Neo-Heidentum

Sondergruppen, Fanatismus

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Neo-Heidentum

Beitragvon hamawa » Mo 10. Sep 2007, 13:02

Verzeiht bitte wenn es etwas ähnliches bereits gibt aber der Umgang mit Computer ist mir noch immer nicht ganz vertraut.
Ich habe feststellen müssen, dass es nun Sekten gibt, die sich auf die alten Babaren berufen wollen. Sie meinen, die alten germanischen und keltischen Bräuche seien unsere wahren Wurzeln. Sie ignorieren dabei ganz, wieviele Märtyrer ihr leben lassen mussten um diese Menschen-unwürdigen glauben zu vertreiben!
Es soll ein Zusammenschluss von möchtegern Magiern und Nationsozialisten sein die mit schwarzer Magie das Christentum vertreiben wollen.
Ihr Zeichen nennen sie "schwarze Sonne" was ein Symbol ist welches aus Nazizeichen besteht (genauer gesagt aus Sieg-Runen falls dies jemanden etwas sagt).
Ich habe gehört, dass sich vor allem junge Leute von dieser Religion fehlleiten lassen!
Ich finde es sollte schleunigst etwas gegen diese Leute unternommen werden bevor sie noch richtigen Schaden anrichten!
Wie denken Sie darüber?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Mondschein » Di 11. Sep 2007, 12:39

Hallo hamawa

Es ist wirklich Besorgnis erregend, was sich da für Gruppierungen bilden. Erstaunlich ist auch nicht, dass sich manche solcher Gruppierungen auf die Kelten oder Germanen beziehen. Naja wegen der Runen ist der Bezug zu den Germanen ja noch verständlich (vgl. Edda und die Dolchstosslegende, Runen kommen auch da vor).

Aus meiner Sicht ist das Keltentum so sehr im Kommen, weil es längst vergangen ist. Die Kelten hatten die Eigenschaft, dass sie möglichst wenig schriftlich festhielten, sondern mündlich überlieferten. Das bietet den Neo-Kelten natürlich freie Hand um irgendwelche Rezepte, Praktiken etc. als die Original-Rituale zu verkaufen (es kann schliesslch niemand das Gegenteil beweisen).

Was man gegen solche Gruppierungen tun kann? Weiss ich nicht wirklich. Vielleicht einfach beten und das Christentum in der ganzen Form ausleben. Für einen Jugendlichen, der auf der Suche ist, sollte ein Christ ebenso spannend oder spannender sein wie ein Neu-Heide. Das Mystische zieht wohl vor allem an. Aber vielleicht ist es für einen Jugendlichen auch wichtig zu sehen, dass man das Mystische für ein erfülltes Leben gar nicht braucht.

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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon kingschild » Di 11. Sep 2007, 16:45

Original von hamawa
Verzeiht bitte wenn es etwas ähnliches bereits gibt aber der Umgang mit Computer ist mir noch immer nicht ganz vertraut.
Ich habe feststellen müssen, dass es nun Sekten gibt, die sich auf die alten Babaren berufen wollen. Sie meinen, die alten germanischen und keltischen Bräuche seien unsere wahren Wurzeln. Sie ignorieren dabei ganz, wieviele Märtyrer ihr leben lassen mussten um diese Menschen-unwürdigen glauben zu vertreiben!
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Hallo hamawa

Viel sprechen mit Jugendlichen die gefährdet sind auf solche Scharlatane reinzufallen...Aufklären über falsche Werte und aufzeigen das solche Lehren langfristig kein solides Fundament sind. Aufzeigen der Risiken solcher Lehren..darüber sprechen das genau dieses dunkle und okkulte auch seine Anziehungskraft hat. Rechtsweg beschreiten falls möglich. Vorleben besserer Werte.

Beten das die Gute Saat aufgeht..

Es wird immer und immer wieder Sekten geben die Schaden hinterlassen..ganz verhindern können wir dies nicht.

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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Krispus » Di 11. Sep 2007, 17:14

Original von kingschild
Hallo hamawa

Viel sprechen mit Jugendlichen die gefährdet sind auf solche Scharlatane reinzufallen...Aufklären über falsche Werte und aufzeigen das solche Lehren langfristig kein solides Fundament sind. Aufzeigen der Risiken solcher Lehren..darüber sprechen das genau dieses dunkle und okkulte auch seine Anziehungskraft hat. Rechtsweg beschreiten falls möglich. Vorleben besserer Werte.

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Eigentlich viel wichtiger ist es, unsere Kinder zum kritischen und vor allem selbstständigen Denken zu erziehen, damit sie selber solche Weltanschauungen und Religionen beurteilen können. Zudem ist auch wichtig, den Kindern eine emotionale Reife mit auf den Lebensweg zu geben. Das kann aber nur vorgelebt werden.

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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Kalle » Mi 12. Sep 2007, 16:04

Hallo Hamawa,

ja, die Neuheiden sind in der Tat eine Gefahr. Und das meist für sich selbst.

Unterscheiden müssen wir allerdings bei diesen Gruppen (denn es gibt verschiedene) zwischen Neuheiden mit einem rechtsradikalen Hintergrund und Neuheiden ohne eine politische Ausrichtung. Das wäre schon eine faire Herangehensweise.

Heidentum ist eine bunte Mischung. Wie ich einem anderem Forum entnommen habe, gilt sogar der Roman "Nebel von Avalon" und deren Fortsetzungen als Bibel für Möchtegern-Kelten. Da kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln, denn bekanntlich haben Romane ja fiktive Inhalte. Aber dieser Punkt zeigt uns schon das Hauptproblem der Neuheiden: sie wissen nicht, an was man glauben kann.

Das heute bekannte Panteon germanischer und keltischer Götter (das sind übrigens zwei verschiedene Kulturwelten) ist nur ein Bruchteil dessen, was die Kelten und Germanen so verehrten. Eine schlüssige Theologie ist uns nicht überliefert worden.

Unsere Vorfahren wurden Christen, weil diese Religion viele Vorteile versprach: ein liebender Gott, der sich den Menschen in jedem Gottesdienst zuwendet. Ein Leben endet nicht einfach, sondern es gibt Hoffnung auf eine Wiederauferstehung.
Zudem wurde mit dem Übertritt zum Christentum die Lage der Menschen sehr viel besser. Nicht mehr mit der Axt bekam mein Nachbar etwas auf die Mütze, sondern Gerichtsverfahren wurden für alle bindend. Handel und Politik hatten endlich die Möglichkeit das Land weiter zu entwickeln. In der Zeit des Heidentums war Chaos, Elend, Stillstand, Unfriede, Ungerechtigkeit und die Herrschaft des Stärkeren.

Bevor Menschen aber für das Neuheidentum empfänglich werden, muss man ihnen das Christentum austreiben. Da kommen dann alle alten Kamellen wieder zu Vorschein:
die Kirche hat die Hexen verfolgt (stimmt nicht)
die Päpste haben immer das Volk ausgesaugt und waren die größten heuchler (da müssen dann die gesamten Päpste für die Vergehen einiger Renaissance-Päpste herhalten)
außerdem ist die Bibel gefälscht, aber man kann sich ja Fortbilden mit Büchern wie "Sakrileg" oder "Geheimsache Jesus" usw.

Christen sollten sich also sehr deutlich für eine pro-christliche Haltung einsetzen. Nicht schweigen, wenn Christentum pauschal als unbrauchbar verworfen wird. Und Christen sollten aufklären, dass es eine "Mission mit Schwert und Feuer" unter unseren Vorfahren nur bedingt gegeben hat (allerdings von Kaiser Karl dem Großen aus politischen Gründen und nicht von Seiten der Kirche aus religiösen Gründen).

Liebe Grüße
Kalle
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Odins_Treu » Di 27. Nov 2007, 17:42

Servus erstmal,

da ich selbst Asatru, also Neu-Heide bin, möchte ich mich hier mal äussern.

1. Asatru ist keine Sekte

Ich habe feststellen müssen, dass es nun Sekten gibt, die sich auf die alten Babaren berufen wollen.


Barbaren also... Nunja, ich muss sagen, du hast ein Differenziertes Wissen.

Falls dir die Himmelsscheibe von Nebra was sagt, erst hieß es ja, das diese Himmelsscheibe von Ägiphten nach Germanien gewandert ist, dies wurde wiederlegt, da diese Scheibe älter ist, als Ägiphtische Zeugnisse von Astrologie.

Oder nimm das Stonehenge als Zeichen der Barbarie

Sie ignorieren dabei ganz, wieviele Märtyrer ihr leben lassen mussten um diese Menschen-unwürdigen glauben zu vertreiben!


Menschen Unwürdig? Ich würde mich freuen, wenn dazu etwas mehr kommen würde, etwas, mit dem du deine Aussage begründest.

Und über die "Praktiken":cry:Massenmord, Genoizid) der Christianisierung schweigen sich die Meisten Christen doch verschämt aus, was bringt dich dazu, dem Massenmord zu propagandieren?

Es soll ein Zusammenschluss von möchtegern Magiern und Nationsozialisten sein die mit schwarzer Magie das Christentum vertreiben wollen.


Nationalsozialisten, ich bin also ein Nazi? Ist mir persönlich noch gar nicht aufgefallen, mist, da war ich bei den Demos wohl auf der Falschen Seite...

Ihr Zeichen nennen sie "schwarze Sonne" was ein Symbol ist welches aus Nazizeichen besteht (genauer gesagt aus Sieg-Runen falls dies jemanden etwas sagt).


Die Schwarze Sonne ist keineswegs das Symbol der Neu-Heiden. Der Thors-Hammer ist ihr Symbol.

Zu den "Sieg-Runen" kann ich nur sagen, das diese Aus der Jüngeren Futhark entstammt, also ca. 600-850 n.Ztw. Weit vor jedem Nationalsozialismus.

Heidentum ist eine bunte Mischung. Wie ich einem anderem Forum entnommen habe, gilt sogar der Roman "Nebel von Avalon" und deren Fortsetzungen als Bibel für Möchtegern-Kelten.


Dürfte ich fragen, aus welchem Schund-Forum das sein soll?

Unsere Vorfahren wurden Christen, weil diese Religion viele Vorteile versprach: ein liebender Gott, der sich den Menschen in jedem Gottesdienst zuwendet. Ein Leben endet nicht einfach, sondern es gibt Hoffnung auf eine Wiederauferstehung.


Entschuldigung, aber ich muss sogar 2 mal lachen, wobei das Lachen aufgrund so viel unwissens in Weinen übergeht.

Die größten Erfolge bei der Christianisierung feierte Karl der Große (oder Heiden, bzw. Sachsen SCHLÄCHTER). Die Christianisierung hat alleine im Deutschen Raum Tausende von Menschenleben gefordert.

Und es ist anscheinden sehr einfach, viel Unwissen zu verbreiten. Im Trad. Germanischen Heidentum (Asatru) gibt es die Wiedergeburt, ähnlich wie im Hinduismus.

Ziel ist es, die Seele so weit zu entwickeln, das man in eine der Lichtwelten kann.

Zudem wurde mit dem Übertritt zum Christentum die Lage der Menschen sehr viel besser. Nicht mehr mit der Axt bekam mein Nachbar etwas auf die Mütze, sondern Gerichtsverfahren wurden für alle bindend.


O bei Wodan!! Wo haben sie denn das her???

Streitigkeiten wurden bei Sog. Things verhandelt. Ohne Götterurteil, jeder musste Zeugen laden.

Bei solchen Things konnten auch Könige gewählt werden. Die Sache "von Gottes gnaden" gab es nicht. Wenn ein König tyrannisierte, dann wurde er abgewählt.

Handel und Politik hatten endlich die Möglichkeit das Land weiter zu entwickeln.


Oh, ja natürlich. Insbesondere die POLITIK hat sich ja zum guten gewendet, nicht wahr?

Es gab im Heidentum eine Ur-DEMOKRATIE!! Politik und Glaube waren getrennt, zumindest weiter getrennt als im Christentum. Jeder Bauer hatte auf dem Thing eine stimme, wie oben schon gesagt, konnten Herrscher abgewählt werden.

Die Frau wurde nicht unterdrückt, sondern Gleichgestellt mit dem Mann! Mehr noch als Heute.

Preiset Jahwe, das er diese Missstände ausgeräumt hat!

In der Zeit des Heidentums war Chaos, Elend, Stillstand, Unfriede, Ungerechtigkeit und die Herrschaft des Stärkeren.


Noch einmal muss ich lachen, hier sind ja echtte komiker unterwegs.

Haben sie sich schon einmal die Schriften von Taktius durchgelesen? Oder von Julius Cäsar?

Alles was sie aufführen, fand sich während der Christlichen Herrschaft, insbesondere im Hoch- und Spätmittelalter.

nd Christen sollten aufklären, dass es eine "Mission mit Schwert und Feuer" unter unseren Vorfahren nur bedingt gegeben hat (allerdings von Kaiser Karl dem Großen aus politischen Gründen und nicht von Seiten der Kirche aus religiösen Gründen).


Belege? Quellen? Über Feuer und Schwert gibts genügend.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Odins_Treu » Do 29. Nov 2007, 20:06

Niemand hier, der sich traut mit einem Neu-Heiden zu diskutieren? Und das nach diesen Verleumdungen? Schwach...
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon MaxPax » Do 29. Nov 2007, 20:36

Original von Odins_Treu
Niemand hier, der sich traut mit einem Neu-Heiden zu diskutieren? Und das nach diesen Verleumdungen? Schwach...
Beschreib doch mal, bist du schon immer Neu-Heide?

Wenn nicht, was hat dich dazu veranlasst Neu-Heide zu werden?

Was spricht dich daran an?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Odins_Treu » Do 29. Nov 2007, 20:47

Beschreib doch mal, bist du schon immer Neu-Heide?

Wenn nicht, was hat dich dazu veranlasst Neu-Heide zu werden?

Was spricht dich daran an?


Nein, ich habe mich dazu frei entschieden. Ich war Jahrelang Ministrant, bis ich angefangen habe meinen Glauben zu hinterfragen. Dann habe ich die alten Götter gefunden, mich darüber informiert, und war begeistert.

So viel Lebensfreundlicher, offener und hilfreicher.



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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon MaxPax » Do 29. Nov 2007, 20:54

Original von Odins_Treu
Beschreib doch mal, bist du schon immer Neu-Heide?

Wenn nicht, was hat dich dazu veranlasst Neu-Heide zu werden?

Was spricht dich daran an?
Nein, ich habe mich dazu frei entschieden. Ich war Jahrelang Ministrant, bis ich angefangen habe meinen Glauben zu hinterfragen. Dann habe ich die alten Götter gefunden, mich darüber informiert, und war begeistert.

So viel Lebensfreundlicher, offener und hilfreicher.
Wie hast du die alten Götter gefunden und dich informiert, durch Bücher oder Gleichgesinnte?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon MaxPax » Do 29. Nov 2007, 20:57

Original von Odins_Treu
So viel Lebensfreundlicher, offener und hilfreicher.
So viel Lebensfreundlicher, offener und hilfreicher als wer oder was?
Als das, was du als Ministrant erfahren hast?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Odins_Treu » Do 29. Nov 2007, 21:13

Wie hast du die alten Götter gefunden und dich informiert, durch Bücher oder Gleichgesinnte?


Naja, ich habe mich erstmal im Netz schlaugemacht, dann ein kompetentes Forum gefunden, und nach meinem ersten Opfer auch gleichgesinnte in der direkten umgebung.

So viel Lebensfreundlicher, offener und hilfreicher als wer oder was?


Als das christentum an sich. Es wird Offen mit Sexualität umgegangen, was im Hamaval beschrieben wird, sind wertvolle Lebenstipps.

Es gibt keinen Zwang zum Glauben, keinen Missionsauftrag, und keine Höllendrohung. Die Frau ist Gleichgestellt, nicht wie in der Bibel. Es gibt keine uneinhaltbaren Gebote, keine verdammung der "Magie".

Die Natur wird geachtet, die Erde soll man sich nicht Untertan machen, sondern mit ihr leben.

Das sind nur einige aspekte.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon MaxPax » Do 29. Nov 2007, 21:29

Original von Odins_Treu
Original von MaxPax
Wie hast du die alten Götter gefunden und dich informiert, durch Bücher oder Gleichgesinnte?
Naja, ich habe mich erstmal im Netz schlaugemacht
Bevor du dich schlaugemacht hast, wie kam es dazu, dass du dich dafür interessiert hast?
War es eine Suche nach etwas Neuem, nachdem dich deine bisherige Religion enttäuscht hatte?
Man stösst ja nicht so ohne weiteres auf Neu-Heidentum?
Was gab den Anstoss, dass du dich gerade damit befasst hast?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon parepidimos » Do 29. Nov 2007, 21:30

Original von Odins_Treu
Niemand hier, der sich traut mit einem Neu-Heiden zu diskutieren?

Aber natuerlich! :D Fang mal an. Worueber willst du reden? "Neuheidentum" (was immer das sein soll) mit "Christentum an sich" (was immer das sein soll) vergleichen? Oder persoenliche Erfahrungen austauschen? Oder "Neuheidentum" als ernstzunehmende Religion verteidigen? Take your pick ...

So viel Lebensfreundlicher, offener und hilfreicher.

Ganz so, wie es sich fuer menschengemachte Goetzen gehoert. Sie bergen keine Ueberraschungen, haben keine eigenen Ideen, sind zu keinerlei Widerspruch faehig. Alles, wozu sie imstande sind, sind unsere Sehnsuechte und Beduerfnisse zu reflektieren. Sie sind im Prinzip nichts mehr als Menschen, die an den Himmel projiziert werden. Das gibt es uebrigens auch unter Christen ...
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Odins_Treu » Fr 30. Nov 2007, 12:47

Bevor du dich schlaugemacht hast, wie kam es dazu, dass du dich dafür interessiert hast?War es eine Suche nach etwas Neuem, nachdem dich deine bisherige Religion enttäuscht hatte?
Man stösst ja nicht so ohne weiteres auf Neu-Heidentum?
Was gab den Anstoss, dass du dich gerade damit befasst hast


Ja, meine alte Religion hat mich enttäuscht, und an das Neu-Heidentum bin ich durch andere Menschen gestoßen. Ich war vorher schon in der Reenakter-Szene (Mittelalternachstellung) und dort kam ich das erste mal in Kontakt mit Menschen die diesen Glauben haben. Das hat mich dann interessiert.

Aber natuerlich! Fang mal an. Worueber willst du reden? "Neuheidentum" (was immer das sein soll) mit "Christentum an sich" (was immer das sein soll) vergleichen? Oder persoenliche Erfahrungen austauschen? Oder "Neuheidentum" als ernstzunehmende Religion verteidigen? Take your pick ...


Ich will hier Asatru gegen diese Diffamierungen verteidigen, die in den ersten Posts gebracht wurden. Also ja, als Ernstzunehmende Religion.

Ganz so, wie es sich fuer menschengemachte Goetzen gehoert. Sie bergen keine Ueberraschungen, haben keine eigenen Ideen, sind zu keinerlei Widerspruch faehig. Alles, wozu sie imstande sind, sind unsere Sehnsuechte und Beduerfnisse zu reflektieren. Sie sind im Prinzip nichts mehr als Menschen, die an den Himmel projiziert werden. Das gibt es uebrigens auch unter Christen ...


Mal wieder eine völlig unreflektierte Meinung, ohne jede Basis, die du anscheinend von irgendwem nachplapperst.

Sie sind zu allem fähig, was du ihnen absprichst, und sie kennen die Bedürfnisse der Menschen, überraschung.

Und sie rufen auch zur Mäßigung auf, nur als Beispiel der Alkohol:

11. Nicht üblern Begleiter gibt es auf Reisen
Als Betrunkenheit ist,
Und nicht so gut als mancher glaubt
Ist Ael den Erdensöhnen,
Denn um so minder je mehr man trinkt
Hat man seiner Sinne Macht.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon SunFox » Fr 30. Nov 2007, 12:58

Original von Odins_Treu
Niemand hier, der sich traut mit einem Neu-Heiden zu diskutieren? Und das nach diesen Verleumdungen? Schwach...


Lieber Odins_Treu,

ich würde ja gerne, aber im Moment beschäfftigt mich das Neo-Christentum zu genüge! ;)

Liebe Grüße von SunFox
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Mustikka » Fr 30. Nov 2007, 13:30

Original von hamawa
Ich habe feststellen müssen, dass es nun Sekten gibt, die sich auf die alten Babaren berufen wollen. Sie meinen, die alten germanischen und keltischen Bräuche seien unsere wahren Wurzeln.

Nun, das ist ja wohl auch nicht von der Hand zu weisen, oder? 8-)

Original von hamawa
Sie ignorieren dabei ganz, wieviele Märtyrer ihr leben lassen mussten um diese Menschen-unwürdigen glauben zu vertreiben!

Werd doch bitte mal konkret - was ist an diesem Glauben Menschen-unwürdig?

Und btw, auch auf heidnischer Seite ließen viele ihr Leben...


Original von hamawa
Es soll ein Zusammenschluss von möchtegern Magiern und Nationsozialisten sein die mit schwarzer Magie das Christentum vertreiben wollen.
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Lies Dir mal die Netiquette durch - Du verstößt hier grade gegen Punkt 2 und 6 ;)



Original von hamawa
Ich habe gehört, dass sich vor allem junge Leute von dieser Religion fehlleiten lassen!

Naja, das ist wohl Ansichtssache. Manch einer hält auch den christlichen Glauben für eine Fehlleitung.


Original von hamawa
Ich finde es sollte schleunigst etwas gegen diese Leute unternommen werden bevor sie noch richtigen Schaden anrichten!
Wie denken Sie darüber?

Ich denke, Du solltest dich erstmal über Grundsätze der Menschenrechte wie z.B. Religionsfreiheit informieren.

Gruß,
Mustikka
Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach. (Gerhard Uhlenbruck)
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon parepidimos » Fr 30. Nov 2007, 16:59

Original von Odins_Treu
Ich will hier Asatru gegen diese Diffamierungen verteidigen, die in den ersten Posts gebracht wurden. Also ja, als Ernstzunehmende Religion.

Um dies zu demonstrieren reicht es aber noch nicht, lediglich die "Diffamierungen" aus dem Weg zu raeumen. Zudem ist Neuheidentum und Asatru nicht dasselbe. Gemaess Wikipedia ist Asatru eine Bewegung der Neuzeit: "Ásatrú was established in the 1960s and early 1970s in Iceland". Waere es korrekt zu sagen, dass Asatru eine moderne Bewegung ist, welche die Mythologie der Norse-Voelker wiederbeleben will?

Mal wieder eine völlig unreflektierte Meinung, ohne jede Basis, die du anscheinend von irgendwem nachplapperst.

Versuche, sachlich zu argumentieren. Du hast keine Grundlage um zu beurteilen, ob meine Meinung "unreflektiert" oder "nachgeplappert" ist, und es tut nichts zur Sache. Bereits in Forum-Beitrag Nummer 5 "mal wieder" zu schreiben finde ich dann doch etwas anmassend.

Sie sind zu allem fähig, was du ihnen absprichst, und sie kennen die Bedürfnisse der Menschen, überraschung.

Ich spreche ihnen nichts ab. Ich habe lediglich noch nichts gesehen, was sich nicht als rein menschliche Extrapolation erklaeren laesst, und ich lasse mich nicht mit deinem blossen Insistieren auf dem Gegenteil abspeisen. Du tust also gut daran, ein Beispiel zu bringen.

Und sie rufen auch zur Mäßigung auf, nur als Beispiel der Alkohol:

11. Nicht üblern Begleiter gibt es auf Reisen
Als Betrunkenheit ist,
Und nicht so gut als mancher glaubt
Ist Ael den Erdensöhnen,
Denn um so minder je mehr man trinkt
Hat man seiner Sinne Macht.

Dass uebermaessiger Konsum von Alkohol schaedlich ist, muss einem nicht von den Goettern offenbart werden. Das weiss eigentlich so ziemlich jede Kultur aus eigener Erfahrung. Aber es macht mehr Eindruck, wenn man es Gott in den Mund legt. Gibt es irgendwelche Dinge, die von deinen Goettern gelehrt werden, auf die man nicht von selbst kommt, und die einer faktischen Ueberpruefung standhalten?

Oder man koennte auch anders fragen: Gibt es etwas, was spezifisch fuer diese Goetter spricht und nicht fuer andere?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Frau Katz » Fr 30. Nov 2007, 18:07

Original von parepidimos
Oder man koennte auch anders fragen: Gibt es etwas, was spezifisch fuer diese Goetter spricht und nicht fuer andere?


Ich würde sagen, das ist eine Sache persönlicher Vorlieben, in welcher Form man Religion betreiben will. Und somit auch eine Sache des Gefühls und des Herzens.

grüsse, barbara
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon parepidimos » Fr 30. Nov 2007, 19:44

Original von Frau Katz
Original von parepidimos
Oder man koennte auch anders fragen: Gibt es etwas, was spezifisch fuer diese Goetter spricht und nicht fuer andere?


Ich würde sagen, das ist eine Sache persönlicher Vorlieben, in welcher Form man Religion betreiben will. Und somit auch eine Sache des Gefühls und des Herzens.

Mit anderen Worten: Nichts spricht fuer diese Goetter, ausser "persoenlichen Vorlieben". Mal schauen, wie Odins_Treu auf diesen Vorschlag reagiert. Ich bin jedenfalls ziemlich deftig abgeblitzt mit meinem aehnlichen Vorschlag, es handele sich bei diesen heidnischen Gottheiten um menschliche Sehnsuechte, die an den Himmel projiziert werden.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Frau Katz » Fr 30. Nov 2007, 19:52

Original von parepidimos
Mit anderen Worten: Nichts spricht fuer diese Goetter, ausser "persoenlichen Vorlieben". Mal schauen, wie Odins_Treu auf diesen Vorschlag reagiert. Ich bin jedenfalls ziemlich deftig abgeblitzt mit meinem aehnlichen Vorschlag, es handele sich bei diesen heidnischen Gottheiten um menschliche Sehnsuechte, die an den Himmel projiziert werden.


Das üblichste Motiv für die Wahl einer Religion ist die Tradition. Die Religion deiner Eltern wird mit recht grosser Wahrscheinlichkeit auch die deine sein. Wärst du der Sohn eines Mullahs, die Chancen stünden recht gut, dass du heute muslimische und nicht christliche Theologie studieren würdest.

Bei Neo-Heiden wirds wohl meist etwas Anderes sein, da die wenigsten naturreligiöse Eltern haben.

Eine Projektion der Sehnsüchte kann natürlich auch mitspielen, ist aber bei allen Religionen so. Auch auf den christlichen Gott wurde und wird so einiges projiziert...

einen wissenschaftlichen oder logischen Grund, eine bestimmte Religion zu wählen, gibt es nicht.

grüsse, barbara
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon parepidimos » Fr 30. Nov 2007, 20:38

Original von Frau Katz
Das üblichste Motiv für die Wahl einer Religion ist die Tradition.

Wenn du "Religion" als nichts weiter als ein System kulturell determinierter Praktiken verstehst, dann muss dies gezwungenermassen dein Fazit sein.

Wärst du der Sohn eines Mullahs, die Chancen stünden recht gut, dass du heute muslimische und nicht christliche Theologie studieren würdest.

Waere ... stuenden ... wuerdest. Das ist reine Spekulation. Bei mir ist es der Fall, aber ich kenne massenweise Christen, die ihren Glauben nicht von ihren Eltern mitbekommen haben.

Bei Neo-Heiden wirds wohl meist etwas Anderes sein, da die wenigsten naturreligiöse Eltern haben.

Ebenso bedarf der massenweise Uebertritt von Chinesen zum Christentum einer anderen Erklaerung. Aber deswegen deine Theorie ueberdenken magst du nicht?

Eine Projektion der Sehnsüchte kann natürlich auch mitspielen, ist aber bei allen Religionen so. Auch auf den christlichen Gott wurde und wird so einiges projiziert...

Es ist aber ein grosser Unterschied, ob unsere Wahrnehmung Gottes durch solche Projektionen gefaerbt ist, oder ob sie nichts weiter als Projektion ist.

einen wissenschaftlichen oder logischen Grund, eine bestimmte Religion zu wählen, gibt es nicht.

Wissenschaft und Logik sind zwei Paar Schuhe. Einen Glauben anzunehmen kann durchaus rationale Gruende haben. Aber die Erfahrungen, auf denen diese Entscheidung aufbaut lassen sich nicht ohne weiteres auf andere Menschen uebertragen.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Odins_Treu » Fr 30. Nov 2007, 21:38

Gibt es irgendwelche Dinge, die von deinen Goettern gelehrt werden, auf die man nicht von selbst kommt, und die einer faktischen Ueberpruefung standhalten?


Du forderst einen Gottesbeweis? Leider muss ich dich hier enttäuschen, denn ich könnte es faktisch nicht beweisen, ebensowenig wie du so etwas beweisen könntest.

Wer für so etwas den Beweis erbringt, der hat den Nobel-Preis sicher.

Oder man koennte auch anders fragen: Gibt es etwas, was spezifisch fuer diese Goetter spricht und nicht fuer andere?


Inwiefern für sie Spricht? Da könnte ich dir schon etwas sagen: Nehmen wir die Weltvorstellung:

Es besteht ein Multiversum, mit 3 Großen Ebenen, die Unterwelten, die Mittelwelten, und die Lichtwelten, welche sich wiederum in 9 verschiedene Welten aufteilen.

Will heißen: Verschiedene Dimensionen, bzw. Ebenen. Wenn man die Erkenntnisse der Transpersonellen Psychologie, sowie Einstein hinzuzieht, ergibt das durchaus Sinn. Nur woher hätten das diese "Barbaren" wissen sollen?

Des weiteren wird diese Weltvorstellung von 9 Welten fast in allen Heidnsichen-Kulturkreisen gedeckt. Ob du dir Indios im Amazonas oder Mongolen ansiehst.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon parepidimos » Fr 30. Nov 2007, 22:00

Original von Odins_Treu
Du forderst einen Gottesbeweis?

Nee. Was mich interessiert, ist inwiefern diese "Goetter" mehr sind als das, was Menschen sich gemeinhin so zusammenreimen. Das muss kein Beweis sein, denn diesen gibt es ja bekanntlich nicht. Aber es sollte mehr sein als der Glaube ans Fliegende Spaghettimonster. Deshalb nochmals: Wie kommt man darauf, dass diese "Goetter" so sind und nicht anders?

Es besteht ein Multiversum, mit 3 Großen Ebenen, die Unterwelten, die Mittelwelten, und die Lichtwelten, welche sich wiederum in 9 verschiedene Welten aufteilen.

Will heißen: Verschiedene Dimensionen, bzw. Ebenen. Wenn man die Erkenntnisse der Transpersonellen Psychologie, sowie Einstein hinzuzieht, ergibt das durchaus Sinn.

Toent fuer mich schwer nach Spaghettimonster mit schlau klingenden Fremdwoertern garniert. Verstehst du Einstein ueberhaupt?

Nur woher hätten das diese "Barbaren" wissen sollen?

Wenn nicht einmal wir es wissen? Tja, das fragt sich ...

Des weiteren wird diese Weltvorstellung von 9 Welten fast in allen Heidnsichen-Kulturkreisen gedeckt. Ob du dir Indios im Amazonas oder Mongolen ansiehst.

Hast du dafuer irgendwelche Quellen?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Frau Katz » Sa 1. Dez 2007, 06:44

Original von parepidimos
Wenn du "Religion" als nichts weiter als ein System kulturell determinierter Praktiken verstehst, dann muss dies gezwungenermassen dein Fazit sein.


Religion ist für mich deutlich mehr als ein "System kultureller Praktiken". Was aber nichts an der empirischen Tatsache ändert, dass die meisten Leute die Religion ihrer Eltern behalten. Ist nun mal so... warum das so ist, darüber kann man natürlich spekulieren. Es hat wohl mit Prägungen in der Kindheit zu tun, wie beim Essen auch; auch Essverhalten übernimmt man von der elterlichen Küche. Der Spruch "bei Muttern schmeckts am besten" hat einen soliden biologischen Hintergrund... Religion wohl auch.




Waere ... stuenden ... wuerdest. Das ist reine Spekulation. Bei mir ist es der Fall, aber ich kenne massenweise Christen, die ihren Glauben nicht von ihren Eltern mitbekommen haben.


Dennoch dürften die meisten in einem christlich-europäischen Kontext gross geworden sein, nehme ich mal an. Sowas kriegt man mit, auch wenn die Eltern nicht notwendigerweise sehr religiös sind.



Ebenso bedarf der massenweise Uebertritt von Chinesen zum Christentum einer anderen Erklaerung. Aber deswegen deine Theorie ueberdenken magst du nicht?


Ich kenne mich in China zu wenig aus, um hier etwas sagen zu können.




Es ist aber ein grosser Unterschied, ob unsere Wahrnehmung Gottes durch solche Projektionen gefaerbt ist, oder ob sie nichts weiter als Projektion ist.


natürlich ist das ein Unterschied. Nur, wie willst du ihn feststellen? der Heilige Geist weht, wo er will, nicht nur bei den Christen.



Wissenschaft und Logik sind zwei Paar Schuhe. Einen Glauben anzunehmen kann durchaus rationale Gruende haben. Aber die Erfahrungen, auf denen diese Entscheidung aufbaut lassen sich nicht ohne weiteres auf andere Menschen uebertragen.


Eben, siehst du: jetzt sind wir wieder bei den persönlichen Vorlieben angekommen. Einen wirklich zwingenden Grund, der für alle Menschen gilt, diese oder jene Religion anzunehmen, gibt es nämlich nicht.

grüsse, barbara
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon parepidimos » Sa 1. Dez 2007, 14:34

Original von Frau Katz
Religion ist für mich deutlich mehr als ein "System kultureller Praktiken".

Das laesst sich einfach so sagen. Aber inwiefern das so ist, inwiefern da "deutlich mehr" dran ist als nur Kultur, wird deutlich schwerer zu erklaeren sein. Ich glaube nicht, dass es moeglich ist, weil nach meinem Dafuerhalten Religion = Kultur = menschengemachte Goetzen.

Was aber nichts an der empirischen Tatsache ändert, dass die meisten Leute die Religion ihrer Eltern behalten. Ist nun mal so...

Ebenso wie es eine "empirische Tatsache" ist, dass die meisten Menschen Rechtshaender sind. Das sagt ueber die Moeglichkeit, dass es auch anders sein kann so ziemlich nichts aus. Zudem erklaert es wichtige Aspekte der menschlichen Erfahrung nicht, zB. das Entstehen neuer Religionen oder der Schritt des Uebertritts bzw. der "Bekehrung".

Dennoch dürften die meisten in einem christlich-europäischen Kontext gross geworden sein, nehme ich mal an. Sowas kriegt man mit, auch wenn die Eltern nicht notwendigerweise sehr religiös sind.

Du darfst das vermuten, aber du irrst. Unter meinen Bekannten hat es Leute aus muslimischem, buddhistischem, hinduistischem und agnostischem/atheistischem Hintergrund, teilweise sogar mit "strenger" oder "fundamentalistischer" Praegung.

Ich kenne mich in China zu wenig aus, um hier etwas sagen zu können.

Dann hast du vielleicht etwas neues gelernt?

Der Heilige Geist weht, wo er will, nicht nur bei den Christen.

Oehm - der heilige Geist ist eine Person des christlichen dreieinigen Gottes. Wo der heilige Geist weht, da bringt er geistliches Leben hervor, welches auf Jesus Christus schaut. Ansonsten ist es nicht der heilige Geist, der weht.

Eben, siehst du: jetzt sind wir wieder bei den persönlichen Vorlieben angekommen. Einen wirklich zwingenden Grund, der für alle Menschen gilt, diese oder jene Religion anzunehmen, gibt es nämlich nicht.

Ist es wirklich noetig, jede Situation und Erfahrung, die sich nicht auf alle Menschen uebertragen laesst auf "persoenliche Vorliebe" zu reduzieren? Das finde ich dann doch reichlich flach.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Mustikka » Mo 3. Dez 2007, 08:52

Original von parepidimos
Oder man koennte auch anders fragen: Gibt es etwas, was spezifisch fuer diese Goetter spricht und nicht fuer andere?

Gegenfrage: Was spricht denn spezifisch für den Gott der Bibel?
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Frau Katz » Mo 3. Dez 2007, 09:05

hi pare

Original von parepidimos
Das laesst sich einfach so sagen. Aber inwiefern das so ist, inwiefern da "deutlich mehr" dran ist als nur Kultur, wird deutlich schwerer zu erklaeren sein. Ich glaube nicht, dass es moeglich ist, weil nach meinem Dafuerhalten Religion = Kultur = menschengemachte Goetzen.


lassen wir das Thema also sein, das wird kompliziert werden und mit neuem Heidentum hats nichts mehr zu tun.



Ebenso wie es eine "empirische Tatsache" ist, dass die meisten Menschen Rechtshaender sind. Das sagt ueber die Moeglichkeit, dass es auch anders sein kann so ziemlich nichts aus. Zudem erklaert es wichtige Aspekte der menschlichen Erfahrung nicht, zB. das Entstehen neuer Religionen oder der Schritt des Uebertritts bzw. der "Bekehrung".


natürlich erklären Tatsachen nichts. Tatsachen stellt man fest, Erklärungen kann man nachher dann suchen gehen... Warum sich Religionen verändern, oder auch Menschen eine neue Religion annehmen, hängt meist damit zusammen, dass die geerbte Religion als unbefriedigend erscheint. Die Gründe können im Einzelfall meist auch klar benannt werden; Luther zB kritisierte den Ablasshandel. Nietzsche litt unter der Frömmelei der Frauen, die ihn aufzogen. Die allgemeine Tendenz ist und bleibt aber, dass die Leute bei der Religion ihrer Eltern bleiben.





Oehm - der heilige Geist ist eine Person des christlichen dreieinigen Gottes. Wo der heilige Geist weht, da bringt er geistliches Leben hervor, welches auf Jesus Christus schaut. Ansonsten ist es nicht der heilige Geist, der weht.


Der Heilige Geist bringt die Früchte des Heiligen Geistes hervor, die da sind: Sanftmut, Freundlichkeit, Liebe, Fürsorglichkeit, Geduld, Wahrheitsliebe, Freude.

Ob da irgendwelche "Herr, Herr" rufen oder nicht, ist kein wesentliches Kriterium um zu bestimmen, welcher Geist da gerade ist.




Ist es wirklich noetig, jede Situation und Erfahrung, die sich nicht auf alle Menschen uebertragen laesst auf "persoenliche Vorliebe" zu reduzieren? Das finde ich dann doch reichlich flach.


Man kann wohl schon gewisse Tendenzen ausmachen. zB dass es unter Akademikern wohl mehr Atheisten hat als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Wir reden hier allerdings nicht von allen Situationen, wir reden von der Wahl einer Konfession.

Welche Gründe gibts denn noch, abgesehen von der Vorliebe, die eine oder andere Religion zu wählen?

grüsse, barbara

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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon cori » Mo 3. Dez 2007, 10:54

Original von Frau Katz


Welche Gründe gibts denn noch, abgesehen von der Vorliebe, die eine oder andere Religion zu wählen?






Die Suche nach der Wahrheit, Frau Katz.

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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Mustikka » Mo 3. Dez 2007, 11:02

Original von cori
Original von Frau Katz


Welche Gründe gibts denn noch, abgesehen von der Vorliebe, die eine oder andere Religion zu wählen?






Die Suche nach der Wahrheit, Frau Katz.

Es kann ja nicht beides stimmen, Heidentum und Christentum.

Aber im Fall der Religion ist diese "Wahrheit" nur subjektiv erkennbar.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon cori » Mo 3. Dez 2007, 11:14

Original von Mustikka
Original von cori
Original von Frau Katz


Welche Gründe gibts denn noch, abgesehen von der Vorliebe, die eine oder andere Religion zu wählen?






Die Suche nach der Wahrheit, Frau Katz.

Es kann ja nicht beides stimmen, Heidentum und Christentum.

Aber im Fall der Religion ist diese "Wahrheit" nur subjektiv erkennbar.


Wenn du das so denkst, so bleibt doch Tatsache, dass es nur eine objektive Wahrheit gibt.

Beispiel: Wenn das Christentum stimmt, dann müssen sich alle Menschen einmal vor Gott verantworten, auch die Neoheiden und alle Andersgläubigen.

Wenn das Heidentum stimmt, dann landen alle Menschen im germanischen Totenreich, egal was sie geglaubt haben.

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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Mustikka » Mo 3. Dez 2007, 11:19

Original von cori
Wenn du das so denkst, so bleibt doch Tatsache, dass es nur eine objektive Wahrheit gibt.

Beispiel: Wenn das Christentum stimmt, dann müssen sich alle Menschen einmal vor Gott verantworten, auch die Neoheiden und alle Andersgläubigen.

Wenn das Heidentum stimmt, dann landen alle Menschen im germanischen Totenreich, egal was sie geglaubt haben.

Abgesehen davon, dass Heidentum nicht gleich zum germanischen Totenreich führt ;) - ja.

Allerdings ist immer noch die Frage, ob es überhaupt eine objektiv richtige Wahrheit gibt, was ich eben nicht glaube. Ebensowenig wie es eine objektiv richtige Wahrheit darüber gibt, ob Kohlrabi lecker ist oder nicht.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Genussdenker » Mo 3. Dez 2007, 11:21

Original von Frau Katz
[....]
Man kann wohl schon gewisse Tendenzen ausmachen. zB dass es unter Akademikern wohl mehr Atheisten hat als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Wir reden hier allerdings nicht von allen Situationen, wir reden von der Wahl einer Konfession.

Welche Gründe gibts denn noch, abgesehen von der Vorliebe, die eine oder andere Religion zu wählen?

grüsse, barbara




@"FrauKatz" :
Bitte nicht schon wieder dieses Klischee der Anteil Atheisten unter Akademiker sei grösser als der unter der restlichen Bevölkerung!

Was jedoch beechtigterweise zu diesem Klischee führte, sind die Studenten. Denn in dieser Phase nennen sich auffällig viele Atheisten. Ich machte immer wieder die Beobachtung dass sich Solche in späteren Jahren wieder zurückbesinnen.
Nein, dass Geblitete eher Atheisten seien als weniger Gebildete, ist nun wirklich ein Klischee.
Dies kann ich mit bestem Gewissen anhand meiner eigenen Erfahrungen bestätigen.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon cori » Mo 3. Dez 2007, 11:27

Original von Mustikka

Allerdings ist immer noch die Frage, ob es überhaupt eine objektiv richtige Wahrheit gibt, was ich eben nicht glaube. Ebensowenig wie es eine objektiv richtige Wahrheit darüber gibt, ob Kohlrabi lecker ist oder nicht.


Ob ein Kohlrabi lecker ist, darüber kann man streiten. Aber ob ein Kohlrabi tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist, darüber kann man sich doch einigen, oder?

Ebenso kann die Entstehung der Welt nur auf EINE Art und Weise erfolgt sein, alle die etwas anderes denken, irren sich - ...
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Genussdenker » Mo 3. Dez 2007, 11:55

In der Thematik um das Neo-Heidentum müssen wir gut differenzieren.

Denn im Neo-Heidentum verbergen sich oftmals Ideologische Gesinnungen.
Einige Gruppierungen des Neo-Heidentum´s sehen sich als klaren Gegenpart zu den klassischen Kirchen.
Besonders empfänglich sind solche Gruppierungen für irgendwelche Verschwörungstheorien.
Doch selbstverständlich gibt es auch Gebiete und Gruppierungen im Neo-Heidentum, welche ideologisch harmlos sind.
Unter Neo-Heidentum fällt für mich natürlich auch die Esoterik

Die meisten Esoterik praktizierenden Menschen und solche welche sich davon angesprochen fühlen, betrachten sie als Ergänzung zur klassischen Religion.
Für Viel ist dies attraktiv, da sie sich in ihren Vorstellungen und auch Bestimmungen freier fühlen. Dies ist zwar soweit verständlich, schafft aber auch Opportunismus.

Doch wie sieht dies historisch aus? Ist das heidentum wirklich so klar von der christlichen Kirche zu trennen?

Ich eröffnete ja mal einen Thread zum Thema Kultur.
Es scheint erwiesen zu sein ,dass Kultur den Glauben mehr beeinflusst, als umgekehrt. Glaube ist nicht statisch, sondern passt sich stets dem kulturellen Zeitgeist an.

So gab es Epochen, in der die monopolistische Kirche sich sogar heidnische Praktiken aneignete.
Denken wir doch etwa an die Hexenverfolgung.
Die ersten hexen welche damals in Europa verbrannt wurden, galten der Kirche sogar noch als Märtyrerinnen!
Danach erkannte die Kurie wie sehr sich das Volk vom Hexenbegriff abschrecken liess und eignete sich dieses Element an. Es war die Gegenreformation (Inqisition) welche dies hervorbrachte.
Hexen sind also keine Erfindung der Kirche, wie man allgemein annimmt.
Und es gibt auch noch einige weitere Belege für die Aneignung heidnischer Elemente im Christentum.
Vergegenwärtigen wir uns doch etwa mal die Namen der Wochentage. Zwei davon sind keltischen Ursprungs.

Auch dass das Osterfest auf ein altes heidnisches Fest fällt, ist kein Zufall.

Was auch gerne vergessen wird : die Thematik um Bestattungen. Ursprüngliche Formen der heutigen Bestattungsform geht bis auf prähistorische Völker zurück. Selbst die Sargbestattung fanden schon in vorbiblischer Zeit statt.

Was die Übernahme heidnischer Elemente betrifft,so hatte dies zwei Gründe :
Die Kurie wollte und musste den Völkern natürlich ein wenig entgegenkommen bezüglich den Traditionen, da überall noch uralte heidnische Bräuche verwurzelt waren.
Zweitens war ja die Kirche (rkK) selber stark mythologisch ausgeprägt. Daher war das Verständnis für mythologische Elemente quasi gegeben.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon cori » Mo 3. Dez 2007, 12:03

Original von Genussdenker
Und es gibt auch noch einige weitere Belege für die Aneignung heidnischer Elemente im Christentum.
Vergegenwärtigen wir uns doch etwa mal die Namen der Wochentage. Zwei davon sind keltischen Ursprungs.

Auch dass das Osterfest auf ein altes heidnisches Fest fällt, ist kein Zufall.



Und da müssen wir wieder gut differenzieren zwischen dem Christentum und dem persönlichen Glauben.

Ich zum Beispiel feiere zu Ostern die Auferstehung Jesu - ganz egal, wer dem Fest den Namen gegeben hat, ich wurde ja nicht gefragt.

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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Genussdenker » Mo 3. Dez 2007, 12:10

Original von cori
[...]
Und da müssen wir wieder gut differenzieren zwischen dem Christentum und dem persönlichen Glauben.

[...]

Sollte ich jetzt etwa alle "persönliche Glaubensverständnise" der gläubigen Individuen miteinbeziehen? :roll:
Ich denke, meine Beiträge sind ja schon lange genug :( :roll:
Aber Spass beiseite : ich meinte es natürlich institutionell, also die Kirche/das Christentum.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon cori » Mo 3. Dez 2007, 12:15

Original von Genussdenker

Aber Spass beiseite : ich meinte es natürlich institutionell, also die Kirche/das Christentum.


Ja du, bei mir ist´s halt so, dass ich in einer Pfingstgemeinde aufgewachsen und zum Glauben gekommen bin, und jahrelang meinen Glauben überhaupt nur direkt aus der Bibel genährt habe - mit "der Kirche" hatte ich nie was am Hut.
Fühle mich damit so wenig verwandt wie die Jünger Jesu mit den geistlichen Juden ihrer Tage.
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon Frau Katz » Mo 3. Dez 2007, 13:57

Original von cori
Original von Frau Katz


Welche Gründe gibts denn noch, abgesehen von der Vorliebe, die eine oder andere Religion zu wählen?




Die Suche nach der Wahrheit, Frau Katz.

Es kann ja nicht beides stimmen, Heidentum und Christentum.


Dennoch gibt es in sehr vielen religiösen und spirituellen Traditionen Übereinstimmungen. Sowohl Heidentum wie Christentum fordern dazu auf, liebevoll miteinander umzugehen, zum Beispiel. Beide gehen auch davon aus, dass der Mensch mehr ist als ein Körper, sondern ein geistiges Wesen.

Wahrheit ist an vielen Orten zu finden...
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Re: Neo-Heidentum

Beitragvon parepidimos » Mo 3. Dez 2007, 16:46

Original von Mustikka
Gegenfrage: Was spricht denn spezifisch für den Gott der Bibel?

Hier geht es um´s Neuheidentum, nicht um den "Gott der Bibel". Zudem interessiert mich hier der Dialog mit Odins_Treu, dh. zwischen meinem Glauben und einem anderen, und nicht eine Repetition des ewiggleichen Schlagabtausches zwischen Christentum und den Hofskeptikern der Forums.

Original von Frau Katz
lassen wir das Thema also sein, das wird kompliziert werden und mit neuem Heidentum hats nichts mehr zu tun.

Und ob! Wenn dir das zu kompliziert ist, dann lass es eben. Ich brauche keinen Moderator fuer meinen Dialog mit Odins_Treu. Vorausgesetzt, er meldet sich wieder.

Man kann wohl schon gewisse Tendenzen ausmachen. zB dass es unter Akademikern wohl mehr Atheisten hat als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Das glaube ich keine Sekunde. Denn erstens erstaunt es nicht, dass sich unter der gebildeten Elite weniger Menschen befinden, die sich ihren Glauben viel kosten lassen, zB. durch Engagement in einer Gemeinde. Das laesst sich mit Faktoren wie extremer Ehrgeiz, Workaholismus, Stolz, Wohlstand und Sattheit erklaeren, welche mit diesem Status einhergehen.

Interviewt man dagegen Kosmologen an fuehrenden Institutionen, wie dies MIT-Professor Alan Lightman (selber ein Agnostiker) in seinem Buch "Origins" getan hat, so stellt man fest, dass unter ihnen dieselbe Bandbreite von Weltanschauungen existiert wie in der breiten Bevoelkerung. Die amerikanische wissenschaftliche Ehrengesellschaft Sigma-Psi veranstaltete unter ihren 65000 Mitgliedern (darunter 200 Gewinner eines Nobelpreises) eine Umfrage: 41% sagten, regelmaessig zur Kirche zu gehen. Der US-Durchschnitt liegt bei 42%. Von den 65000 Abonnenten der Biologen-Zeitschrift "The Scientist" bezeichnen sich 59% als "religioes", die Haelfte davon als "tief religioes".

Mir scheint, die Tendenz, die du auszumachen glaubst sei ein Feigenblatt. Die Daten (so sie denn ueberhaupt verfuegbar sind) deuten in eine andere Richtung.
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