"Integrales Christentum"

Was Sie immer schon mal fragen wollten

Moderator: Thelonious

Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon jes_25913 » Mo 2. Mär 2020, 10:59

lionne hat geschrieben:Über das sog. Meditieren wurde ja in diesem Forum schon viel geschrieben (>>> Suchfunktion).
"Was also ist auf dem Weg der Meditation überhaupt zu erlangen? Das wäre erst mal eine grundlegende Frage", so zitiert von otp.
Gut gefragt! Nun, was also ist das Ziel der Meditation? Bekanntlich ist ja der Weg das Ziel! ;)
Ich warte hier jetzt nicht auf Antworten, sondern formuliere mal aus meiner Sicht:
Bei (durch) regelmässige Meditation will der Mensch im Laufe der Zeit durch stetes Praktizieren (und Üben) einen absoluten inneren meditativen Zustand erreichen, auch der Nullpunkt oder Göttliche Punkt genannt!
Jetzt stellt sich für mich persönlich halt die Frage, wo in der Bibel solches Tun gelehrt wird.
Gruss lionne


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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon eddy » Mo 2. Mär 2020, 11:41

Lazar hat geschrieben:Prinzipiell halte ich die Idee für sehr eigenartig, Jesus Christus in eine andere bereits bestehende Religion nichts als "integrieren" zu wollen. Dass ist, als wollte man Christus und damit Gott in eine bereits fast fertige Perlenkette nur noch als zusätzliche schöne glänzende Perle mit einreihen.


Offenbar gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder das Christentum dominiert, oder etwas anderes dominiert das Christentum.
Warum können es aber nicht verschiedene Triebe aus ein und derselben Wurzel sein?
Dann nämlich könnte man diese Triebe nebeneinander sein und gelten lassen.
eddy
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Thelonious » Mo 2. Mär 2020, 12:56

Bei vielen, substantiellen Aspekten des Christentums gibt es kein "so gut wie", oder "geht auch noch" bzw. "kann ja wohl nicht schaden" oder dergl.

Für Christen gilt eben ein unterstrichenes und fett geschriebenes Solus Christus. Mehr geht nicht, weniger darf nicht.

Gruß
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon eddy » Mo 2. Mär 2020, 14:02

Thelonious hat geschrieben:Für Christen gilt eben ein unterstrichenes und fett geschriebenes Solus Christus. Mehr geht nicht, weniger darf nicht.


Ich kann nicht behaupten, eine besonders starke persönliche Beziehung zu Christus zu haben. Aber so sehe ich Ihn nicht. Wenn man da hinschaut, dann ist es den Großen wie Christus oder Buddha nie um Fixierungen gegangen, sondern immer um das göttliche Prinzip dahinter. Und ein Prinzip hat immer was universelles.
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon onThePath » Mo 2. Mär 2020, 14:26

Die Frage ist aber, was der Wirklichkeit entspricht, wie Gott uns haben möchte.

Buddha ging den Weg von unten nach oben. Und steht für Verwandlung des Geist-Körper Gefüges zum Übermenschen. Ganz in der hinduistischen Philosophie verankert, sucht er das (unpersönliche) Absolute und gleichzeitig damit den Ausweg aus der Reinkarnation, die Leiden bedeutet.

Jesus sagt von sich, dass er von Gott her kommt. Das ist schon anders. Er verspricht Rettung nach einem einmaligen Leben.

In den moralischen Anforderungen gibt es Gemeinsamkeiten. Die gibt es aber auch in der Sittenlehre des Konfuzius.

Daraus etwas Gemeinsames machen ist wohl nicht sonderlich sinnvoll.



Lg, otp
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon eddy » Di 3. Mär 2020, 13:55

Was soll ich noch sagen, wenn "(unpersönliches) Absolutes" und "Gott" etwas verschiedenes sind, dann geht es halt (noch) nicht.
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon jes_25913 » Di 3. Mär 2020, 15:43

onThePath hat geschrieben:Jesus sagt von sich, dass er von Gott her kommt. Das ist schon anders. Er verspricht Rettung nach einem einmaligen Leben.


Wo steht denn sowas?

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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon onThePath » Di 3. Mär 2020, 17:55

jes_25913 hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Jesus sagt von sich, dass er von Gott her kommt. Das ist schon anders. Er verspricht Rettung nach einem einmaligen Leben.


Wo steht denn sowas?

LG,
jes


Dann mach mir mal klar, was da nach jes stehen sollte, aber leider nichts steht.
Mögliche Gründe:
Weil man zu Jesus Zeit noch zu dumm war.
Weil die Bibel falsch gedeutet wird oder verändert wurde.

Was da nicht steht, dürfte dir wohl klar sein ? Was du in Jesus Wirken und Aussagen hinein interpretierst, ist mir klar.

Lg, otp
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon onThePath » Mi 4. Mär 2020, 08:16

eddy hat geschrieben:Was soll ich noch sagen, wenn "(unpersönliches) Absolutes" und "Gott" etwas verschiedenes sind, dann geht es halt (noch) nicht.


Rudolf Steiner hat einmal formuliert, wenn ich mich recht erinnere, dass die Möglichkeit besteht, dass sich weit entwickelnde Yogies für eine eigene Welt des Glücklichseins entscheiden können, anstatt mit "Allem" verbunden zu sein. Bedeutet ja letztlich eine Entscheidung gegen Gott. Das ist dann eindeutig Selbsterlösung.

Ich fand ähnliche Aussagen nach kurzem Stöbern in der östlichen Spiritualität. Da wurden angeblich hochentwickelte Yogies mit entsprechend entwickelten mächtigen Kräften zu Feinden Gottes, die wie unsere christlichen Dämonen ihre Ziele verwirklichen.

Wir Christen sehen jede Art von Selbsterlösung durch Eingriffe in das normale Geist-Leib Gefüge, Meditation, als gottwidrige Versuche an, göttlich zu werden.

Weshalb wir Buddha grundsätzlich ablehnen. Die östliche Weisheit hat deshalb Zwiespalte und ist verführerisch.

Kein Wunder jedenfalls, wenn man die östliche Spiritualität mit ihrer machbaren Gotteserfahrung erklärt als von strahlend verführerischen Geistern geplant. Schau dir mal die vielfältigen Wege der Botschaften angeblicher höherer Geister an. Die Verführung hat da reichlich vielfältige Gesichter. Seltsame Gestalten, angebliche Engel Gottes und aufgestiegene Meister erscheinen glanzvoll und predigen östliche Esoterik. Sie unglaubwürdigen unter ihnen erkennt man leicht als schleimig. Und sie predigen dasselbe wie Buddha und die Satgurus, die so erhaben wirken.

Angeblich sind wir tief in uns Eins mit Gott. Und angeblich können wir uns bewusst ganz in das Wesen Gottes hineinfügen. Und uns dann wie Gott fühlen. Angeblich auch völlig in Übereinstimmung mit Gott. Das glauben wir Christen nicht. Wir glauben, dass die Bemühungen, göttlich zu werden aus eigener Kraft, nicht vom Egoismus befreien. Vielleicht vom Egoismus weltlicher Gesinnung. Aber nicht zum Einssein mit Gott leiten.

Der Verwirrung setzt Jes die Krone auf, indem er behauptet, es gäbe keine verführerischen Geister, noch nicht mal übel wollende Dämonen.

Wie gesagt, Jesus ist über alle gottwidrigen Geister Sieger. Er lehrt auch nichts von östlicher Spiritualität. Aber Esoteriker versuchen dennoch immer wieder, in seinen Worten Bestätigungen zu finden. Um dann Christus in ihr integrales Christentum einzuverleiben.

Dazu ein entschieden christliches NEIN.

Es gibt immer wieder Menschen, die merken, dass ihre spirituellen Bemühungen sie unfrei machten. Die davon befreit wurden durch die Macht Jesus. Sie berichteten von dämonischen Erfahrungen. Oder von tiefer Unzufriedenheit und Bedrückheit. Die von ihnen wich, als sie zu Jesus wechselten. Das war für sie eine lebendige Erfahrung. Jesus Wirklichkeit erfuhren sie dadurch sehr eindrücklich. Und damit die Wirklichkeit und Macht des einen Gottes.




Lg otp
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Lazar » Mi 4. Mär 2020, 14:58

@ Jes

eddy hat geschrieben:
Lazar hat geschrieben:Prinzipiell halte ich die Idee für sehr eigenartig, Jesus Christus in eine andere bereits bestehende Religion nichts als "integrieren" zu wollen. Dass ist, als wollte man Christus und damit Gott in eine bereits fast fertige Perlenkette nur noch als zusätzliche schöne glänzende Perle mit einreihen.

Offenbar gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder das Christentum dominiert, oder etwas anderes dominiert das Christentum.
Warum können es aber nicht verschiedene Triebe aus ein und derselben Wurzel sein?
Dann nämlich könnte man diese Triebe nebeneinander sein und gelten lassen


Hi Eddy & Jes!
Bei mir ist das "Solus Christus" sogar so stark ausgeprägt, dass ich als Christ nicht einmal groß versuche das AT in meinen Glauben zu "integrieren". Das heißt, es werden für mich im Christentum sonst auch zwei Triebe aus derselben Wurzel verkündet, aber es kommt im Judentum und Christentum im Glauben letztendlich auch etwas anderes raus?
Was soll ich noch sagen, wenn "(unpersönliches) Absolutes" und "Gott" etwas verschiedenes sind, dann geht es halt (noch) nicht.

Stimmt, Gott ist zwar absolut, aber nicht unpersönlich. Wir kennen Ihn sogar von Angesicht zu Angesicht, denn Jesus Christus ist für mich wahrhaft Gottes Menschensohn und steht somit in Seinen echten Aussagen in den Evangelien weit über allen Lehrern und Propheten dieser Welt - denn Sein Evangelium ist die Wahrheit. Aber um bei der "Wurzel" zu bleiben:

Angenommen Gott ist das pure unsichtbare "Sein", dann kann Er innerhalb dieses Seins jedoch nicht wirken und handeln, ohne sich vorher davon irgendwie "persönlich" abzuspalten. Christus im Himmel ist also der, der als Erster aus Gott und damit dem puren "Sein" sichtbar entsprungen ist, und wurde erste "Gestalt" innerhalb Seines ewigen lebendigen liebenden Lichts.
Deswegen ist Christus "Gottes Sohn", die erste Schöpfung und herrlichstes Abbild - und damit für alle Wesen der "sichtbare Gott" und "Herrscher" über alle Welten.

Und Christus ist in dieser Position logischerweise auch unser Retter, wenn das "Sein" vielleicht nicht für Ihn/Gott, aber für uns selbst einmal unerträglich wird!

eddy hat geschrieben:Ich kann nicht behaupten, eine besonders starke persönliche Beziehung zu Christus zu haben. Aber so sehe ich Ihn nicht. Wenn man da hinschaut, dann ist es den Großen wie Christus oder Buddha nie um Fixierungen gegangen, sondern immer um das göttliche Prinzip dahinter. Und ein Prinzip hat immer was universelles.

Das finde ich wirklich bedauerlich, wenn Du zu Christus keine andere Beziehung zu haben scheinst, als für Dich nur ein weiteres "göttliches Prinzip" darzustellen, denn Er selbst ist doch real? Und hat auch am eigenen Leib das schlimmste Menschenleid erfahren?
Überlege doch einmal, wen rufst Du wohl, wenn Du Dich allein, voller Angst und rettungslos verloren fühlst? Nach Buddha? Nach Shiva? Meditierst Du dann?
Nur Christus/Gott kann Dich aus allem unguten Sein, das so sein will, retten - auch nach dem Tod - und nicht Du Dich selbst, nur weil Du Dich innerhalb anderer Lehren oder Bewusstseinszuständen vielleicht nur göttlich fühlst.

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich" * hat Jesus uns eindrücklich gesagt. Diese Aussage ist zwar auch "universell", aber in einem völlig anderen Sinne.

Deshalb will ich Dir wirklich nahe ans Herz legen, suche und finde lieber den "lebendigen Gott", der Dich jeden Tag im Leben spürbar begleitet - in Jesus Christus :angel:

Herzliche Grüße
Eleazar


* Joh. 14, 6
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Urmilsch » Mi 4. Mär 2020, 15:54

jes_25913 hat geschrieben:
lionne hat geschrieben:Über das sog. Meditieren wurde ja in diesem Forum schon viel geschrieben (>>> Suchfunktion).
"Was also ist auf dem Weg der Meditation überhaupt zu erlangen? Das wäre erst mal eine grundlegende Frage", so zitiert von otp.
Gut gefragt! Nun, was also ist das Ziel der Meditation? Bekanntlich ist ja der Weg das Ziel! ;)
Ich warte hier jetzt nicht auf Antworten, sondern formuliere mal aus meiner Sicht:
Bei (durch) regelmässige Meditation will der Mensch im Laufe der Zeit durch stetes Praktizieren (und Üben) einen absoluten inneren meditativen Zustand erreichen, auch der Nullpunkt oder Göttliche Punkt genannt!
Jetzt stellt sich für mich persönlich halt die Frage, wo in der Bibel solches Tun gelehrt wird.
Gruss lionne


"Wenn ihr stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein." Jes. 30,15
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Was ist das Ziel der Meditation?

Ich hätte da auch noch so eine :idea:, welche ich aus meinem religiösen Brei und der Quantenphysik zurecht mische, was einigen hier nicht wirklich gefällt.

Man weiß heutzutage, dass es Materie an und für sich nicht gibt. Alles Materielle manifestiert sich nur aufgrund der Beobachtung, keine Beobachtung = alles nur in Superposition, siehe Max Planck, Hans Peter Dürr usw.

Hier die mögliche Erklärung gemäß den Feststellungen der Quantenphysik:
Der erfolgreich Meditierende schafft es, seine Sinnesorgane bei vollem Bewusstsein auszuschalten, womit er mit seinem Bewusstsein in Superposition gerät. Er wüsste augenblicklich, dass er alles ist was ist und wäre vermutlich auch augenblicklich Allwissend.

Hier die Beschreibung im Mahabharata Buch 12, Kap. 307:
Wenn der Weise, der auf den Wegen des Yogas erfahren ist, so unerschütterlich wie ein Holzpfahl und unbeweglich wie ein Berg wird, dann sagt man, dass er im Yoga verweilt. Wenn dann niemand in ihm mehr hört, riecht, schmeckt, sieht und fühlt, wenn der Geist von allem Verlangen frei ist, wenn man keine Ziele mehr verfolgt und keine Gedanken mehr hegt, wenn dieser Körper wie ein Stück Holz verweilt (aber der Geist höchst bewußt ist), dann sprechen die Weisen vom vollkommenen Yoga. In solch einer Zeit erstrahlt der Yogi wie eine Kerze, die an einem windstillen Ort brennt. Während dieser Zeit ist man von seiner Körperlichkeit befreit und mit dem Brahman vereint. Wer solche Vollkommenheit erreicht hat, muss nicht mehr steigen oder fallen. Wenn dann der Yogi das Selbst erkennt, so entspricht das dieser völligen Einheit zwischen dem Erkennendem, dem Erkannten und der Erkenntnis, von der wir so oft sprechen. So offenbart sich im Yoga das Selbst von selbst im Herzen der Yogis, wie eine rauchlose Flamme oder eine hellstrahlende Sonne im klaren Licht der Erkenntnis.

Dieses Selbst wird von den Wesen nicht begriffen, obwohl es in allen wohnt. Durch die reine Vernunft allein kann es mittels der Leuchte des Denkens als Schöpfer der Welten geschaut werden. Es ist jenseits der dichten Dunkelheit und noch höher als das, was man (Höchster Herr) nennt.
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon eddy » Mi 4. Mär 2020, 19:13

Ah, das gefällt mir! :D
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon eddy » Mi 4. Mär 2020, 19:41

Lazar hat geschrieben:Stimmt, Gott ist zwar absolut, aber nicht unpersönlich.


Gott Begrenzungen Deines Geistes aufzuerlegen macht doch keinen Sinn. Im AT sagt Er, dass Er Sein ist. Im NT heißt es, es gibt noch eine andere Art der Anbetung, im Geist und in der Wahrheit (der Vater sucht nämlich solche ). Keines davon hat Form.

Das ist also alles eigentlich kein Problem.

Drei Grundfähigkeiten des Menschen: Fühlen, Wissen und Wollen. Gefühlsmenschen brauchen die Beziehung zu einem persönlichen Gott. Kopfmenschen brauchen Analyse, Philosophie, und der unpersönliche Gott ist ihnen näher. Willensmenschen sind Schaffer, das geht spirituell in Richtung "barmherziger Samariter".

Wo um alles in der Welt gibt es jetzt da ein Problem????
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon eddy » Mi 4. Mär 2020, 19:43

Urmilsch hat geschrieben:Hier die Beschreibung im Mahabharata Buch 12, Kap. 307:
Wenn der Weise, der auf den Wegen des Yogas erfahren ist, so unerschütterlich wie ein Holzpfahl und unbeweglich wie ein Berg wird, dann sagt man, dass er im Yoga verweilt. Wenn dann niemand in ihm mehr hört, riecht, schmeckt, sieht und fühlt, wenn der Geist von allem Verlangen frei ist, wenn man keine Ziele mehr verfolgt und keine Gedanken mehr hegt, wenn dieser Körper wie ein Stück Holz verweilt (aber der Geist höchst bewußt ist), dann sprechen die Weisen vom vollkommenen Yoga.


Die Entsagung, die Christus einfordert ("Ich habe die Welt besiegt"), ist natürlich ganz was anderes, und hat auch einen ganz anderen Zweck, nämlich..... pfffffffffffffffffffffffff
Zuletzt geändert von eddy am Mi 4. Mär 2020, 19:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Thelonious » Mi 4. Mär 2020, 19:53

Bitte schaut noch mal nach, was das effektive Threadthema war, danke.

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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Gnu » Mi 4. Mär 2020, 21:09

Thelonious hat geschrieben:Bitte schaut noch mal nach, was das effektive Threadthema war, danke.

Thelonious - Senior-Mod.

Manche hassen die Integralrechnung so sehr, dass sie lieber abschweifen. Gnu differenziert das Integral, so wird eventuell wieder ein Schuh draus.
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Thelonious » Mi 4. Mär 2020, 21:15

Ist übrigens keine Mathe-board hier, Gnu.

Gruß
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Gnu » Mi 4. Mär 2020, 21:47

Thelonious hat geschrieben:Ist übrigens keine Mathe-board hier, Gnu.

Gruß
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Ich dachte Gott habe die Schöpfung so gemacht, dass man sein Genie an der Mathematik erkennt. Sprachlich war ich immer schlecht in der Schule.
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Thelonious » Do 5. Mär 2020, 18:17

Dafür, lieber Gnu,
Gnu hat geschrieben:Ich dachte Gott habe die Schöpfung so gemacht, dass man sein Genie an der Mathematik erkennt.
müsstest Du dann bitte einen sep. thread eröffnen bzw. etwas geeignetes, existentes hier suchen. Aber bitte hier nicht weiter, danke.

Gruß
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Lazar » Do 5. Mär 2020, 23:29

Urmilsch hat geschrieben:Was ist das Ziel der Meditation?

Ich hätte da auch noch so eine :idea:, welche ich aus meinem religiösen Brei und der Quantenphysik zurecht mische, was einigen hier nicht wirklich gefällt.

Man weiß heutzutage, dass es Materie an und für sich nicht gibt. Alles Materielle manifestiert sich nur aufgrund der Beobachtung, keine Beobachtung = alles nur in Superposition, siehe Max Planck, Hans Peter Dürr usw.

Hi Urmilsch,
ich habe diesbezüglich "Jesus Christus Quantenphysiker" von Dirk Schneider gelesen, das ist äußerst interessant, wie er gedanklich das "Quantenbewusstsein" mit der Existenz von Gott und Seinem schöpferischen HG verbindet, also darin auch den "Sinn von Jesus Christus" als Seine Manifestation erklärt (Welle-Teilchen-Experiment inklusive). Insofern ist die Naturwissenschaft mit der Trinität von Vater, Sohn und Heiligem Geist d'accord.

Hier die mögliche Erklärung gemäß den Feststellungen der Quantenphysik:
Der erfolgreich Meditierende schafft es, seine Sinnesorgane bei vollem Bewusstsein auszuschalten, womit er mit seinem Bewusstsein in Superposition gerät. Er wüsste augenblicklich, dass er alles ist was ist und wäre vermutlich auch augenblicklich Allwissend.

Das hieße quasi, der perfekt Meditierende "integriert" sich in das allumfassende Quantenbewusstsein von Gott. Ohne dabei noch etwas zu manifestieren?
Bloß, was hat dies mit dem Christentum zu tun? Wir sind ja nicht auf Erden als Mensch inkarniert worden, damit wir gefühllos werden wie ein Holzpfahl und uns trotzdem dabei fühlen wie bei Gott im Himmel? Wir sollen auf Erden doch etwas "beobachten", also lernen und manifestieren, also eigentlich auch schöpfen.
Was soll dieses "außerirdische Bewusstsein" dann auch nützen, wenn im nächsten Moment Dein Kind nach dir schreit, der Hund raus will oder man in die stressige Arbeit fahren muss? Wo ist bei Dir Gott dann? Weg? Das kann aber nicht sein, weil Er quantenphysikalisch gesehen alles durchdringt.
Der exzessiv Yogatreibende jedoch, der dann weiterhin wie "ausgeschaltet" auf Stand-by rumsitzt, vollbringt der etwa eine ganz spezielle tolle Leistung? Sehe ich irgendwie anders, wenn ich Jesus Christus hehres Leben so vor Augen habe?
Will der Yogi in Wahrheit nicht eher aus dem menschlichen Leben flüchten?

Hier die Beschreibung im Mahabharata Buch 12, Kap. 307:
Wenn der Weise, der auf den Wegen des Yogas erfahren ist, so unerschütterlich wie ein Holzpfahl und unbeweglich wie ein Berg wird, dann sagt man, dass er im Yoga verweilt. Wenn dann niemand in ihm mehr hört, riecht, schmeckt, sieht und fühlt, wenn der Geist von allem Verlangen frei ist, wenn man keine Ziele mehr verfolgt und keine Gedanken mehr hegt, wenn dieser Körper wie ein Stück Holz verweilt (aber der Geist höchst bewußt ist), dann sprechen die Weisen vom vollkommenen Yoga. In solch einer Zeit erstrahlt der Yogi wie eine Kerze, die an einem windstillen Ort brennt. Während dieser Zeit ist man von seiner Körperlichkeit befreit und mit dem Brahman vereint.

Zum Glück muss ich nur einschlafen, Urmilsch, dann bin ich auch unerschütterlich wie ein Holzpfahl und unbeweglich wie ein Berg und vielleicht dabei sogar mit Gott vereint und habe es beim Aufwachen nur wieder vergessen... :)

Wer solche Vollkommenheit erreicht hat, muss nicht mehr steigen oder fallen. Wenn dann der Yogi das Selbst erkennt, so entspricht das dieser völligen Einheit zwischen dem Erkennendem, dem Erkannten und der Erkenntnis, von der wir so oft sprechen. So offenbart sich im Yoga das Selbst von selbst im Herzen der Yogis, wie eine rauchlose Flamme oder eine hellstrahlende Sonne im klaren Licht der Erkenntnis.

Genau, und wenn der Yogi aus diesem Zustand wieder als Mensch erwacht, dann ist er gewiss bald eines nicht mehr: stoisch in der Ruhe wie Gott, so wie es Jesus war.

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Irgendwie brauche ich so etwas nicht. Das Schönste, was mir passieren kann, ist, wenn ich als gewöhnlicher Mensch die Gegenwart Gottes vernehmen kann. Ich muss mich nicht wie Gott selbst fühlen - außer ... ja außer in Seiner Liebe. Das würde ich gerne können, völlig autark sein und dabei bedingungslos zu lieben.

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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon eddy » Fr 6. Mär 2020, 12:17

Lazar hat geschrieben:Will der Yogi in Wahrheit nicht eher aus dem menschlichen Leben flüchten?

"Yoga" bedeutet Einheit. Es ginge also eher darum, das menschliche Leben zu transzendieren, damit es ein göttliches wird.

Lazar hat geschrieben:Zum Glück muss ich nur einschlafen, Urmilsch, dann bin ich auch unerschütterlich wie ein Holzpfahl und unbeweglich wie ein Berg und vielleicht dabei sogar mit Gott vereint und habe es beim Aufwachen nur wieder vergessen... :)

So wird das auch gesagt. Dass in der traumlosen Tiefschlafphase ein Eintauchen in den göttlichen Grund erfolgt, nur eben unbewusst. Das Ziel ist es, das bewusst zu machen.
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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon jes_25913 » Fr 6. Mär 2020, 12:32

eddy hat geschrieben:
Lazar hat geschrieben:So wird das auch gesagt. Dass in der traumlosen Tiefschlafphase ein Eintauchen in den göttlichen Grund erfolgt, nur eben unbewusst. Das Ziel ist es, das bewusst zu machen.


Genauso ist es!

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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Lazar » Fr 6. Mär 2020, 14:55

eddy hat geschrieben:
Lazar hat geschrieben:Zum Glück muss ich nur einschlafen, Urmilsch, dann bin ich auch unerschütterlich wie ein Holzpfahl und unbeweglich wie ein Berg und vielleicht dabei sogar mit Gott vereint und habe es beim Aufwachen nur wieder vergessen... :)

So wird das auch gesagt. Dass in der traumlosen Tiefschlafphase ein Eintauchen in den göttlichen Grund erfolgt, nur eben unbewusst. Das Ziel ist es, das bewusst zu machen.


Hi beisammen, weil es gerade so gut passt...
dasselbe hat mir vor Jahren Christus offenbart:

[Ihm = Sein Vater Gott]:




Sehet Ihr - Gehet Ihr fort
- Ihr kommet immer zurück -
Zwangsläufig Ihr aus Ihm erseid

Doch der Kenntnis näher bleibet Ihr ohne Zugewinn
Könnet Ihr dennoch das Nichts übergehen

Seiet Lebens lange Zeit mit Ihm verbunden
Desjeden Tag - so wundert es mich
daß Ihr es nicht so klar erkennt
Des Schlafes Umstand
Warum ist er wohl
für Euch hier
wenn Eure
Seele
fort
ist






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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon onThePath » Fr 6. Mär 2020, 18:05

jes_25913 hat geschrieben:
eddy hat geschrieben:
Lazar hat geschrieben:So wird das auch gesagt. Dass in der traumlosen Tiefschlafphase ein Eintauchen in den göttlichen Grund erfolgt, nur eben unbewusst. Das Ziel ist es, das bewusst zu machen.


Genauso ist es!

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jes


Ja, ihr wisst wieder Unmögliches.
Solche Spekulationen findet ihr gut.
Träumt süss weiter.

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Re: "Integrales Christentum"

Beitragvon Thelonious » Sa 7. Mär 2020, 14:45

Moin,

ich finde hier zuletzt das effektive Threadthema leider nicht mehr wieder.

Kommt bitte dahin zurück. Danke.

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Thelonious
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