richtig informiert bin, steht Dir in der Schweiz ab 16 zu, selber über Deine Konfession entscheiden zu dürfen. Soviel mal zum rechtlichen.

Du schreibst, Du wärst 19. Und warum, bitteschön, wenn Dir Deine Eltern so Mühe bereiten, lebst Du dann noch zu Hause?- Denn in dem Alter dürftest Du auch schon woanders wohnen ...
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Krispus » Mi 10. Okt 2007, 18:33

Original von pneumatikos

Einzige Möglichkeit... selbstständig machen.


Pneumatikos




Das sehe ich auch so.

search4love, wenn Du nach Liebe suchst, gibt es keinen anderen Weg als den Deinen zu suchen - im Vertrauen darauf, auch wenn Du an Gott und an allem zweifelst und alles ablehnst, dass Gott Dich nicht verlässt. Aber auf Deinen Lebensweg musst Du Dich, jetzt als Volljährige, selbst machen.

Vielleicht haben die Eltern recht in ihren Ansichten oder auch nicht, aber das wirst Du selbst erst erfahren dürfen, wenn Du den Mut hast, auch eigene Schritte zu gehen.

Dies hilft dann Deinen Eltern, Dich loszulassen, und zu Dir eine neue Beziehung aufzubauen. Auch sie müssen lernen, Dich nicht mehr als kleines Kind zu sehen, sondern als Erwachsene, die ihre Verantwortung selbst versucht zu tragen.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon thery » Mi 10. Okt 2007, 18:39

Hallo search4love,
ich bin der Meinung das du in einem Alter bist in dem du selber entscheiden musst - und kannst - was für dich gut ist und was nicht. Obwohl ich deine Eltern verstehen kann, weil sie es sicher nur gut meinen, denke ich das man mit Druck und Verbieten gar nichts erreicht.
Man kann keinen Menschen zum Glauben zwingen. Das funktioniert ganz einfach nicht. Im Gegenteil es kann dazu führen das sich Menschen die sich doch eigentlich lieben für immer entzweien.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Wolfi » Mi 10. Okt 2007, 18:43

@ Krispus:
Wie kommst Du darauf, dass es sich bei "search4love" um eine "sie" handeln muss?- Hmmm... ;)

@search4love:
Klär uns doch bitte auf und gönn uns doch noch ein paar Angaben in Deinem "Profil". ;)
love, wolfi
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Krummi » Mi 10. Okt 2007, 18:59

Hallo search4love

Dein Name ist vielsagend. Suchst Du Sex oder Liebe, das wird ja zuweilen verwechselt ;)

Die Glaubensfreiheit steht Dir natürlich zu. Du musst sie aber selber finanzieren können. Die Glaubensfreiheit ist kein Rechtsmittel, das die elterliche Gewalt einschränkt. Sie garantiert die freie Ausübung des Glaubens (regelt also das Verhältnis zwischen Staat und Person, nicht zwischen Personen untereinander)

Gehen wir die einzelnen Punkte durch:

- Umgang mit Nicht-Christen: Abschottung ist meines Erachtens in der Tat ein grosses Problem. Das kann sogar sektiererisch werden. Ich halte es für schlechte Erziehung, wenn Deine Eltern Dir den Umgang mit Nicht-Christen verbieten und dies in einen Zusammenhang mit deinem Unterhalt bringen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Mit welchen Freunden Du Dich triffst, hat eigentlich auch sehr wenig mit Ihnen zu tun. Etwas anderes ist, wenn Du 6 Wochen in die Ferien gehen willst Da können sie mitreden, solange Du Dich nicht selbst finanzieren kannst.

Offensichtlich haben Sie nicht genügend Vertrauen in Dich und sind nicht bereit, Dir Verantwortung für Dich selbst zu übertragen. Damit verweigrn Sie Dir aber Lernmöglichkeiten (zum Beispiel lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen) und das ist am Schluss zu Deinem eigenen Schaden, denn es ist eine wichtige Fähigkeit im Leben. Da könntest Du sie mal drauf ansprechen.


Sex vor der Ehe: Nun, Sex hat halt so seine Risiken. Auch Verhütungsmittel funktionieren nur dann, wenn man sie verantwortungsvoll einsetzt (was nicht immer einfach ist, wenn man "aufgeladen" ist). Es bleibt ein Restrisiko. Kannst Du damit umgehen? Diesbezüglich ist ein Mitspracherecht Deiner Eltern meines Erachtens gerechtfertigt. Da Du selbst noch keine Familie ernähren kannst, würde im Fall der Fälle die Aufgabe auch auf sie zurückfallen.

Der Weg zu Gott ist ein bewusster Weg. Deine Eltern werden es nicht schaffen, ihn Dir einzutrichtern. Hast Du sie mal darauf aufmerksam gemacht? Je mehr Sie Dich zu Gott zwingen, desto mehr entfernen Sie Dich von Gott.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Krispus » Mi 10. Okt 2007, 19:11

Original von Wolfi
@ Krispus:
Wie kommst Du darauf, dass es sich bei "search4love" um eine "sie" handeln muss?- Hmmm... ;)

love, wolfi


Ich wollte nicht einfach geschlechtsneutral formulieren, musste mich deshalb entscheiden. Wusste aber auch, dass es falsch sein kann! Sah aber auch, dass er/sie von Freund und nicht von Freundin spricht, aber das heisst ja noch nicht so viel heute.

Eine Reaktion von search4lover habe ich eigentlich erwartet darauf. Dass es Du sofort gemerkt hast und darauf reagierst, wundert mich aber auch nicht - Du liest ja die Beiträge meist ziemlich intensiv.




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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon bLaurent » Mi 10. Okt 2007, 19:27

Hallo search4love!

Verzwickte Situation in der du dich da befindest! Von solchen Schicksalen habe ich schon oft gehört, auch von solchen in denen diese Situation eskalierte und die religiösen Eltern ihre Kinder nicht mehr sehen wollen weil die Kinder nicht religiös sind. Du könntest dich deinen Eltern "unterwerfen" und so tun als ob du gläubig wärst, wodurch du noch nicht selbstständig werden musst, aber nicht wirklich ehrlich zu dir selbst bist. Du könntest auch voll in die offensive gehen und deine Eltern beleidigen, es wäre dumm von ihnen dir den Glauben aufzwingen zu wollen, was jedoch sehr schlecht wäre für die Beziehung zu deinen Eltern. Oder irgendwas dazwischen.
Ein heikles Dilemma!

Ich kann dir nur sagen was ich tun würde: Wären meine Eltern religiös und würden von mir erwarten, dass ich in die Kirche gehe und mein "Leben nach der Bibel lebe" (wobei deine Eltern ganz bestimmt viele viele viiiele Verse aus der Bibel ignorieren, vor allem die gewalttätigen aus dem AT), dann würde ich zu dem, was ich glaube, stehen. Ich würde sie damit konfrontieren, ich würde ihnen sagen wie ich darüber denke und vor allem wieso ich so denke! Ich persönlich bin ein Atheist, glücklicherweise haben mir meine Eltern nichts von irgendwelchen Göttern erzählt als ich noch jung war und bin selbst zur Entscheidung gekommen, welchen Gott ich anbeten will: gar keinen! Ich denke nicht, dass es allzu schwer wäre, meine Eltern von meiner Perspektive zu überzeugen, sollte ein Konflikt entstehen. Ich weiss zwar nicht was du wirklich über das Christentum denkst, doch der Fakt, dass du Hilfe in einem christlichen Forum suchst zeigt mir dass du eher nicht atheistisch denkst. Ich würde dir trotzdem empfehlen mal ernsthaft über die Frage nach der Existenz Gottes Gedanken zu machen.

Ich wünsche dir noch viel Glück in der ganzen Sache!
mfg bLaurent
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Polar » Mi 10. Okt 2007, 22:01

Original von pneumatikos
Tja, in deinem Fall würde ich sagen ... wer zahlt, befiehlt...

Ganz so sieht es - zumindest nach Erreichen der Volljährigkeit - wohl nun doch nicht aus (jedenfalls gilt das in Deutschland). Einerseits sind Eltern den Kindern bis zum Abschluss einer Berufsausbildung unterhaltspflichtig, andererseits lässt sich allein aus dieser Unterhaltspflicht keine besondere Weisungsbefugnis der Eltern ableiten - so sehr sich das auch so manche Eltern wünschen mögen.
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Krummi » Do 11. Okt 2007, 00:42

Original von Polar
Original von pneumatikos
Tja, in deinem Fall würde ich sagen ... wer zahlt, befiehlt...

Ganz so sieht es - zumindest nach Erreichen der Volljährigkeit - wohl nun doch nicht aus (jedenfalls gilt das in Deutschland). Einerseits sind Eltern den Kindern bis zum Abschluss einer Berufsausbildung unterhaltspflichtig, andererseits lässt sich allein aus dieser Unterhaltspflicht keine besondere Weisungsbefugnis der Eltern ableiten - so sehr sich das auch so manche Eltern wünschen mögen.


Das beste, was man in so einem Fall machen kann, ist die eigenen Rechte abzuklären. Dafür sind Lehrer, Schulpflege oder das Jugendamt geeignete Ansprechpartner.

Tatsächlich besteht auch eine Unterhaltspflicht in der Schweiz. Allerdings stehen keine absoluten Zahlen im Gesetz. In letzter Instanz wird das also vom Richter festgelegt. Selten will man aber mit den eigenen Eltern vor Gericht gehen. Besser ist es, sich zu informieren.
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon pneumatikos » Do 11. Okt 2007, 07:09

Original von search4love
Steht mir also in meinem Fall die Glaubensfreiheit zu?


Selbstverständlich steht dir Glaubensfreiheit zu, ist ein Menschenrecht in vielen Ländern ... Und seit du volljährig bist, darfst du selber entscheiden ...


Ich versteh einfach nicht wo der Sinn liegt, jemandem zu zwingen an Gott zu glauben.


Als Christ und Vater stellt sich mir die Frage, inwiefern sich das als "Zwang" äussert ... wissen deine Eltern, wo du stehst? Vieles kann falsch gemacht werden in der Erziehung - auch mit den besten Absichten. Reinhard Mey singt von "Und ich mach´ mit Liebe alles falsch, so gut ich kann. " und bringt damit vieles auf den Punkt.

In einer Familie gelten immer Spielregeln, das hat mit Glauben in sich nur wenig zu tun. Du könntest auch andere Regeln haben, die nicht vom Glauben her rühren, je nach Standpunkt deiner Eltern. Deine sind anscheinend gläubig, also wirkt sich das auf deine Erziehung, ihre Ansichten und Regeln aus. Wenn sie aber dabei verpassen, dein Herz zu erreichen und dir Glauben "schmackhaft" zu machen, dann ist das bedauerlich.



Ich widerspreche meinen Eltern in keiner Weise, doch wird aus mir ein schlechter Mensch nur weil ich nicht an Gott glaube?


Du widersprichst deinen Eltern schon - wenn auch nicht mit Worten, denn was du hier schreibst ist den Ansichten deiner Eltern entgegengesetzt... Aus dir wird kein schlechter Mensch, weil du nicht an Gott glaubst ... im Gegenteil sagt die Bibel über uns alle, dass wir "schlechte Menschen" sind und der Erlösung durch Christus bedürfen - dies aber nur am Rande erwähnt.

In den Augen deiner Eltern aber ist das schwieriger, denn ihre Erziehung hatte zum Ziel, dass du ebenfalls den Zugang zum Glauben findest - was offensichtlich (noch) nicht statt gefunden hat. Insofern stellt es die Erziehung deiner Eltern in Frage - und das ist immer schwierig zu verarbeiten.

Und außerdem weiß ich nicht, wo es in der Bibel ausführlich stehen sollte, dass man keine unchristlichen Freunde haben darf oder kein Sex vor der Ehe.


Nun, das gäbe eine längere Diskussion, welche wir gerne führen können, du findest aber einiges schon zu diesen Themen hier im Forum.


Ich handle nie unmoralisch und nur weil ich nicht an die Bibel glaube, werd ich auch nicht gleich zu einem unmoralischen Menschen.


Das ist Ansichtssache... den Moral wird immer "von aussen" definiert... die Moral unserer Kultur ist eine andere als die der amerikanischen Kultur oder einer anderen und nochmals anders als die Moral, welche wir durch Gottes Wort lernen können.


Du bist 19 und löst dich von deinen Eltern ab - somit stellst du auch alles in Frage bzw. zweifelst an dem, was sie sagen. Das ist normal, das ist natürlich und die meisten Teenager gehen mal durch einen solchen Prozess. Versuch dabei, fair zu bleiben und das Gute, welches du von deinen Eltern erhalten hast, nicht über Bord zu werfen.

Viele Teenager sind nach einigen Jahren an den Punkt gekommen, dass die Eltern doch nicht in allem soooo falsch lagen ;)

Gruss
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon pneumatikos » Do 11. Okt 2007, 07:10

Ich selbst habe meine Kinder mit schwerem Herzen losgelassen als sie ihre eigenen Wege gehen wollten. Es schmerzte aber mitansehen zu müssen wie sie Wege gehen die sie unglücklich machen.


Und stehen sie heute immer noch dort? Oder hat sich etwas getan? Und wie gehst du damit um?
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Schoham » Do 11. Okt 2007, 11:08

@ pneumatikos

Ich erzähl dir wie es bei mir war. Auch ich hatte Eltern die mich gehen liessen. Später machte ich ihnen Vorwürfe das sie nicht strenger gewesen sind. Ich kehrte dann von den Säuen zurück - das dort erlebte ging Jahre bis zur Heilung. Es hätte nicht sein müssen - hätte ich auf sie gehört. Sie die mich liebten und das Beste für mich wollten.

Aber auch Gott lässt uns gehen - auf Abwege - denn sonst wären wir nicht frei..

Es braucht ganz viel Liebe und Weisheit von Gott um in jeder Situation das Mass zu finden zwischen verbieten und gehenlassen. Je nach Alter sollten Eltern ihre Kinder immer mehr loslassen. Wie sonst können sie als Erwachsene selber Entscheiden?

Für meine Kinder bat ich Gott von Herzen um Vergebung für meine Fehler die ich gemacht hatte und Er hat auf mein Gebet hin geantwortet.

Ihm sei lob und dank dafür.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Wolfi » Do 11. Okt 2007, 11:40

Hallo Schoham

Auch ich hatte Eltern die mich gehen liessen. Später machte ich ihnen Vorwürfe das sie nicht strenger gewesen sind.

Vorwürfe scheinen irgendwie zum Abnabelungsprozess mit dazu zu gehören. Ob es sich dabei um gerechtfertigte Vorwürfe handelt, das klärt sich im guten Fall noch zu Lebzeiten der involvierten Parteien.
Vorwürfe beinhalten immer auch Streit. Wer streitet, ist jedoch nur reduziert liebesfähig (oder von der anderen Seite her betrachtet: liebenswert). Wenn wir Jemandem etwas vorwerfen können, mag das für einen kurzen Moment wie eine Entlastung erscheinen. In Tat und Wahrheit jedoch wird jedoch mit Vorwürfen nichts gelöst, sondern giesst bloss Öl in ein Feuer, das man eigentlich nicht unbedingt am brennen haben möchte ...


Ich kehrte dann von den Säuen zurück - das dort erlebte ging Jahre bis zur Heilung. Es hätte nicht sein müssen - hätte ich auf sie gehört. Sie die mich liebten und das Beste für mich wollten.

Ob das Beste, was sie für Dich wollten, auch das Beste für Dich gewesen wäre, das bleibe erst mal dahin gestellt. Aber jedenfalls scheint es so, wie wenn Du in eine für Dich total ungesunde Gesellschaft geraten wärst. Und da Du von "Säuen" redest, gehe ich mal davon aus, dass Du Dich da sexuell weiter auf Kreise eingelassen hast, als wie es für Dich verträglich, oder gar schön gewesen wäre ...

Aber auch Gott lässt uns gehen - auf Abwege - denn sonst wären wir nicht frei..

Mehr als dass er uns nur gehen lassen würde: Er lässt seine Schäfchen zuweilen auch eiskalt im Stich. Schöne Freiheit, die er ihnen also da lässt. :tongue: Ich frage mich nur, warum Menschen sich immer noch in Demut üben vor einem solchen Gottesbild?-

Es braucht ganz viel Liebe und Weisheit von Gott um in jeder Situation das Mass zu finden zwischen verbieten und gehenlassen.

Nein nicht von Gott, sondern von uns Menschen ist diese Liebe und Weisheit gefordert! Aber da ja noch kein Weiser vom Himmel gefallen sein soll, heisst dies nun mal für uns, dass wir uns immer wieder von neuem darin üben sollten, diese Fähigkeiten zu erlangen und sie, wenn mal erreicht, auch zu pflegen und zu kultivieren...

Je nach Alter sollten Eltern ihre Kinder immer mehr loslassen. Wie sonst können sie als Erwachsene selber entscheiden?

Nach Alter, oder nach Reife?- Okay, das Alter ist klar messbar und definierbar; bei Reife ist das halt nicht ganz so einfach ...

Für meine Kinder babe ich Gott von Herzen um Vergebung für meine Fehler, die ich gemacht hatte, gebeten und Er hat auf mein Gebet hin geantwortet.

Wäre ja auch ´ne Idee gewesen, Deine Kinder für die begangenen Fehler um Vergebung zu bitten. Aber wahrscheinlich sind Deine Kinder eh darüber hinweg, Dir irgendwelche Vorwürfe machen zu wollen. Denn welcher Fehler der Eltern könnte so schwerwiegend sein, dass er nicht von der Dankbarkeit für das geschenkte Leben überwogen würde?-
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Schoham » Do 11. Okt 2007, 12:55

Original von Wolfi
Mehr als dass er uns nur gehen lassen würde: Er lässt seine Schäfchen zuweilen auch eiskalt im Stich. Schöne Freiheit, die er ihnen also da lässt. :tongue: Ich frage mich nur, warum Menschen sich immer noch in Demut üben vor einem solchen Gottesbild?-


Als ich bei "den Säuen" war haben mich meine Eltern nicht im Stich gelassen. Sie waren zu Hause und haben auf die verlorene Tochter gewartet. Sie waren immer für mich da - obwohl ich ihnen mit meinem Verhalten Verdruss bereitet hatte. Und sie empfingen mich mit offenen Armen als ich zurückkam und ich war mehr als einmal von ihrem Herzen weit entfernt...

Mein Gott hat mich noch nie im Stich gelassen oder mich verlassen. Die Sonne scheint Tag und Nacht. Es sind nur die Wolken die die Sicht auf sie verdecken. Meine Schuld trennt mich von meinem Gott. So das ich Ihn nicht sehen kann und mich verlassen fühle.

Wie schmerzlich Sünde vom Vater im Himmel trennt - sehen wir in den Stunden als der Sohn Gottes am Kreuz hing um für die Sünde einer verlorenen Welt zu bluten.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon search4love » Do 11. Okt 2007, 21:12

Original von Schoham


Kinder die ihre Eltern lieben oder respektieren, die tun auch mal etwas das sie selbst nicht als das Beste ansehen. Einfach aus Achtung und dankbarkeit für das was die Eltern ihnen alles gegeben haben an Zeit und Fürsorge usw.







Hallo,

also ich weiß ja nicht wie es bei anderen ist, aber ich liebe und respktiere meine eltern sehr. Meist mach ich auch das was sie mir sagen, doch hört es beim Glauben nicht auf. Ihnen zu liebe bin ich mit ihnen in die Kirche gegangen und hab in der Bibel gelesen, doch trotzdem verspür ich keinen Drang mich tiefer darauf einzulassen. Wenn ich es doch machen würde, dann nur meinen eltern zu liebe. Damit würde ich mich aber selbst nur belügen und mich unglücklich machen. Ich finde, dass meine eltern mich so akteptieren sollten wie ich bin, denn mein Leben so auszurichten, wie es andere gern möchten, ist auf keinen Fall das Richtig meiner Meinung nach.



@search4love:
Klär uns doch bitte auf und gönn uns doch noch ein paar Angaben in Deinem "Profil".
love, wolfi




Ja ich bin weiblich :)




Verzwickte Situation in der du dich da befindest! Von solchen Schicksalen habe ich schon oft gehört, auch von solchen in denen diese Situation eskalierte und die religiösen Eltern ihre Kinder nicht mehr sehen wollen weil die Kinder nicht religiös sind. Du könntest dich deinen Eltern "unterwerfen" und so tun als ob du gläubig wärst, wodurch du noch nicht selbstständig werden musst, aber nicht wirklich ehrlich zu dir selbst bist. Du könntest auch voll in die offensive gehen und deine Eltern beleidigen, es wäre dumm von ihnen dir den Glauben aufzwingen zu wollen, was jedoch sehr schlecht wäre für die Beziehung zu deinen Eltern. Oder irgendwas dazwischen.


Hallo bLaurent,

also ein bisschen Angst hab ich schon wegen der ganzen Sache. Keiner will nachgeben und es ist schon mehrfach eskaliert. Doch das letzte was ich überhaupt möchte ist, dass meine eltern mich nicht mehr sehen wollen oder ich Sie nicht mehr sehen möchte. nur weil ich nicht an das selbe glaube wie sie ist dies noch lange kein Grund sich so zu verstreiten. Ich wäre in der Tat nicht ehrlich zu mir wenn ich so tun würde als ob ich glaube nur um meinen eltern damit was gutes zu tun. Da es meine eltern sind, möcht ich sie auch nicht beleidigen oder irgendertwas gegen den sagen was sie Glauben.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Schoham » Do 11. Okt 2007, 21:58

@ search4love

Heuchler sollen wir nicht sein.
Ehrlich sagen wie wir es meinen und fühlen ist OK.
Bestimmt auch in Sachen von Religion und ihrem ausleben.

Das heisst aber nicht, das Kinder nicht auch den Eltern zuliebe auf etwas verzichten dürfen das sie gut finden und die Eltern nicht.


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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon sugi » Do 11. Okt 2007, 22:16

Hallo search4love

Ich war ein bisschen jünger als du, knapp 16 Jahre, und ich bin von zu Hause mit meinem kleinen Rucksack ´abgehauen´......(es ging damals um einen Typ, der mich als Freundin haben wollte, ou Mann, das kommt mir beinah vor, wie ´gestern´, und das wollte mir meine Mutter verbieten..)

Nach vier Tagen war ich wieder zu Hause! Meine Mutter war eng im Gebet, und spürte auch, dass Gott bei mir ist..(auch wenn ich in dieser Zeit machte, was ICH wollte)!

Ich entschuldigte mich auch, für mein Verhalten, sie nahm mich mit offenen Armen wieder an..es war danach nicht alles i.O., nein, es kamen noch mehr ´Hürden´, doch hatte sie mich loslassen müssen..es brauchte eine Überwindung von mir, und auch eine von meiner Mutter!!

Heute: wir haben ein super tolles Verhältnis!
Und das wünsche ich dir auch.. :)


Nicht das du mich jetzt falsch verstehst, und jetzt genau so handeln musst wie ich, nein ;) ! aber es muss etwas geschehen, dass auch deine Eltern merken, dass du nicht mehr ein ´Kind´ bist!! Auch wenn sie es noch so gut meinen, es ist DEIN Leben....


greez


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und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon search4love » Fr 12. Okt 2007, 15:55

Hallo sugi,

ich versteh einfach nicht, wie man merkt, dass Gott einen begleitet. ist das nicht eher ein Instinkt den Mütter für ihre Töchter haben?

Ich hab aber irgendwie nicht vor von zuhause wegzulaufen bis meine eltern erstmal merken, dass dieser ganze Glaube einfach nichts für mich ist. Eigentlich müssten sie doch sehen, dass es mir so nicht gut geht wie es jetzt ist und doch selbst etwas ändern wollen. Doch wenn sie mit Vorschlägen kommen, dann nur, sie mich immer näher zu Jusus bringen könnten.
Mag sein dass es erstmal bei mir auch einen richtigen Vorfall wie bei dir geben muss damit sich etwas zur Not ändert.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon kingschild » Fr 12. Okt 2007, 16:06

Original von search4love
Hallo,

ich bin neu hier in diesem Forum, 19 Jahre alt und möchte euch gerne was fragen.
Meine Eltern sind sehr christlich und sie haben mich auch so erzogen und wollen jetzt natürlich auch, dass ich nach der Bibel handle.
Auf mich bezogen heißt es, dass meine Eltern es nicht mögen, wenn ich mit Nichtgläubigen meine Freizeit verbringe, dass ich keinen Sex vor der Ehe haben darf, nicht bei meinem Freund (kein Christ)übernachten darf und ich nicht mit ihm den ganzen Sommer lang nicht in den Urlaub fahren durfte. Dies sind nur einige Dinge die sie mir verbieten und für mich persönlich auch die wichtigsten.

Nun frag ich euch: ist das normal einem Menschen, der nicht an die Bibel, so den Glauben aufzuzwingen? Denn hinter all ihrem Handeln steckt nur die Absicht mich näher zum Christentum zu bringen. Wenn ich etwas von ihren Vorsätzen nicht einhalte, dann drohen sie mir, indem sie mich in keinerlei Hinsicht mehr unterstützen werden was Ausbildung oder Unterhalt betrifft.

Kann man einen Mensch also durch Drohungen näher zu Gott bringen?!? Ich denke nicht.

Ich bedanke mich schonmal im Voraus für eure Antwort.

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Hallo Search4love

Es ist immer schwierig wenn sich Aussenstehende in Familiäre Dinge einmischen.

Aber dennoch finde ich gut das Du nach Meinungen und Ansichten suchst.

Ich habe einen Sohn in Deinem Alter und er ist mit vielen Entscheidungen und mit meiner Meinung nicht immer eins aber er weiss tief in seinem Herzen das ich nur das beste für Ihn möchte so wie dies alle Eltern wollen.

Was die Glaubensfrage anbelangt ist er frei zu Entscheiden was für Ihn sein Weg ist und er muss auch die Konsequenzen für sein Handeln selbst tragen.

Da er noch Zuhause wohnt muss er sich an gewisse soziale Spielregeln halten. Seine Freunde sind bei mir immer willkommen solange sie sich auch daran halten. Was er ausserhalb macht ist seine Verantwortung auch wenn ich in damit konfrontiere und wir darüber sprechen das gewisse Soziale Kontakte nicht zum besten führen.

Deine Eltern wollen Dich mit Ihrem Verhalten schützen vor schlechten Erfahrungen..aber Du bist wirklich in einem Alter wo Du gewisse Dinge selbst entscheiden kannst..mal abgesehen von den Regeln die in Deiner Eltern Haus gelten...

Was den Glauben und Deine Freunde anbelangt musst Du selbst entscheiden aber ich möchte Dir sagen das Der Weg den Deine Eltern gehen ein guter Weg ist, aber das musst Du halt selbst herausfinden.

Eigenerfahrung ist oft härter als alle Grenzen die einem die leiblichen Eltern setzen..

Wünsche Dir viel bewahrung von Gott damit Du nicht zuviele schmerzvolle Erfahrungen machen musst bevor Du gewisse Dinge einsiehst.

Also vor Gott bist Du frei selbst Entscheidungen zu treffen und auch die Verantwortung zu übernehmen und von der Welt bist Du mit 18 auch volljährig..ob Du weisst was Verantwortung übernehmen heisst das kann ich nicht beurteilen da ich Dich nicht kenne..was ich aber noch sagen möchte ist, solange Deine Eltern Dir den Urlaub finanzieren werden Sie auch mit bestimmen ob und mit wem Du den Urlaub zu verbringen..wenn Dir dies nicht passt heisst es für Dich mehr Verantwortung übernehmen.

God bless
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon sugi » Fr 12. Okt 2007, 21:36

Original von search4love
Hallo sugi,

ich versteh einfach nicht, wie man merkt, dass Gott einen begleitet. ist das nicht eher ein Instinkt den Mütter für ihre Töchter haben?

Nein, das ist eher die Beziehung und die Gemeinschaft die man pflegt zu Gott..und ganz einfach das Vertrauen!


Mag sein dass es erstmal bei mir auch einen richtigen Vorfall wie bei dir geben muss damit sich etwas zur Not ändert.

Ein klares Stopp und ein klares Nein sagen..!

Wenns sein muss, Abstand nehmen. Meine Meinung.

Es ist schade, wenn man so eigentlich die Kinder erzieht, indem man sein ´geistliches´ Wissen, wenn ich es mal so sagen darf, dem Kind übergeben möchte..schlussendlich sollte und muss es doch seine eigenen Erfahrungen machen mit Gott unserem Vater. Ich denke, so sollte man nicht die Kinder erziehen.....


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und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Wolfi » Sa 13. Okt 2007, 06:38

@ sugi :

Es ist schade, wenn man so eigentlich die Kinder erzieht, indem man sein ´geistliches´ Wissen, wenn ich es mal so sagen darf, dem Kind übergeben möchte..schlussendlich sollte und muss es doch seine eigenen Erfahrungen machen mit Gott unserem Vater. Ich denke, so sollte man nicht die Kinder erziehen.....

Entschuldige, sugi, aber jetzt verwirrst Du mich ein wenig?- Ich sehe das eigentlich auch so, wie Du das hier schreibst. Und gerade eben bin ich aber in einem anderen Thread über einen Beitrag von Dir gestolpert, wo Du´s für gut befunden hast, wie ein Vater das mit seiner Tochter gemacht hat (Du erinnerst Dich: Pneumi und sein 5-jähriges Mädel)?- Hmmm...


P.S.: Wer ist denn in diesem Bereich hier eigentlich für Ordnung verantwortlich?- Dieser Thread gehört doch nicht wirklich in diese Sektion, oder täusche ich mich? :baby:
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon search4love » Sa 13. Okt 2007, 10:53

Original von sugi

Es ist schade, wenn man so eigentlich die Kinder erzieht, indem man sein ´geistliches´ Wissen, wenn ich es mal so sagen darf, dem Kind übergeben möchte..schlussendlich sollte und muss es doch seine eigenen Erfahrungen machen mit Gott unserem Vater. Ich denke, so sollte man nicht die Kinder erziehen....




Hallo,

ich finde, dass meine Eltern es nur gut meinen und mich und meine Geschwister etwas vor bößen Erfahrungen bewahren wollen. Doch gerade das finde ich falsch. Wenn sie mich jetzt kaum Erfahrungen sammeln lassen, wie solls dann bei mal in paar Jahren aussehen wenn ich mal nicht mehr bei meinen Eltern wohne. Ich hab dann keinerlei erfahrungen und das sehe ich jetzt scjon an meiner älteren Schwester. Sie ist jetzt schon verheiratet, hat 2 Kinder und wohnt mit ihrem Mann alleine. Nie hat sie gelernt sich mit Konflikten auseinander zu setzen und nun gibt es fast täglich Konflikte zwischen ihr und ihren Mann.

So sieht für mich kein glückliches Leben aus. Täglich streiten und immer schlecht gelaunt sein deswegen. Und das nur, weil sie auch ihrem Mann den Glauben einreden möchte. Man muss doch nach all dem das Übel erkennen und selbst nachgeben und sich sagen, dass es nichts bringt einem anderen seinen Glauben einzureden. Meine Eltern finde, dass die zwei aber glücklich sind und wollen auch, dass ich so werd wie sie. (Glück= Streit und Zorn?!? Versteh ich nicht ganz) Aber nur weil meine Schwester gläubig ist, heißt es noch lange nicht, dass man glücklich ist. Nur Glaube allein macht NICHT glücklich.

Meine Eltern sagen mir aber immer, dass meine Schwester gläubig ist und glücklich verliebt. Mag sein, doch bin ich der Meinung, dass ich auch glücklich bin wie es bei mir ist, wenn nicht noch mehr. Ich lebe schließlich nicht täglich mit Streitereinen die zwischen mir und meinem Freund stehen.

Nur weil man nicht glaübig ist, heißt es noch lange nicht, dass man nicht richtig lieben kann und nicht vernünftig handeln kann.

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon search4love » Sa 13. Okt 2007, 11:42

Original von Wolfi
P.S.: Wer ist denn in diesem Bereich hier eigentlich für Ordnung verantwortlich?- Dieser Thread gehört doch nicht wirklich in diese Sektion, oder täusche ich mich? :baby:



Hmm..., ich dachte ich kann hier Fragen stellen zu was mit dem christlichen Glauben zu tun haben.
Die Frage, ob man einem nichtgläubigen den Glauben aufzwingen darf, und obs allgemein ok ist, ist demnach keine Frage die hierher gehört? :?
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon SunFox » Sa 13. Okt 2007, 11:56

Original von search4love
Original von Wolfi
P.S.: Wer ist denn in diesem Bereich hier eigentlich für Ordnung verantwortlich?- Dieser Thread gehört doch nicht wirklich in diese Sektion, oder täusche ich mich? :baby:



Hmm..., ich dachte ich kann hier Fragen stellen zu was mit dem christlichen Glauben zu tun haben.
Die Frage, ob man einem nichtgläubigen den Glauben aufzwingen darf, und obs allgemein ok ist, ist demnach keine Frage die hierher gehört? :?


Hallo liebe search4love,

natürlich kannst du hier Fragen stellen! :)

Und zu deiner Frage:

Man darf nicht aufzwingen, denn Zwang ist nicht eine Eigenschaft Gottes!

Liebe Grüße von SunFox
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Genussdenker » Sa 13. Okt 2007, 12:05

Ja "search4love" , selbstverständlich ist es möglich unabhängig des religiösen Glauben´s vernünftig zu leben. Das gleiche gilt für die Moral.

(Religiöse) Moral anzuwenden, ist keine Bedingung religiös zu praktizieren!

Auch was "Krummi" schrieb, müssten sich deine Eltern unbedingt bewusst sein : "wer zum Glauben zwingt, wendet sich von Gott ab".
Dieser Satz ist sehr zentral. Wer dem widerspricht (also deine Eltern), widerspricht auch der Lehre Jesus. Denn der gelebte Glaube muss im Leben erfahren werden. Selbstverständlich helfen dabei Gemeinden, Geistliche und praktizierende Gläubige. Wie sie du hier antriffst; den Glauben zu vermitteln und Ihnalte auf das leben anzuwenden. Und umgekehrt.

Die Bibel ist kein Regel-katalog!!
Dass uns die Bibel in ihrem Umfang zur Verfügung steht und sich der Gläubige an sie richtet, bedeutet ja schliesslich, durch das Lesen die Inhalte selber zu interpretieren dürfen.

Der religiöse Glauben kann auch Schutz sein und ist es in meinen Augen unter vielem Anderem auch. Doch dieser Schutz sind nicht die Regeln, sondern das Erfahren. Und dies braucht Zeit. natürlich ist es völlig legitim zu sagen "ich will mich vor den schlechten Dingen des Lebens durch den Glauben schützen". Und viele Menschen machten dain auch sehr gute Erfahrungen.
Doch es gibt auch viele Menschen die das leben selber erfahren möchten. Die, welche Entscheidungen aufgrund der eigenen Erfahrungen treffen möchten. Zu solchen Menschen scheinst du zu gehören. Und auch "Schoham" berichtete davon und wie er dan erst recht zum Glauben fand.

Vernunft, (bedingt) unabhängige Moral sprechen nicht gegen den Glauben!! Auch nicht das selber Entdecken.
Ja, und manchmal gehört auch ein wenig Unvernunft in´s Leben.
Denn das leben ist kein mathematisches Reisbrett!
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon search4love » Sa 13. Okt 2007, 13:04

Original von Genussdenker
Die Bibel ist kein Regel-katalog!!
Dass uns die Bibel in ihrem Umfang zur Verfügung steht und sich der Gläubige an sie richtet, bedeutet ja schliesslich, durch das Lesen die Inhalte selber zu interpretieren dürfen.



Hallo Genussdenker,

was ich irgendwie nie verstehe: warum wird interretiert? Warum wird die Bibel nicht wörtlich genommen wie es drinnen steht. Gerade durch Interpretationen von Bibeltexten entstehen unterschiedliche Auffassungen die wiederrum so weitergegeben werden. Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum es so viele verschiedene andere Glaubensgruppen innerhalb des Christentum gibt. Durch Interpretationen kann man alles so viel erweitern, dass es schon garnicht mehr stimmen könnte was gelehrt wird.

Neulich hab ich ein Buch über biblische Prophetie gelesen. Geschrieben wurde es von einem weltbekannten Misionar. In dem Buch wird gesagt, dass in der Endzeit ein brennender Berg in ein Ozean fallen wird?!?! Ich hab es gelesen, konnt mir nichts anderes darunter vorstellen, als irgendwan mal ein Komet einschlagen wird. Das war für mich die logischste Erklärung. Weil ich mir aber nicht sicher war, fragte ich meine Mutter und sie erklärte es mir so: Ein brennender Berg können auch Sterne sein, und in der Bibel wird das Wort "Stern" für viele andere Wörter als Synonym verwendet, z.B: Jesus, "normale" Menschen, gläubige Menschen oder auch wirklich Stern. Also was wird dann nun ins Wasser fallen? Ein Mensch der mal vom Schiff fallen wird? Ein gläubiger Mensch oder ein ungläubiger? Vieleicht wird es wirklich ein Komet sein oder ein ganz normaler Berg der abgesplittet ist und nun im Ozean untergeht?

Wie man es interpretiert, es kommt immer was anderes raus und somit kann man es doch auch nicht wissen was mal geschieht.

Warum wird die Bibel nicht so gelesen wie es drinnen steht? Es ist doch das klare Wort Gottes und er wird es doch schon so gemeint haben wie er es schrieb/ oder schreiben lies. Wenn er allwissend ist, muss er doch wissen, dass Menschen durch Interpretation auf ein anderen, nicht von Gott gemeinten weg kommen.


Der religiöse Glauben kann auch Schutz sein und ist es in meinen Augen unter vielem Anderem auch. Doch dieser Schutz sind nicht die Regeln, sondern das Erfahren. Und dies braucht Zeit. natürlich ist es völlig legitim zu sagen "ich will mich vor den schlechten Dingen des Lebens durch den Glauben schützen". Und viele Menschen machten dain auch sehr gute Erfahrungen.


Sich mit Hilfe des Glaubens zu schützen und somit den Problemen aus den Weg zu gehen, ist doch nicht wirklich der richtige Weg. Probleme werden doch nur gelöst, wenn man sie löst und nicht durch das Verstecken hinter dem glauben und die Einstellung, dass Jesus schon hilft wenn was schlimmes pasiert. Es gibt tatsächlich Leute die das so machen, doch trotzdem bestehen bei denen die Probleme genauso wie sie am Anfang waren.....meiner Meinung nach :)

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Enggi » Sa 13. Okt 2007, 17:13

Original von Wolfi
@ sugi :

Entschuldige, sugi, aber jetzt verwirrst Du mich ein wenig?- Ich sehe das eigentlich auch so, wie Du das hier schreibst. Und gerade eben bin ich aber in einem anderen Thread über einen Beitrag von Dir gestolpert, wo Du´s für gut befunden hast, wie ein Vater das mit seiner Tochter gemacht hat (Du erinnerst Dich: Pneumi und sein 5-jähriges Mädel)?- Hmmm...


P.S.: Wer ist denn in diesem Bereich hier eigentlich für Ordnung verantwortlich?- Dieser Thread gehört doch nicht wirklich in diese Sektion, oder täusche ich mich? :baby:
Für mich sind das zwei verschiedene Paar Schuhe, ob ein Vater seinem 5 jährigen Töchterchen eine Wahrheit vermittelt, oder ob Eltern ihrer beinahe erwachsenen Tochter dies und jenes verbieten. Ausserdem ist der Bericht von Pneumatikos aus seiner Sicht und dieser Thread aus der Sicht der Tochter, da kann es schon mal dazu kommen, dass man die Sache anders beurteilt.

Was den Thread anbetrifft, da bin ich mit dir einig, er würde eher zu den Beziehungen passen, als in dieses Unterforum. Schliesslich geht es nicht um Fragen zum Glauben sondern um Probleme von Kids mit ihren Alten.

Hast du schon den MELDEN Knopf betätigt und den Vorschlag gemacht?
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Wolfi » Sa 13. Okt 2007, 17:51

Hi search4love

Hmm..., ich dachte ich kann hier Fragen stellen zu was mit dem christlichen Glauben zu tun haben.

Klar kannst Du das. Ich wollte Dir das auch in keinster Weise absprechen. Doch erhielt ich den Eindruck, dass die Kernthematik eigentlich Deine Eltern und ihr Verhalten sind und nicht irgendwie der christliche Glaube. Aber es kann ja durchaus sein, dass ich mich getäuscht habe und den falschen Moment erwischte, um L.A. mal wieder gegen sein Schienbein zu treten ... ;)

Die Frage, ob man einem nichtgläubigen den Glauben aufzwingen darf, und obs allgemein ok ist, ist demnach keine Frage die hierher gehört? :?

Diese Frage wurde inzwischen schon mehrmals beantwortet. Wenn´s nur um diese Frage geht, könnte man den Thread, anstatt ihn zu verschieben, auch schliessen. ;)
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Wolfi » Sa 13. Okt 2007, 17:57

@ Enggi :
Für mich sind das zwei verschiedene Paar Schuhe, ob ein Vater seinem 5 jährigen Töchterchen eine Wahrheit vermittelt, oder ob Eltern ihrer beinahe erwachsenen Tochter dies und jenes verbieten.

Wahrheit?- Entschuldige bitte, aber er hat seinen Glauben vermittelt und was hat Glauben mit Wahrheit zu tun?- Und ansonsten bin ich mit Dir einig, dass es ein Unterschied ist, ob man einer 5-Jährigen, oder einer fast Erwachsenen etwas zu vermitteln versucht. Allerdings finde ich, dass es bei einer 5-jährigen weit weniger angebracht ist, als bei Eienr, die schon fast selber gerade stehen muss für das, was sie denkt und tut ...

Ausserdem ist der Bericht von Pneumatikos aus seiner Sicht und dieser Thread aus der Sicht der Tochter, da kann es schon mal dazu kommen, dass man die Sache anders beurteilt.

Das ist ja das Schöne am Beurteilen von Dingen: Es gibt immer mehr als eine Möglichkeit, wie man das angeht ... ;)

Hast du schon den MELDEN Knopf betätigt und den Vorschlag gemacht?

"Melden"-Knopf?- Was ist das denn?- Die Mod´s sind doch so viel in diesen Foren, wozu braucht es da noch einen speziellen Knopf? ;)
lg, wolfi
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Krummi » Sa 13. Okt 2007, 21:18

@Wolfi

Es hätte mich auch gewundert, wenn Du nicht den Meldeknopf gescheut hättest wie der Teufel das Weihwasser. :D :D :D
Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit (2. Korinther 3,17)
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Genussdenker » So 14. Okt 2007, 01:38

@"Search4love" :

Es ist wirklich so und da gebe ich dir vorbehaltlos recht, gehe sogar einen Schritt weiter :
Wer sich hinter dem religiösen Glauben verschanzt, bewahrt seine Probleme sogar.
Doch dies trifft meines Erachtens auf die wenigstens Gläubigen zu. Die wenigsten verschanzen sich hinter ihrem Glauben. Solche die das tun, wird man auch in diesem Forum kaum finden, den sich verschanzende Menschen wagen die Konfrontation nicht.

Man müsste sich schon beinahe fragen, welche Berechtigung eine solch verbissenes Verständnis über die Anwendung des Glauben´s hätte.
Der Glaube soll dem Leben dienen, nicht umgekehrt!

Religiöser Glauben ist keine "Sache für sich" die sich einfach isolieren lässt. Tut man dies aber, beschränkt man den Glauben auf Dogmen, also auch Regeln und Riten.
Und so kommen wir zur Anwendung des biblischen Wortes.

Doch da brauche ich noch einen Kafe . . .

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Genussdenker » So 14. Okt 2007, 02:47

So der Kafe ist getrunken.

Weshalb es so wichtig ist die Bibel zu interpretieren, möchte ich mal rein grundsätzlich erläutern.
Interessanterweise ist es den meisten praktizierenden gläubigen aber auch den Atheisten ein Greuel, dies offen auszusprechen. Ganz besonders ideologische Atheisten (zb die die politische Forderungen stellen) berufen sich auf das wörtliche verstandene biblische Wort. Doch das ist ein anderes Thema.

Doch in der Praxis wird die Bibel immer interpretiert.

Erstens muss man sich einmal fragen ,weshalb in der Bibel überhaupt Geschichten erzählt werden. Diese mythologischen Erzählungen sind nie unmissverständlich.
Das gleiche gilt für die Gleichnise Jesus. Er erzählt Geschichten, welche stellvertretend für die aktuelle Situation stehen. Der Höhrer/Leser wird also aufgefordert sich nicht mit Regeln zufrieden zu geben, sondern die Regeln auch zu verstehen.

Und wenn wir schon bei Jesus sind . Warum besitzt die Bibel wohl ausgerechnet vier Evangelien? Also vier Versionen über die Wirkungszeit Jesus?
Nicht dass sie sich widersprechen würden, nein. Aber sie ergänzen sich. Man hätte es sich ja auch viel einfacher machen können und die Versionen zusammenfassen können.

Aber dadurch das man die selbe grundsätzliche Geschichte viermal lesen, lernen wir besser. Wie beim Lernen es stets der Fall ist. So begreiffen wir eine mathematische Operation oder einen physikalischen Vorgang auch viel besser, wenn man ihn mit verschieden Versionen übt.

Die Bibel besteht unter Anderem aus unzähligen Wiederholungen. Doch immer wieder in verschiededenen Kontexten, auf verschiedenste Situationen bezogen.

Die Bibel die ich meistens benutze hat einschliesslich der anerkannten Apokrhyphen gut 1440 Seiten.
Würde man aber alle Regeln/Gebote die der praktizierende Gläubige im Alltag verwendet aus der Bibel herauskristaliesieren, ergäbe dies ein Komprimierung von vieleicht nicht einmal 200 Seiten.
Den Rest hätte man sich ja damals ersparen können!

Wäre dies so, gäbe ich dir Recht "search4love". Dann würde sich jegliche Interpretation ergeben.

Bei der Interpretation, ich nenne es selber "Deutung" der einzelen Texte, geht es aber nicht um das "was ist wahr und was nicht". Klar kann man dies tun. Doch inhaltlich ist dies unwichtig.

Meiner tief überzeugten Ansicht nach, geht es um das Verstehen. Die Gebote und sonstigen Regeln sind zweitrangig.
Denn auch für den Praktizierenden gilt : alle Regeln der Bibel kann man unmöglich umsetzten. So entstand später auch die konfessionelle Vielfalt.
Ohne am Wahrheitsgehalt des biblischen Wortes zu zweifeln, kann man die Texte wiedrum mit anderen biblischen Texten welche sich thematische ergänzen, in Verbindung bringen. So entstehen zum Teil sich widersprechende Deutungen des biblischen Wortes. Obwohl jeder an das konkrete Wort glaubt!

Das ist jetzt viel grundsätzliche Theorie, doch wie sieht das in der Praxis aus?

Nehmen wir mal das uns wohl wichtigste der zehn Gebote. "Du sollst nicht töten".
Diesees Gebot ist für jeden Rechtstaat von zentraler Bedeutung.
Stellen wir uns ein juristischer Fall vor, in dem jemand aus Selbstverteidigung Jemanden,den Angreifer tötete.
Wäre die Tötung aufgrund des biblischen Gebotes legitim? nähmte man das biblische Wort wörtlich, bestimmt nicht. Das Opfer würde zum Täter.
Und genau das lernt die Bibel selber!!
Nicht weil dies konkret an einem anderen Ort steht, man dürfe in Selbstverteidigung das Gebot brechen, sondern weil uns die Bibel erklärt, wie wir sie anwenden dürfen. Niemand tut dies eindrücklicher und unmissverständlicher als Jesus. Was er vermittelte hätte man damals ein par Kilometer weiter westlich Ethik genannt. Und in der Tat ist Jesus´ Lehre eine Ethik Lehre in reinster Form. Leider wird dies immer wieder verkannt und übersehen.

Doch zurrück zu unserem Fall. "Du sollst nicht töten" gilt. In unserem Fall haben wir zwei Personen. Einer wollte absichtlich töten. Also als erstes das Gebot brechen. Angenommen der Ablauf wäre klar, könnte man sagen das Opfer hätte den Täter/Angreifer am brechen des Gebots gehindert. So wird die biblische Moral des Gebots beibehalten. Das Opfer bleibt Opfer, weil es den Täter an der Tat hindern wollte. Der Ablauf zwang das Opfer situativ zur Tötung des Angreifer´s.
Und genauso wird auch in der juristischen Praxis verfahren.
Was hier vorfinden, ist eine ethische Prioritätensetzung. Und diese steht ganz klar bei der Motivation und der Erstauslösung des Täter´s sowie bei der situativen Auswegslosigkeits des Opfer´s.

Die biblischen Auftritte Gottes und Jesus verdeutlichen zwei ganz zentrale Dinge :
1 : Der individuelle Mensch kann nichts dafür, in welchem Leben er sich befindet. Oft auch nicht, mit welchen Situationen er sich konfrontieren muss.

2. Ebenso Wert wird auf das Verantwortungbewustsein gelegt. Der Mensch hat die Wahl sich zu entscheiden. Aber nicht für welche Handlung er sich entscheidet ist ausschlaggebend, sondern aus welcher Motivation und aus welchen Beweggründen.
Auch situativ falsche Entscheide können entschuldbar sein. Dann wenn der Mensch aus reinem Gewissen handelte. Also nicht aus der Motivation der egoistischen Selbstbereicherung.

Um dies zu vermitteln und gesellschaftlich auf Dauer sicherzustellen, wird der Mensch aufgefordert den Glauben an Gott/Jesus zu bewahren. Denn würde dem Menschen dies abhanden kommen, geschähe gleiches mit den Werten.

Doch leider werden und wurden die biblisch vermittelten Werte auch egoistisch, also eigennützig angewandt.
Und dafür dass dies nicht geschieht, dürfen wir die Worte, die Geschichten und Aussagen der Bibel deuten. So bleiben sie allgegenwärtig und im Alltag stets anwendbar.

So, das war wohl auf´s Erste genug. Ich hoffe, nicht gar zuviel . . . :))
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon LordAlm » So 14. Okt 2007, 02:50

Glaube aufdrängen kann man nicht, aber für seine Kinder beten, das kann man allemal. Zwiesprache mit Gott, das kann niemand verbieten. Ich habe 3 Söhne, und habe sie nie zu etwas gezwungen, aber Vorleben ist besser denn predigen. Alle sind gläubig. Mein Ältester er wird 30 nächstes Jahr, hat mir folgendes Mail am 10.10.07 geschrieben:

Mir geht es gut, wie geht es Dir?
Ich hab Dich lieb Paps.
Ich danke Gott; hat er Dich,
als mein Vater ausgesucht.
Gruss Dein Sohn.
LG LA
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Papa Moll » So 14. Okt 2007, 14:08

Original von search4love
Steht mir also in meinem Fall die Glaubensfreiheit zu?
Ich versteh einfach nicht wo der Sinn liegt, jemandem zu zwingen an Gott zu glauben. Ich widerspreche meinen Eltern in keiner Weise, doch wird aus mir ein schlechter Mensch nur weil ich nicht an Gott glaube?

Und außerdem weiß ich nicht, wo es in der Bibel ausführlich stehen sollte, dass man keine unchristlichen Freunde haben darf oder kein Sex vor der Ehe.
Ich handle nie unmoralisch und nur weil ich nicht an die Bibel glaube, werd ich auch nicht gleich zu einem unmoralischen Menschen.

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Natürlich hast du am 16 Glaubensfreiheit. Ich weiss nicht, wie du "Freunde" definierst - aber zumindest ungläubige Kollegen hat jeder noch so reife Christ auch. Er sieht darin sogar eine Chance, dass er durch sein Verhalten, vielleicht auch durch Worte, ein Zeugnis für Jesus sein kann.

Grundsätzlich steht mal die Frage im Raum, was du denn so glaubst. Bist du selber ein wiedergeborenes Kind Christi, hast du eine Beziehung zum lebendigen Heiland? Wenn ja, dann frage in der Stille einfach mal, wie Gott sich zu deinen Fragen stellst.

Wenn du jedoch im besten Fall ein Namenschrist oder gar ein nicht Glaubender im christlichen Sinn bist, dann werden wohl auch alle die Gebote oder Verbote deiner Eltern kaum Sinn ergeben. Du wirst alle diese Verbote vielleicht sogar zum Trotz missachten, was dir auch niemand übelnehmen kann. Die eltern ihrerseits müssen irgendwann auch mal ihre Kinder loslassen können. Wenn die Eltern dir die Schritte zum Glauben klar aufgezeigt haben, ist es in deiner Verantwortung, was du mit diesem Wissen anfängst. Die Eltern können weiterhin für dich beten, aber zwingen können sie dich (du bist sowieso volljährig) zu überhaupt nichts.

Anders in Bezug auf materielle Dinge. Solange du finanziell noch nicht auf eigenen Füssen stehen kannst, haben die Eltern in Bezug auf das Zusammenleben noch mitzureden. Sie können z.B. verbieten, dass Du mit einer Freundin in ihrer Wohnung übernachtest. Sie können jedoch nichts machen, wenn du selber mal auswärts übernachten willst. Bist du noch in der Ausbildung, können sie dich nicht einmal so ohne weiteres vor die Türe setzen.

Wie ist denn dein Verhältnis zu deinen Eltern. So wie ich heraushöre, wohl eher nicht so wie es wünschenswert wäre, oder?

Herzliche Grüsse
Papa Moll

(Vater von 5 Kindern zwischen 3 und 20)
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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon Genussdenker » So 14. Okt 2007, 21:07

@"LordAlm" :
Was du im letzten Beitrag schriebst, findet meinen Respekt!
Schön, "so etwas" zu lesen :)

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Re: Alles wird mir verboten

Beitragvon origo » Mo 15. Okt 2007, 10:08

Original von Genussdenker
@"LordAlm" :
Was du im letzten Beitrag schriebst, findet meinen Respekt!
Schön, "so etwas" zu lesen :)

Ja, so etwas zu lesen erfreut wirklich das Herz

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