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Experten beantworten während zwei Wochen Fragen zu einem definierten Themenkreis.
Moderator: E-Moderation
von E-Moderation » Fr 5. Feb 2010, 16:49
 Harry Pepelnar beantwortet vom 8. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema Sucht. Harry Pepelnar Pastor der FEG Murten. Er ist verheiratet mit Judith und Vater von drei Kindern. Nach acht Jahren Drogen (von Alkohol bis Heroin) fand er durch den Glauben an Jesus einen Ausweg aus seiner Sucht. Er machte eine dreijährige Therapie und heiratete dann seine jetzige Frau, die damals im Drogenentzug gearbeitet hat. Nach einer theologischen Ausbildung wurde er Pastor einer Freikirche. SuchtGibt es einen Ausweg aus der Sucht? Welche Schritte sind dafür entscheidend? Sucht bedeutet immer auch, dass ein Umfeld darunter leidet. Auch hier gibt es viele Fragen, auf die er gerne eingehen wird.
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E-Moderation
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von pacem » Mo 8. Feb 2010, 13:03
Darf ich Sie fragen, welche Therapie Sie gemacht haben? Wie genau haben Sie den Ausstieg gefunden? Was war das entscheidende dabei?
God bless! pacem
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von Harry Pepelnar » Di 9. Feb 2010, 14:22
Hallo Pacem
Ich habe die Therapie in einer christlichen Wohngemeinschaft gemacht. Drei Jahre - angefangen 1990. Damals gab es einige solcher christlichen Wohngemeinschaften. Heute sind nur noch einige wenige übrig.
Die Leiter haben mir Jesus Christus als zentrale Person vorgestellt, wenn es um Lebensveränderung und Erneuerung geht. Bibel und die Liebe zur Gemeinde waren zentrale Pfeiler. Ich habe nach ca 1 1/2 Jahre Therapie, mit einigen Abstürzen, Jesus in mein Leben aufgenommen und ihm die Führung übergeben. Es war der Moment der Umkehr und die Wirkung des Heiligen Geistes war eine Befreiung. Aber nachher musste ich einen Weg gehen. Was waren die Pfeiler, dass ich bis heute stehen blieb?
1. Bin bei Jesus geblieben 2. Habe sofort verbindlich und aktiv in einer Gemeinde mitgemacht (Habe dadurch ein sicheres Umfeld gehabt und viel gelernt) 3. Habe eine gute Frau bekommen 4. Habe die Gnade begriffen 5. Habe immer (bis heute) mein Leben erzählt
Ja, ich denke das wärs...
Gruss Harry
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von Taube » Di 9. Feb 2010, 14:28
Harry Pepelnar hat geschrieben:Hallo Pacem
Ich habe die Therapie in einer christlichen Wohngemeinschaft gemacht. Drei Jahre - angefangen 1990. Damals gab es einige solcher christlichen Wohngemeinschaften. Heute sind nur noch einige wenige übrig. ...
Warum sind nur noch wenige übrig geblieben? Gruss Taube
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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von alegna » Di 9. Feb 2010, 14:32
Taube hat geschrieben:Warum sind nur noch wenige übrig geblieben?
Das ist eine gute Frage, ich denke es ist ein finanzielles Problem, von wem wird eine christliche Institution finanziell getragen?
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von Harry Pepelnar » Di 9. Feb 2010, 17:18
Taube hat geschrieben:Harry Pepelnar hat geschrieben:Hallo Pacem
Ich habe die Therapie in einer christlichen Wohngemeinschaft gemacht. Drei Jahre - angefangen 1990. Damals gab es einige solcher christlichen Wohngemeinschaften. Heute sind nur noch einige wenige übrig. ...
Warum sind nur noch wenige übrig geblieben? Gruss Taube
Gute Frage. Ist eine schwierige Arbeit, die Arbeit unter Drogensüchtigen. Viele Rückfälle. Aber auch einige Menschen die zum Glauben finden und frei werden. Braucht viel Kraft und einen langen Atem. Damals war die Drogensucht ein Thema der Öffentlichkeit. Platzspitz usw. haben dazu beigetragen, dass Christen sich eingebracht haben. Heute ist das Thema nicht mehr in der Öffentlichkeit - aber es gibt immer noch Drogensüchtige. Aber wer bringt ihnen die Nachricht, dass es einen Weg der Freiheit gibt. Wo leben Gemeinden das vor? Für mich ist es immer noch ein Gebiet wo Jesus wirken möchte. Aber wer geht hin?
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von alegna » Di 9. Feb 2010, 17:21
Harry Pepelnar hat geschrieben:Gute Frage.
Die Frage nach dem warum es immer weniger christliche Therapiestationen gibt ist aber noch nicht beantwortet, lieber Harry. Wie denkst Du darüber? Dass es weniger Drogensüchtige gibt ist klar, ich gebe Dir recht, dass es etwas aus der Öffentlichkeit verschwunden ist das Thema, aber das erklärt noch nicht warum es weniger Einrichtungen gibt. Ich finde die Frage der Kostendeckung nicht unwesentlich. Fördermittel in diesen Bereich wären ja besser als im Gassenzimmer bereitstellen wo die Süchtigen ihre Sucht weiter ausleben können und die Gesundheit ist glaub ich auch nicht besser geworden als zu Platzspitz und Letten Zeiten, was meinst Du?
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von Le Chef » Di 9. Feb 2010, 17:35
alegna hat geschrieben:Dass es weniger Drogensüchtige gibt ist klar,
Le Chef fragt: Meinst du wirklich? Koksen ist doch mittlerweile Volkssport...
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von alegna » Di 9. Feb 2010, 17:49
Le Chef hat geschrieben:Meinst du wirklich? Koksen ist doch mittlerweile Volkssport...
Du meinst es gibt nicht weniger? Hmm, ja das könnte sein, dann sind sie weniger präsent, mehr im Versteckten. Was meinst Du? Könnte es so stimmen? Schlimm finde ich all die Designerdrogen die es heute gibt, die zum Teil glaube ich doch unberechenbar sind. Koks gehört ja fast zum guten Ton in einigen Kreisen, macht es so auch schwierig die Einzelnen zu erreichen.
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von Harry Pepelnar » Di 9. Feb 2010, 18:21
alegna hat geschrieben:Harry Pepelnar hat geschrieben:Gute Frage.
Die Frage nach dem warum es immer weniger christliche Therapiestationen gibt ist aber noch nicht beantwortet, lieber Harry. Wie denkst Du darüber? Dass es weniger Drogensüchtige gibt ist klar, ich gebe Dir recht, dass es etwas aus der Öffentlichkeit verschwunden ist das Thema, aber das erklärt noch nicht warum es weniger Einrichtungen gibt. Ich finde die Frage der Kostendeckung nicht unwesentlich. Fördermittel in diesen Bereich wären ja besser als im Gassenzimmer bereitstellen wo die Süchtigen ihre Sucht weiter ausleben können und die Gesundheit ist glaub ich auch nicht besser geworden als zu Platzspitz und Letten Zeiten, was meinst Du?
Tja.... gibt es weniger Drogensüchtige? Ich denke nicht. Ist einfach in den Bereich der Legalität gerutscht. Drogenabgabe usw. nicht mehr so erschreckend öffentlich. Schöne Abdeckung darüber. Aber im Ernst. Kostendeckung ist schon wichtig. Damals bekamen wir Taggelder von der politischen Gemeinde. Meine WG hat Anfangs auch Süchtige aufgenommen, die keine Deckung gehabt haben. Das war noch eine Leidenschaft! Problem ist aber sicher, dass wenn der Staat zahlt, der Staat auch mitreden kann. Mit dem konnten nicht alle gut und gesund umgehen. Ich denke es gibt Heute christliche Arbeiten die einen guten Weg gefunden haben, aber viele konnten oder wollten da nicht mithalten. Einige haben auch ihren christlichen Power durch Professionalität ersetzen wollen. Die Anforderungen an das Personal sind gestiegen. Das hat eben zwei Seiten. Ich glaube halt immer noch, dass Jesus und mein Entscheid ihm Nachzufolgen mein Leben verändert.
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von kingschild » Di 9. Feb 2010, 18:41
alegna hat geschrieben:Fördermittel in diesen Bereich wären ja besser als im Gassenzimmer bereitstellen wo die Süchtigen ihre Sucht weiter ausleben können ........
Das ist immer eine Frage was für ein Ziel der Staat verfolgt und das Ziel ist heute festgelegt lieber billiges Heroin als teure Wohngemeinschaften. Der Umgang mit der Sucht ist das Credo von heute (ein Einnahmequelle die nie versiegt, da der Austieg nie kommt) und in so einem Umfeld wurde es schwierig mit dem überleben der Abstinzorientierten Therapien. Dieses Umfeld bekamen nicht nur Christliche Therapien zu spüren. Zudem wurde die Monopol Situation im Suchtbereich staatlich gestärkt und gefördert unter dem Vorwand der Qualitätssicherung. Erfolgsquote ist nebensächlich geworden, denn ohne den Segen der Monopole kann heute niemand eine Therapie eröffnen. Erfolgsquote ist Nebensache als Kriterium geworden. God bless Kingschild
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von kingschild » Di 9. Feb 2010, 18:50
Harry Pepelnar hat geschrieben:Ich glaube halt immer noch, dass Jesus und mein Entscheid ihm Nachzufolgen mein Leben verändert.
Die Kraft Gottes war also das auschlaggebende? Das sehe ich zumindest so und darum macht es mich um so trauriger das gerade diese Kraft nicht anerkannt wurde und man bis heute nicht begriffen hat das die Christlichen Therapien die höchsten Erfolgsquoten aufweisen konnten. Es ist ja schon gut das etwas Struktur hat aber was nützen alle Diplome und Psychologen wenn die Kraft Gottes fehlt? Dann fehlt ja das A und das O und dann setzt der Mensch einfach den Standard Umgang mit der Sucht nur weil er nicht erkennen kann das Freiheit in Christus möglich wäre und die bessere, gesündere und kosten günstitigere Alternative. God bless Kingschild
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von alegna » Di 9. Feb 2010, 19:34
kingschild hat geschrieben:Das ist immer eine Frage was für ein Ziel der Staat verfolgt und das Ziel ist heute festgelegt lieber billiges Heroin als teure Wohngemeinschaften. Der Umgang mit der Sucht ist das Credo von heute (ein Einnahmequelle die nie versiegt, da der Austieg nie kommt) und in so einem Umfeld wurde es schwierig mit dem überleben der Abstinzorientierten Therapien. Dieses Umfeld bekamen nicht nur Christliche Therapien zu spüren.
So gesehen kann man sagen, dass der Staat lieber Süchtige fördert, als gesunde Menschen. Wobei ich mich trotzdem frage was schlussendlich billiger ist? Es ist bedauerlich, dass einem Staat nicht daran gelegen ist die Süchtigen zu rehabilitieren und sie so wieder in die Gesellschaft integrieren, ja in die Arbeitswelt. Ich habe Süchtige kennengelernt die klar sagten ihr Ziel sei nicht die Abstinenz, solange der Staat ihre Sucht finanziert und zu ihnen schaut, leider waren diese Süchtigen trotzdem auf dem Schwarzmarkt zu finden, weil der Kick durch das staatlich kontrollierte Herion nicht reichte. Ich habe mich nicht gross damit beschäftigt in den letzten Jahren, aber auch ich bin überzeugt davon, dass christliche Einrichtungen die besten Erfolgsquoten vorweisen können, deshalb erstaunt es mich, dass es immer weniger Einrichtungen zu geben scheint. Das Drogenproblem wird es immer geben, auch wenn wir es unter den Teppich zu wischen versuchen. Noch mehr beschäftigt mich in diesem Zusammenhang, was bezweckt der Staat? Was will er? Aus den Augen aus dem Sinn? Aber verlassen wir den staatlichen Bereich und wenden wir uns dem Persönlichen zu Lieber Harry, hast Du noch ab und zu Träume die von Drogen handeln? Oder vom Spritzen des Heroins? Liebe Grüsse
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von Le Chef » Mi 10. Feb 2010, 08:55
alegna hat geschrieben:Du meinst es gibt nicht weniger? Hmm, ja das könnte sein, dann sind sie weniger präsent, mehr im Versteckten. Was meinst Du? Könnte es so stimmen?
Schlimm finde ich all die Designerdrogen die es heute gibt, die zum Teil glaube ich doch unberechenbar sind. Koks gehört ja fast zum guten Ton in einigen Kreisen, macht es so auch schwierig die Einzelnen zu erreichen.
Vielleicht weniger, die am Bahnhof rumhängen und sich was spritzen. Das wird ja heute auch rigoros unterbunden mit hohem Polizei- und Sicherheitsdienstaufgebot. Die bekommen dann sofort Platzverbot. Aber gekokst wird doch in jeder besseren Bar oder Disko. Ich kenne Diskos, da musst du erst mal über den Tisch pusten bevor du dich setzt, damit der weisse Staub wegfliegt.
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von Taube » Mi 10. Feb 2010, 09:03
Harry Pepelnar hat geschrieben:Tja.... gibt es weniger Drogensüchtige? Ich denke nicht. Ist einfach in den Bereich der Legalität gerutscht. Drogenabgabe usw. nicht mehr so erschreckend öffentlich. ...
Wie stellst Du Dich zur Heroinabgabe an Schwerstsüchtige?
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von Taube » Mi 10. Feb 2010, 09:09
Wie betreut man Süchtige in der Seelsorge?
Man darf ja auch nicht nur an Drogen denken, sondern jeglicher Substanzmissbrauch kann in eine Sucht führen. Auch geistige Sachen führen zur Sucht. Wie sind da Deine seelsorgerlichen Ansätze ganz konkret.
Hast Du auch seelsorgerliche Kontakte in Kliniken? Arbeitest Du auch dort. Wie ist dort der seelsorgerliche Ansatz bei diesen Suchtkranken?
Gruss Taube
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von Wolfi » Mi 10. Feb 2010, 13:13
Hallo Harry Wie mir scheint, hast du zwischenzeitlich stoffliche Drogen gegen eine geistige Droge ausgetauscht. Das Leben scheint sich dir dafür offensichtlich auch dankbar zu zeigen. Schön für dich und deine Familie. Du markierst den Hardliner, was die nationale Drogenpolitik anbetrifft. Da verwundert's auch nicht, dass du dich politisch eher bei der EDU, als bei der EVP wohl fühlst. Aber ich will nicht unnötig ausschweifen: Du fändest es also tatsächlich besser, wir hätten wieder Platzspitz-Zustände?- Offensichtlich hat doch die liberalere Drogenpolitik einiges an Verbesserungen für Drogensüchtige und ihren Alltag bringen können. Der ganze Beschaffungsstress und die damit zusammenhängenden kriminellen Dinge konnten doch durch die Drogenabgabe enorm verringert werden, was doch eine grosse Erleichterung -nicht nur für den Drogensüchtigen, sondern auch für die tangierte Gesellschaft- darstellt(e). Durch die eingerichteten Abgabestellen konnten die Süchtigen von einer besseren Hygiene profitieren, was wiederum die entstehenden Gesundheitskosten geringer zu halten half. Zudem lagen dadurch auch weniger Spritzen einfach da und dort, wo sie nun mal nicht hingehörten, herum. Natürlich ist durch diese Massnahmen noch keinem Drogensüchtigen in seiner Lebenssituation weiter geholfen. Dafür jedoch stehen wohl kaum in einem Land so viele Therapie-Stationen zur Verfügung, wie dies bei uns in der Schweiz der Fall ist. Ich kann mir deine radikale Hardliner-Position nur erklären, wenn ich sie mit der eines frustrierten Ex-Rauchers vergleiche, der bei jeder Gelegenheit meint, Raucher piesaken zu müssen, weil er nun mal noch immer nicht wirklich frei geworden ist.
Was gab dir damals den Kick, ja zu sagen zu einer Therapie?- Hiess es: Entweder Knast oder Therapie, oder bewog dich etwas anderes zu diesem Schritt? lg, wolfi
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von alegna » Mi 10. Feb 2010, 14:22
Wolfi hat geschrieben:Offensichtlich hat doch die liberalere Drogenpolitik einiges an Verbesserungen für Drogensüchtige und ihren Alltag bringen können. Der ganze Beschaffungsstress und die damit zusammenhängenden kriminellen Dinge konnten doch durch die Drogenabgabe enorm verringert werden, was doch eine grosse Erleichterung -nicht nur für den Drogensüchtigen, sondern auch für die tangierte Gesellschaft- darstellt(e).
Naja also Verbesserungen, wohl sicher für die Gesellschaft oder? Es hat sich ja gezeigt, dass der Schwarzmarkt zwar mehr unter Beschuss kam, aber er eistiert immer noch. Du hast ja schon recht mit dem was Du sagst, aber, kann es wirklich sein, dass es besser ist einen Süchtigen in seiner Sucht zu belassen und das noch mit Unterstützung der öffentlichen Hand? Sollte das Ziel nicht Ausstieg sein, dies fördern? Abgabe fördert meiner Meinung nach nicht unbedingt Ausstieg. Durch die eingerichteten Abgabestellen konnten die Süchtigen von einer besseren Hygiene profitieren, was wiederum die entstehenden Gesundheitskosten geringer zu halten half.
Und genau diese scheinbar geringeren Kosten stelle ich eben in Frage, sind sie nicht einfach nur umgelagert worden? Zudem lagen dadurch auch weniger Spritzen einfach da und dort, wo sie nun mal nicht hingehörten, herum.
Du redest in der Vergangenheitsform, tun sie es denn jetzt nicht mehr? Natürlich ist durch diese Massnahmen noch keinem Drogensüchtigen in seiner Lebenssituation weiter geholfen.
Eben. Dafür jedoch stehen wohl kaum in einem Land so viele Therapie-Stationen zur Verfügung, wie dies bei uns in der Schweiz der Fall ist.
Ist das so?
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von Harry Pepelnar » Mi 10. Feb 2010, 18:24
Wolfi hat geschrieben:Hallo Harry
Du markierst den Hardliner, was die nationale Drogenpolitik anbetrifft. Da verwundert's auch nicht, dass du dich politisch eher bei der EDU, als bei der EVP wohl fühlst. Aber ich will nicht unnötig ausschweifen: Du fändest es also tatsächlich besser, wir hätten wieder Platzspitz-Zustände?- Offensichtlich hat doch die liberalere Drogenpolitik einiges an Verbesserungen für Drogensüchtige und ihren Alltag bringen können.
Hallo Wolfi - dein Text spricht in der Natur des Wolfes... Du verkennst mich - auch in Sachen Politik. Lasse mich nicht in die EDU Ecke schieben. Politik hat schon viel auf dem Buckel der Süchtigen Propaganda gemachte - von den Linken bis zu den Rechten. Mein Ausstieg erfolgte natürlich aus einer Druck Situation. Es gibt selten Süchtige (jede Sucht ist da gemeint) die nicht aussteigen ohne Leidensdruck. Mein Leben war am Ende - keine Beziehungen mehr, kein Geld, kein Job, Gericht, kaputte Gesundheit, Lebensmüde mit 27 Jahren. Du verstehst mich falsch. Ich möchte nicht zurück zu Platzspitz Zeiten. Aber der Druck war enorm gross. Heute wirst du sozialisiert und abgefüllt und Druck weg. Unsere Gesellschaft müsste mindestens das Ziel formulieren: Drogenfrei. Aber das ist nicht der Fall. Lasst die Jugend kiffen - dann sind sie auch schön ruhig gestellt..... Zu mir selber noch: Ich stehe nicht über der Sache. Bin frei von den Drogen -aber ein Junkie bleibt ein Junkie. Das heisst, ich muss heute noch bewusst leben, damit andere Drogen mich nicht einnehmen. Auch hier wäre die weiche Linie, trink, rauch usw... ist ja egal. Nein, ich kann nur frei bleiben, wenn ich eine klare Linie fahre....
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von Harry Pepelnar » Mi 10. Feb 2010, 18:28
Taube hat geschrieben:Harry Pepelnar hat geschrieben:Tja.... gibt es weniger Drogensüchtige? Ich denke nicht. Ist einfach in den Bereich der Legalität gerutscht. Drogenabgabe usw. nicht mehr so erschreckend öffentlich. ...
Wie stellst Du Dich zur Heroinabgabe an Schwerstsüchtige?
Beim Heroinkonsum gibt es keine Leichtsüchtigen. Höchstens die Länge der Sucht. Ich denke es gibt Süchtige, die sind von den Drogen so kaputt, dass es vielleicht nur noch diesen Weg gibt. Aber bei vielen anderen bin ich der Meinung, das Ziel sollte die Heilung, Rettung des Menschen sein. Das ist kein lebenswertes Leben in der Heroinsucht. Aber der Staat hat da kapituliert. Ich kann das schon nachvollziehen. Ist eine gewaltige Arbeit - der leichtere Weg ist Heroin abgeben und Altersheime für die Süchtigen bauen....
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von Harry Pepelnar » Mi 10. Feb 2010, 18:34
Taube hat geschrieben:Wie betreut man Süchtige in der Seelsorge?
Man darf ja auch nicht nur an Drogen denken, sondern jeglicher Substanzmissbrauch kann in eine Sucht führen. Auch geistige Sachen führen zur Sucht. Wie sind da Deine seelsorgerlichen Ansätze ganz konkret.
Hast Du auch seelsorgerliche Kontakte in Kliniken? Arbeitest Du auch dort. Wie ist dort der seelsorgerliche Ansatz bei diesen Suchtkranken?
Gruss Taube
Glaube ist keine Sucht. Auch kein Ersatz. Das Leben mit Jesus bietet dem Leben die Grundlage, dass es lebenswert wird und einen Sinn bekommt. Drogen machen das Gegenteil. Habe da keine seelsorgerlichen Ansätze, da ich nicht in der Drogenarbeit stehe. Aber auch in der Gemeindeseelsorge ist der Ansatz das Leben in unmittelbarer Nähe zu Jesus. In seinen Fussstapfen findet man Freiheit. Bekennen von Fehlern, Vergebung, Gebote die gut tun, Dienen, Menschen lieben sind praktische Wege die zur Wiederherstellung jedes Menschen führen. Drogensüchtigen siehst du die Rückfälle sofort an - das ist ihre Chance - normale Christen können lange ihre Abstürze verstecken..... weisst du was ich meine?
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von Wolfi » Mi 10. Feb 2010, 18:40
@alegna: Ich weiss, dass es dich kitzelt, ständig etwas zu entgegnen, wenn ich irgendwo etwas poste. Hier im "Expertenforum" ist dies jedoch nicht erwünscht, dass wir untereinander Diskussionen führen. Willst du dich also tiefer über Drogenproblematik unterhalten, so suche doch einen passenden Thread dafür hervor, okay?!
@Harry: Ich nehme mal an, du weisst, was ein Therapieplatz in der Schweiz so ungefähr kostet?- Den meisten Menschen hier würden wohl die Augen aus dem Kopf fallen, wüssten sie die konkreten Zahlen. Was meinst du, wieviel die Öffentlichkeit in die Therapie Drogensüchtiger stecken sollte, oder anders gefragt: Wann meinst Du, dass das Mass voll ist?
Mein Vater war fast sein ganzes Berufsleben lang Vorsteher eines Sozialamtes. Früher trieb er mich mit seinen radikalen Ansichten regelmässig auf die Palme. Ein Ding, wie er mich z.B. wahnsinnig machen konnte, war seine Haltung zur Drogenpolitik. Er vertrat nämlich stets die Meinung, man sollte den Drogensüchtigen den Stoff, den sie wollen, gratis abgeben. Wenn sie sich kaputt machen wollen, sollen sie. Es käme viel billiger, den Leuten das zu geben, was sie wollen, als exorbitante Therapiekosten tragen zu müssen. Aus Kostengründen hat er auch oftmals Therapiestationen im Ausland den Vorzug gegenüber schweizerischen gegeben. Was meinst du dazu? lg, wolfi
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von Taube » Mi 10. Feb 2010, 18:49
Harry Pepelnar hat geschrieben:Taube hat geschrieben:Wie betreut man Süchtige in der Seelsorge?
Man darf ja auch nicht nur an Drogen denken, sondern jeglicher Substanzmissbrauch kann in eine Sucht führen. Auch geistige Sachen führen zur Sucht. Wie sind da Deine seelsorgerlichen Ansätze ganz konkret.
Hast Du auch seelsorgerliche Kontakte in Kliniken? Arbeitest Du auch dort. Wie ist dort der seelsorgerliche Ansatz bei diesen Suchtkranken?
Gruss Taube
Glaube ist keine Sucht. Auch kein Ersatz. Das Leben mit Jesus bietet dem Leben die Grundlage, dass es lebenswert wird und einen Sinn bekommt. Drogen machen das Gegenteil. ...
Die Antwort erstaunt mich ein wenig. Ich habe doch gar nicht von Glaube als Sucht gesprochen. Wie kommst Du darauf? Gruss Taube
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von alegna » Mi 10. Feb 2010, 18:54
Wolfi hat geschrieben:@alegna: Ich weiss, dass es dich kitzelt, ständig etwas zu entgegnen, wenn ich irgendwo etwas poste. Hier im "Expertenforum" ist dies jedoch nicht erwünscht, dass wir untereinander Diskussionen führen. Willst du dich also tiefer über Drogenproblematik unterhalten, so suche doch einen passenden Thread dafür hervor, okay?!
Deshalb nur kurz, es kitzelt mich nicht ständig etwas Dir zu entgegenen, das ist nicht so. Wenn es hier nicht erwünscht ist lass ich es mit Dir.
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von Taube » Mi 10. Feb 2010, 19:47
Harry Pepelnar hat geschrieben:... Habe da keine seelsorgerlichen Ansätze, da ich nicht in der Drogenarbeit stehe. Aber auch in der Gemeindeseelsorge ist der Ansatz das Leben in unmittelbarer Nähe zu Jesus. In seinen Fussstapfen findet man Freiheit. Bekennen von Fehlern, Vergebung, Gebote die gut tun, Dienen, Menschen lieben sind praktische Wege die zur Wiederherstellung jedes Menschen führen. Drogensüchtigen siehst du die Rückfälle sofort an - das ist ihre Chance - normale Christen können lange ihre Abstürze verstecken..... weisst du was ich meine?
Ich bin jetzt etwas verunsichert über Deine Antwort. Du bist hier als Experte für Sucht vorgestellt worden. Gehe ich recht in der Annahme, dass Du als Experte nur die eigene Erfahrung als Süchtiger hast und dass Du zur Zeit gar kein Kontakt hast mit den Drogenabhängigen? Gruss Taube
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von Wolfi » Mi 10. Feb 2010, 19:57
@"Taube": Glaube ist keine Sucht. Auch kein Ersatz. Das Leben mit Jesus bietet dem Leben die Grundlage, dass es lebenswert wird und einen Sinn bekommt. Drogen machen das Gegenteil. ...
Die Antwort erstaunt mich ein wenig. Ich habe doch gar nicht von Glaube als Sucht gesprochen. Wie kommst Du darauf? Die Antwort liegt ziemlich sicher bei dem, was ich weiter oben behauptete; nämlich, dass er eine stoffliche gegen eine rein geistige Droge ausgetauscht hätte.  @Harry: Danke für deine offene Antwort. Kann ich so stehen lassen. lg, wolfi
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von Wolfi » Mi 10. Feb 2010, 20:45
Hallo Harry Hallo Wolfi - dein Text spricht in der Natur des Wolfes...
Ich hoffe, du nimmst mir's nicht allzu übel?  Du verkennst mich - auch in Sachen Politik. Da bin ich schon mal froh. Ich bin bloss beim googeln auf irgend so einen Zusammenhang (Du/EDU) aufmerksam geworden. Aber ich müsste nochmals googeln, um es wieder finden zu können. Politik hat schon viel auf dem Buckel der Süchtigen Propaganda gemachte - von den Linken bis zu den Rechten. Weisst du: Ob Politik, ob Religion - beide versuchen sie dem Fussvolk seit eh in vielen Dingen einen vorzumachen. Warum dem so ist, da können wir bloss mehr oder weniger präzise darüber spekulieren. Mein Ausstieg erfolgte natürlich aus einer Druck Situation. Es gibt selten Süchtige (jede Sucht ist da gemeint) die nicht aussteigen ohne Leidensdruck.
Ach ja, die mangelnde Willenskraft ... Wie ich schon durchschimmern liess, da denke ich heute wohl noch radikaler, als du anscheinend. Wenn Einer nicht will, dann will er nicht und dann bleibt er halt als Opfer seiner Droge früher auf der Strecke, als es ihm sonst wohl gegönnt gewesen wäre. Wohlverstanden: Wenn ich so was sage, dann meine ich erwachsene Drogensüchtige und nicht Kinder, welche sich in dieses Milieu verirrt haben. Du verstehst mich falsch. Ich möchte nicht zurück zu Platzspitz Zeiten.
Na dann bin ich schon mal etwas beruhigter.  Aber der Druck war enorm gross. Heute wirst du sozialisiert und abgefüllt und Druck weg. Tja, wer nicht will, der will halt nun mal nicht. An diesen Abgabestellen wäre garantiert auch jederzeit konkrete Hilfe erhältlich, sofern diese eben gefragt wäre. Und wenn sie nicht gefragt ist vom Drogensüchtigen?- Zwingen?- Klar, kann man machen. Aber sind wir als Gesellschaft dazu verpflichtet zu helfen, wenn einer keine Hilfe will?- Unsere Gesellschaft müsste mindestens das Ziel formulieren: Drogenfrei. Aber das ist nicht der Fall. Lasst die Jugend kiffen - dann sind sie auch schön ruhig gestellt..... Blödsinn. Das Gegenteil von dem, was du sagst, ist in der Schweiz der Fall: Die Einschränkungen werden immer rigoroser. Die Hanfinitiative wurde bachab geschickt und die Rauchverbotszonen werden immer weiter ausgedehnt. Werbeverbote für Alkoholika und Cigaretten in den Medien, um nur das zu nennen, was mir jetzt spontan dazu gerade einfällt. Es wird sehr wohl als Ziel eine drogenfreie Gesellschaft angestrebt. Zuviel Geld und menschliche Schwäche sind jedoch involviert, als dass sich eine drogenfreie Gesellschaft jemals realisieren liesse. Was aber garantiert geschehen würde: Es würde eine riesige illegale und somit kriminelle Gesellschaft entstehen durch die Umsetzung einer drogenfreien Gesellschaft. Kann sowas in unserem Interesse sein? Zu mir selber noch: Ich stehe nicht über der Sache. Bin frei von den Drogen -aber ein Junkie bleibt ein Junkie. Das heisst, ich muss heute noch bewusst leben, damit andere Drogen mich nicht einnehmen. Auch hier wäre die weiche Linie, trink, rauch usw... ist ja egal. Nein, ich kann nur frei bleiben, wenn ich eine klare Linie fahre....
Na ja, was du deinem Körper früher schon zugemutet hast, dürfte wohl ja auch ausreichend gewesen sein. Nur: Nicht alle Drogenkonsumenten führen's so zum Exzess, wie dies bei dir früher anscheinend mal geschehen ist. Sollen all die nun ebenso radikal mit Drogen umgehen müssen, wie dies für dich nun mal angesagt zu sein scheint?- Ich finde das etwas vermessen. lg, wolfi
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von Taube » Mi 10. Feb 2010, 21:05
Hallo Harry Hier http://www.kefikon.ch/?TPL=10100 wirst Du als drogenpolitischer Hardliner bezeichnet. Wenn dieser harte Kurs für Dich der richtige Weg war, heisst das ja noch lange nicht, dass es für alle gilt und dass das der richtige Weg für alle Arten der Süchte ist. Z.B. ist es bei einer Medikamentensucht in Verbindung mit einer Schmerzproblematik kaum vorstellbar, dass das auf die harte Tour geht. Wie siehst Du da das Vorgehen? Gruss Taube
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von alegna » Mi 10. Feb 2010, 21:23
Harry Pepelnar hat geschrieben: Aber bei vielen anderen bin ich der Meinung, das Ziel sollte die Heilung, Rettung des Menschen sein. Das ist kein lebenswertes Leben in der Heroinsucht. Aber der Staat hat da kapituliert. Ich kann das schon nachvollziehen. Ist eine gewaltige Arbeit - der leichtere Weg ist Heroin abgeben und Altersheime für die Süchtigen bauen....
Stimme da mit Dir überein.
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von Harry Pepelnar » Do 11. Feb 2010, 10:22
Taube hat geschrieben:Hallo Harry Hier http://www.kefikon.ch/?TPL=10100 wirst Du als drogenpolitischer Hardliner bezeichnet. Wenn dieser harte Kurs für Dich der richtige Weg war, heisst das ja noch lange nicht, dass es für alle gilt und dass das der richtige Weg für alle Arten der Süchte ist. Z.B. ist es bei einer Medikamentensucht in Verbindung mit einer Schmerzproblematik kaum vorstellbar, dass das auf die harte Tour geht. Wie siehst Du da das Vorgehen? Gruss Taube
Ich weiss nicht warum ich als Hardliner bezeichnet werde, nur weil ich für eine Freiheit aus der Sucht kämpfe. Das ist nicht fair. Ich bin nicht für einen harten Kurs - ich bin für einen klaren, zielgeraden Kurs. Wenn ein Mensch in eine Sucht geraten ist, dann braucht er klare Leitplanken und Hilfen um wieder rauszukommen. Und dazu gibt es verschiedene Wege. Aber das Ziel muss klar definiert sein - frei werden von der Sucht. Deine Frage bezüglich Medikamentensucht bei einer Schmerzbehandlung ist für mich etwas anderes. Ich habe Sterbende begleitet die Morphiumsüchtig geworden sind, weil der Krebs diesen Horrorschmerz verursacht. Kein Mensch würde da etwas von harter Tour sagen. Aber Medikamentensucht ist ein enormes Thema.
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von Taube » Do 11. Feb 2010, 10:27
...und was sind dort Deine Erfahrungen und Lösungsansätze?
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von Harry Pepelnar » Do 11. Feb 2010, 10:29
Taube hat geschrieben: Ich bin jetzt etwas verunsichert über Deine Antwort. Du bist hier als Experte für Sucht vorgestellt worden. Gehe ich recht in der Annahme, dass Du als Experte nur die eigene Erfahrung als Süchtiger hast und dass Du zur Zeit gar kein Kontakt hast mit den Drogenabhängigen?
Gruss Taube
Ich stehe in meiner Arbeit als Pastor immer wieder in der Erfahrung mit Süchtigen jeglicher Art. Begleitung und Beschäftigung mit Mechanismen der Sucht gehören zu meinem Dienst. Ich bringe natürlich meine persönliche Erfahrung mit und Kontakte zu Menschen die raus gekommen sind und die es nicht geschafft haben. Ich bin im Experten-Forum - und meine wohl etwas zur Thematik sagen zu können und auch Hilfe leisten können. Aber Experte ist schon ein Modewort das mir nicht passt. Wir brauchen immer die Ergänzung und die Weite andere "Experten" um einem Thema gerecht zu werden.
Harry Pepelnar beantwortet vom 08. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema "Sucht".
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von Taube » Do 11. Feb 2010, 10:37
Harry Pepelnar hat geschrieben:...Und dazu gibt es verschiedene Wege. Aber das Ziel muss klar definiert sein - frei werden von der Sucht. ...
...zur vorgängigen Frage etwas allgemeiner: Welche Wege siehst Du für das Wegkommen der Sucht? Aber wie schon erklärt habe, dass ich nicht den Glauben als Sucht angesprochen habe. Aber da wären auch Süchte geistiger Art: Spielsucht, Sexsucht, Süchte in extremen sportlichen Betätigungen, etc. Wie behandelt man die? Gruss Taube
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von Taube » Do 11. Feb 2010, 10:38
Harry Pepelnar hat geschrieben:Ich stehe in meiner Arbeit als Pastor immer wieder in der Erfahrung mit Süchtigen jeglicher Art. Begleitung und Beschäftigung mit Mechanismen der Sucht gehören zu meinem Dienst. Ich bringe natürlich meine persönliche Erfahrung mit und Kontakte zu Menschen die raus gekommen sind und die es nicht geschafft haben. Ich bin im Experten-Forum - und meine wohl etwas zur Thematik sagen zu können und auch Hilfe leisten können. Aber Experte ist schon ein Modewort das mir nicht passt. Wir brauchen immer die Ergänzung und die Weite andere "Experten" um einem Thema gerecht zu werden.
Ok, kann ich so stehen lassen.
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von bigbird » Do 11. Feb 2010, 11:01
alegna hat geschrieben:Wolfi hat geschrieben:Wenn es hier nicht erwünscht ist lass ich es mit Dir.
Da möchte ich mal grundsätzlich anfügen: In diesen Expertenthemen soll tatsächlich nicht diskutiert werden, sondern der Experte beantwortet Fragen. Danke, wenn ihr euch daran haltet. bigbird
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von bluna » Do 11. Feb 2010, 14:56
E-Moderation hat geschrieben: Harry Pepelnar beantwortet vom 8. bis 21. Februar 2010 Fragen zum Thema Sucht. Harry Pepelnar Pastor der FEG Murten. Er ist verheiratet mit Judith und Vater von drei Kindern. Nach acht Jahren Drogen (von Alkohol bis Heroin) fand er durch den Glauben an Jesus einen Ausweg aus seiner Sucht. Er machte eine dreijährige Therapie und heiratete dann seine jetzige Frau, die damals im Drogenentzug gearbeitet hat. Nach einer theologischen Ausbildung wurde er Pastor einer Freikirche. SuchtGibt es einen Ausweg aus der Sucht? Welche Schritte sind dafür entscheidend? Sucht bedeutet immer auch, dass ein Umfeld darunter leidet. Auch hier gibt es viele Fragen, auf die er gerne eingehen wird.
Hallo,Frage gibt es auch hilfe aus der Softigen Pornosucht? Internet und Kürperliches? Bluna
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von mr78 » Do 11. Feb 2010, 22:23
Hallo Harry,
Eine Frage zu Rauchen als Sucht:
Hast du auch geraucht? Wie wird man frei?
Lieber Gruss
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von Wolfi » So 14. Feb 2010, 08:15
@"bigbird" In diesen Expertenthemen soll tatsächlich nicht diskutiert werden, sondern der Experte beantwortet Fragen.
Ja wo iss er denn, der Experte? Was sind denn eigentlich die Ursachen des Drogenkonsums?- Wäre es nicht sinnvoller, die Ursachen zu bekämpfen, als einen Krieg zur Drogenbekämpfung vom Stapel zu lassen?
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von Such_Find » So 14. Feb 2010, 10:06
Harry Pepelnar hat geschrieben: Aber das Ziel muss klar definiert sein - frei werden von der Sucht.
Wieso? Die Gesellschaft interessiert eine Sucht doch erst wenn sie darunter leiden muss. Eine Kauf-Süchtige Millionärin wird nicht als Süchtige angesehen, erst wenn sie zwanghaft 'auf Pump' kauft. Solange sie genug Geld hat wird sie ein gern gesehener Gast in den Einkaufszentren sein(und wird von keinem Wachpersonal auch nur angetastet, eher sogar besonders hofiert). Wenn Opiat-Abhängige nicht in der Öffentlichkeit mit Spritzen rumhantieren und keine Beschaffungskriminalität entstehen würde, dann würde es die Gesellschaft doch kaum interessieren. In meinem Umfeld sehe ich Ex-Raucher die auf gesellschaftlich angesehene Süchte umgestiegen sind (z.B. Kaufsucht), ich sehe nicht das da ein "Ziel definiert ist, frei werden von Sucht". Wenn sie z.B. Werbung ansehen, meinen sie das wirklich ALLE Süchte abgeschafft werden sollen? Also ich würde Süchte eher in gesellschaftlich akzeptierte und nicht-akzeptierte unterscheiden, die akzeptierten dürfen auch noch ordentlich gedüngt werden ... wenn Aussicht auf Profit besteht...
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von onThePath » So 14. Feb 2010, 12:15
Aktuell ist in meinem Umfeld ein Christ, der nach einigen Jahren Suchtfreiheit wieder tief in seiner Rauschgiftsucht drinsteckt. Doch diesmal leidet nicht nur seine Familie sondern auch seine Frau, die er in seiner suchtfreien Zeit geheiratet hat.
Wie schwierig es ist, ganz davon loszukommen, ist mir klar. Und schade, wenn man nach Jahren wieder in die Sucht zurückfällt.
Seine Gemeinde steht ihm Gott sei Dank bei. Aber er hat keine Kontrolle gegen die Sucht mehr und keine Macht und Willenskraft um sie zu besiegen. Obwohl er Christ bleibt.
Noch zwei andere, noch jüngere Menschen halten wir im Auge. Wir müssen mit ansehen, dass sie verzweifelt kämpfen ( sogar kann man Anzeichen von Dämonisierungen bei ihnen erkennen) aber nicht den Glauben und dieWillenskraft aufbringen, um dauerhaft frei zu werden. Ein paar Tage oder Wochen schon, aber dann unterliegen sie. Der Jüngste mit sehr deutlichen Anzeichen innerer Kämpfe, als ob ihm innerlich Etwas oder Jemand Gewalt antue.
Ich kann nur versuchen, dran zu bleiben an diesen Menschen.
lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.
Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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