Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Do 7. Mai 2009, 15:07

Grasy hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:warum sollte es keine göttlichen Gemeinsamkeiten geben?


Wenn wir uns vor einem Stück Holz niederwerfen ist das nicht Gott. Selbst wenn wir in manchen Belangen die moralische Kurve richtig aufzeichnen ein Götze ist nicht der Erlöser - er kann nicht helfen.


Weder Moslems, noch Juden, noch Christen, noch Buddhisten, noch Hindus, noch ... werfen sich vor einem Stück Holz nieder. Vielleicht ein paar Animisten irgendwo..

Also was solls?

Die Frage nach der Gemeinsamkeit von Religionen ergibt dann Sinn, wenn man nicht einfach sagt: Ich mit meiner Religion habe 100 Prozent recht und alle anderen sind zu 100 Prozent im Unrecht.
Sinn ergibt es, wenn man davon ausgeht, dass Gott auch in Andersgläubigen wirken kann. Deswegen kann es auch Gemeinsamkeiten geben. Und es gibt etliche.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Do 7. Mai 2009, 15:18

Seraphim hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:Die Hure Babylon hat mit einer Weltreligion, oder einem andern Glauben nichts zu tun.


Schön wie hier diskutiert wird...
Während ich auf die verschiedenen Ansichten zur 'Hure Babylon' hinweise, die nebenbeibemerkt von angesehenen Gottes-Knechten vertreten wurden, verwirfst Du diese, mehr noch - erklärst Sie als falsch?

Es war nicht meine Absicht, dass Du Dich persönlich brüskiert fühlst.
Das mit den "angesehenen Gottesknechten" ist so eine Sache. Auch der Papst ist einer. Sehr angesehen sogar. Muss ich deswegen alles so annehmen wie dieser es sagt?
Es geht darum, was der biblische Autor gemeint haben könnte. Und da steht erst einmal nichts von Weltreligionen. Die Offenbarung zeichnet sich dadurch aus, dass jeder irgenwelche aktuellen Geschehnisse und Begriffe krampfhaft versucht hier unterzubringen. Das macht mich skeptisch.


Vielleicht setzt Du nächstes mal ein 'ich finde dass' oder 'ich denke dass' vorweg...
Immerhin bewegen wir uns hier auf der subjektiven Ebene, welche zwar untermauert, aber nach wie vor subjektiv bleibt...


Aus meiner Sicht finde ich, so ganz unberechtigt wird es wohl nicht sein, was ich zu schreiben beabsichtigte, aber Du nimmst es mir sicher nicht übel, dass ich das für ein wenig überzogen halte.
Im übrigen schriebst Du selbst nicht, dass Du einfach denkst, sondern dass Dir bekannt ist.




Zur Ergänzung
Meinem Wissen nach hat Martin Luther gar den Katholizismus mit der Hure Babylon gleichgesetzt.
Andere sprechen von einer verwässerten allerweltsreligion, in der sich die verschiedensten Religionen (bzw. der kleinste gemeinsame Nenner) wieder finden lassen.
Denkbar wären aber vielleicht auch Ideologien und Gegenstände (zB. Autos, Marxismus, Sport, etc.), weil diese oft von Menschen zu Götzen gemacht werden...


Luther hat dies aber sicher nicht als Exegese der Offenbarung betrachtet diese Aussage. Er war wütend auf die Zustände der Kirche in seiner Zeit. Zu Recht. Denn selbst die Katholiken haben fast alles, was er damals kritisierte (an der kirchlichen Praxis, nicht Dogmatik) aus der Welt geschafft.

Eine Offenheit und Achtung vor Denkern anderer Religionen hat nichts damit zu tun, dass man die eigene Religion verwässern würde. Aber es ist tatsächlich nicht jedem gegeben. Manche würden verwässern innerlich, weil sie sich verirren. Das ist aber kein Zeichen von Glaubensstärke.

Dein letzter Satz ist eine gute Anregung. Letztlich ist alles, woran wir unser Herz im Übermaß binden (z.B. Abhängigkeiten), ein Götze.

Liebe Grüße
Naqual
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Seraphim » Do 7. Mai 2009, 15:54

Naqual hat geschrieben:Es war nicht meine Absicht, dass Du Dich persönlich brüskiert fühlst.

Kein Problem, schon vergessen...

Naqual hat geschrieben:Das mit den "angesehenen Gottesknechten" ist so eine Sache. Auch der Papst ist einer. Sehr angesehen sogar. Muss ich deswegen alles so annehmen wie dieser es sagt?

Naja, ob es sich beim Papst wirklich um einen Gottesknecht handelt lass ich hier mal offen (siehe Anmerkung zu Luther).
Spass bei Seite: Klar bedeutet es nicht, dass man die Ansichten teilen muss, nur weil sie einem angesehenen Gottesknecht entstammen. Allerdings gilt es diese so stehen zu lassen - nicht kategorisch abzulehnen sondern dann fundiert zu widerlegen zu versuchen...


Naqual hat geschrieben:Es geht darum, was der biblische Autor gemeint haben könnte. Und da steht erst einmal nichts von Weltreligionen. Die Offenbarung zeichnet sich dadurch aus, dass jeder irgenwelche aktuellen Geschehnisse und Begriffe krampfhaft versucht hier unterzubringen. Das macht mich skeptisch.

Viele Texte in der Bibel bedürfen einer Auslegung - nicht überall ist Sie so selbstredend wie bei den 10 Geboten... Beispiele: die vielen Gleichnisse Jesu
(Matthaeus 13,34-35 : Solches alles redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen, auf das erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten von Anfang der Welt.)

Jesus hat bewusst in Gleichnissen gesprochen ("Wer Ohren hat zu hören, der höre!").
Klar besteht hier die Möglichkeit/Gefahr, dies und das falsch zu verstehen.

Allerdings denke ich, wer das Gespräch mit Gott sucht und sich durch den HG leiten lässt, der wird auf dem richtigen Weg geführt...


Naqual hat geschrieben:Im übrigen schriebst Du selbst nicht, dass Du einfach denkst, sondern dass Dir bekannt ist.

Gut gekontert! ;-) Aber ich denke Du weisst ganz genau, was ich damit versucht habe zu sagen...


Naqual hat geschrieben:Luther hat dies aber sicher nicht als Exegese der Offenbarung betrachtet diese Aussage. Er war wütend auf die Zustände der Kirche in seiner Zeit. Zu Recht. Denn selbst die Katholiken haben fast alles, was er damals kritisierte (an der kirchlichen Praxis, nicht Dogmatik) aus der Welt geschafft.

...und dennoch habe die biblische Grundlage für das Papst-Amt noch immer nicht gefunden, welches dem Papst die Autorität gibt, die er für sich beansprucht bzw. die ihm zugestanden wird...


Naqual hat geschrieben:Dein letzter Satz ist eine gute Anregung. Letztlich ist alles, woran wir unser Herz im Übermaß binden (z.B. Abhängigkeiten), ein Götze.

in der Tat. Ausser die Abhängigkeit bezieht sich auf Gott - die ist von Gott gegeben und gewünscht...

Liebe Grüsse, Seraphim
"Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst..." Psalm 8, 4-5
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon kingschild » Do 7. Mai 2009, 17:48

Kvinna hat geschrieben:Selbstverständlich ist mir nicht alles gleichgültig. Aber ich bin ein offener, global denkender Mensch. Ich möchte mit solchen Fragen anregen, sich einmal ausserhalb des Tellerrandes umzusehen und sich Gedanken zu machen.


Hallo Kvinna

Die meisten Christen haben sich mehr als einmal Gedanken darüber gemacht über die Gemeinsamkeiten. Ja viele kommen ja sogar von dort das sie zuerst ausserhalb des Tellerrandes Erfahrungen gesammelt haben. Das wir erkannten das es zwar viele Gemeinsamkeiten gibt aber nur eine Wahrheit und das nur das Original zum Leben führt ist der Grund wieso wir Jesus Christus nachfolgen und nicht irgend etwas anderem. Wichtig ist ja zu wissen wo denn genau der wesentliche Unterschied liegt zwischen einer Religion und der Beziehung mit Gott, wenn man mal die Wahrheit von der Lüge trennen möchte und hierzu braucht es mehr als der Mensch in sich selbst finden würde.


Mein persönlicher Glaube interessiert dich? nun gut:

Ich glaube, die Welt wurde nicht erschaffen durch eine höhere Macht, sondern durch einen Urknall ausgelöst von diversen physikalischen Vorraussetzungen die zur Entstehung eines Planeten nötig sind. Die Lebewesen, welche am Anfang wohl primitive Einzeller (die Möglicherweise auch nicht auf der Erde entstanden sondern irgendwo im All) waren, entwickelten sich also weiter und passten sich durch die Evolution ihrer Umwelt an. Als der Mensch also soweit war dass er mit einer durchschnittlichen Intelligenz ausgestattet war, gab es diverse Begebenheiten wie Sturm, Blitz und Donner etc. Die den Menschen erschraken. Da er nicht wusste wie ihm geschah, war es für ihn sehr einfach, diese Naturgewalten gewissen Göttern zuzuordnen und diese damit zu Personifizieren. Es ist einfacher, für Menschen sich etwas vorzustellen wenn Sie dahinter Personen oder Abbilder haben. und genau aus diesem Grund denke ich, sind Religionen erst entstanden. Aus einer Ungewissheit heraus, aus etwas Unbekanntem. Und ich gehe soweit zu sagen, dass selbst der Katholizismus eine polytheistische Religion ist da im Katholizismus auch heilige verehrt werden die für verschiedene Attribute stehen. Es sind da natürlich nicht unbedingt Naturgewalten sondern einfache Sachen wie Schutzpatronen von Wanderern und Ähnlichem.


Gott lehrt uns aber genau das wir keine Bilder machen sollen, das der Mensch dies nicht begriffen hat ist etwas anderes.

Ich möchte jetzt aber mal eine Bibelvers reinstellen mit einer Frage an Dich.

2Sa 22:3 GOtt ist mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vom Frevel.

Glaubst Du wirklich jemand der so etwas schreibt ist sich nicht bewusst wer im genau hilft, wer seine Zuflucht ist, wer sein Heiland ist? Und wohlverstanden der Schreiber spricht von dem Gott der sagte Du sollst Dir kein Bildnis machen.

God bless
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Do 7. Mai 2009, 18:10

Seraphim hat geschrieben: Klar bedeutet es nicht, dass man die Ansichten teilen muss, nur weil sie einem angesehenen Gottesknecht entstammen. Allerdings gilt es diese so stehen zu lassen - nicht kategorisch abzulehnen sondern dann fundiert zu widerlegen zu versuchen...

Nur dann, wenn der "angesehene Gottesknecht" seine biblische Interpretation vorher belegt und nicht behauptet hat. Dass die Hure Babylon eine Weltreligion ist, steht schlicht nicht da, ja nicht einmal, ob es sich um ein Verhalten oder um eine Anschauung handelt. Dem Kontext nach jedoch ist ersteres wahrscheinlicher.


Naqual hat geschrieben:Im übrigen schriebst Du selbst nicht, dass Du einfach denkst, sondern dass Dir bekannt ist.

Gut gekontert! ;-) Aber ich denke Du weisst ganz genau, was ich damit versucht habe zu sagen...

:D - Ich nehme es mehr als Dein Gefühl an, das Du mir hast rüberkommen lassen.
Ich wirkte auf Dich bei diesem Satz tendenziell eher überheblich als überzeugt. Das ist immer eine Gradwanderung. Allerdings auch für den Betrachter: denn wenn man es von Leuten hat, wo man von deren "Gottesknechtschaft" überzeugt ist, wirkt eine kurze widersprechende Antwort oft nicht nur provokativ, sondern selbsteingenommen. Egal ob es so ist oder nicht.
Naja, ganz frei bin ich davon sicher auch nicht. Aber denke (!), dass ich im Vergleich mit vielen, die bei anderen Religionen die auch dort vorhandenen tiefen Gedanken nicht honorieren können, nicht einmal so schlecht dastehe. ;)

...und dennoch habe die biblische Grundlage für das Papst-Amt noch immer nicht gefunden, welches dem Papst die Autorität gibt, die er für sich beansprucht bzw. die ihm zugestanden wird...

Inhaltlich bin ich da mit Dir einer Meinung. Aber sind z.B. Protestanten (oder andere) frei hiervon? Beim Lutheraner ist halt (innerlich) Luther oft der Unfehlbare, auf den man sich ganz einfach berufen kann.
Verstehe mich bitte nicht falsch: es ist auch hier eine Gradwanderung (oder eine Frage der "richtigen Mitte"). Man braucht Überzeugungen, grundsätzlich sollte man diese aber auch hinterfragbar halten.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Grasy » Do 7. Mai 2009, 21:52

Naqual hat geschrieben:Die Frage nach der Gemeinsamkeit von Religionen ergibt dann Sinn, wenn man nicht einfach sagt: Ich mit meiner Religion habe 100 Prozent recht und alle anderen sind zu 100 Prozent im Unrecht.


Die Frage nach der Gemeinsamkeit von Religionen wird dann bedenklich wenn man ein anderes Evangelium ohne Jesus Christus als Erlöser verkündet oder aus falscher Toleranz einen falschen Weg dem Schein nach als rechten Weg offen lässt. Jesus Christus ist aber 100% recht und auch der Vater zeigt auf ihn als seinen geliebten Sohn.

"Und hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott zum Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen." (Apg 10:42-43 - Lut1912)

Es gibt aber auch viele Irrwege. Die zeigen auf vielerlei aber nicht auf IHN. Ich denke der Heilige Geist zeigt aber auf Jesus. Wenn man Jesus außen vor lässt kann man sich trotzdem über vieles üble lautstark aufregen oder anständiges betonen und sich sogar mit der Bibel eine Religion bilden. Also nach dem (nicht immer offensichtlichen oder absichtlich verfolgten) trügerischen Motto: "Hauptsache ohne Jesus Christus." - Oder aber wie der Pastor Busch dem Sinn gemäß ähnlich als Kritik sagte, als man seinen Einwand mit Hinweis auf die Erlösung durch Jesus Christus nicht gelten lassen wollte: "...Hauptsache irgendwo hin, wo kein Friede ist..."

Man kann mit vielen über so manches reden - ja sogar über "göttliches" oder einen "Gott". Beim Namen Jesus Christus regt sich aber Widerstand. Das war schon damals als Petrus zu den Juden sprach:

"Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden." (Apg 4:11-12 - Lut1912) - Vergl. Joh 15:16-19


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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Do 7. Mai 2009, 22:07

Grasy hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:Die Frage nach der Gemeinsamkeit von Religionen ergibt dann Sinn, wenn man nicht einfach sagt: Ich mit meiner Religion habe 100 Prozent recht und alle anderen sind zu 100 Prozent im Unrecht.


Die Frage nach der Gemeinsamkeit von Religionen wird dann bedenklich wenn man ein anderes Evangelium ohne Jesus Christus als Erlöser verkündet oder aus falscher Toleranz einen falschen Weg dem Schein nach als rechten Weg offen lässt. Jesus Christus ist aber 100% recht und auch der Vater zeigt auf ihn als seinen geliebten Sohn.


Unabhängig von der Frage, dass Du glaubst, dass nur Deine Form des Glaubens an Jesus Christus in den Himmel führt, haben wir religiöse Vorstellungen von Leuten in anderen Religionen, die tief und wahr sind. Ja, sogar ehrwürdige Schriften, die unsere Hochachtung verdient haben. Auch dann, wenn einiges oder vieles falsch sein könnte. Wenn der Buddhismus z.B. die Feindesliebe wertschätzt (seit 600 v. Chr.), dann gehe ich davon aus, dass auch Gott hier gewirkt hat. Wie meinst Du kommt man auf die Feindesliebe? Durch Besessenheit? Durch Folgen eines Irrlehrers?
So einfach ist die Welt nicht, Grasy.
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Grasy » Do 7. Mai 2009, 23:10

Hallo Naqual,

Bei dem was du schreibst kommt es mir so vor als liefe es letztlich doch nur wiederum auf die Frage hinaus: "Muss es denn unbedingt durch Jesus sein?" - Es gibt aber keinen anderen Namen in dem wir seelig werden sollen. Das 'wir' bezieht sich hier aber auf die Menschen ...mehr als lediglich auf Europäer. Nicht nur der Buddhismus beinhaltet Gebote. Hat nicht auch das AT Gebote? Wenn das zu unserer Gerechtigkeit genügte dann hätte Jesus nicht sterben müssen (Gal 2:21). Ist es aber nicht so daß der Heilige Geist auf Jesus weist? Das AT hat auf Jesus hingewiesen! Das tut viele andere Lehre (mit teilweise richtigen Geboten) nicht. Nicht die Feindesliebe ist eine Irrweg sondern das ausnehmen von Jesus Christus.

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Naqual » Fr 8. Mai 2009, 16:01

Hi Grasy,

Du wiederholtest Dich. In anderen Worten das Gleiche.

Wie siehst DU es nun, ist es möglich, dass Gott auch in andersreligiösen Schriften gewirkt hat?

Lg
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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Grasy » Fr 8. Mai 2009, 18:22

Was glaubst du Naqual, hat Gott noch einen anderen Eckstein außer Jesus gegründet? Gibt's da noch irgendwo andere Erlöser? Auch nur einen einzigen? Viele Religionen kommen offensichtlich recht gut ohne die Person Jesus Christus aus. Wenn also Gott in anderen Religionen uns einen Weg zeigen wollte der ohne Jesus auskommt wäre es doch sinnlos wenn Jesus am Kreuz zur Versöhnung für unsere Sünden gestorben wäre. Warum sollte denn überhaupt das Evangelium verkündet werden? Wenn Gott seinen geliebten Sohn bezeugt wäre es doch seltsam würde er dann in einer anderen Religionen den Sohn verleugnen und durch seine Gesandten sagen "Gott zeugt nicht". Gott ist nicht Lüge und Wahrheit zugleich. Ich meine Gott kann auf vielerlei Weise zu Menschen reden, ja selbst Tyrannen Gnade ins Herz legen. Er lässt die Sonne auch auf Böse scheinen. Gott kann sogar durch einen Esel reden oder durch Menschen die vorher ein großer Fisch verschluckt hat. Gott kümmert sich auch um Menschen die nicht wissen wo rechts oder links ist (Jona 4:11). Ich denke so schnell werden auch nicht immer alle Weisungen abgeschüttelt. So kann es schon vorkommen daß ein Agnostiker nach einem Selbstversuch das Sabbatgebot als nützlich erachtet und es beibehält. So oder so Gott verleugnet letztlich Jesus nicht und er gibt seinen Kindern auch gesunde Nahrung. Dieses "über den Zaun gucken" oder "Gemeinsamkeiten suchen" kommt mir manchmal eher vor wie ein verschmähen vom dem was auf dem Teller ist und hoffen daß es da noch etwas besseres gäbe das uns vorenthalten wurde. Wenn aber dort dann genau das wesentliche (nämlich Jesus Christus) fehlt, was spielt deine Frage im eigentlichen noch für eine Rolle? Welcher Chirurg gibt sich mit einem - teilweise ok aber Patient wird ohne weiteres sterben - zufrieden? Ich denke nicht daß es Gott egal ist ob die Menschen an Jesus Christus glauben oder nicht. Wäre es egal, warum dann sein Auftrag das Evangelium zu verkünden? Warum taufen?

"Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." (Mt 28:17-20 - Lut1912)

"Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden." (Mk 16:15-16 - Lut1912)


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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon Enggi » Fr 8. Mai 2009, 19:08

Kvinna hat geschrieben:Einmal eine grundsätzliche Frage: Ist es nicht so, dass praktisch alle Religionen (ja auch die "ausgestorbenen") praktisch den gleichen Inhalt predigen nur anders ausgelegt?
Kann schon sein, wieviele von ihnen kennst du denn?
Ein nennenswertes Beispiel ist die Adam und Eva Sache. In der nordischen Mythologie werden die ersten zwei Menschen aus Holzstücken gefertigt und tragen den Namen Askr und Embla. Ich frage mich das deshalb, weil aktuell ich immer wieder diverse Menschen treffen die extrem fanatisch sind was ihren Glauben angeht.
Kennst du Jesus Christus? Für wie fanatisch würdest du ihn halten?
Aber würde man es mal global betrachten, so sähe man dass es gar nicht derart viele Unterschiede gibt! Vielleicht noch kurz zu mir: Ich selbst bin Heidin aber ich glaube nicht an Götter in ihrer dargestellten Form sondern denke dass es sich dabei um Metaphern handelt um Platzhalter für diverse Attribute. Andererseits habe ich mich aber auch mit anderen Religionen befasst aus diesem Grund bewegt mich auch diese Frage und was ihr davon (von den Gemeinsamkeiten mein ich jetzt ;) )
Die Gemeinsamkeiten, so sie denn tatsächlich existieren, würden nach der darwinistischen Weltanschauung auf einen gemeinsamen Vorfahren hin weisen, aus dem sie sich dann durch Mutation und Selektion weiterentwickelt haben.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Religionen und deren Gemeinsamkeiten

Beitragvon jes_25913 » Mo 18. Mai 2009, 16:13

Res ipsa que nunc Christiana religio nuncapatur, erat et apud antiquas nec defuit ab initio generis humanis quousque Christus venerit in carne unde vera religio, quae iram erat, coepit apellari Christiana." Augustinus (Retract I, 22,3)"
Auf deutsch: " Die Sache selbst, die heute christliche Religion heißt, gab es auch bei den Alten und sie fehlte nicht vom Beginn des Menschengeschlechts an bis zur Inkarnation Christi. Von diesem Zeitpunkt an begann man, die wahre Religion, die es bereits gab, die christliche zu nennen."

Der Märtyrer Justin bringt in seiner 2. Apologie 8 und 10 zum Ausdruck, dass dem gesamten Menschengeschlecht der Logoskeim eingepflanzt sei. In Christus aber erscheine die Fülle des Logos.
Aus dieser Verhältnisbestimmung ergibt sich die Zuordnung von vorchristlicher Weisheit und Christentum. Er schreibt: "Daher ist offenbar unsere Religion erhabener als jede menschliche Lehre, weil der unsertwegen erschienene Christus der ganze Logos, sowohl Leib als auch Logos und Seele ist.
Denn was immer die Denker und Gesetzgeber jemals gesagt und gefunden haben, das ist von ihnen nach dem Teilchen vom Logos, das ihnen zuteil geworden war, durch Forschen und Anschauen mit Mühe erarbeitet worden." Es schließt sich eine Würdigung des Sokrates an, der "schon (Christus) teilweise erkannt hatte."
Einiges ist "schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis." (2Petr 3,16)
"Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er"(Röm 12,7)
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