Wiedergeborene

Sondergruppen, Fanatismus

Moderator: Thelonious

Re: Wiedergeborene

Beitragvon stranger » Fr 10. Jun 2005, 21:44

Original von Lamdil
Welchen Weg geht ein/e Wiedergeborene/r und woher kennen sie ihren Weg? Haben sie eine eigene Lehre, oder haben sie eine gemeinsame Lehre? Welche Leere müsste ich annehmen, um so wie sie zu werden? Oder nicht?



Hi Lamdil,

die Antwort steht in Johannes 3:

1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden.

2 Der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?

5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

6 Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.

7 Laß dich´s nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden.

8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist.

9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen?

10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht?

11 Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und zeugen, was wir gesehen haben; und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an.

12 Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde?

13 Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.

14 Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden,

15 auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

16 Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde.

18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.

19 Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.

20 Wer arges tut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden.

21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan.
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon maximillian » Fr 10. Jun 2005, 22:09

Original von Scardanelli
@maximillian,
wenn man den Inhalt kennt, dann kennt man die Wahrheit. Hat man den Inhalt noch nicht, dann sollte man sich an die Form klammern und sich ihrer versichern.
Die Form des Geistes ist die, einer zu sein, denn Gott ist Geist und Gott ist einer. Wir sind hier nicht im Hinduismus, nicht im griechischen Pantheon, sondern im Monotheismus.
Das Wichtigste Gottes, den Hebräern, war ihnen seine Form mitzuteilen. Gott ist Einer und wer das nicht begreifen kann, der soll es bei dieser Form nehmen und sich vorerst damit bescheiden und nicht nach seinem Gemüt da irgendetwas hineinfüllen.

Gott hantiert mit dem Geist nicht herum, gibt hier, nimmt dort usw., denn der Geist ist Gott selbst. Es ist nicht statthaft, den Geist von Gott als getrennt vorzustellen, den man verteilen könnte. Das sind dürftige Bilder. Jeder Mensch hat den Geist Gottes; er ist nur in den meisten Fällen noch nicht entfaltet. Das jeder Mensch den Geist Gottes hat, ist die Voraussetzung für das eingehende Interesse Gottes an den Menschen, denn Gott ist an seinem Geist selbst interessiert. Gott hat nur an sich selbst Interesse, an seinem Geist, dort geht er vollkommen auf und alles was nicht Geist Gottes ist, wird vergehen.


Ich habe nicht den Geist getrennt von Gott vorgestellt, sondern getrennt vom Fleisch.
Es heißt "Was in euch hört und sieht, ist nicht verschieden von Gott; es ist der Sohn Gottes."
Deine Geschichte ist nicht die Geschichte aus dem AT. Dort hat Gott den Menschen aus Erde gemacht; und wie nun kam der Mensch zum Leben?
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon Scardanelli » Fr 10. Jun 2005, 22:28

@maximillian,
Fleisch ist das Produkt dieser Welt, und Geist ist vom Geist (Gott).
Es ging mir um dieses.

Das Fleisch ist nicht Produkt dieser Welt, sondern die Welt ist von Gott selbst, hat in Gott seinen Ursprung, sonst sind wir formal im Gnostizismus und dem mangelt es an der Einheit Gottes.

Wenn man von der Einheit Gottes ausgeht und dann viele Bestimmungen ausbreitet, dann muss man auch in der Lage sein, diese Vielfältigkeit wieder in Gott zurückführen zu können, ohne etwas übrig zu behalten.

Monotheismus ist die anspruchsvollste Religionsform, die den Verstand in die Knie zwingt.
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon maximillian » Sa 11. Jun 2005, 00:17

Original von Scardanelli
@maximillian,
Fleisch ist das Produkt dieser Welt, und Geist ist vom Geist (Gott).
Es ging mir um dieses.

Das Fleisch ist nicht Produkt dieser Welt, sondern die Welt ist von Gott selbst, hat in Gott seinen Ursprung, sonst sind wir formal im Gnostizismus und dem mangelt es an der Einheit Gottes.

Ganz recht, Gnostizismus. Aber sonst ergibt dieses Geist/Fleisch Konstrukt doch keinen Sinn. Alles ist Geist, alles, alles...

Wieso sagt Jesus "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"?

Wieso heißt es "Asche zu Asche, Staub zu Staub"?
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon Scardanelli » So 12. Jun 2005, 12:14

@maximillian,
die Gnosis basiert auf der einfachen Verstandestätigkeit und sie gerät dort, wo der Verstand an den von ihm selbst produzierten Widersprüchen ins Stocken gerät, ins Unsagbare, was ja kein Wunder ist, denn wo die Widersprüche nicht aufgelöst werden können, produziert der Verstand nur Unsagbares, woran dann geglaubt wird. So gesehen hat die Gnosis ihre einfachen Negationen zum Glaubensgegenstand; ihr Konkretes ist das Nichts, eben das Unsagbare, das leere Denken.

Und so gibt es auch Gnostiker, die gar nicht wissen, dass sie solche sind. Unsagbar an dem Einen ist der Satan und es besteht formal nicht der geringste Unterschied, ob ich nun Demiurg oder Satan setze. Es ist ein und dasselbe. Ein und dasselbe wird es daran, wenn ich sage, das Fleisch sei nicht von Gott, sondern entweder vom Demiurg oder vom Satan. Auch wenn ich nicht ausspreche, dass nun das Fleisch vom Satan sei, sage ich es implizit, wenn ich davon ausgehe, dass es nicht von Gott sei, denn irgendwo muss es ja herkommen.

Die Aufgabe besteht nun darin, dass ich fähig sein muss, zu sagen, dass auch das Fleisch, das sündige, aus Gott ist. Und nur wenn ich das vermag, dann bin ich kein Gnostiker.
Wieso sagt Jesus "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"?
Wenn Gott der Eine ist und wenn die Trinität der wahre und einzige Ausdruck der Einheit Gottes ist, dann kann Jesus selbst nur ein Moment des Einen sein. Jesus kann dann nur sowohl enthalten, als auch in Gott selbst als Überwunden Geltung haben. Ganz falsch sind Gott, Sohn und Geist, als diskrete Einheiten, denn dann wäre es keine Einheit. Im Einen ist aus Teilen ein Aufheben und Verschwinden, woraus der Verstand zur Gnosis übergeht. An der Trinität resultiert von Seiten des Verstandes nur die Gnosis. Jeder, der Vater, Sohn und Hl. Geist auseinander hält, der ist ein Gnostiker, also jemand, der dies mit dem Verstand fassen will und dann mit dem Verstand den Kopf schüttelt. Es schüttelt also hier der Verstand den Kopf, womit alles im Verstand verbleibt und dann das Wesen im Unsagbaren, dem Verstand übrig bleibt. Und dann wird mit dem Unverstandenen das ernste Gesicht aufgezogen.
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon Leon » Sa 24. Sep 2005, 21:40

Wer die himmlische Hoffnung hat, könnte erwidern: „Ja, ich bin ,wiedergeboren‘. Aber die Bibel warnt uns vor allzu großer Selbstsicherheit hinsichtlich unserer Stellung. Wir müssen uns ständig überprüfen, um sicherzugehen, ob wir wirklich das tun, was Gott und Christus von uns verlangen [1. Kor. 10:12 „Welche Verantwortung auferlegte Jesus seinen treuen Jüngern? [Mat. 28:19, 20; 1. Kor. 9:16].“

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Re: Wiedergeborene

Beitragvon jeremia » So 25. Sep 2005, 14:32

die himmlische hoffnung haben laut jesus christus alle seine nachfolger! und nicht nur 144000 "geistgesalbte"!
was sucht ihr den lebenden bei den toten?
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon Lambert » Sa 29. Sep 2007, 18:39

Ich kann mir den Eindruck verwehren das in den viele Kommentaren die ich gelesen habe ein grundsätzlicher Gedankenfehler unterlaufen ist, denn eine Bekehrung ist nicht zu verwechselns mit einer Wiedergeburt, wenn sich einer bekehrt so heist es noch lange nicht das er ein wiedergeborener ist.
Die Bekehrung ist die Endscheidung eines Menschen der sich zu Gott hinwendet, aber die Wiedergeburt ist die Antwort, ein Geschenk Gottes seiner Zuwendung zum Menschen hin der sich bekehrt hat:praisegod:



Grüsse, Andreas
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon Lamdil » So 30. Sep 2007, 23:26

Original von Lambert
Die Bekehrung ist die Endscheidung eines Menschen der sich zu Gott hinwendet, aber die Wiedergeburt ist die Antwort, ein Geschenk Gottes seiner Zuwendung zum Menschen hin der sich bekehrt hat:praisegod:

Mich erinnert das an des Kaisers neue Kleider. Da bilden sich ein paar Leute ein, von göttlicher Hand geführt zu sein und erklären sich selbst zu Heiligen. Und wenn man denen dann den Vogel zeigt, sagen sie, man könne das nicht verstehen, weil man nicht wiedergeboren sei. Und dann halten sie einen Vortrag, in dem sie das Wort inflationär missbrauchen und sich zu etwas besserem erklären, auch wenn sie es mit ihrer gespaltenen Zunge beschönigend ausdrücken.

Solange mit keiner eine leuchtende Wieder-Geburtsurkunde mit Gottes Handschrift zeigen kann, könnt ihr mir viel erzählen. Ich kauf euch das aber nicht ab.
Die Macht des Wortes bezwingt das Chaos.

Dem heiligen Gna!(Müslischnitzel.)
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon Enggi » So 30. Sep 2007, 23:55

Original von Lamdil
Ich kauf euch das aber nicht ab.
Brauchst du auch nicht, die Wiedergeburt ist unverkäuflich. :P
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

·•·•·•· Enggi schreibt jetzt als Gnu weiter ·•·•·•·
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Re: Wiedergeborene

Beitragvon Lambert » Do 11. Okt 2007, 05:50

Original von Lamdil
Original von Lambert
Die Bekehrung ist die Endscheidung eines Menschen der sich zu Gott hinwendet, aber die Wiedergeburt ist die Antwort, ein Geschenk Gottes seiner Zuwendung zum Menschen hin der sich bekehrt hat:praisegod:

Mich erinnert das an des Kaisers neue Kleider. Da bilden sich ein paar Leute ein, von göttlicher Hand geführt zu sein und erklären sich selbst zu Heiligen. Und wenn man denen dann den Vogel zeigt, sagen sie, man könne das nicht verstehen, weil man nicht wiedergeboren sei. Und dann halten sie einen Vortrag, in dem sie das Wort inflationär missbrauchen und sich zu etwas besserem erklären, auch wenn sie es mit ihrer gespaltenen Zunge beschönigend ausdrücken.

Solange mit keiner eine leuchtende Wieder-Geburtsurkunde mit Gottes Handschrift zeigen kann, könnt ihr mir viel erzählen. Ich kauf euch das aber nicht ab.







Ja, was soll man da schreiben? Ich habe freude im Herrn, bin Kind des Höchsten, brauche ich eine Bestätigung von der Welt, nein. Das heißt ja nicht gleich ein bessere Mensch zu sein, sondern ein Sünder der begnadigt ist, was will ich mehr? In Christus habe ich doch alles.



Herzliche Grüsse, Andreas:praisegod: :clap:
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