Wohlstandsevangelium ?

Was Sie immer schon mal fragen wollten

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Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon jes_25913 » Di 27. Mai 2008, 15:35

Die Verquickung von Wohlstandsdenken und Evangelium ist nicht nur eine amerikanische Besonderheit - nur wird da oft Wohlstand als Folge christlichen Glaubens gepredigt - sondern eine in den Industrienationen verbreitete Erscheinung. Dabei sagte doch Jesus ausdrücklich, dass man nicht zwei Herren dienen könne, nicht Gott und dem Mammon Mt 6,24.
„Mammon“ bedeutet Vermögen, Besitz, Geld, Sicherheit.
Das ist ja gerade das, was das Streben des weltlichen Menschen ausmacht.
Aber leider sind auch viele Christen mit nichts anderem beschäftigt als noch mehr Geld zu verdienen, sich noch mehr zu leisten, ein eigenes Haus zu bauen usw. usf. Da bleibt natürlich Gott auf der Strecke.
Was dann einen solchen Menschen „erfüllt“ ist wohl kaum die Freude im Herrn, die Freude an der Erkenntnis der Wahrheit, die ewige Glückseligkeit, die Sicherheit im Ewigen, sondern das Vertrauen auf gesellschaftliche Strukturen, die heute wohl jedem zu Essen, zu trinken und ein Dach über dem Kopf ermöglichen,
die Wunscherfüllung im Irdischen.
Die Folge davon ist, nicht nur die Vertiefung der Abhängigkeit vom Irdischen sondern auch das Aufrechterhalten der Ungerechtigkeit in der Welt. Deshalb spricht Jesus auch vom „ungerechten Mammon“ (Lk 16,9.11). Denn die irdischen Güter sind begrenzt und nicht allen zugänglich. Der Reichtum der Industrienationen basiert letztendlich auf dem Hunger der Welt.
Wir sind durch Christus dazu erlöst bescheiden zu leben. Nur dann, wenn wir das auch praktizieren, sind wir wirklich „Licht der Welt“.
Denn aller Streit, aller Hass, aller Neid kommt aus dem Hängen am Irdischen und seinen Gütern.
1 Tim 6, 5 spricht davon, dass Leute, die meinen Frömmigkeit sei ein Mittel um irdischen Gewinn zu erzielen in ihrem Denken verdorben, von der Wahrheit abgekommen seien. Und weiter: „Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen. Wer aber reich werden will, gerät in Versuchungen und Schlingen, er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden, die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. Denn die Wurzel allen Übels ist die Habsucht.(8-10 n. Einheitsübersetzung)

Einiges ist "schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis." (2Petr 3,16)
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Schlunzi » Di 27. Mai 2008, 15:56

@ jes

Ich bin weitgehend einig mit Dir. Aber könntest Du die Fragestellung, die Thematik, noch etwas präzisieren, auf den Punkt bringen?
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon parepidimos » Di 27. Mai 2008, 16:01

Jes_2423423, du hast schon recht, dass Jesus seine strengsten Warnungen fuer die Habsucht aufgespart hat. Aber du solltest nicht uebersehen, dass es ihm dabei ums Herz ging. Nicht die Anzahl Bazzeli, die man besitzt ist entscheidend, sondern wie man damit umgeht. Wohlstand an sich ist keine Suende, aber eine grosse Verantwortung. Ich waere vorsichtig, das Evangelium nicht auf eine Frage des Wohlstandes zu reduzieren. Dies beginnt bei deiner Uebersetzung von 1.Tim 6:10. Habsucht ist nicht die Wurzel allen Uebels, sondern eine Wurzel. Das ist ein entscheidender Unterschied.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Di 27. Mai 2008, 16:48

Nicht die Anzahl Bazzeli, die man besitzt ist entscheidend, sondern wie man damit umgeht.


Nein, es fängt schon früher an. Entscheidend ist nämlich, wie man zu den vielen Bazzelis kommt! Und das sieht ziemlich dreckig aus, wenn man den Dreck nicht rechtzeitig weiss wäscht! Aber immerzu weisse Wäsche lässt in mir auch schon wieder einen Verdacht aufkommen!

Ich find´s pervers, wenn man sich auf Kosten der Armen und Kranken eine goldene Nase verdient und sich dann auch noch als den grossen Wohltäter aufspielt! Pfui Teufel! Und das tun schon mal alle, die ihre Brötchen in BAnken, Pharmaindustrie(und anverwandte Berufe) und im Nahrungsmittelhandel verdienen!

Wir, die in den Industrieländern leben, haben allesamt Dreck am STecken und werden garantiert nicht ins Himmelreich eingehen. Es sei denn, wir würden das ganze ungerechte Profit-System auflösen! Aber wer macht das schon, ausser ein paar Aussteigern. Und diese werden dann vom gemeinen Volk auch noch verachtet!
So sieht´s aus Pare, wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist!
LG
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Krummi » Di 27. Mai 2008, 16:58

@Heuschrecke und @Jes

Eure Beiträge sind von Vorurteilen gespickt, hass erfüllt undsehr unchristlich.

Spätestens, wenn man ein schreiendes Baby in der Hand hat, geht es nicht mehr nur noch um sich selbst, sondern um andere Menschen. Die wollen versorgt werden und in (materieller) Sicherheit leben.

Natürlich ist Geld - wie alles im Übermass - gefährlich. Geld verdienen ist aber per se nicht schlecht. Und in unserer Gesellschaft steht es uns frei, nein zu sagen, wenn wir bei etwas nicht mitmachen wollen. Jeder kann Nein sagen.

So ist es falsch, Banker u. a. einfach generell zu verunglimpfen.

Ein Mensch, der jeden Tag um sein Leben bangen muss, weil er nichts zu essen hat, wird für ein Stück Brot viel eher jemanden umbringen als einer, der als Unternehmer etwas bewegt oder als Arbeitnehmer einer geregelten Arbeit nachgeht.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Di 27. Mai 2008, 17:25

Original von Krummi
@Heuschrecke und @Jes
Hallo Krummi
Eure Beiträge sind von Vorurteilen gespickt, hass erfüllt undsehr unchristlich.

Ja, ich hasse mich selbst dafür, dass ich noch immer nicht gänzlich aus dem Wohlstandssystem ausgestiegen bin. Christlich muss mein Beitrag auch nicht sein, denn ich bin nunmal keine Christin!

Spätestens, wenn man ein schreiendes Baby in der Hand hat, geht es nicht mehr nur noch um sich selbst, sondern um andere Menschen. Die wollen versorgt werden und in (materieller) Sicherheit leben.

Nun ja...das geht jetzt in ein weiterführendes Thema hinein,aber ich frage mich ernsthaft, wie man überhaupt in so eine kaputte und ungerechte Welt noch ein Kind setzen kann. Ich finde das ziemlich egoistisch und verantwortungslos!Gerade jetzt, wo das perverse System nahe vor dem Versklavungshöhepunkt steht! Bald werden die Säuglinge nämlich mit der ersten Impfung auch noch gechipt, wie Eure Katzen und Hunde. Wie tief muss man da den Kopf in den Sand gesteckt haben, um diese Realität nicht mehr wahrzunehmen?

Natürlich ist Geld - wie alles im Übermass - gefährlich. Geld verdienen ist aber per se nicht schlecht. Und in unserer Gesellschaft steht es uns frei, nein zu sagen, wenn wir bei etwas nicht mitmachen wollen. Jeder kann Nein sagen.

Mein Gott, wie naiv bist Du eigentlich? Bei gewissen Impfungen kann ich z.B. schon bald nicht mehr nein sagen! Und wenn ich mich im Coop so umschaue, welche Nahrungsmittel noch aus dem eigenen Land kommen, wird´s schon ganz mager! :roll: Und im Arbeitsleben kannst Du schon nein sagen,aber auf dem RAV dann nicht mehr, denn sonst stehst Du, schneller als Dir lieb ist, auf der STrasse!Bei Leuten wie Dir, wünsche ich mir, dass Du dieselben Erfahrungen machen darfst, wie ich sie gemacht habe. Denn bei solcher Ignoranz kann nur noch das eigene Erlebnis wachrütteln!
So ist es falsch, Banker u. a. einfach generell zu verunglimpfen.

Das Bankensystem an sich ist schon in höchstem Grade asozial!Ich kenne persönlich 3 Banker, die genau aus diesem Grund ausgestiegen sind!Aber die Meisten wollen gar nicht zuviel wissen!

Ein Mensch, der jeden Tag um sein Leben bangen muss, weil er nichts zu essen hat, wird für ein Stück Brot viel eher jemanden umbringen als einer, der als Unternehmer etwas bewegt oder als Arbeitnehmer einer geregelten Arbeit nachgeht.

Bei uns bringt man sich für einen Parkplatz oder für 20 Franken um, obwohl wir genug Brot haben! Ist sowas besser?
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Schlunzi » Di 27. Mai 2008, 17:27

Ah, "Geist und Geld" heisst das Thema.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon ma.ma » Di 27. Mai 2008, 17:36

Hello Krummi,

ich schließe mich ganz deiner Meinung an.
Es ist sehr traurig was in dieser Rubrik zu lesen ist und erweckt den Eindruck, dass hier gleichermaßen das Thema "Missgunst" diskutiert werden sollte.

Ich persönlich kenne eine große Anzahl Christlicher Arbeitgeber.
"Menschen wie du und ich“ - diese leben im Einklang mit sich selbst und anderen, engagieren sich in der Gemeinde und finanzieren z.Bsp. die Kindertagesstätte oder dem Um/-Ausbau des Gemeindezentrums.

Schon die Jungen Menschen freuen sich, wenn diese als Lehrling arbeiten gehen können - um Geld zu verdienen.
Sie lernen schon in jungen Jahren, dass dieses zum Leben dazugehört.
Nur liegt es an jedem selbst, mehr Verantwortung zu übernehmen. Den Erfolgreichen Unternehmern macht der Beruf auch Freude.Der Ausgeübte Beruf ist für diese keine Last und auch keine Pflichterfüllung. Und, sie lassen andere an Ihren Erfolg teilhaben, schaffen weitere Arbeitsplätze...

Somit ist der Schlüssel zu diesem Thema:
Das wir mit ganzem Leib und mit ganzer Seele etwas tun sollen. Hierzu gehört ein aufrichtiges Herz und eine gerechte Hand.
Ob jemand mehr oder weniger Geld verdient, ist nicht vordergründig, sondern wie wir unseren Mitmenschen begegnen - mit ehrlicher Hingabe und Nächstenliebe!

Dieser Weg ist machbar, wenn auch nicht ohne Mühe!

Viele herzliche Grüße
Einen schönen Tag wünscht dir
Manolo

PS:
Ich spreche bewusst nicht die Thematik "Unerlichkeit" an, denn dieses ist ein anderes Thema!
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon parepidimos » Di 27. Mai 2008, 17:36

Original von heuschrecke
Entscheidend ist nämlich, wie man zu den vielen Bazzelis kommt!

Da hast du recht. Den Rest deines Beitrags kann man allerdings getrost spuelen.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Di 27. Mai 2008, 18:56

Original von parepidimos
Original von heuschrecke
Entscheidend ist nämlich, wie man zu den vielen Bazzelis kommt!

Da hast du recht. Den Rest deines Beitrags kann man allerdings getrost spuelen.


Lieber Pare

Man könnte auch mal drüber nachdenken, statt immer gleich zu spülen und zu löschen.

Ich bin mir natürlich voll bewusst, dass ich da die pure Existenz angreife und deshalb auch entsprechende Reaktionen ernte!

LG
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Frau Katz » Di 27. Mai 2008, 19:42

Original von ma.ma
Somit ist der Schlüssel zu diesem Thema:
Das wir mit ganzem Leib und mit ganzer Seele etwas tun sollen. Hierzu gehört ein aufrichtiges Herz und eine gerechte Hand.
Ob jemand mehr oder weniger Geld verdient, ist nicht vordergründig, sondern wie wir unseren Mitmenschen begegnen - mit ehrlicher Hingabe und Nächstenliebe!


Volle Zustimmung! :)

Noch als Ergänzung: Geld (und auch Macht) verderben nicht den Charakter, sie zeigen ihn bloss... denn wer kein Geld und keine Macht hat, hat auch nicht die Möglichkeit, sie zu missbrauchen.

Materieller Reichtum wie auch materielle Armut sind weder erstrebenswerte Ziele, noch sind sie abzulehnen. Ein Leben in der Liebe muss auch nicht notwendigerweise zum Einen oder Andern führen. Wichtig ist allein, wie man mit der Situation umgeht, die man gerade hat, ganz egal, wie sie ist.

grüsse, barbara
Die Rolle der Propheten ist immer noch die gleiche - sie hält die Menschheit wach. (arno gruen)
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon parepidimos » Di 27. Mai 2008, 20:54

Original von heuschrecke
Man könnte auch mal drüber nachdenken,

Ja, exakt das rate ich dir.

Ich bin mir natürlich voll bewusst, dass ich da die pure Existenz angreife und deshalb auch entsprechende Reaktionen ernte!

Dieses "Argument" darfst du gerne mit dir selber haben. Es ist das intellektuelle Aequivalent von diesem hier:

Bild

Wenn du meinst, die "pure Existenz" angreifen zu muessen (oder zu koennen), dann liegt die Vermutung nahe, dass du nicht weisst, wovon du fabulierst.

Und wech.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Mi 28. Mai 2008, 21:15

Original von heuschrecke
Christlich muss mein Beitrag auch nicht sein, denn ich bin nunmal keine Christin!


Wieso wirst du dann nicht Christin? Du könntest dabei helfen, dass weniger Gewicht auf materielle Werte gelegt werden.
Generell halte ich unsere (westliche) Gesellschaft allerdings nicht für extrem materialistisch (man hat ja schon alles). Heuschrecke, hast du mal im Ausland gelebt? Ich habe in Schwellenländern erlebt, dass die Menschen oft viel mehr Wert auf materielle Werte legen als bei uns. Status und Prestige sind dort viel wichtiger. Gerade die vielseitigen Diskussionen in diesem Forum zeigen dies.

Original von heuschrecke
Mein Gott, wie naiv bist Du eigentlich? Bei gewissen Impfungen kann ich z.B. schon bald nicht mehr nein sagen! Und wenn ich mich im Coop so umschaue, welche Nahrungsmittel noch aus dem eigenen Land kommen, wird´s schon ganz mager! Und im Arbeitsleben kannst Du schon nein sagen,aber auf dem RAV dann nicht mehr, denn sonst stehst Du, schneller als Dir lieb ist, auf der STrasse!Bei Leuten wie Dir, wünsche ich mir, dass Du dieselben Erfahrungen machen darfst, wie ich sie gemacht habe. Denn bei solcher Ignoranz kann nur noch das eigene Erlebnis wachrütteln!


Vielleicht solltest du wirklich mal in einem Land leben, wo du wirklich nicht mehr machen kannst, was du willst. Eine Bevölkerung braucht Regeln. Je mehr Menschen in einem Land leben desto wichtiger werden diese Regeln. Sonst wird ein Zusammenleben unmöglich. Jeder muss sich da auch gewissermassen diesen Regeln unterwerfen. Dies dient schlussendlich auch dem Allgemeinwohl.

Original von heuschrecke
Bei uns bringt man sich für einen Parkplatz oder für 20 Franken um, obwohl wir genug Brot haben! Ist sowas besser?

Und wieso das? Weil obige Regeln von gewissen Leuten nicht respektiert werden. Das Gesetz regelt unser Zusammenleben. Das Gesetz kann man brechen, problemlos (mit unterschiedlichen Konsequenzen). Was hält uns davon ab, das Gesetz zu brechen? Strafandrohungen und das Gewissen. Genau hier sind wir wieder beim vielzitierten Wertezerfall angelangt. Eine christliche Lebenseinstellung bewegt den Menschen dazu moralisch zu handeln und seinem Nächsten mit grösstmöglichem Respekt zu begegnen.

Original von heuschrecke
ich frage mich ernsthaft, wie man überhaupt in so eine kaputte und ungerechte Welt noch ein Kind setzen kann. Ich finde das ziemlich egoistisch und verantwortungslos!

Im Gegenteil. Es ist doch egoistisch keine Kinder zu haben. Gegenüber unseren Nachfahren tragen wir die Verantwortung, die Welt zu verbessern. Natürlich gibt es riesige Ungerechtigkeiten. Du willst also davor kapitulieren? Vielmehr sollte man Kinder haben, diese anhand von Wertvorstellungen erziehen, die gegenseitiges Zusammenleben ermöglichen. Dabei ist wohl Respekt ein Schlagwort. Was wäre wohl, wenn Religion in der Erziehung der Kinder wieder einen höheren Stellenwert einnehmen würde?
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon jes_25913 » Do 29. Mai 2008, 08:25

Original von Krummi
@Heuschrecke und @Jes

Eure Beiträge sind von Vorurteilen gespickt, hass erfüllt undsehr unchristlich.

Spätestens, wenn man ein schreiendes Baby in der Hand hat, geht es nicht mehr nur noch um sich selbst, sondern um andere Menschen. Die wollen versorgt werden und in (materieller) Sicherheit leben.

Natürlich ist Geld - wie alles im Übermass - gefährlich. Geld verdienen ist aber per se nicht schlecht. Und in unserer Gesellschaft steht es uns frei, nein zu sagen, wenn wir bei etwas nicht mitmachen wollen. Jeder kann Nein sagen.

So ist es falsch, Banker u. a. einfach generell zu verunglimpfen.

Ein Mensch, der jeden Tag um sein Leben bangen muss, weil er nichts zu essen hat, wird für ein Stück Brot viel eher jemanden umbringen als einer, der als Unternehmer etwas bewegt oder als Arbeitnehmer einer geregelten Arbeit nachgeht.



Ich sehe nicht, dass mein Beitrag hasserfüllt oder unchristlich wäre. Im Gegenteil, ich persönlich lebe gern bescheiden, da ich weiß, das alles, was man sich für Geld kaufen kann - außer natürlich dem Lebensnotwendigen - Ersatzbefriedigungen sind. Außerdem hat man, wenn man weniger arbeiten muß, mehr Zeit für Gott zur Verfügung. Und das ist doch wunderbar. Was habe ich für ein herrliches Leben! Das möchte ich mit keinem Banker oder Manager tauschen. Ich habe kein Auto. Wozu auch? Keinen Fernseher. So wenigstens keine Ablenkung vom Wesentlichen usf.

Ja, und wenn jemand Banker ist, könnte er ja auch bescheiden leben. Er könnte ja dann den größten Teil seines Einkommens für Sinnvolles spenden. Er muß kein Haus besitzen, er muß nicht Tausende auf dem Konto haben, er mußnicht im Urlaub in den teuersten Hotels absteigen, den teuren Restaurants speisen etc.

Klar, man kann als Christ viel verdienen, wenn es nicht das Motiv ist, wenn es einem selbst um Bescheidenheit geht.
Auf die Einstellung und Praxis kommt es an!

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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Do 29. Mai 2008, 12:32

Original von Blin
Original von heuschrecke
Christlich muss mein Beitrag auch nicht sein, denn ich bin nunmal keine Christin!

Hallo Blin
Wieso wirst du dann nicht Christin? Du könntest dabei helfen, dass weniger Gewicht auf materielle Werte gelegt werden.

Dabei kann man Niemandem helfen. Das muss jeder Mensch selbst erkennen! :roll:

Generell halte ich unsere (westliche) Gesellschaft allerdings nicht für extrem materialistisch (man hat ja schon alles).
Ach nein? Dann erkläre mir doch mal, warum ich überall Autos stehen sehe, welche zwei Parkplätze in Anspruch nehmen! Was Du da sagst, ist einfach nur lächerlich! Dann beobachte mal was passiert, wenn die Leute arbeitslos werden und wie sie dann von ihren Mitmenschen behandelt werden. DArüber könnte ich ein Buch schreiben! In unserer Gesellschaft ist man nur etwas wert, wenn man einem gewissen Standard entspricht. Lebe in unserer Gesellschaft mal ohne Geld. Da wirst Du geächtet und verstossen, als hättest Du die Pest! Wahrscheinlich bist Du wieder Einer von Denen, welcher alle ERwartungen von Mami und Papi schön brav erfüllt und auf Kosten von Papi studiert! :roll: Unter Studenten habe ich schon viele solche naiven Exemplare kennengelernt! Und dann erlaubst Du Dir noch, eine grosse Klappe zu schwingen!
Heuschrecke, hast du mal im Ausland gelebt? Ich habe in Schwellenländern erlebt, dass die Menschen oft viel mehr Wert auf materielle Werte legen als bei uns. Status und Prestige sind dort viel wichtiger. Gerade die vielseitigen Diskussionen in diesem Forum zeigen dies.

Ja, die Menschen sind überall gleichermassen erbärmlich. Mein Bruder ist mit Leuten aus Ghana und Kamerun seit Jahren in Kontakt und meine SChwägerin ist selbst "im Busch" von Kamerun aufgewachsen. Von daher sehe ich da ganz gut rein! Es stimmt, auf Sie trifft das absolut zu.Haben und Horten und obendrein total oberflächlich...ein Graus! :shock:Aber es wird auch anders Gesinnte geben.


Original von heuschrecke
Mein Gott, wie naiv bist Du eigentlich? Bei gewissen Impfungen kann ich z.B. schon bald nicht mehr nein sagen! Und wenn ich mich im Coop so umschaue, welche Nahrungsmittel noch aus dem eigenen Land kommen, wird´s schon ganz mager! Und im Arbeitsleben kannst Du schon nein sagen,aber auf dem RAV dann nicht mehr, denn sonst stehst Du, schneller als Dir lieb ist, auf der STrasse!Bei Leuten wie Dir, wünsche ich mir, dass Du dieselben Erfahrungen machen darfst, wie ich sie gemacht habe. Denn bei solcher Ignoranz kann nur noch das eigene Erlebnis wachrütteln!


Vielleicht solltest du wirklich mal in einem Land leben, wo du wirklich nicht mehr machen kannst, was du willst. Eine Bevölkerung braucht Regeln. Je mehr Menschen in einem Land leben desto wichtiger werden diese Regeln. Sonst wird ein Zusammenleben unmöglich. Jeder muss sich da auch gewissermassen diesen Regeln unterwerfen. Dies dient schlussendlich auch dem Allgemeinwohl.

Nein, ich finde ein erwachsener Mensch, müsste nach seinen inneren Regeln leben können. Freiwillig passe ich mich gerne an und kann auch, wenn ich nicht dazu gezwungen werde, wunderbar auf andere Menschen eingehen und was von mir abgeben. Wenn man mich aber dazu zwingt und sich autoritär vor mir aufprotzt, mir lächerliche Regeln, welche für mich sowieso eine SElbstverständlichkeit sind, dauernd vor die Nase hält, dann...und merke Dir, erst dann..sehe ich rot und werde zum asozialen Querschläger! Und ich bin überzeugt, dass es vielen intelligenten Freigeistern genauso ergeht!
Wenn man diese Leute nicht kaputt machen würde, dann könnten sie als Lehrer und Vorbilder für die ganze restliche Affenbande :D dienen und man könnte diese primitven Religions-und Staatsregeln abschaffen!



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Bei uns bringt man sich für einen Parkplatz oder für 20 Franken um, obwohl wir genug Brot haben! Ist sowas besser?

Und wieso das? Weil obige Regeln von gewissen Leuten nicht respektiert werden. Das Gesetz regelt unser Zusammenleben. Das Gesetz kann man brechen, problemlos (mit unterschiedlichen Konsequenzen). Was hält uns davon ab, das Gesetz zu brechen? Strafandrohungen und das Gewissen.

Nein, weil die Menschen vor lauter Zwängen und geistiger Unterdrückung krank sind. Dort wo man militärisch gemassregelt und alle über einen Kamm geschoren werden, kann keine Seele ihr Potenzial entwickeln und genau das macht wahnsinnig und führt die Leute zu solchen Taten! Man wird in diesen starren verdammten Leistungsgesellschaftssystemen zu einem Zombie GEMACHT!

Genau hier sind wir wieder beim vielzitierten Wertezerfall angelangt. Eine christliche Lebenseinstellung bewegt den Menschen dazu moralisch zu handeln und seinem Nächsten mit grösstmöglichem Respekt zu begegnen.

Wenn die Werte von Innen kommen, können sie nicht zerfallen. Man scheitert aber, wenn man ihnen treu bleibt, in der moralischen Wohlstandsgesellschaft.

Original von heuschrecke
ich frage mich ernsthaft, wie man überhaupt in so eine kaputte und ungerechte Welt noch ein Kind setzen kann. Ich finde das ziemlich egoistisch und verantwortungslos!

Im Gegenteil. Es ist doch egoistisch keine Kinder zu haben. Gegenüber unseren Nachfahren tragen wir die Verantwortung, die Welt zu verbessern.

Welch romantische und idealistische Vorstellung. :) Einerseits hast Du recht, andererseits muss man die Realität ganz klar sehen. Für mich ist es ein grosses Opfer,auf Kinder zu verzichten.Aber ich tue es aus wohlüberlegten Gründen. Da ich weiss, dass wir alle in paar wenigen Jahren gechipt werden. Ich persönlich werde mich weigern,auch wenn ich eingesperrt oder getötet werde. Und in dieses Drama , welches uns leider Allen bevorsteht, will ich nicht noch eigene Kinder mitreinziehen.

Natürlich gibt es riesige Ungerechtigkeiten. Du willst also davor kapitulieren?
Nein, im Gegenteil..ich werde mich stellen und bis zu meinem letzten Atemzug die geistige Freiheit verteidigen. Kapitulieren tun Jene, die sich den Chip implantieren lassen und das werden fast alle sein, da bin ich bombensicher.

Vielmehr sollte man Kinder haben, diese anhand von Wertvorstellungen erziehen, die gegenseitiges Zusammenleben ermöglichen. Dabei ist wohl Respekt ein Schlagwort. Was wäre wohl, wenn Religion in der Erziehung der Kinder wieder einen höheren Stellenwert einnehmen würde?


Wahrer Respekt kommt wieder von Innen und kann vorgelebt, aber sicher nicht durch Religionen indoktriniert werden.

Lieber Gruss
heuschrecke
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Fr 30. Mai 2008, 15:55

Hallo Heuschrecke

Original von heuschrecke
Hallo Blin
Wieso wirst du dann nicht Christin? Du könntest dabei helfen, dass weniger Gewicht auf materielle Werte gelegt werden.

Dabei kann man Niemandem helfen. Das muss jeder Mensch selbst erkennen! :roll:


Das ist aber jetzt eine faule Ausrede ;). Sicher kannst du deine Umgebung beeinflussen, indem du eine Vorbildfunktion einnimmst! Leider wählen gesellschaftskritische Gruppen oft einen anderen, unter Umständen fragwürdigeren Weg, um ihre Ansichten zu verbreiten (bspw. nicht immer friedliche Demonstrationen).
Eigentlich bin ich ja mit dir einverstanden. Nur halte ich einen anderen Weg für richtig. Die Menschen sollen ihren Geist, nicht nur ihren Körper nähren. Dazu braucht es Motivation, Denkanstösse, etc. Das kommt nicht einfach so.

Original von heuschrecke
Ach nein? Dann erkläre mir doch mal, warum ich überall Autos stehen sehe, welche zwei Parkplätze in Anspruch nehmen! Was Du da sagst, ist einfach nur lächerlich! Dann beobachte mal was passiert, wenn die Leute arbeitslos werden und wie sie dann von ihren Mitmenschen behandelt werden. DArüber könnte ich ein Buch schreiben! In unserer Gesellschaft ist man nur etwas wert, wenn man einem gewissen Standard entspricht. Lebe in unserer Gesellschaft mal ohne Geld. Da wirst Du geächtet und verstossen, als hättest Du die Pest! Wahrscheinlich bist Du wieder Einer von Denen, welcher alle ERwartungen von Mami und Papi schön brav erfüllt und auf Kosten von Papi studiert! :roll: Unter Studenten habe ich schon viele solche naiven Exemplare kennengelernt! Und dann erlaubst Du Dir noch, eine grosse Klappe zu schwingen!


Das mit den Autos verstehe ich nun nicht ganz. Aber das hat wohl mehr etwas mit Egoismus zu tun oder? Als armer Student kann ich mir knapp ein klappriges Velo leisten, geschweige denn ein Auto. Wie du siehst, bin ich tatsächlich bin ich ein "verwöhnter Student", der zumindest grösstenteils die Erwartungen von Mami und Papi erfüllt, mit der Ausnahme, dass ich in den Augen meiner Eltern viel zu verschwenderisch lebe. Ich glaube nicht, dass ich über die Stränge schlage. Mein Geld habe ich noch immer selber verdient und ich weiss, wie es ist ohne die Unterstützung der Eltern auszukommen.
Wie materialistisch sind nun Schweizer wirklich? Ich sehe das folgendermassen:
1. Die ärmesten Menschen sind am uneigennützigsten: Wer nichts hat, ist grosszügig. Materielle Werte spielen kaum eine Rolle.
2. Mit dem Essen kommt der Appetit: Wer mal am Geld geschnuppert hat, aber keins hat, der will immer mehr und legt grossen Wert darauf, seinen "Reichtum" zu präsentieren.
3. Wer genug gegessen hat, der ist satt: Wer wirklich alles hat, der entfaltet ein postmaterialistisches Denken, wo andere Themen wiederum eine grössere Rolle spielen.
Dies wurde mir auch schon viel bestätigt:
- Arme Menschen sind oft grosszügiger, gastfreundlicher und hilfsbereiter.
- Statussymbole (bspw. grosse Autos) sind gerade bei Menschen beliebt, die gerne viel Geld hätten.
- Wohlhabende Menschen (wie es ja in der Schweiz viele gibt) entfernen sich von materiellen Werten
Aus diesen Gründen ist doch gerade in der Schweiz beispielsweise der Umwelt- und Tierschutz ein grosses Thema. Die Bevölkerung ist auf solche Themen sensibilisiert, während gerade in Schwellenländern oft das Streben nach Wohlstand und Prestige im Vordergrund steht.

Original von heuschrecke
Nein, ich finde ein erwachsener Mensch, müsste nach seinen inneren Regeln leben können. Freiwillig passe ich mich gerne an und kann auch, wenn ich nicht dazu gezwungen werde, wunderbar auf andere Menschen eingehen und was von mir abgeben. Wenn man mich aber dazu zwingt und sich autoritär vor mir aufprotzt, mir lächerliche Regeln, welche für mich sowieso eine SElbstverständlichkeit sind, dauernd vor die Nase hält, dann...und merke Dir, erst dann..sehe ich rot und werde zum asozialen Querschläger! Und ich bin überzeugt, dass es vielen intelligenten Freigeistern genauso ergeht!
Wenn man diese Leute nicht kaputt machen würde, dann könnten sie als Lehrer und Vorbilder für die ganze restliche Affenbande :D dienen und man könnte diese primitven Religions-und Staatsregeln abschaffen!



Nun ja, wie erwähnt, zum Zusammenleben brauchts halt gewisse Regeln. Ein freier Mensch sollst du ja sein. Du kannst natürlich machen was du willst. Unsere Bundesverfassung gibt uns viele Freiheiten. Willst du also Regeln, die ein Zusammenleben sichern und dem Gemeinwohl dienen einhalten?
Nein? Dann musst du aber auch konsequent sein und auf alle Vorteile, die der Staat uns bietet, verzichten. Du würdest also dann nie Arbeitslosengeld beziehen, eine Behandlung durch einen Arzt würdest du verweigen und statt auf der Strasse würdest du immer im Strassengraben gehen. Konsequent sollte man ja schon sein..

Original von heuschrecke
Wahrer Respekt kommt wieder von Innen und kann vorgelebt, aber sicher nicht durch Religionen indoktriniert werden.


Wenn Respekt vorgelebt werden kann, dann kann auch eine andere Lebenseinstellung vorgelebt werden (bspw. eine antimaterialistische Lebensweise). Das hast du oben noch verneint.
Ich drehe aber mal deinen Satz ein bisschen um: Ich kann doch Respekt aufgrund meiner christlichen Überzeugung vorleben?
lg
Blin
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Mo 2. Jun 2008, 08:54

Guten Morgen Blin

Deinen Kommentaren nach, muss ich leider betrübt feststellen, dass Du meine Gedankengänge überhaupt nicht verstanden hast. Du bleibst an der Oberfläche hangen, während ich viel tiefere und grundlegendere Zusammenhänge anspreche.

Naja..vermutlich kannst Du ja nichts dafür. Andererseits sehe ich auch nicht ein, warum ich immer an der Dummheit/Beschränktheit von Anderen leiden soll? Gerade mit Studenten, die staatsgeprüft eine gewisse Intelligenz vorzuweisen haben sollten, muss ich da doch keine Rücksicht nehmen, oder?

Frustrierte Grüsse
heuschrecke
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Mo 2. Jun 2008, 09:25

Hallo Heuschrecke
Du willst also mit einfachen Argumenten auf "tiefgründige Zusammenhänge" hinweisen. Deine Kraftausdrücke bringen dich dabei auch nicht weiter.
Du hast wohl das Gefühl, dass ich ein arroganter Besserwisser sei? Ich will hier nur diskutieren.Studenten müssen allenfalls in ihrem Gebiet ein gewisses Wissen vorweisen (bei mir die Rechtswissenschaft). In diesem Gebiet sollte ich mich wirklich besser auskennen als du. Mit allen Menschen will ich auf Augenhöhe diskutieren. Warum du mich mit so abstrusen Sätzen bewirfst, verstehe ich wirklich nicht...
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Taube » Mo 2. Jun 2008, 09:31

Original von Blin
...

Generell halte ich unsere (westliche) Gesellschaft allerdings nicht für extrem materialistisch (man hat ja schon alles). Heuschrecke, hast du mal im Ausland gelebt? Ich habe in Schwellenländern erlebt, dass die Menschen oft viel mehr Wert auf materielle Werte legen als bei uns. Status und Prestige sind dort viel wichtiger. Gerade die vielseitigen Diskussionen in diesem Forum zeigen dies.

...



Viel typischer kann man doch unseren westlich geprägten Materialismus gar nicht mehr umschreiben, wie Du es auf diese Weise tust!

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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Mo 2. Jun 2008, 09:40

Original von Blin
Hallo Heuschrecke
Du willst also mit einfachen Argumenten auf "tiefgründige Zusammenhänge" hinweisen. Deine Kraftausdrücke bringen dich dabei auch nicht weiter.
Du hast wohl das Gefühl, dass ich ein arroganter Besserwisser sei? Ich will hier nur diskutieren.Studenten müssen allenfalls in ihrem Gebiet ein gewisses Wissen vorweisen (bei mir die Rechtswissenschaft). In diesem Gebiet sollte ich mich wirklich besser auskennen als du. Mit allen Menschen will ich auf Augenhöhe diskutieren. Warum du mich mit so abstrusen Sätzen bewirfst, verstehe ich wirklich nicht...




Hallo Blin

In der Kürze liegt die Würze!
Natürlich wirst Du auch diese Bemerkung wieder nicht verstehen...deshalb erspare ich mir jedes weitere Wort.
:roll:
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Mo 2. Jun 2008, 09:43

Original von Taube
Original von Blin
...

Generell halte ich unsere (westliche) Gesellschaft allerdings nicht für extrem materialistisch (man hat ja schon alles). Heuschrecke, hast du mal im Ausland gelebt? Ich habe in Schwellenländern erlebt, dass die Menschen oft viel mehr Wert auf materielle Werte legen als bei uns. Status und Prestige sind dort viel wichtiger. Gerade die vielseitigen Diskussionen in diesem Forum zeigen dies.

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Viel typischer kann man doch unseren westlich geprägten Materialismus gar nicht mehr umschreiben, wie Du es auf diese Weise tust!

Gruss Taube




Volltreffer Taube! Das war auch mein erster Gedanke, als ich den obigen Satz gelesen habe. Aber ich war so entsetzt darüber, dass ich das nicht so klar wie Du formulieren konnte!
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Mo 2. Jun 2008, 09:53

Original von Taube
Original von Blin
...

Generell halte ich unsere (westliche) Gesellschaft allerdings nicht für extrem materialistisch (man hat ja schon alles). Heuschrecke, hast du mal im Ausland gelebt? Ich habe in Schwellenländern erlebt, dass die Menschen oft viel mehr Wert auf materielle Werte legen als bei uns. Status und Prestige sind dort viel wichtiger. Gerade die vielseitigen Diskussionen in diesem Forum zeigen dies.

...



Viel typischer kann man doch unseren westlich geprägten Materialismus gar nicht mehr umschreiben, wie Du es auf diese Weise tust!

Gruss Taube



Natürlich...schliesslich wird in vielen Ländern unser Wohlstand und Lebensstil als Massstab genommen. Ich denke aber, dass es bei uns mehr und mehr Leute gibt, bei denen materielle Werte in den Hintergrund rücken.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Taube » Mo 2. Jun 2008, 10:17

Original von Blin

Natürlich...schliesslich wird in vielen Ländern unser Wohlstand und Lebensstil als Massstab genommen. Ich denke aber, dass es bei uns mehr und mehr Leute gibt, bei denen materielle Werte in den Hintergrund rücken.


Das ist doch gerade das Typische, dass im Materialismus der Materialismus scheinbar sich versteckt, wenn er auf dem Höhepunkt ist. Nur schon diese abgegriffenen Sprüche zeigen das doch deutlich:

Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuss.

Über Geld spricht man nicht, man hat es.

Prominentenpruch: Aus Geld mache ich mir nichts.




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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Mo 2. Jun 2008, 10:31

Das ist doch gerade das Typische, dass im Materialismus der Materialismus scheinbar sich versteckt, wenn er auf dem Höhepunkt ist. Nur schon diese abgegriffenen Sprüche zeigen das doch deutlich:

Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuss.

Über Geld spricht man nicht, man hat es.

Prominentenpruch: Aus Geld mache ich mir nichts.



Da sag´ ich nur noch: Dekadenz pur! Widerlicher, arroganter und abgestumpfter gehts gar nicht mehr!

Wenn man sieht, wie die Söhne von Industriellen mit ihren operativ verschlimmbesserten Hürchen, die vererbten Milliönchen verprassen, weiss man, dass die Grenze des minimalsten Gewissens und der maximalsten Verblödung schon längst überschritten worden ist! :shock:

Gruss
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Mo 2. Jun 2008, 10:47

"Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuss."
Der Mensch ist halt inkonsequent...

"Über Geld spricht man nicht, man hat es."
Der Materialismus äussert sich ja in erster Linie im Konsum. Insofern finde ich "Geld haben" an sich noch nichts Schlimmes (kann natürlich ausarten).

"Prominentenpruch: Aus Geld mache ich mir nichts."
Hier ist der Materialismus nicht mal gut versteckt. Es geht nur um Marketing. Showbusiness ist verlogen..

Natürlich treffen deine Beispiele zu. Das ändert nichts an meiner ursprünglichen Aussage, dass in Schwellenländern der Materialismus ausgeprägter sei. Ich habe in der Ukraine gelebt. Die Arroganz, mit welcher "Neureiche" gegenüber dem ärmeren Teil der Bevölkerung auftreten ist schlicht geschmacklos.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon heuschrecke » Mo 2. Jun 2008, 11:14

"Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuss."
Der Mensch ist halt inkonsequent...


Hmm..dann bin ich wohl kein Mensch. Meine Konsequenz geht schon sehr weit, wenn ich mich mit Anderen vergleiche. Ich habe meine Konsequenzen im Erwerbsleben und danach auch auf dem Arbeitsamt gezogen. Ohne irgendeine Stütze oder Versicherung bin ich auf der Strasse gestanden, weil ich dann logischerweise ohne irgend ein Einkommen auch meine Wohnungsmiete nicht mehr bezahlen konnte. Meine Eltern und meine Kollegen haben mich alle hängengelassen. Ich stand mutterseelenalleine da. Es war ein Gefühl der grenzenlosen Verlassenheit und zugleich der grenzenlosen Macht und Freiheit. Denn ich wäre lieber gestorben, als irgendwelche hinterfotzigen Kompromisse einzugehen!

Und heute bin ich noch extremer! Ich bin am Brüten, wie ich dieses verlogene System ganz verlassen kann!
Jetzt müsste es allerdings in den paranormalen Bereich hineingehen, sprich, ich müsste ohne Nahrung , kälte und hitzeresistent weiterleben können.

Wenn es nach "meinem System" gehen würde, wäre das allerdings alles nicht nötig. Nach meiner Idee, müsste jeder Erdenbürger bereits bei seiner Geburt ein Stück Land zur Selbstversorgung bekommen. Ich habe letztens ein Buch gelesen, über eine Frau, die in einem abgeschotteten Wallisertal aufgewachsen war und ihr Leben lang dort verbracht hat. Da habe ich genau meine Ideen wiedergefunden und stell´ Dir vor; das hat damals tatsächlich so funktioniert! Bis die Gemeinschaft von den damaligen Reichen und Machthabern(Hand in Hand mit der Kirche) kaputt gemacht worden ist! :cry:
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Such_Find » Mo 2. Jun 2008, 17:22

Original von parepidimos
Ich bin mir natürlich voll bewusst, dass ich da die pure Existenz angreife und deshalb auch entsprechende Reaktionen ernte!

Dieses "Argument" darfst du gerne mit dir selber haben. Es ist das intellektuelle Aequivalent von diesem hier:

Bild

Wenn du meinst, die "pure Existenz" angreifen zu muessen (oder zu koennen), dann liegt die Vermutung nahe, dass du nicht weisst, wovon du fabulierst.

Und wech.

Ich habe eben eine Predigt von einem kath. Reverend aus Chicago gesehen(VIDEO-englisch), also der erste Teil der Predigt sagt ähnliches wie "heuschrecke" sagt...
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon pirate23 » Mo 2. Jun 2008, 19:20

Original von heuschrecke
Nach meiner Idee, müsste jeder Erdenbürger bereits bei seiner Geburt ein Stück Land zur Selbstversorgung bekommen


Bei einer Festlandfläche von 144,5 Millionen km² (Hochgebirge, Wüsten und Urwälder wurden nicht berücksichtigt) und einer Weltbevölkerung von 6,7 Milliarden wären das 21,5 m² pro Person. Davon muss man aber noch Wohnfläche, Lagerfläche und alle möglichen Einrichtungen zur Infrastruktur abziehen...
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon parepidimos » Mo 2. Jun 2008, 19:36

Pirate, duenkt es dich nicht, dass deine Rechnung ueberschlagsmaessig nicht einmal annaehernd Sinn macht? Irgendwo sind dir drei Nullen abhanden gekommen. Das hat man davon, wenn man blind dem Taschenrechner vertraut. :roll:
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Such_Find » Mo 2. Jun 2008, 19:43

Ich komme bei der Rechnung auf ~25000 m²
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
Zitat von William Penn
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Mo 2. Jun 2008, 20:05

Die 150x150 Meter pro Person machen den Braten auch nicht gerade fett...Ich möchte jedenfalls nicht ein Stück Land in Sibirien kriegen, wo ich bestenfalls während 2 Monaten im Jahr Kartoffeln anpflanzen kann...
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon pirate23 » Mo 2. Jun 2008, 20:05

Ich war in Mathe nie besonders gut, aber für Division reichts dann schon noch...

144 500 000 km² * 1000 = 144 500 000 000 m²
144 500 000 000 m² / 6 700 000 000 Menschen = 21,567 m² / Mensch

Aber vielleicht hilft uns dabei wieder dieser Gott, der laut Bibel schon mal ein ganzes Volk 40 Jahre lang in der Wüste mit himmlischem Manna versorgt hat.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Mo 2. Jun 2008, 20:11

Original von pirate23
Ich war in Mathe nie besonders gut, aber für Division reichts dann schon noch...

144 500 000 km² * 1000 = 144 500 000 000 m²
144 500 000 000 m² / 6 700 000 000 Menschen = 21,567 m² / Mensch

Aber vielleicht hilft uns dabei wieder dieser Gott, der laut Bibel schon mal ein ganzes Volk 40 Jahre lang in der Wüste mit himmlischem Manna versorgt hat.



1km² hat aber nicht 1000m², sondern 1000x1000m². Dort sind deine fehlenden 3 Nullen verschwunden.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon pirate23 » Mo 2. Jun 2008, 20:16

Original von Blin
1km² hat aber nicht 1000m², sondern 1000x1000m². Dort sind deine fehlenden 3 Nullen verschwunden.


Danke für den Tipp. Dann müsste als nächstes jemand berechnen, welche Nahrungsmenge man auf 21500 Quadratmetern anbauen kann...
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon parepidimos » Mo 2. Jun 2008, 20:19

Dann müsste als nächstes jemand berechnen, welche Nahrungsmenge man auf 21500 Quadratmetern anbauen kann...

Das haengt stark von Faktoren ab wie Klima, Bewaesserung, Anbaumethoden, Bodenbeschaffenheit, Duengerzufuhr, Schaedlingsbekaempfung und natuerlich von der Sorte Nahrung, die angebaut wird. Stell doch mal ein paar Nachforschungen an und berichte uns hier deine Resultate.
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Mo 2. Jun 2008, 20:35

Dieser Artikel geht sogar noch von einer kleineren Fläche aus. Allerdings sind die 1.8 Hektaren offenbar "ökologisch nutzbar":

"Dividiert man die gesamte ökologisch nutzbare Erdoberfläche durch die auf der Welt lebenden Menschen, so ergibt dies eine Fläche von 1,8 Hektar, die jedem einzelnen für die Gestaltung seines Lebens zur Verfügung stehen. Zieht man in Betracht, dass ein Durchschnittsösterreicher zur Deckung seiner Bedürfnisse bei Ernährung, Mobilität und Energieverbrauch rund 4,9 Hektar Wirtschaftsfläche - eben seinen ökonomischen Fußabdruck - benötigt, wird deutlich, dass wir momentan mehr verbrauchen, als uns eigentlich zusteht. Die Gegenüberstellung des globalen Ressourcenverbrauchs und der verfügbaren Reserven zeigt, dass der weltweite Fußabdruck um 25 Prozent größer ist als die verfügbaren Mittel."
Quelle: http://www.kurier.at/nachrichten/140780.php

Nicht neu in diesem Forum, trotzdem immer wieder interessant:
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon parepidimos » Di 3. Jun 2008, 00:11

Original von Blin
Zieht man in Betracht, dass ein Durchschnittsösterreicher zur Deckung seiner Bedürfnisse bei Ernährung, Mobilität und Energieverbrauch rund 4,9 Hektar Wirtschaftsfläche - eben seinen ökonomischen Fußabdruck - benötigt, wird deutlich, dass wir momentan mehr verbrauchen, als uns eigentlich zusteht.

Das Mass fuer dieses "Zustehen" ist die Annahme der Gleichverteilung der weltweiten Ressourcen. Dh. der westliche Lebensstandard auf dem gegenwaertigen Level ist ungerecht und geschieht auf Kosten anderer. Er kann wahrscheinlich auch nicht auf die Dauer aufrechterhalten werden, ohne unter oekonomischen Druck durch boomende Schwellenlaender (China, Indien) zu geraten oder durch militaerische Gewalt durchgesetzt zu werden.

Die interessante Frage fuer Nachhaltigkeit waere diese: Wie sieht ein Lebensstandard aus, welcher mit 1.8ha auskommt? Welches Land kommt diesem Ideal am naechsten und wie sind die dortigen Verhaeltnisse?

Die Gegenüberstellung des globalen Ressourcenverbrauchs und der verfügbaren Reserven zeigt, dass der weltweite Fußabdruck um 25 Prozent größer ist als die verfügbaren Mittel.

Haeh? Wie soll das moeglich sein? Ist mir da irgendwas entgangen?
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Vicconivs » Di 3. Jun 2008, 00:48

Ich wundere mich ja ganz ernsthaft, daß in diesem Thread noch keine Witze über dicke Wohlstandsevangelikale gefallen sind, bei dem Platzproblem hier...
"Ein bisschen, wie wenn man ein Borstenschwein streichelt."
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon Blin » Di 3. Jun 2008, 09:38

Original von parepidimos
Die interessante Frage fuer Nachhaltigkeit waere diese: Wie sieht ein Lebensstandard aus, welcher mit 1.8ha auskommt? Welches Land kommt diesem Ideal am naechsten und wie sind die dortigen Verhaeltnisse?


Diese Rechnung steht vielleicht ein bisschen auf wackligen Füssen, aber ich habs mal so versucht:
4.9ha(von Durchschnittsösterreicher verbrauchte Fläche) / 1.8 ha (jedem Erdenbürger zur Verfügung stehende Fläche) = Faktor 2.7
Dieser Faktor lässt sich wohl ungefähr auf ganz Westeuropa übertragen. Wir verbrauchen also 2.7 mal mehr Ressourcen, als uns eigentlich zustehen würde. Wenn wir nun das Bruttoinlandprodukt pro Kopf eines Landes als Gradmesser für den Konsum nehmen, dann kann man schon bestimmen, welches Land auf dem Niveau der 1.8 Hektaren Landverbrauch liegt. Dieser Vergleich hinkt natürlich schon ein wenig, das bin ich mir bewusst. Ich versuchs trotzdem (die Daten habe ich aus Wikipedia):
41´128 USD (=BIP kaufkraftbereinigt Schweiz) / 2.7 = 15´232 USD
Damit kämen wir ungefähr auf dem Niveau von Kroatien zu liegen.

Original von parepidimos
Haeh? Wie soll das moeglich sein? Ist mir da irgendwas entgangen?


Mit "verfügbaren Mitteln" sind wohl erneuerbare Ressourcen gemeint. Die 25% bedeuten wohl, dass wir an der Substanz zehren (vorwiegend durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe).
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Re: Wohlstandsevangelium ?

Beitragvon jes_25913 » Di 3. Jun 2008, 13:43

Original von heuschrecke
"Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuss."
Der Mensch ist halt inkonsequent...


Hmm..dann bin ich wohl kein Mensch. Meine Konsequenz geht schon sehr weit, wenn ich mich mit Anderen vergleiche. Ich habe meine Konsequenzen im Erwerbsleben und danach auch auf dem Arbeitsamt gezogen. Ohne irgendeine Stütze oder Versicherung bin ich auf der Strasse gestanden, weil ich dann logischerweise ohne irgend ein Einkommen auch meine Wohnungsmiete nicht mehr bezahlen konnte. Meine Eltern und meine Kollegen haben mich alle hängengelassen. Ich stand mutterseelenalleine da. Es war ein Gefühl der grenzenlosen Verlassenheit und zugleich der grenzenlosen Macht und Freiheit. Denn ich wäre lieber gestorben, als irgendwelche hinterfotzigen Kompromisse einzugehen!

Und heute bin ich noch extremer! Ich bin am Brüten, wie ich dieses verlogene System ganz verlassen kann!
Jetzt müsste es allerdings in den paranormalen Bereich hineingehen, sprich, ich müsste ohne Nahrung , kälte und hitzeresistent weiterleben können.

Wenn es nach "meinem System" gehen würde, wäre das allerdings alles nicht nötig. Nach meiner Idee, müsste jeder Erdenbürger bereits bei seiner Geburt ein Stück Land zur Selbstversorgung bekommen. Ich habe letztens ein Buch gelesen, über eine Frau, die in einem abgeschotteten Wallisertal aufgewachsen war und ihr Leben lang dort verbracht hat. Da habe ich genau meine Ideen wiedergefunden und stell´ Dir vor; das hat damals tatsächlich so funktioniert! Bis die Gemeinschaft von den damaligen Reichen und Machthabern(Hand in Hand mit der Kirche) kaputt gemacht worden ist! :cry:
Gruss


Lb. Heuschrecke,

Ich bewundere Deinen Mut und Deine Konsequenz, und hoffe, dass es Dir gelingt bei Deiner Lebenshaltung zu bleiben. Allerdings ist doch ein gewisser Hass auf die Gesellschaft, das System zu spüren. Vielleicht hattest Du den gebraucht, um Dich soweit überhaupt lösen zu können? -
Wer weiß, dass er auf dem richtigen Weg ist, der sollte nicht länger im Hass auf jene blicken, die auf dem falschen sind. Denn dahinter könnte auch stecken, dass man selbst nur zu gern an den „Segnungen“ des Falschen Anteil hätte, es aber einem zu schwer gemacht wurde.
Ich denke - und ich sage es nicht um Dich zu richten, sondern in Liebe zu Dir - da müsste eine innere Klärung stattfinden.
Ich selbst legte mir die Frage vor, mich ganz von der Gesellschaft in die Natur zurückzuziehen, was ich für mein persönliches Fortkommen besser fand, oder in ihr zu bleiben.
Letzteres freilich nur unter der Bedingung so wenig wie möglich an ihren Bestrebungen teilzuhaben. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden, da ich so anderen Menschen dienlicher bin. Es kommt ja auch darauf an, nicht nur persönlich richtig zu leben, bzw. den richtigen Weg zu gehen, sondern ihn auch anderen Menschen schmackhaft zu machen.
Da ist bei der heutigen Irritation viel zu tun.
Ich will jetzt nichts Früheres schön reden, aber als es noch erstrebenswert galt als Mönch oder Nonne in freiwilliger Armut zu leben, war es noch leichter.
Nicht umsonst sagte Jesus zum „reichen Jüngling“ - der vielleicht nicht mehr an Luxus hatte als ein Arbeitsloser heute - „Verkaufe alles was Du hast“.
Es kommt ja gerade in der Nachfolge darauf an, dass das Leben nicht auf äußerer Sicherheit und das Wohlergehen auf äußerem Wohlstand beruht - das hatten ja die Menschen schon immer angestrebt (es wird in der Bibel „weltlich gesinnt“ genannt), sondern auf Gott, der Kraft des Geistes.
Ja, wenn Christen im Sinne Jesu alles hinter sich ließen, dann würde man sehen, ob man noch so leichtfertig vom „Glauben“ sprechen würde. Dann wenn es ans „Eingemachte“ geht. Viele Christen täuschen sich über sich selbst, da sie oft nicht mitbekommen, dass ihr Wohlergehen nur auf den gesellschaftlichen Strukturen beruht und nicht auf Gott.
Schlimm finde ich, dass es aber sogar noch Christen gibt, die wirklich viel Geld verdienen wollen - aber nicht etwa um ganz bescheiden zu leben, und den Rest zu spenden (das würde ja noch angehen), sondern um sich ein bequemes Leben zu machen.
Die ganze Selbsttäuschung kommt aber auch zum Ausdruck, dass es uns ein leichtes ist, zum Arzt zu gehen und Pillen zu schlucken, anstatt allein auf Gott zu vertrauen. Mich wundert dann immer, wie man meint dann in das Himmelreich zu kommen, wenn es schon schwer fällt zu glauben, dass man keinen Arzt und Pillen braucht.
Du hast recht: Wahrer Glaube ist die Entfaltung der inneren Kräfte. Wenn man ganz aus Gott lebt, würde man einmal dahin kommen ohne Nahrung zu leben - wie das ja zeitweise manche Mystiker taten und auch heute geschieht, kälte- und hitzeresistent werden etc.
Nun, ich bin schon froh, dass ich in Richtung Paranormalen einige Erlebnisse hatte und noch mehr kommen.
Einiges ist "schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis." (2Petr 3,16)
"Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er"(Röm 12,7)
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