Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

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Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 14:15

Einmal eine grundsätzliche Frage: Ist es nicht so, dass praktisch alle Religionen (ja auch die "ausgestorbenen") praktisch den gleichen Inhalt predigen nur anders ausgelegt? Ein nennenswertes Beispiel ist die Adam und Eva Sache. In der nordischen Mythologie werden die ersten zwei Menschen aus Holzstücken gefertigt und tragen den Namen Askr und Embla. Ich frage mich das deshalb, weil aktuell ich immer wieder diverse Menschen treffen die extrem fanatisch sind was ihren Glauben angeht. Aber würde man es mal global betrachten, so sähe man dass es gar nicht derart viele Unterschiede gibt! Vielleicht noch kurz zu mir: Ich selbst bin Heidin aber ich glaube nicht an Götter in ihrer dargestellten Form sondern denke dass es sich dabei um Metaphern handelt um Platzhalter für diverse Attribute. Andererseits habe ich mich aber auch mit anderen Religionen befasst aus diesem Grund bewegt mich auch diese Frage und was ihr davon (von den Gemeinsamkeiten mein ich jetzt ;) )
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 14:39

Hallo Kvinna,
Zunächst einmal herzlich willkommen im Livenet-Forum! ;)

Bevor ich und andere mit Bibelzitaten um uns schmeissen halte ich mich kurz:
Soweit ich weiss wird in der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, von einer trügerischen "Welt-Religion" - der "Hure Babylon" - gewarnt (bzw. kann - und wurde dies u.a. vom grossen Reformator Martin Luther - so ausgelegt), welche die Gläubigen vom "wahren" Weg abzubringen versucht.

Es tönt verlockend, den Frieden in der Suche von Gemeinsamkeiten finden zu wollen, doch:

Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.
Matthaeus 7,14


LG, Seraphim
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 14:43

Jaja die Hure Babylon ;) gerade letztens war ich beim Augenarzt und habe mir mal die Offenbarung angeguckt. Nur so aus Reiz (ich lese die Bibel nicht!)...

Aber zum Thema: da das Christentum nicht die älteste Religion ist auf der Welt und es wohl auch schon Götterglauben davor gab darf man doch annehmen dass Gemeinsamkeiten da sind aber jeder sie nur anders auslegt. Wie sonst sollten sonst Völker auf der ganzen Welt die wohlbemerkt zu dieser Zeit noch keine Kommunikation untereinander hatten die selben oder ähnlichen Vorstellungen gehabt haben?
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Taube » Mi 6. Mai 2009, 14:58

Hallo Kvinna

Vielleicht, wenn ich Religionen von aussen betrachte, kann ich viele Gemeinsamkeiten finden. Aber das ist nur in der Aussenschau. Aber entscheidend ist ja nicht, was da an der Oberfläche alles abgeht, sondern es ist der persönliche Glaube, der wichtig ist. Da kommst Du in einen Bezirk, der nicht mehr so leicht vergleichbar ist.

Deshalb kann es Dir vorkommen, dass Dir da fast ein Fanatismus entgegen kommt, wenn Du andere auf ihren Glauben ansprichst. In gewisser Hinsicht ist das doch im Grunde genommen nicht ganz so schlecht, da spürt man, dass jemand ganz fest von seinem Glauben getrieben wird und zu diesem steht. Natürlich geht der Fanatismus meist zu weit, indem der Fanatiker nur noch sich selbst mit seinem Glauben im Zentrum sieht.

Also was erwartest Du für Dich persönlich und was schliesst Du für Dich und für Deinen Glauben, wenn Du erkennst, dass viele Religionen Ähnlichkeiten haben?

Gruss Taube
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 15:00

warum liest Du die Bibel nicht - was hält Dich denn davon ab?
Bevor ich mich von irgend jemanden "beeinflussen" lassen möchte lese ich es in der Regel lieber schwarz auf weiss selber nach - aber die Geschmäcker sind verschieden...

die Offenbarung ist übrigens ein denkbar schlechtes Buch (Kapitel) um zu starten...

Wie ich sehe bist Du dennoch irgendwie interessiert - dann kannst Du auch nichts dabei verlieren, die Evangelien (Matthäus, Lukas, Markus, Johannes) einmal genauer anzuschauen...

Verlieren kannst Du sowieso nichts - ausser vielleicht, dass Du etwas von der "hochstehenden" Qualität des Fernsehens verpasst... ;)
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 15:07

Taube hat geschrieben: Hallo Kvinna

Vielleicht, wenn ich Religionen von aussen betrachte, kann ich viele Gemeinsamkeiten finden. Aber das ist nur in der Aussenschau. Aber entscheidend ist ja nicht, was da an der Oberfläche alles abgeht, sondern es ist der persönliche Glaube, der wichtig ist. Da kommst Du in einen Bezirk, der nicht mehr so leicht vergleichbar ist.

Deshalb kann es Dir vorkommen, dass Dir da fast ein Fanatismus entgegen kommt, wenn Du andere auf ihren Glauben ansprichst. In gewisser Hinsicht ist das doch im Grunde genommen nicht ganz so schlecht, da spürt man, dass jemand ganz fest von seinem Glauben getrieben wird und zu diesem steht. Natürlich geht der Fanatismus meist zu weit, indem der Fanatiker nur noch sich selbst mit seinem Glauben im Zentrum sieht.

Also was erwartest Du für Dich persönlich und was schliesst Du für Dich und für Deinen Glauben, wenn Du erkennst, dass viele Religionen Ähnlichkeiten haben?

Gruss Taube


In der Tat ist das was geschrieben steht und und gelehrt wird das Äusserliche. Aber das ist es ja auch nachdem sich die Gläubigen richten oder? Ich meine das ist mir auch in diesem Forum aufgefallen. Man beruft sich bei praktisch allem auf Bibelstellen und versucht damit zu argumentieren. Aber wo bleibt der Individualismus wie du ihn beschreibst? Den eigenen Glauben?

Ich schliesse für mich gar nichts, weil ich nicht über soetwas urteilen will oder kann, da Religion (und zwar ALLE Religionen) gleichzeitig philosophie und Kunst ist und darüber kann man nur streiten. Ich finde es einfach sehr interessant.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Taube » Mi 6. Mai 2009, 15:11

Kvinna hat geschrieben:...
In der Tat ist das was geschrieben steht und und gelehrt wird das Äusserliche. Aber das ist es ja auch nachdem sich die Gläubigen richten oder? Ich meine das ist mir auch in diesem Forum aufgefallen. Man beruft sich bei praktisch allem auf Bibelstellen und versucht damit zu argumentieren. ...


Dann frage doch mal direkt bei denen nach, die sofort mit einer Bibelstelle kommen. ...und sage es doch auch gerade persönlich, wie es auf Dich wirkt.

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 15:12

Seraphim hat geschrieben:warum liest Du die Bibel nicht - was hält Dich denn davon ab?
Bevor ich mich von irgend jemanden "beeinflussen" lassen möchte lese ich es in der Regel lieber schwarz auf weiss selber nach - aber die Geschmäcker sind verschieden...

die Offenbarung ist übrigens ein denkbar schlechtes Buch (Kapitel) um zu starten...

Wie ich sehe bist Du dennoch irgendwie interessiert - dann kannst Du auch nichts dabei verlieren, die Evangelien (Matthäus, Lukas, Markus, Johannes) einmal genauer anzuschauen...

Verlieren kannst Du sowieso nichts - ausser vielleicht, dass Du etwas von der "hochstehenden" Qualität des Fernsehens verpasst... ;)


Warum ich die Bibel nicht lese? Weil der Grossteil darin sowieso niemand versteht. Es sind die Priester die die Bibelverse auslegen und uns dies lehren. Die Bibel ist ein philosophiebuch, bestimmt finden sich darin gute Leitsätze für das Leben, aber was ist wenn diese falsch verstanden und interpretiert werden?

Ich habe die Offenbarung angeschaut weil es wohl das kontroverseste Buch in der Bibel ist. Und da ich kontroverse Angelegenheiten mag habe ich da reingegüxelt.

Ach wegen dem Fernsehn brauchst du dir keine "Sorgen" zu machen. Ich schaue gar nie Fernsehen ;) ich lese praktisch nur Bücher (bin ja auch nicht ohne Grund Buchhändlerin)
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Taube » Mi 6. Mai 2009, 15:15

Kvinna hat geschrieben:...
Ich schliesse für mich gar nichts, weil ich nicht über soetwas urteilen will oder kann, da Religion (und zwar ALLE Religionen) gleichzeitig philosophie und Kunst ist und darüber kann man nur streiten. Ich finde es einfach sehr interessant.

Vielleicht habe ich Dir falsch verstanden.

Ich empfinde es jetzt gerade als langweilig, wenn jemand kommt und einfach über Religion und Glauben diskutieren will, nur weil es sehr interessant ist. Hast Du selbst keine eigene Position im Glauben, für die Du eintrittst? Ist Dir einfach alles gleichgültig gleich interessant? Alles ist möglich und darüber plaudert man ein wenig?

Aber eben, doch noch die Rückfrage, habe ich Dich falsch verstanden?

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 15:20

Kvinna hat geschrieben:Warum ich die Bibel nicht lese? Weil der Grossteil darin sowieso niemand versteht. Es sind die Priester die die Bibelverse auslegen und uns dies lehren.

Schön, dass Du so viel Vertrauen in die Zunft der Prieser hast.
Ich für meinen Teil bilde mir mein Urteil lieber selber - indem ich mich mit dem Text beschäftige und verschiedene Ansichten darüber in Erfahrung bringe...

Kvinna hat geschrieben:Die Bibel ist ein philosophiebuch, bestimmt finden sich darin gute Leitsätze für das Leben, aber was ist wenn diese falsch verstanden und interpretiert werden?

Da kann man geteilter Meinung sein, ob es sich bei der Bibel um ein Philosophiebuch handelt.
Abhängig von der persönlichen Einstellung kannst Du beim lesen der Bibel völlig unterschiedliche Erfahrungen machen...

Kvinna hat geschrieben:Ach wegen dem Fernsehn brauchst du dir keine "Sorgen" zu machen. Ich schaue gar nie Fernsehen ;) ich lese praktisch nur Bücher (bin ja auch nicht ohne Grund Buchhändlerin)

Buchhändlerin? Noch ein Grund, warum Du dir die Bibel vielleicht doch einmal genauer anschauen solltest - schliesslich handelt es sich bei der Bibel um das älteste und meistverbreitetste (und verkaufte) Buch...
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon cori » Mi 6. Mai 2009, 15:20

Hallo Kvinna

Willkommen in unserem Forum und ich hoffe, es gefällt dir hier! :))

Was ich toll finde, ist deine Unterscheidung zwischen Religion und dem eigenen Glauben.
Kvinna hat geschrieben:
In der Tat ist das was geschrieben steht und und gelehrt wird das Äusserliche. Aber das ist es ja auch nachdem sich die Gläubigen richten oder? Ich meine das ist mir auch in diesem Forum aufgefallen. Man beruft sich bei praktisch allem auf Bibelstellen und versucht damit zu argumentieren. Aber wo bleibt der Individualismus wie du ihn beschreibst? Den eigenen Glauben?




Allerdings, dass sich die Gläubigen bei allem auf Bibelstellen berufen und nichts Eigenes beitragen, das halte ich für ein Gerücht. Wär mir nämlich noch nicht aufgefallen. Aber du kannst mir sicher ein paar Beispiele hier im Forum anführen?

Nun, was meinst du? Hat jeder Mensch irgendeinen Glauben? Gibt es Menschen, die gar nichts glauben? Kann man sich seine Religion frei wählen, wie man sich seinen Beruf wählt? Hat Religion etwas mit Wahrheit zu tun?
Was denkst du über diese Fragen?

Liebe Grüsse
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 15:27

cori hat geschrieben:Nun, was meinst du? Hat jeder Mensch irgendeinen Glauben? Gibt es Menschen, die gar nichts glauben? Kann man sich seine Religion frei wählen, wie man sich seinen Beruf wählt? Hat Religion etwas mit Wahrheit zu tun?
Was denkst du über diese Fragen?


Ergänzung:
Warum suchen Menschen in der Not (oder im Angesicht des Todes) Gott, und beginnen zu beten?

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 15:33

Selbstverständlich ist mir nicht alles gleichgültig. Aber ich bin ein offener, global denkender Mensch. Ich möchte mit solchen Fragen anregen, sich einmal ausserhalb des Tellerrandes umzusehen und sich Gedanken zu machen. Offene Fragen in den Raum zu stellen, denn das sind die Grundlagen jeder Diskussion. Daraus entsteht doch erst die Diskussion.
Ich kann doch nicht 365 Tage im Jahr nur über das gleiche sprechen. Aus diesem Grund finde ich die Vielseitigkeit verschiedener Religionen spannend.

Mein persönlicher Glaube interessiert dich? nun gut:

Ich glaube, die Welt wurde nicht erschaffen durch eine höhere Macht, sondern durch einen Urknall ausgelöst von diversen physikalischen Vorraussetzungen die zur Entstehung eines Planeten nötig sind. Die Lebewesen, welche am Anfang wohl primitive Einzeller (die Möglicherweise auch nicht auf der Erde entstanden sondern irgendwo im All) waren, entwickelten sich also weiter und passten sich durch die Evolution ihrer Umwelt an. Als der Mensch also soweit war dass er mit einer durchschnittlichen Intelligenz ausgestattet war, gab es diverse Begebenheiten wie Sturm, Blitz und Donner etc. Die den Menschen erschraken. Da er nicht wusste wie ihm geschah, war es für ihn sehr einfach, diese Naturgewalten gewissen Göttern zuzuordnen und diese damit zu Personifizieren. Es ist einfacher, für Menschen sich etwas vorzustellen wenn Sie dahinter Personen oder Abbilder haben. und genau aus diesem Grund denke ich, sind Religionen erst entstanden. Aus einer Ungewissheit heraus, aus etwas Unbekanntem. Und ich gehe soweit zu sagen, dass selbst der Katholizismus eine polytheistische Religion ist da im Katholizismus auch heilige verehrt werden die für verschiedene Attribute stehen. Es sind da natürlich nicht unbedingt Naturgewalten sondern einfache Sachen wie Schutzpatronen von Wanderern und Ähnlichem.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 15:53

cori hat geschrieben:
Allerdings, dass sich die Gläubigen bei allem auf Bibelstellen berufen und nichts Eigenes beitragen, das halte ich für ein Gerücht. Wär mir nämlich noch nicht aufgefallen. Aber du kannst mir sicher ein paar Beispiele hier im Forum anführen?

Nun, was meinst du? Hat jeder Mensch irgendeinen Glauben? Gibt es Menschen, die gar nichts glauben? Kann man sich seine Religion frei wählen, wie man sich seinen Beruf wählt? Hat Religion etwas mit Wahrheit zu tun?
Was denkst du über diese Fragen?

Liebe Grüsse
cori


Ich habe mich vorher etwas durchs Forum gewuselt. Da mein Gedächtnis aber einem Löchersieb ähnelt kann ich dir die Stellen nicht genau widergeben. Es sind bestimmt nicht ALLE aber oft. Zum beispiel bei der Diskussion ob man sich Vorräte anlegen soll weil das irgend ein Typ gesagt hat da wurden zwei Bibelstellen zitiert auf welche man sich nun berufen solle.

Ja, ich denke durchaus das jeder Mensch einen Glauben hat, selbst die Atheisten. Denn selbst an nichts zu Glauben ist ein Glaube denn Nichts gibt es nicht. Vielleicht hat nicht jeder Mensch den Glauben an eine vorgegebene Religion, aber er wird sich seine Gedanken machen um das was zwar geschieht doch wir es nicht sehn. Ein Atheist wird sich dann vielleicht Gedanken machen wie es sich wissenschaftlich erklären lässt, aber selbst die Wissenschaft ist ein Glaube denn er glaubt ja daran was ihm die Medien und die Wissenschaftler unterbreiten. Die frage ob jeder seinen Glauben frei wählen kann ist sehr schwierig zu beantworten. Falls sich das auf den inneren Glauben beträgt den man nicht nach aussen zeigt würde ich sagen ja. Falls es sich aber um den nach aussen getragenen Glauben handelt nein. Denn vorallem in der Östlichen Welt wird man in eine Familie geboren und dessen Glaube wird einem aufgezwungen. Handelt man nicht danach wird man möglicherweise noch bestraft. Aber was jeder einzelne, individuelle Mensch in sich trägt, kann einem keinen nehmen. Und ich bin überzeugt dass wenn wir sehen könnten was jeder von uns in sich trägt einige sehr überrascht wären von seinen Mitmenschen.

Religion und Wahrheit? Es gibt keine Wahrheit... es ist Ansichtsache und genau aus diesem Grund finde ich es Einschränkung der Glaubensfreiheit wenn zmb. die Zeugen Jehovas an meiner Tür klingeln und mir unbedingt ihren Glauben aufzwingen wollen obwohl ich mehrmals schon gesagt habe dass ich davon nichts halte und auch nichts mit ihnen zu tun haben will. Klar, die Christen sagen ihre Religion sei die einzige Wahrheit, die Asatruaner sagen das genau gleiche, die Hindus ebenfalls. Natürlich fühle ich in gewissen Situation Trauer wenn ich an einem alten heidnischen Platz vorbeigehe und sehen muss das dort jetzt eine Kirche errichtet wurde. Aber ich besinne mich darauf zurück, das jeder und jede von uns das glauben soll was er will zumindest für sich selber.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon wahrheit48 » Mi 6. Mai 2009, 15:55

Kvinna hat geschrieben:
..... sondern durch einen Urknall ausgelöst von diversen physikalischen Vorraussetzungen die zur Entstehung eines Planeten nötig sind. .....

So könnte es gewesen sein, wenn es die physikalischen Voraussetzungen gab. Warum sollten die aber nötig gewesen sein? Die Antwort: "damit es "urknallen" konnte" ist nicht akzeptiert!
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 15:56

Seraphim hat geschrieben:
Ergänzung:
Warum suchen Menschen in der Not (oder im Angesicht des Todes) Gott, und beginnen zu beten?


Woher weisst du dass das jeder Mensch tut? Ich tue das zum Beispiel nicht. Es würde mir nicht im Traum einfallen etwas oder jemanden um etwas anzubeten da ich persönlich ja nicht an einen Gott glaube. darum kann ich dir auch nicht sagen warum die Gläubigen das machen. Ich habe noch nie in meinem Leben selber gebetet und habe es auch nicht vor. Aber offenbar gibt es den Gläubigen soetwas wie Schutz und nimmt ihnen die Angst. Was ich auch sehr schön finde, für die denen es hilft.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 15:59

wahrheit48 hat geschrieben:
Kvinna hat geschrieben:
..... sondern durch einen Urknall ausgelöst von diversen physikalischen Vorraussetzungen die zur Entstehung eines Planeten nötig sind. .....

So könnte es gewesen sein, wenn es die physikalischen Voraussetzungen gab. Warum sollten die aber nötig gewesen sein? Die Antwort: "damit es "urknallen" konnte" ist nicht akzeptiert!
ld w48


Du meinst warum es nötig war das ein Planet entsteht? Oder möchtest du wissen welche physikalischen Vorraussetzungen das waren? Ich bin leider keine Physikerin, da müsste ich passen.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 16:17

Kvinna hat geschrieben:Woher weisst du dass das jeder Mensch tut? Ich tue das zum Beispiel nicht. Es würde mir nicht im Traum einfallen etwas oder jemanden um etwas anzubeten da ich persönlich ja nicht an einen Gott glaube. darum kann ich dir auch nicht sagen warum die Gläubigen das machen. Ich habe noch nie in meinem Leben selber gebetet und habe es auch nicht vor. Aber offenbar gibt es den Gläubigen soetwas wie Schutz und nimmt ihnen die Angst. Was ich auch sehr schön finde, für die denen es hilft.


Ausnahmen bestätigen die Regel.
In Todesangst, Not, totaler Verzweiflung und Hilflosigkeit rufen viele den HERRN an...

Vielleicht hat sich dies aber auch mit der Evolution so ergeben...
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon cori » Mi 6. Mai 2009, 16:22

Kvinna hat geschrieben:
Religion und Wahrheit? Es gibt keine Wahrheit...

Natürlich gibt es die. Ich nehme an, du wolltest sagen, dass es dir nicht möglich sei, die Wahrheit herauszufinden. Klar, du kannst keine Zeitreise machen in die Vergangenheit, um zu beobachten, wie alles war, als die Welt erschaffen wurde, oder als Jesus seine Wunder tat.
Dennoch kann man genug Beweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel finden, wenn man sich interessiert dafür.

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 16:31

Seraphim hat geschrieben:
Ausnahmen bestätigen die Regel.
In Todesangst, Not, totaler Verzweiflung und Hilflosigkeit rufen viele den HERRN an...

Vielleicht hat sich dies aber auch mit der Evolution so ergeben...


Und warum glaubst du tun es die Menschen? Und warum würde ein Moslem nicht zu Gott sondern zu Allah beten in diesem Moment? Oder ein Asatruaner zu Odin?
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 16:37

cori hat geschrieben:Natürlich gibt es die. Ich nehme an, du wolltest sagen, dass es dir nicht möglich sei, die Wahrheit herauszufinden. Klar, du kannst keine Zeitreise machen in die Vergangenheit, um zu beobachten, wie alles war, als die Welt erschaffen wurde, oder als Jesus seine Wunder tat.
Dennoch kann man genug Beweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel finden, wenn man sich interessiert dafür.

cori


Nunja, ich zweifle absolut nicht daran dass man Beweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel findet wenn man danach sucht ;) Genauso wenig wie ich daran zweifle dass man im Koran, der Tora und der Edda Beweise findet für deren Wahrheit und Glaubwürdigkeit. Ist es nicht so das man sich die Worte die nicht eindeutig zu verstehen sind so interpretiert dass es für seinen Glauben stimmt und man daraus Rückschlüsse zieht auf deren wahren Begebenheiten?
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 16:48

Kvinna hat geschrieben:Und warum glaubst du tun es die Menschen? Und warum würde ein Moslem nicht zu Gott sondern zu Allah beten in diesem Moment? Oder ein Asatruaner zu Odin?


Ich glaube, dass (obwohl die Beziehung mit Gott durch den Sündenfall empfindlich gestört wurde) die Menschen dennoch ganz tief im inneren Wissen, dass es eine "höhere" Macht gibt, die über der vergänglichen des Menschen steht...

Schön dass Du hier eine Unterscheidung machst - glauben schlussendlich also doch nicht alle Religionen an das gleiche?! :tongue:
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 16:56

Seraphim hat geschrieben:
Kvinna hat geschrieben:Und warum glaubst du tun es die Menschen? Und warum würde ein Moslem nicht zu Gott sondern zu Allah beten in diesem Moment? Oder ein Asatruaner zu Odin?


Ich glaube, dass (obwohl die Beziehung mit Gott durch den Sündenfall empfindlich gestört wurde) die Menschen dennoch ganz tief im inneren Wissen, dass es eine "höhere" Macht gibt, die über der vergänglichen des Menschen steht...

Schön dass Du hier eine Unterscheidung machst - glauben schlussendlich also doch nicht alle Religionen an das gleiche?! :tongue:


Genau das ist doch der springende Punkt Seraphim. Du redest von "Einer Höheren Macht". Genau das ist doch das was ich di ganze Zeit meine. Dieser Höheren Macht werden demnach nur andere Namen gegeben. Selbst in den polytheistischen Religionen gibt es überall einen Gottvater oder ähnliches (Gott, Allah, Shiva, Odin etc.) der über allem steht. Aber du sprichts vom Herrn dass die Menschen im Angesicht des Todes zum Herrn (oder Gott) beten du sprichst nicht davon dass sie zur höheren Macht zu beten. Und diese obige Unterscheidung mache ich deshalb, um aufzuzeigen dass es "Die Wahre" Religion nicht gibt das keine der Weltreligionen die wahre Religion ist sondern dass tatsächlich alle irgendwo eine höhere Macht haben die angebetet werden.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon wahrheit48 » Mi 6. Mai 2009, 17:04

Kvinna hat geschrieben:
wahrheit48 hat geschrieben:
Kvinna hat geschrieben:
..... sondern durch einen Urknall ausgelöst von diversen physikalischen Vorraussetzungen die zur Entstehung eines Planeten nötig sind. .....

So könnte es gewesen sein, wenn es die physikalischen Voraussetzungen gab. Warum sollten die aber nötig gewesen sein? Die Antwort: "damit es "urknallen" konnte" ist nicht akzeptiert!
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Du meinst warum es nötig war das ein Planet entsteht? Oder möchtest du wissen welche physikalischen Vorraussetzungen das waren? Ich bin leider keine Physikerin, da müsste ich passen.

Trifft eine physikalische Voraussetzung eine andere und sagt: "weißt du, wie wichtig wir sind, warum es uns gibt?" Die andere: "Nein, erzähl schon!". Die erste: "Wir werden bei der Entstehung der Welt gebraucht!" :-P :-P :-P
Auf dem Weg frägt die zweite: "wann und wo soll denn die Welt entstehen?" Darauf: "Keine Ahnung" die erste. Die zweite gibt keine Ruhe: "Aber dann weißt du wenigstens, woher wir kommen?" "Von dahinten!" die erste.
Das ist doch eine erschöpfende Erklärung, oder?
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 17:07

Kvinna hat geschrieben:Genau das ist doch der springende Punkt Seraphim. Du redest von "Einer Höheren Macht". Genau das ist doch das was ich di ganze Zeit meine. Dieser Höheren Macht werden demnach nur andere Namen gegeben. Selbst in den polytheistischen Religionen gibt es überall einen Gottvater oder ähnliches (Gott, Allah, Shiva, Odin etc.) der über allem steht.


Wie gesagt, darüber lässt sich streiten - belassen wir es dabei.

Gott ist das A und das O - der war, ist und sein wird.
Gott duldet keine anderen Götter neben sich (Dein Gott ist, woran dein Herz hängt - und das geht über das menschliche Gott-Verständnis hinaus).
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 17:11

Seraphim hat geschrieben:Wie gesagt, darüber lässt sich streiten - belassen wir es dabei.


Warum streiten? Ist es dir zu mühsam über dieses Thema zu argumentieren?
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon cori » Mi 6. Mai 2009, 17:19

Kvinna hat geschrieben:
cori hat geschrieben:Natürlich gibt es die. Ich nehme an, du wolltest sagen, dass es dir nicht möglich sei, die Wahrheit herauszufinden. Klar, du kannst keine Zeitreise machen in die Vergangenheit, um zu beobachten, wie alles war, als die Welt erschaffen wurde, oder als Jesus seine Wunder tat.
Dennoch kann man genug Beweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel finden, wenn man sich interessiert dafür.

cori


Nunja, ich zweifle absolut nicht daran dass man Beweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel findet wenn man danach sucht ;) Genauso wenig wie ich daran zweifle dass man im Koran, der Tora und der Edda Beweise findet für deren Wahrheit und Glaubwürdigkeit. Ist es nicht so das man sich die Worte die nicht eindeutig zu verstehen sind so interpretiert dass es für seinen Glauben stimmt und man daraus Rückschlüsse zieht auf deren wahren Begebenheiten?


Hallo Kvinna

Das hier ist doch eindeutig zu verstehen: Schon als Moses das Volk Israel aus Ägypten geführt hat, hat Gott sie gewarnt: Wenn sie sich von seinen Geboten abwenden, dann wird er sie in alle Welt zerstreuen. Aber für die ferne Zukunft hat er auch ein Versprechen gegeben:

Wenn du bis an der Himmel Ende verstoßen wärest, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen und wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben


Viele hundert Jahre später sagt der Prophet Jeremia im Auftrag Gottes:

Und ich will die übrigen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, dahin ich sie verstoßen habe, und will sie wiederbringen zu ihren Hürden, daß sie sollen wachsen und ihrer viel werden.

Der Prophet Hesekiel sagt dasselbe:

So sagt der Herr, HERR: Ich will euch sammeln aus den Völkern und will euch sammeln aus den Ländern, dahin ihr zerstreut seid, und will euch das Land Israel geben.

70 nach Christus wurde Jerusalem zerstört und die Juden in alle Welt vertrieben.
Heute können wir sehen, dass Gott sein Versprechen erfüllt hat!

Gibt es etwas Vergleichbares im Koran oder in der Edda?

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon parepidimos » Mi 6. Mai 2009, 17:23

Hallo Kvinna, und willkommen im Forum. Meine Meinung zum Thema: Die Gemeinsamkeit zwischen allen Religionen bildet nicht Gott, sondern der Mensch.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Mi 6. Mai 2009, 17:28

Bin gerade unterwegs- darum halte ich mich jetzt kurz:

Wer redet hier von Streit? Vielmehr wollte ich damit zum Ausdruck bringen, dass darüber kontroverse Ansichten existieren...

Das gilt es zu respektieren. Und wenn man sich ernsthaft (d.h. mit offenem Herzen) mit dem christlichen Glauben auseinander setzen möchte, sollte vielleicht doch einmal die Bibel zur Hand genommen werden...

LG Seraphim
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Kvinna » Mi 6. Mai 2009, 17:49

cori hat geschrieben:
Kvinna hat geschrieben:
cori hat geschrieben:Natürlich gibt es die. Ich nehme an, du wolltest sagen, dass es dir nicht möglich sei, die Wahrheit herauszufinden. Klar, du kannst keine Zeitreise machen in die Vergangenheit, um zu beobachten, wie alles war, als die Welt erschaffen wurde, oder als Jesus seine Wunder tat.
Dennoch kann man genug Beweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel finden, wenn man sich interessiert dafür.

cori


Nunja, ich zweifle absolut nicht daran dass man Beweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel findet wenn man danach sucht ;) Genauso wenig wie ich daran zweifle dass man im Koran, der Tora und der Edda Beweise findet für deren Wahrheit und Glaubwürdigkeit. Ist es nicht so das man sich die Worte die nicht eindeutig zu verstehen sind so interpretiert dass es für seinen Glauben stimmt und man daraus Rückschlüsse zieht auf deren wahren Begebenheiten?


Hallo Kvinna

Das hier ist doch eindeutig zu verstehen: Schon als Moses das Volk Israel aus Ägypten geführt hat, hat Gott sie gewarnt: Wenn sie sich von seinen Geboten abwenden, dann wird er sie in alle Welt zerstreuen. Aber für die ferne Zukunft hat er auch ein Versprechen gegeben:

Wenn du bis an der Himmel Ende verstoßen wärest, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen und wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben


Viele hundert Jahre später sagt der Prophet Jeremia im Auftrag Gottes:

Und ich will die übrigen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, dahin ich sie verstoßen habe, und will sie wiederbringen zu ihren Hürden, daß sie sollen wachsen und ihrer viel werden.

Der Prophet Hesekiel sagt dasselbe:

So sagt der Herr, HERR: Ich will euch sammeln aus den Völkern und will euch sammeln aus den Ländern, dahin ihr zerstreut seid, und will euch das Land Israel geben.

70 nach Christus wurde Jerusalem zerstört und die Juden in alle Welt vertrieben.
Heute können wir sehen, dass Gott sein Versprechen erfüllt hat!

Gibt es etwas Vergleichbares im Koran oder in der Edda?

cori


Ich kann dir nicht beantworten ob das jetzt eindeutig ist oder nicht. Oder ob es in meinen Augen als eindeutig erscheinen kann da ich die genauen Umstände nicht kenne (ich werde mich darüber aber mal informieren und meinen Senf abgeben ;) ich möchte ja nicht etwas behaupten was nicht stimmt)

In der Edda finden sich (ausser die "Prophezeihung" der Götterdämmerung) praktisch keine derartigen von dir Beschriebenen Ereignissen im Sinne von Prophezeihungen da es sich bei der Edda um die Skaldendichtung handelt. Und da während der Christianisierung die gesamte heidnische Kultur nach und nach untergegangen ist wurde nicht viel überliefert oder die Spuren die noch da waren wurden verwischt und was verbrannt werden konnte wurde verbrannt.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Grasy » Mi 6. Mai 2009, 20:28

Kvinna hat geschrieben:Ein nennenswertes Beispiel ist die Adam und Eva Sache.


Ich sehe manche Gemeinsamkeit eher darin daß wir allesamt von Adam und Eva abstammen - oder später von Noah. So lässt sich auch für die Sintflut über den Erdball verteilt so einiges an Gemeinsamkeit finden. Ich laß dazu mal in 'nem Buch, war recht interessant wieviel es da wirklich gibt. z.B. das chinesische Schriftzeichen für "großes Schiff". Würde es heute so ein Ereignis nochmal geben (die Sintflut wird nicht nochmal kommen) dann wäre es doch nur natürlich wenn auf's erste die Menschen über Generationen hinweg das selbe Wissen teilen. Auch wenn sich die Menschen dann wiederum über die Welt zerstreuen und manche von Gott abgewandt und sich Götzen gebildet haben, ganz so schnell wird's ja oft doch nicht bis ins letzte verdrängt. Dann fangen die Menschen an sich vor Holz das sie selbst im Wald geschlagen haben niederzuwerfen und ihre Kinder zu verbrennen und Greuel zu verüben. Ähnlichkeiten in mancher Lehre hin oder her es gibt nur einen wahren Gott. In der Religion der Babylonier oder der Griechen waren eigentlich die Menschen unschuldig und die Götter haben sich erst selbst abgemurkst und mitsamt dem ganzen Chaos ist der Mensch halt am Ende auch irgendwie übrig geblieben. Demnach ist die Botschaft: "Armer Mensch konnte ja nix dafür. Pass nur auf daß du nicht ins Chaos geräts. Schuld war wer anders. Ist doch schmeichelhaft? Also warum umgekehren?"
Gott aber (und da gibt es nur einen) sandte uns jedoch Jesus Christus der am Kreuz für uns gestorben weil wir Sünder sind. Jesus lebt. Wir können Gott suchen und ihn finden. Das unterscheidet aber gewaltig. Mancher scheidet sogar den Begriff Religion in gewissem Sinne ab und stellt dem das Evangelium gegenüber. Also Religion als der Weg den man sich selbst zimmert. Es gibt nur einen Gott und zu dem kommen wir nur durch Jesus Christus. Es gab immer nur einen Gott und das ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ich finde es gar nicht so wichtig was man in Religionen für Übereinstimmung finden kann. Wenn das was gelehrt ist letztlich zu 'nem Götzen oder auf sich selbst und nicht zum lebendigen Gott zeigt ist man auf 'nem Irrweg unterwegs. Das hat nichts mit Toleranz oder "über den Teller Rand sehen" zu tun. Die Menschen dürfen ja sollen wir lieben aber nicht alles was so behauptet und gelehrt wird.

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Mi 6. Mai 2009, 21:01

Seraphim hat geschrieben:Soweit ich weiss wird in der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, von einer trügerischen "Welt-Religion" - der "Hure Babylon" - gewarnt (bzw. kann - und wurde dies u.a. vom grossen Reformator Martin Luther - so ausgelegt), welche die Gläubigen vom "wahren" Weg abzubringen versucht.

Es tönt verlockend, den Frieden in der Suche von Gemeinsamkeiten finden zu wollen, doch:

Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.
Matthaeus 7,14



Nun, in der Intepretation der Offenbarung scheiden sich die Geister und es ist sicher das Buch, mit dem die meisten Einzelgruppen rumbiegen. Entsprechend sollte man vorsichtig sein.
Die Hure Babylon hat mit einer Weltreligion, oder einem andern Glauben nichts zu tun. Der Begriff zielt auf eine Art der Lebensführung: "die Mutter der Hurerei und aller Gräuel auf Erden". Es ist der Inbegriff für eine nicht gottgefällige Lebensführung, nicht für dogmatische Verirrung.

Genauso: warum ist die Pforte eng? Weil man eine bestimmte Glaubensrichtung haben müsste, sonst wird man verdammt? Matthäus wird dies wohl nicht gemeint haben. Er schrieb ja auch einige Sätze vorher:
Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Dies sei die Zusammenfassung des Gesetzes (und damit des Glaubens aus jüdischer Sicht). Und weil die Leute sich schwertun sich hieran zu halten ist die Pforte eng!
Kurz nach dem zitierten Satz steht dann auch: "an den Früchten werdet ihr sie erkennen"! Die Früchte sind nun aber nicht andere Religionen, sondern die Werke der Leute, die ihren Glauben (oder Unglauben) bezeugen.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Mi 6. Mai 2009, 21:06

cori hat geschrieben:Der Prophet Hesekiel sagt dasselbe:

So sagt der Herr, HERR: Ich will euch sammeln aus den Völkern und will euch sammeln aus den Ländern, dahin ihr zerstreut seid, und will euch das Land Israel geben.

70 nach Christus wurde Jerusalem zerstört und die Juden in alle Welt vertrieben.
Heute können wir sehen, dass Gott sein Versprechen erfüllt hat!

Gibt es etwas Vergleichbares im Koran oder in der Edda?


Naja, die Gründung des Staates Israel einer Prophezeiung des Hesekiel in die Schuhe zu schieben ist vielleicht ein wenig gewagt.
Hesekiel gab den Leuten im Zeitalter der babylonischen Gefangenschaft Hoffnung. Und für wahr, einige Zeit später war die babylonische Gefangenschaft beendet, und das Volk Israel konnte (eine Zeitlang) in seinem Land erstarken.

So Prophezeiungen gibt es übrigens auch in anderen Religionen.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Mi 6. Mai 2009, 21:08

parepidimos hat geschrieben:Meine Meinung zum Thema: Die Gemeinsamkeit zwischen allen Religionen bildet nicht Gott, sondern der Mensch.


Gott ist der Gott aller Menschen. Und Gott schließt keine Menschen aus. Wenn dann umgekehrt. Wenn nun Gott überall wirkt (er schließt ja keine aus), warum sollte es keine göttlichen Gemeinsamkeiten geben?
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Grasy » Mi 6. Mai 2009, 21:10

Naqual hat geschrieben:Die Hure Babylon hat mit einer Weltreligion, oder einem andern Glauben nichts zu tun.


Ich würde sagen reduziert auf den Begriff Weltreligion wäre falsch. Daß sie damit aber rein gar nichts zu tun hat denke ich auch nicht. Götzendienst also der Glaube an einen anderen Gott steht dem Begriff Hurerei sehr nahe. Finde dazu auch den Artikel auf nikodemus.net lesenswert: http://www.nikodemus.net/677


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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Grasy » Mi 6. Mai 2009, 21:21

Naqual hat geschrieben:warum sollte es keine göttlichen Gemeinsamkeiten geben?


Wenn wir uns vor einem Stück Holz niederwerfen ist das nicht Gott. Selbst wenn wir in manchen Belangen die moralische Kurve richtig aufzeichnen ein Götze ist nicht der Erlöser - er kann nicht helfen.

"Wer sind sie, die einen Gott machen und einen Götzen gießen, der nichts nütze ist? Siehe, alle ihre Genossen werden zu Schanden; denn es sind Meister aus Menschen. Wenn sie gleich alle zusammentreten, müssen sie dennoch sich fürchten und zu Schanden werden. Es schmiedet einer das Eisen in der Zange, arbeitet in der Glut und bereitet's mit Hämmern und arbeitet daran mit ganzer Kraft seines Arms, leidet auch Hunger, bis er nimmer kann, trinkt auch nicht Wasser, bis er matt wird. Der andere zimmert Holz, und mißt es mit der Schnur und zeichnet's mit Rötelstein und behaut es und zirkelt's ab und macht's ein Mannsbild, wie einen schönen Menschen, der im Hause wohne. Er geht frisch daran unter den Bäumen im Walde, daß er Zedern abhaue und nehme Buchen und Eichen; ja, eine Zeder, die gepflanzt und die vom Regen erwachsen ist und die den Leuten Brennholz gibt, davon man nimmt, daß man sich dabei wärme, und die man anzündet und Brot dabei bäckt. Davon macht er einen Gott und betet's an; er macht einen Götzen daraus und kniet davor nieder. Die Hälfte verbrennt er im Feuer, über der Hälfte ißt er Fleisch; er brät einen Braten und sättigt sich, wärmt sich auch und spricht: Hoja! ich bin warm geworden, ich sehe meine Lust am Feuer. Aber das übrige macht er zum Gott, daß es ein Götze sei, davor er kniet und niederfällt und betet und spricht: Errette mich; denn du bist mein Gott! Sie wissen nichts und verstehen nichts; denn sie sind verblendet, daß ihre Augen nicht sehen und ihre Herzen nicht merken können, und gehen nicht in ihr Herz; keine Vernunft noch Witz ist da, daß sie doch dächten: Ich habe auf den Kohlen Brot gebacken und Fleisch gebraten und gegessen, und sollte das übrige zum Greuel machen und sollte knieen vor einem Klotz? Er hat Lust an Asche, sein getäuschtes Herz verführt ihn; und er wird seine Seele nicht erretten, daß er dächte: Ist das nicht Trügerei, was meine rechte Hand treibt? Daran gedenke Jakob und Israel; denn du bist mein Knecht. Ich habe dich bereitet, daß du mein Knecht seist; Israel, vergiß mein nicht. Ich vertilge deine Missetaten wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir; denn ich erlöse dich." (Jes 44:10-22 - Lut1912)

Es war sogar falsch sich einen Gott aus Gold zu bauen und ihn einfach den Namen Gottes zu geben.

"Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten, denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will haben, die ihn also anbeten. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." (Joh 4:22-24 - Lut1912)

"Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen." (Joh 17:3 - Lut1912)

"Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal ein HERR, reich über alle, die ihn anrufen. Denn »wer den Namen des HERRN wird anrufen, soll selig werden.« Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: »Wie lieblich sich die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen!« Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja sagt: »HERR, wer glaubt unserm Predigen?«" (Röm 10:12-16 - Lut1912)


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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon parepidimos » Mi 6. Mai 2009, 21:42

Naqual hat geschrieben:Gott ist der Gott aller Menschen. Und Gott schließt keine Menschen aus. Wenn dann umgekehrt. Wenn nun Gott überall wirkt (er schließt ja keine aus), warum sollte es keine göttlichen Gemeinsamkeiten geben?

Nur weil Religion annimmt, ueber Gott zu reden heisst dies noch lange nicht, dass dieses Reden auch der goettlichen Realitaet entspricht. In der Abwesenheit direkter goettlicher Offenbarung ist der Mensch dazu verurteilt, sich Gott nach seinem eigenen Bilde zusammenzureimen. Was dabei herauskommt ist Religion, welche zwar "Gott" sagt, aber in Wahrheit den Menschen selbst meint. Der Kindergarten des griechischen Pantheon waere da Anschauungsmaterial.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Do 7. Mai 2009, 08:03

Naqual hat geschrieben:Die Hure Babylon hat mit einer Weltreligion, oder einem andern Glauben nichts zu tun.


@Naqual
Schön wie hier diskutiert wird...
Während ich auf die verschiedenen Ansichten zur 'Hure Babylon' hinweise, die nebenbeibemerkt von angesehenen Gottes-Knechten vertreten wurden, verwirfst Du diese, mehr noch - erklärst Sie als falsch?

Vielleicht setzt Du nächstes mal ein 'ich finde dass' oder 'ich denke dass' vorweg...
Immerhin bewegen wir uns hier auf der subjektiven Ebene, welche zwar untermauert, aber nach wie vor subjektiv bleibt...


Zur Ergänzung
Meinem Wissen nach hat Martin Luther gar den Katholizismus mit der Hure Babylon gleichgesetzt.
Andere sprechen von einer verwässerten allerweltsreligion, in der sich die verschiedensten Religionen (bzw. der kleinste gemeinsame Nenner) wieder finden lassen.
Denkbar wären aber vielleicht auch Ideologien und Gegenstände (zB. Autos, Marxismus, Sport, etc.), weil diese oft von Menschen zu Götzen gemacht werden...

LG und einen gesegneten Tag.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Taube » Do 7. Mai 2009, 08:31

Kvinna hat geschrieben:Einmal eine grundsätzliche Frage: Ist es nicht so, dass praktisch alle Religionen (ja auch die "ausgestorbenen") praktisch den gleichen Inhalt predigen nur anders ausgelegt? Ein nennenswertes Beispiel ist die Adam und Eva Sache.


Nochmals, Ja diese Gemeinsamkeiten gibt es, doch diese äusseren Gemeinsamkeiten helfen kaum weiter. Eine äusserlich phänomenologische Sicht der Dinge hat ganz wenig mit dem Glauben zu tun, auch wenig mit den Ritualen und Dogmen der Religionen.

Was aber oft gesagt wird und versucht wird nachzuweisen, ist die gemeinsame Ethik, die in den meisten Religionen steckt. Z. B. ist da die Goldene Regel:

aus Wikipedia, Stichwort Weltethos (Zitat leicht gekürzt):

- Hinduismus: Man sollte sich gegenüber anderen nicht in einer Weise benehmen, die für einen selbst unangenehm ist; das ist das Wesen der Moral. – Mahabharata (Geschichte Großindiens)
- Buddhismus: Ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist, soll es auch nicht für ihn sein; und ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist, wie kann ich ihn einem anderen zumuten? - Samyutta-Nikaya (Reden Buddhas)
- Judentum: Tue nicht anderen, was Du nicht willst, dass sie Dir tun. - Rabbi Hillel, Sabbat 3a
- Christentum: Alles was Ihr wollt, dass Euch die Menschen tun, das tut auch Ihr Ihnen ebenso. - Matthäus 7,12; Lukas 6,31 bzw. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst., Levitikus 19,18 AT, Lukas 10,27, Matthäus 19,19, Matthäus 22, 39, Römer 13,9, Galater 5,14.
- Islam: Keiner von Euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht. - An-Nawawi, Kitab Al-Arba'in (Vierzig Hadithe)

Auf den ersten Blick sieht man einige Gemeinsamkeiten, aber wenn man tiefer in die Texte eindringt und darüber ein wenig meditiert, sieht man, dass dahinter ganz unterschiedliche Menschen- und Religionsauffassungen stecken. Künstlich Gemeinsamkeiten konstruieren, ist fragwürdig und zerstört die Liebe in den Texten. Besser ist es, wenn man solche Gesamtschauen versucht, Achtung haben vor den Menschen, die immer wieder versucht haben, Lösungen für das Zusammenleben zu finden.

Gruss Taube
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Do 7. Mai 2009, 14:58

parepidimos hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:Gott ist der Gott aller Menschen. Und Gott schließt keine Menschen aus. Wenn dann umgekehrt. Wenn nun Gott überall wirkt (er schließt ja keine aus), warum sollte es keine göttlichen Gemeinsamkeiten geben?

Nur weil Religion annimmt, ueber Gott zu reden heisst dies noch lange nicht, dass dieses Reden auch der goettlichen Realitaet entspricht. In der Abwesenheit direkter goettlicher Offenbarung ist der Mensch dazu verurteilt, sich Gott nach seinem eigenen Bilde zusammenzureimen. Was dabei herauskommt ist Religion, welche zwar "Gott" sagt, aber in Wahrheit den Menschen selbst meint. Der Kindergarten des griechischen Pantheon waere da Anschauungsmaterial.


Nun, wir sollten nicht über Illusionen reden, die in allen Religionen vorkommen, sondern ob es Gemeinsamkeiten gibt. So als schimmere die Wahrheit Gottes doch noch irgendwo durch. Auch in Religionen, die nicht die eigene ist.
Könntest Du Dir vorstellen, dass Dir ein Vertreter einer anderen Religion eine Anregung für Dein Glaubensleben gibt? (Deswegen muss man ja nicht dessen Religion zur eigenen machen)
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