Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Sondergruppen, Fanatismus

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Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Mi 26. Sep 2007, 14:34

In seinem öffentlichen Blog schreibt Hugo Stamm am 25.09.2007 seine aktuelle Definition von Sekten. Interessant dabei ist, dass er mit dieser Definition den Glauben an die Erlösung durch Jesus ebenso in die Sektenecke drängt:

Glaubensgemeinschaften, die Vorschriften bis in den Alltag ihrer Anhänger vorgeben, sind sektenhaft. ("Du darft kein Fleisch essen, keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr ausüben, musst x Prozent deines Einkommens abliefern, musst jeden Sonntag die Messe besuchen, musst dich an der Organisation der Gemeinschaft beteiligen, sollst nicht mit Ungläubigen verkehren, musst eine bestimmte Anzahl Seminarien besuchen, täglich meditieren usw.";) Noch sektenhafter wird es, wenn man gerügt, bestraft oder stigmatisiert wird, wenn man die Glaubensregeln nicht befolgt. ("Du verpasst die Erleuchtung, du kommst nicht in den Himmel, du kannst keine Führungsaufgaben übernehmen....";)

Wo Angstmanagement betrieben wird, sind Sekten am Werk. ("Wer nicht jeden Tag meditiert, verliert den Schutz der aufgestiegenen Meister oder Engel, wer sündigt, öffnet sich für die Attacken des Satans, wer nicht Jesus in sein Herz aufnimmt, ist am jüngsten Tag verloren." usw.)

Sektenhaft wird es auch, wenn behauptet wird, nur durch uns und mit uns ist spirituelle Erlösung möglich. Wenn die Diskrepanz zwischen Versprechen und Realität offensichtlich ist.

Die Folge solcher Politik: Ungünstige Persönlichkeitsentwicklung, Entfremdung, Realitätsverlust, Radikalität, Wahrnehmungsverschiebungen, Abrustschen in eine Scheinwelt, Angst, Glaubensdogmen kritisch zu hinterfragen, Überanpassung, vorauseilender Gehorsam usw.


Ich bin entsetzt, wenn ich auch nicht viel mehr von Hugo Stamm erwartet habe. Was meint ihr dazu?

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon bigbird » Mi 26. Sep 2007, 14:39

Original von Robby
Ich bin entsetzt, wenn ich auch nicht viel mehr von Hugo Stamm erwartet habe. Was meint ihr dazu?
Ich erwarte auch nicht mehr von Hugo Stamm - wobei er in gewissen Dingen nicht Unrecht hat - aber ...

bb
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Enggi » Mi 26. Sep 2007, 14:58

Ich war soeben auf hugostamm.kaywa.ch, sein neuster Beitrag datiert vom 24.09.2007

Hat er den erwähnten Beitrag schon wieder gelöscht, weil er ihm zu heiss war?
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Krispus » Mi 26. Sep 2007, 15:18

Original von Robby
In seinem öffentlichen Blog schreibt Hugo Stamm am 25.09.2007 seine aktuelle Definition von Sekten. Interessant dabei ist, dass er mit dieser Definition den Glauben an die Erlösung durch Jesus ebenso in die Sektenecke drängt:

...

Wo Angstmanagement betrieben wird, sind Sekten am Werk. ("Wer nicht jeden Tag meditiert, verliert den Schutz der aufgestiegenen Meister oder Engel, wer sündigt, öffnet sich für die Attacken des Satans, wer nicht Jesus in sein Herz aufnimmt, ist am jüngsten Tag verloren." usw.)

...

Ich bin entsetzt, wenn ich auch nicht viel mehr von Hugo Stamm erwartet habe. Was meint ihr dazu?




Er redet allerdings hier nicht über die Erlösung durch Jesus, sondern von Angstmanagement! Diese in Klammern gesetzten Beispiele können, und sind leider auch schon oft, zum Angstmachen missbraucht worden.

LG Krispus


PS: Wettert Hugo Stamm gegen die Christen klatschen die Nichtchristen, wettert er gegen die Esoteriker klatschen die Christen. Aber Hugo Stamm selbst habe ich noch nie mit einem eigenen Glaubensbekenntnis gehört. Er wirkt auf mich sehr kalt und kommt mir eher vor wie so ein selbsternannter Fürst, der alles bestimmt und weiss wie es geht im Glaubensbereich.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon bigbird » Mi 26. Sep 2007, 15:22

Original von Krispus
Aber Hugo Stamm selbst habe ich noch nie mit einem eigenen Glaubensbekenntnis gehört.
Ich schon ... in einer TV-Sendung. Da ist er von einer gläubigen Diskussionspartnerin herausgefordert worden (ich glaub es war an einem Dienstag im "Club";). Den genauen Wortlaut weiss ich natürlich nicht mehr, aber es war eindeutig so, dass er nicht an Gott glaubt, in keiner Art und Weise.

bb
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Krispus » Mi 26. Sep 2007, 15:26

Das ist interessant.

Ich habe ihn schon öfters gehört und ihn dann so erlebt, dass er sich ganz stark zurückgenommen hat, sobald es in persönliche Bereiche ging.




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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Seraphim » Mi 26. Sep 2007, 15:29

Original von Robby
Die Folge solcher Politik: Ungünstige Persönlichkeitsentwicklung, Entfremdung, Realitätsverlust, Radikalität, Wahrnehmungsverschiebungen, Abrustschen in eine Scheinwelt, Angst, Glaubensdogmen kritisch zu hinterfragen, Überanpassung, vorauseilender Gehorsam usw.


Realitätsverlust?
gibt es eine gültige Definition von Realität, oder ist Realität immer auch beeinflusst aus der Sicht des Betrachters?
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Krispus » Mi 26. Sep 2007, 15:31

Original von Enggi
Ich war soeben auf hugostamm.kaywa.ch, sein neuster Beitrag datiert vom 24.09.2007

Hat er den erwähnten Beitrag schon wieder gelöscht, weil er ihm zu heiss war?


Ich habs nochmals angeschaut, der Beitrag ist doch noch drin!
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon bigbird » Mi 26. Sep 2007, 15:44

Original von Krispus
Das ist interessant.

Ich habe ihn schon öfters gehört und ihn dann so erlebt, dass er sich ganz stark zurückgenommen hat, sobald es in persönliche Bereiche ging.
Stimmt genau - aber die junge Frau hat nicht locker gelassen - und da hat zugeben müssen, dass er nicht an Gott glaubt.

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon detlev » Mi 26. Sep 2007, 17:00

Original von bigbird
Da ist er von einer gläubigen Diskussionspartnerin herausgefordert worden (ich glaub es war an einem Dienstag im "Club";). Den genauen Wortlaut weiss ich natürlich nicht mehr, aber es war eindeutig so, dass er nicht an Gott glaubt, in keiner Art und Weise.


Ziischtigs-Club, war das und er wurde von Jeanette Macchi-Meier herausgefordert.

Soweit ich mich jedoch erinnern kann, meinte er, Gott sei etwas so grosses, als dass man es mit dem Verstand erfassen könne. Viel, viel grösser, unmöglich zu fassen - oder so.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon detlev » Mi 26. Sep 2007, 17:04

Original von Robby
wer nicht Jesus in sein Herz aufnimmt, ist am jüngsten Tag verloren." usw.)


Und da hat er auch vollkommen Recht - denn es sollte heissen: "Wer an Jesus glaubt, wird gerettet werden!"


Wichtiger Unterschied.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Zorro » Mi 26. Sep 2007, 19:08

Original von detlev
Und da hat er auch vollkommen Recht - denn es sollte heissen: "Wer an Jesus glaubt, wird gerettet werden!"


Wichtiger Unterschied.


Detlev

Wie kannst du jemanden in dein Herz aufnehmen, ohne an ihn zu glauben :shock: ?

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Mi 26. Sep 2007, 19:19

Original von Krispus
Er redet allerdings hier nicht über die Erlösung durch Jesus, sondern von Angstmanagement! Diese in Klammern gesetzten Beispiele können, und sind leider auch schon oft, zum Angstmachen missbraucht worden.

LG Krispus


Einverstanden. Wenn ich als Christ jedoch die Bibel zitiere, dass alle Menschen, die Jesus ablehnen nicht errettet werden, dann wird das oftmals bereits als Angstmacherei bezeichnet. Nach dieser Terminologie wäre das ja bereits erfüllt. Somit fallen die meisten Glaubensrichtungen unter dieses Damoklesschwert. Siehst du das nicht so?
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon gfc » Mi 26. Sep 2007, 20:22

Original von Robby
In seinem öffentlichen Blog schreibt Hugo Stamm am 25.09.2007 seine aktuelle Definition von Sekten. Interessant dabei ist, dass er mit dieser Definition den Glauben an die Erlösung durch Jesus ebenso in die Sektenecke drängt



Natürlich, das christentum ist eine jüdische Sekte. Die ersten Christne wurden übrigens auch explizit so genannt: "Sekte der Nazarener“
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Jack » Mi 26. Sep 2007, 20:33

Original von bigbird
Ich schon ... in einer TV-Sendung. Da ist er von einer gläubigen Diskussionspartnerin herausgefordert worden (ich glaub es war an einem Dienstag im "Club";). Den genauen Wortlaut weiss ich natürlich nicht mehr, aber es war eindeutig so, dass er nicht an Gott glaubt, in keiner Art und Weise.

bb


Nope, das ist so nicht richtig, detlev hat das schon angesprochen.

alles nachzulesen in Livenet , so ein Portal für Christen (für die, die es noch nicht kennen *hüstel*

Der Glaube des Hugo Stamm
Gegen Schluss des Gesprächs fordert Jeannette Macchi-Meier Hugo Stamm heraus, selbst mal zu erklären, woran er denn glaube. Er müsse deutlich machen, aus welcher Position heraus er denn immer wieder die christlichen Gemeinschaften kritisiere. Stamm will zuerst ausweichen, doch Macchi hakt nach. Etwas umständlich erkärt Stamm dann, er glaube wohl an eine höhere Macht, doch sei diese zu komplex, um sie verstandesmässig zu erfassen. Wenn er diesen Gott verstünde, wäre er ja am Ende seiner persönlichen Entwicklung, und das wolle er nicht.


hervorhebung durch mich.
Also als "Atheist" der in keiner Art und Weise an Gott glaubt (Zitat bb) kann man Stamm wohl nicht bezeichnen. Agnostiker käme da allenfalls noch in Frage.

"Das da noch etwas sein muss", "höhere Macht" usw ist wohl so ziemlich der weitesverbreitete "Glaube" in unseren Gefilden. Man will sich nicht recht festlegen, hat das Gefühl, dass da doch noch etwas dran sein müsste (kindliche Indoktrinierung?)

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"Wenn die Menschen nur deshalb gut sind, weil sie sich vor Strafe fürchten und auf Belohung hoffen, sind wir wirklich ein armseliger Haufen."
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon detlev » Mi 26. Sep 2007, 22:13

Original von Zorro
Detlev

Wie kannst du jemanden in dein Herz aufnehmen, ohne an ihn zu glauben :shock: ?


Soweit ich weiss sagte Jesus: ....sagt: Friede mit euch! Wenn die euch nicht aufnehmen, sagt ihnen, sie hätten ihr Urteil selbst gesprochen und zieht weiter.

Und nicht umgekehrt:

Wenn ihr uns nicht aufnehmt (und somit Jesus), werdet ihr beim jüngsten Gericht....!! Holla holla....
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Johncom » Do 27. Sep 2007, 06:53

Original von Robby
Glaubensgemeinschaften, die Vorschriften bis in den Alltag ihrer Anhänger vorgeben, sind sektenhaft. ("Du darft kein Fleisch essen, keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr ausüben, musst x Prozent deines Einkommens abliefern, musst jeden Sonntag die Messe besuchen, musst dich an der Organisation der Gemeinschaft beteiligen, sollst nicht mit Ungläubigen verkehren, musst eine bestimmte Anzahl Seminarien besuchen, täglich meditieren usw.";) Noch sektenhafter wird es, wenn man gerügt, bestraft oder stigmatisiert wird, wenn man die Glaubensregeln nicht befolgt. ("Du verpasst die Erleuchtung, du kommst nicht in den Himmel, du kannst keine Führungsaufgaben übernehmen....";)

Wo Angstmanagement betrieben wird, sind Sekten am Werk. ("Wer nicht jeden Tag meditiert, verliert den Schutz der aufgestiegenen Meister oder Engel, wer sündigt, öffnet sich für die Attacken des Satans, wer nicht Jesus in sein Herz aufnimmt, ist am jüngsten Tag verloren." usw.)

Sektenhaft wird es auch, wenn behauptet wird, nur durch uns und mit uns ist spirituelle Erlösung möglich. Wenn die Diskrepanz zwischen Versprechen und Realität offensichtlich ist.


Das Wort Sekte hat hier einen schlechten Ruf. Man denkt an eine Minikirche, deren Mitglieder die ´Wahrheit gefres.sen´ haben, also Glaubensgemeinschaften wie z. B. Zeugen Jehovas, die sich für besser halten als andere. Oder man denkt an zweifelhafte ´Gurus´, die es auf Macht abgesehen haben und auf das Geld ihrer Anhänger. Vergessen wird daß auch die Christen als Sekte angefangen habe, daß wiederum sich unzählige Sekten aus der ehemals einen christlichen Kirche abspalteten. secare = abtrennen

Der Angstmanagement-Hinweis dieses Herrn Stamm ist natürlich absolut berechtigt. Jeder kann es bei sich selbst nachprüfen: Wenn ich diese oder jene Rituale, Gebete, Bekenntnisse eine Zeit lang weglasse, wenn ich mal ´Urlaub mache´ vom meiner vertrauten Glaubenspraxis .... falle ich dann ´in Ungnade´ ? Fürchte ich eventuell ´Bestrafung´, oder z.B. daß jetzt negative Geister sich über mich hermachen ? Daß ich meinen vielleicht sicher geglaubten Platz im Himmelreich verliere ?

Ja, ich finde auch ... wenn behauptet wird, nur ´bei uns´ ist der wahre Weg und der einzige Weg, das ist Sektenmache. Auch in solchen Aussagen steckt secare = abtrennen. Der Gottsucher wird von seiner menschlichen Umwelt abgetrennt, es wird ihm auferlegt sich aus der Mitmenschenwelt herauszulösen. Hinein in eine kleine (elitäre) Gemeinschaft, die den einzigen echten Heilsweg kennt. Sekten erschaffen ´Paralellwelten´.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Krispus » Do 27. Sep 2007, 06:56

Original von Robby
....
Wenn ich als Christ jedoch die Bibel zitiere, dass alle Menschen, die Jesus ablehnen nicht errettet werden, dann wird das oftmals bereits als Angstmacherei bezeichnet. Nach dieser Terminologie wäre das ja bereits erfüllt. Somit fallen die meisten Glaubensrichtungen unter dieses Damoklesschwert. Siehst du das nicht so?

Wenn Du als Christ die Bibel zitierst und dabei die Botschaft so verkürzt, dass daraus was ganz anderes wird, dann darf man gewiss die Frage nach Sektiererei stellen. Jesus, der der Christus ist, hat nicht nur von der Verlorenheit gesprochen. Wenn die Verlorenheit die Zusammenfassung der Frohen Botschaft ist, dann kann ich das Argument der Angstmacherei verstehen. Das richtige Zitieren eines Bibelverses rechtfertigt nicht schon die Rechtgläubigkeit.

Jesus Christus hat nämlich viel mehr gesagt: z.B. Mt 28,20 "und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." oder Mt 9,12 "Er hörte es und sprach: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken." Das gehört auch dazu - und noch vieles mehr, angenehme und unangenehme Botschaften!

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Nataraja » Do 27. Sep 2007, 07:27

Wer ist Hugo Stamm? Muß man den kennen? <- Das war nicht ironisch gemeint, mir sagt der Name wirklich nichts...
Zu seiner Definition:
Grundsätzlich sind Sektendefinitionen, die sich herleiten über eine Kritik der Glaubensinhalte, relativ schlecht. Denn hier ist ja das Kriterium wahrer Glaube/falscher Glaube das entscheidende. Und es kann ja keiner mit einer empirischen Beweisführung aufzeigen, warum dieser oder jener Glauben falsch oder richtig ist.
Es wäre besser, wenn man das Charakteristikum Sekte eher an strukturellen Gegebenheiten festmachen würde. Doch dabei ist dann folgendes Problem gleich mitgeliefert:
Wenn man versucht, eine strukturelle Sektendefinition zu liefern, stellt man schnell fest, dass es eigentlich keine Sekten gibt, denn das Kriterium wahrer Glaube/falscher Glaube fällt hier ja weg. Und wenn man dann sieht, dass Sekte ja immer die Definition einer größeren, stärkeren Kirche gegenüber einer kleineren, meist reformerischen Kirche ist, dann erkennt man, dass das Wort Sekte leider nur ein Werkzeug der Machtzementierung ist. Schon im alten Rom, wo man die Christen als Sekte bezeichnete konnte man das feststellen. Mit Sekte meinte man ja lediglich, dass hier irgendwelche neuen religiösen Sonderlinge unterwegs sind.
Noch vor hundert Jahren war das Wort Sekte mit keinerlei Bewertung behaftet. Der Religionssoziologe Max Müller nannte in seinen gesammelten Aufsätzen zur Relogionssoziologie die unzähligen Grüppchens und Kirchen des Protestantismus auch Sekten, um damit zu verdeutlichen, dass sie eben frei sind, und aufgrund von gewissen Änderungen der katholischen oder landeskirchlichen Norm auch anders sind.
Erst in unseren Tagen wurde das Wort Sekte zu einem wirklich widerlichen Kampfbegriff. In den neunziger Jahren, bevor in Deutschland die Enquette-Komission sich dem Thema Sekte annahm, gab es ja eine regelrechte Flut von selbsternannten landeskirchlichen Sekten-"Jägern" wie etwa von Pfarrer Haack, die allesamt extrem unwissenschaftlich an dieses Thema rangingen, und sich ganz billiger Klischees bedienten, die vor allem aus den sozialwissenschaftlichen Bereich übernommen wurden.
Erst als der Bericht der Enquette-Kommision des deutschen Bundestages vorlag, ging ein Raunen durch die Szene der Sektenjäger, denn was von ihnen als extrem gefährlich beschrieben wurde, war ja gar nicht so schlimm. Es gab keine Hirnwäschen durch ekten, oder gar Psychomutationen, sondern der Bericht zeigte ganz klar, dass die Flut an Büchern und Zeitungsartikel ein Thema auf eine Art und Weise darstellten, wie es schlechter nicht mehr ging. Das Wort Sekte wird ja in diesem Bericht sogar abgelehnt, und es wird geraten, ihn nicht mehr zu verwenden, da er eine Wertung enthält, die nicht zutreffend ist.

Gruß

Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Wolfi » Do 27. Sep 2007, 07:50

@ Nataraja :
Wer ist Hugo Stamm? Muß man den kennen?

Nicht notwendigerweise.
"wikipedia" sagt zu Sekten u.a.:

Im landläufigen Sprachgebrauch werden als Sekten oft religiöse Gruppen bezeichnet, die in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen werden, oder die in orthodoxer theologischer Hinsicht als „Irrlehre“ angesehen werden. Dies umfasst auch lang bestehende christliche Gruppen, die sich in Lehre und/oder Praxis vom Herkömmlichen unterscheiden als auch neue Gruppen bezeichnet, insbesondere solche, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind und als Jugendsekten bezeichnet werden, weil sie anfänglich viele junge Mitglieder hatten.
„Sekte“ wird oftmals als Kampfbegriff gebraucht.[2]

So wird so genannten Sekte häufig vorgeworfen, sie würden sich v. a. aus wirtschaftlichen Gründen als religiöse Glaubensgemeinschaften ausgeben, um den besonderen Schutz des Staates, größere Freiheiten und Rechte, sowie die Befreiung von Steuern zu genießen. Bekanntestes Beispiel dafür ist Scientology.

Vereinzelt geraten so genannte Sekten im Zusammenhang mit Gewaltaktionen in die Schlagzeilen. Besonders spektakuläre Beispiele sind:

der Massenselbstmord der über 900 Mitglieder der Volkstempel-Sekte 1978 in Guyana,
Mordanschläge gegen angebliche Widersacher durch Swami Omkarananda und einige Anhänger des von ihm gegründeten Divine Light Zentrum,
die Church of the Lamb of God dessen Führer Ervil LeBaron in den 1970er Jahren ca. 25 Rivalen ermorden ließ,
der Salmonellen-Anschlag 1984 auf mehrere Salatbars in der Kleinstadt The Dalles durch die Bhagwan-Sekte, bei dem ca. 750 Einwohner erkrankten,
der bewaffnete Widerstand der Davidianer gegen die US-Behörden 1993, bei dem vier Polizisten und später über 80 Sektenmitglieder starben,
die Massenselbstmorde innerhalb der Sonnentempler-Sekte, bei denen zwischen 1994 und 1997 in der Schweiz, in Kanada und in Frankreich insgesamt 74 Mitglieder ums Leben kamen,
die Colonia Dignidad, in der Kinder missbraucht und politische Gegner gefoltert wurden,
der Heaven´s Gate-Massenselbstmord mit 39 Toten,
am 17. März 2000 der Massenmord an Mitgliedern des Movement for the Restoration of the Ten Commandments of God in Uganda mit über 1000 Toten.[3]
Yahweh ben Yahweh, Führer der Nation of Yahweh, verantwortlich für fast zwei Dutzend grausame Morde in den 80er Jahren.[4]
Die Sekte von Jeffrey Lundgren, die 1989 eine fünfköpfige Familie umbrachte, die der Sektenführer für nicht "überzeugt" genug hielt. Lundgren wurde 2006 hingerichtet.[5][6]
Der größte Anschlag einer Sekte gegen Außenstehende in der modernen Zeit war das Giftgasattentat Ômu Shinrikyôs in der U-Bahn von Tokio im Jahr 1995, bei dem zwölf Menschen starben und etwa 1000 verletzt wurden.[7]


Kontroversen
Das Thema Sekten führt auch immer wieder zu Kontroversen. Dabei stehen sich zwei Lager gegenüber: auf der einen Seite vorwiegend die, die sich auf die Religionsfreiheit berufen, und die wertende Einschränkung von religiösen Gruppen scharf verurteilen, mehrheitlich Vertreter von religiösen und weltanschaulichen Minderheitsgruppen und Verfechter der Religionsfreiheit, unter den Akademikern mehrheitlich Religionswissenschaftler, einige Soziologen und Juristen. Auf der anderen Seite finden sich diejenigen, die neureligiöse Gruppen scharf verurteilen, weil sie die Freiheit von Individuen beschneiden würden oder nach unkontrollierter gesellschaftlicher Macht streben, darunter Vertreter der großen Kirchen, Mitarbeiter staatlicher Stellen sowie Initiativen von betroffenen Familienangehörigen oder ehemaligen Mitgliedern, Psychologen, Soziologen, Politologen und Juristen.

Im Einzelnen drehen sich die Kontroversen häufig um mutmaßliche oder tatsächliche…

Einschränkungen der Religionsfreiheit religiöser Randgruppen, etwa durch Kritik ihrer Praktiken und juristische Zwangsmaßnahmen
Einschränkungen der religiösen Freiheit durch unterschiedliche Grade der gesetzlichen Anerkennung
Einschränkungen der Meinungsfreiheit von Gruppenmitglieder
Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Gruppenmitgliedern
wirtschaftliche Ausbeutung der Mitglieder durch lange Arbeitszeiten und minimales Gehalt
sexuelle Ausbeutung von Mitgliedern durch Gruppenführer
Menschenrechtsverletzungen durch gruppeninterne, gerichtsähnliche Verfahren
Personenkulte um die Anführer der betreffenden Gruppe
Familienkonflikte, insbesondere bei Familien wo ein Elternteil die Gruppe verlassen hat und die Kinder in der Gruppe bleiben
Behinderung von Kindern beim Zugang zu Ausbildung, ärztlicher Versorgung und Familienangehörigen außerhalb der Gruppe
Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Gruppenmitglieder
In manchen Fällen werden solche Vorwürfe einseitig gegenüber religiösen Randgruppen erhoben, während das gleiche Verhalten bei etablierten Kirchen übersehen wird oder die Schuld Einzelpersonen zugewiesen wird, während bei religiösen Randgruppen die Strukturen dafür verantwortlich gemacht werden.


Vielleicht hilft das ja auch ein wenig zur Begriffsklärung/-erläuterung ...
lg, wolfi
Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 27. Sep 2007, 08:11

Original von Krispus
Wenn Du als Christ die Bibel zitierst und dabei die Botschaft so verkürzt, dass daraus was ganz anderes wird, dann darf man gewiss die Frage nach Sektiererei stellen. Jesus, der der Christus ist, hat nicht nur von der Verlorenheit gesprochen. Wenn die Verlorenheit die Zusammenfassung der Frohen Botschaft ist, dann kann ich das Argument der Angstmacherei verstehen. Das richtige Zitieren eines Bibelverses rechtfertigt nicht schon die Rechtgläubigkeit.

Jesus Christus hat nämlich viel mehr gesagt: z.B. Mt 28,20 "und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." oder Mt 9,12 "Er hörte es und sprach: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken." Das gehört auch dazu - und noch vieles mehr, angenehme und unangenehme Botschaften!

LG Krispus



Das bestreitet ja niemand Krispus. Hugo Stamm zitiert aber ausdrücklich die Passage, dass wenn man Jesus nicht aufgenommen habe, verloren gehe. Dies ist eine der Kernaussagen der Bibel, (Johannes 14,6), wenn man die nennt als z.B. Freikirche, dann ist man nach Hugo Stamm bereits als sektenhafte Gemeinschaft klassiert. DIES gibt mir zu denken, vor allem auch kombiniert mit politischen Eingriffen (Sektenpolitik), die dediziert verlangt werden.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon origo » Do 27. Sep 2007, 08:14

Original von Robby
Ich bin entsetzt, wenn ich auch nicht viel mehr von Hugo Stamm erwartet habe. Was meint ihr dazu?

Einem humanistisch denkenden Intellektuellen ist Glaube und gar noch Hingabe unverständlich oder gar suspekt.
Von Hugo Stamm kann man nicht erwarten, dass er sich in die unsichtbare Welt einfühlen kann.

lg origo
"Lass dich nicht einfangen durch Philosophie und Weisheit von Menschen, nach den Grundsätzen der Welt, aber nicht Christus gemäss. Denn in Ihm ist die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig und ihr habt die Fülle in Ihm, dem Herrscher." Kolosser 2,8-9
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon F.R.O.G » Do 27. Sep 2007, 08:20

Original von Robby
("Du darft kein Fleisch essen, keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr ausüben, musst x Prozent deines Einkommens abliefern, musst jeden Sonntag die Messe besuchen, musst dich an der Organisation der Gemeinschaft beteiligen, sollst nicht mit Ungläubigen verkehren, musst eine bestimmte Anzahl Seminarien besuchen, täglich meditieren usw.";)
Jaja, da meint Hugo Stamm die Christen! Und ich muss sagen, dass diese Zuchtmeisterei in christlichen Gemeinden und Gemeinschaften nicht unbekannt sind........ 8-)
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Enggi » Do 27. Sep 2007, 08:36

Original von F.R.O.G
Jaja, da meint Hugo Stamm die Christen! Und ich muss sagen, dass diese Zuchtmeisterei in christlichen Gemeinden und Gemeinschaften nicht unbekannt sind........ 8-)
Da scheine ich ja mal wieder Glück gehabt zu haben, dass das in meinem Verein nicht so ist.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon F.R.O.G » Do 27. Sep 2007, 08:45

Original von Enggi
Original von F.R.O.G
Jaja, da meint Hugo Stamm die Christen! Und ich muss sagen, dass diese Zuchtmeisterei in christlichen Gemeinden und Gemeinschaften nicht unbekannt sind........ 8-)
Da scheine ich ja mal wieder Glück gehabt zu haben, dass das in meinem Verein nicht so ist.
Enggi im Glück! :D

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon bigbird » Do 27. Sep 2007, 08:47

Original von Enggi
Original von F.R.O.G
Jaja, da meint Hugo Stamm die Christen! Und ich muss sagen, dass diese Zuchtmeisterei in christlichen Gemeinden und Gemeinschaften nicht unbekannt sind........ 8-)
Da scheine ich ja mal wieder Glück gehabt zu haben, dass das in meinem Verein nicht so ist.
Geht mir auch so :D

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon tomm » Do 27. Sep 2007, 10:09

Hallo Robby

Original von Robby
In seinem öffentlichen Blog schreibt Hugo Stamm am 25.09.2007 seine aktuelle Definition von Sekten. Interessant dabei ist, dass er mit dieser Definition den Glauben an die Erlösung durch Jesus ebenso in die Sektenecke drängt:


Wo Angstmanagement betrieben wird, sind Sekten am Werk. ("Wer nicht jeden Tag meditiert, verliert den Schutz der aufgestiegenen Meister oder Engel, wer sündigt, öffnet sich für die Attacken des Satans, wer nicht Jesus in sein Herz aufnimmt, ist am jüngsten Tag verloren." usw.)
...
Die Folge solcher Politik: Ungünstige Persönlichkeitsentwicklung, Entfremdung, Realitätsverlust, Radikalität, Wahrnehmungsverschiebungen, Abrustschen in eine Scheinwelt, Angst, Glaubensdogmen kritisch zu hinterfragen, Überanpassung, vorauseilender Gehorsam usw.


Ich bin entsetzt, wenn ich auch nicht viel mehr von Hugo Stamm erwartet habe. Was meint ihr dazu?


Ich finde, dass Hugo Stamm mit seiner Aufklärungsarbeit im allgemeinen etwas Gutes leistet. Seine Aussage betreffend Jesus ist eigentlich konsequent, ich erwarte eigentlich auch nix anderes von Stamm - Im Gegenteil, er wäre nicht ernst zu nehmen, wenn er das Christentum "bevorzugen" würde bei seiner Kritik.

Die Aussage ist auch nicht gegen Jesus selbst gerichtet, sondern gegen die "Heilsverkäufer", die durch solche Aussagen bei interessierten Personen und Anhängern Ängste schüren und sie dadurch manipulierbar machen und an sich binden. Stamm nennt das oben Angstmanagement.


Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!


lg und Gottes Segen euch allen
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Zorro » Do 27. Sep 2007, 10:59

Original von tomm

Seine Aussage betreffend Jesus ist eigentlich konsequent, ich erwarte eigentlich auch nix anderes von Stamm - Im Gegenteil, er wäre nicht ernst zu nehmen, wenn er das Christentum "bevorzugen" würde bei seiner Kritik.

Die Aussage ist auch nicht gegen Jesus selbst gerichtet, sondern gegen die "Heilsverkäufer", die durch solche Aussagen bei interessierten Personen und Anhängern Ängste schüren und sie dadurch manipulierbar machen und an sich binden. Stamm nennt das oben Angstmanagement.


Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!


Ciao Tom

Ich sehe die Gefahr, dass alles sektenhaft wird, nur weil sich eine Freikirche auf "niemand kommt zum Vater denn durch mich" beruft. Wenn man Stamm´s Aussage nämlich weiterspinnt ist das genau die Quintessenz. Oder kannst du einem Ungläubigen sagen, er müsse keine Angst vor dem Tod haben, wenn er Jesus nicht im Herzen aufgenommen hat? Nein, also bist du bereits ein Angstmacher :(
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon detlev » Do 27. Sep 2007, 11:39

hier nochmal die Aussge von Stamm:

Wo Angstmanagement betrieben wird, sind Sekten am Werk. ("Wer nicht jeden Tag meditiert, verliert den Schutz der aufgestiegenen Meister oder Engel, wer sündigt, öffnet sich für die Attacken des Satans, wer nicht Jesus in sein Herz aufnimmt, ist am jüngsten Tag verloren." usw.)


Wer also nur das nennt! Da geht es nicht darum, die Bibel in einzelnen Passagen zu zitieren, sondern eben nur diese einzelne Passagen zu zitieren.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon tomm » Do 27. Sep 2007, 12:03

Original von Zorro
Ich sehe die Gefahr, dass alles sektenhaft wird, nur weil sich eine Freikirche auf "niemand kommt zum Vater denn durch mich" beruft. Wenn man Stamm´s Aussage nämlich weiterspinnt ist das genau die Quintessenz. Oder kannst du einem Ungläubigen sagen, er müsse keine Angst vor dem Tod haben, wenn er Jesus nicht im Herzen aufgenommen hat? Nein, also bist du bereits ein Angstmacher :(
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Hallo Zorro


Nein, ich versuche kein Angstmacher zu sein. Die Aussage "niemand kommt zum Vater denn durch mich" steht in der Schrift, aber sie steht nicht isoliert da. Ich werde sie nicht einem Ungläubigen oder Andersgläubigen (noch einem Christen) zitieren um ihn zu ermahnen, das wäre, so finde ich, ganz und gar nutzlos und deplaziert. Was ich tue, ist diesen Satz aufgreifen und laut darüber nachdenken. So lasse ich dem anderen die Möglichkeit, diesen Satz für sich zu deuten.

Ich sehe die Chance als Christ darin, Menschen die auf der Suche sind, die Perspektive als Christ aufzuzeigen. Ich richte nicht über andere, erlaube mir kein Urteil und spekuliere nicht darüber, ob nun Christ X, Muslim Y oder Atheist Z erlöst sei. Wozu auch?


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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Zorro » Do 27. Sep 2007, 12:15

Original von tomm

Hallo Zorro

Nein, ich versuche kein Angstmacher zu sein. Die Aussage "niemand kommt zum Vater denn durch mich" steht in der Schrift, aber sie steht nicht isoliert da. Ich werde sie nicht einem Ungläubigen oder Andersgläubigen (noch einem Christen) zitieren um ihn zu ermahnen, das wäre, so finde ich, ganz und gar nutzlos und deplaziert. Was ich tue, ist diesen Satz aufgreifen und laut darüber nachdenken. So lasse ich dem anderen die Möglichkeit, diesen Satz für sich zu deuten.

Ich sehe die Chance als Christ darin, Menschen die auf der Suche sind, die Perspektive als Christ aufzuzeigen. Ich richte nicht über andere, erlaube mir kein Urteil und spekuliere nicht darüber, ob nun Christ X, Muslim Y oder Atheist Z erlöst sei. Wozu auch?


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Danke Tom!

Wenn dich nun Hr. Peter Muster fragt, ob er verloren sei, wenn er Jesus nicht in sein Herz und Leben aufnehmen, was antwortest du ihm ohne den Vorwurf der Angstmacherei zu hören?
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon tomm » Do 27. Sep 2007, 12:33

Original von Zorro
Wenn dich nun Hr. Peter Muster fragt, ob er verloren sei, wenn er Jesus nicht in sein Herz und Leben aufnehmen, was antwortest du ihm ohne den Vorwurf der Angstmacherei zu hören?


Hallo Zorro


Ich bin kein Versicherungsverkäufer! ;) Deshalb werde ihm erklären, dass die Umkehr zu Gott nicht wie der Abschluss einer "Lebensversicherung" ist, sondern dass Christ Sein ein Lebensweg ist. Bestandteil dieses Lebenswegs ist die Ausrichtung auf den lebendigen Gott bzw. Jesus Christus. Und ich freue mich sehr, wenn er diesen Schritt in seinem Herzen machen kann! :)

Anders gesagt: Ich weiss es nicht. Was ich aber bestimmt weiss, ist dass niemand verloren geht, der sich Gott/Jesus anvertraut.


lg
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Krispus » Do 27. Sep 2007, 15:15

Original von Robby
...
Hugo Stamm zitiert aber ausdrücklich die Passage, dass wenn man Jesus nicht aufgenommen habe, verloren gehe. Dies ist eine der Kernaussagen der Bibel, (Johannes 14,6), wenn man die nennt als z.B. Freikirche, dann ist man nach Hugo Stamm bereits als sektenhafte Gemeinschaft klassiert. DIES gibt mir zu denken, vor allem auch kombiniert mit politischen Eingriffen (Sektenpolitik), die dediziert verlangt werden.

Ob das ein Zitat ist, das er mal genau so gehört hat, sei dahingestellt. Aber ähnliches habe ich auch schon gehört! Jedenfalls zitiert er das nicht direkt aus der Bibel. Auch meine ich, dass dieses "Zitat" von diesem "Sektenspezialisten" ebenfalls keine Kernaussage der Bibel ist.

Auch Deinen Hinweis auf eine der Kernbotschaften Johannes 14,6 klingt nämlich ganz anders: Jesus sagt zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich.


Weitere Bibelstellen zeigen die Haltung des Evangeliums auf:

Lk 15,8
Oder welche Frau, die zehn Drachmen besitzt und eine davon verloren hat, zündet nicht ein Licht an, kehrt das Haus und sucht eifrig, bis sie sie findet?
--------------------------------------------------
Lk 15,9
Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.
--------------------------------------------------
Lk 15,24
Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an zu feiern.
--------------------------------------------------
Lk 15,32
Feiern muss man jetzt und sich freuen, denn dieser dein Bruder war tot und ist lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden.
--------------------------------------------------
Lk 19,10
Denn der Menschensohn ist gekommen zu suchen und zu retten, was verloren ist
--------------------------------------------------
Joh 3,16
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
--------------------------------------------------
Joh 6,12
Als sie aber satt waren, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verloren geht.
--------------------------------------------------
Joh 6,39
Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts von allem, was er mir gegeben hat, verloren gehen lasse, sondern dass ich es auferwecke am Jüngsten Tag.
--------------------------------------------------
Joh 10,28
Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreissen.
--------------------------------------------------
Joh 17,12
Als ich bei ihnen war, war ich es, der sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, bewahrt und behütet hat, und keiner von ihnen ging verloren ausser der Sohn der Verlorenheit, damit die Schrift erfüllt werde.
--------------------------------------------------
Joh 18,9
So sollte das Wort in Erfüllung gehen, das er gesprochen hatte: Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren
--------------------------------------------------

In all diesen Stellen, zufällig aus dem Lukas- und Johannesevangelium (nach der neuen Zürcher Bibel), kommt der Ausdruck "verloren" vor. Da drin kommt wahrlich auch eine Dunkelheit vor. Aber genau diese Dunkelheit wird durchbrochen und führt direkt und sofort weiter zum Angebot ins neue Leben. Die Kernbotschaft des Evangeliums ist eben nicht der Tod sondern das Leben mit der Verheissung: Gottes Reich ist nahe gekommen.

Wer einzig nur Hölle, Tod, Teufel und Verlorenheit predigt und nicht die Botschaft des Evangliums aufzeigen, der steht in der Gefahr, dass er nur Angst predigt. Dagegen wendet sich Stamm. Wenn Deine Freikirche das so macht, dann muss sie das verantworten, aber wenigstens in den Freikirchen, in welchen ich schon Gottesdiensten besuchte, wie FEG, Chrischona, Methodistenkirche, Heilsarmee, Pfingstmission wurde jedenfalls das Evangelium gepredigt. ...und auch auf der Bahnhofstrasse in Zürich habe ich schon jahrelang nicht mehr so Schmierenevanglisten herumschreien gehört, die nur mit Drohungen gearbeitet haben (war in den 80er u 90er Jahren ab und zu der Fall).

LG Krispus
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 27. Sep 2007, 15:40

Original von Krispus

Wer einzig nur Hölle, Tod, Teufel und Verlorenheit predigt und nicht die Botschaft des Evangliums aufzeigen, der steht in der Gefahr, dass er nur Angst predigt. Dagegen wendet sich Stamm. Wenn Deine Freikirche das so macht, dann muss sie das verantworten, aber wenigstens in den Freikirchen, in welchen ich schon Gottesdiensten besuchte, wie FEG, Chrischona, Methodistenkirche, Heilsarmee, Pfingstmission wurde jedenfalls das Evangelium gepredigt. ...und auch auf der Bahnhofstrasse in Zürich habe ich schon jahrelang nicht mehr so Schmierenevanglisten herumschreien gehört, die nur mit Drohungen gearbeitet haben (war in den 80er u 90er Jahren ab und zu der Fall).

LG Krispus



Nein, meine Freikirche macht das nicht :D Aber sie sagt auch ganz klar, was die Konsequenzen von einem gottlosen Leben sein können. Somit würde sie bestimmt durch Hugo Stamm´s Maschen fallen :tongue:
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Scardanelli » Do 27. Sep 2007, 16:26

@Robby,
Wenn ich als Christ jedoch die Bibel zitiere, dass alle Menschen, die Jesus ablehnen nicht errettet werden, dann wird das oftmals bereits als Angstmacherei bezeichnet.
Wenn man bedenkt, wie wenig Menschen exakt das sagen können, was sie an sich bedeuten, wäre das im Besonderen schon Angstmacherei.

Jesus sagt darauf: nicht jeder der mich angenommen hat, hat dies auch getan. Und das lässt natürlich auch den Umkehrschluss zu, so haben nicht alle, die Jesus verworfen haben, dies tatsächlich getan.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Pietà » Do 27. Sep 2007, 17:31

Original von Robby
In seinem öffentlichen Blog schreibt Hugo Stamm am 25.09.2007 seine aktuelle Definition von Sekten. Interessant dabei ist, dass er mit dieser Definition den Glauben an die Erlösung durch Jesus ebenso in die Sektenecke drängt:

Glaubensgemeinschaften, die Vorschriften bis in den Alltag ihrer Anhänger vorgeben, sind sektenhaft. ("Du darft kein Fleisch essen, keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr ausüben, musst x Prozent deines Einkommens abliefern, musst jeden Sonntag die Messe besuchen, musst dich an der Organisation der Gemeinschaft beteiligen, sollst nicht mit Ungläubigen verkehren, musst eine bestimmte Anzahl Seminarien besuchen, täglich meditieren usw.";) Noch sektenhafter wird es, wenn man gerügt, bestraft oder stigmatisiert wird, wenn man die Glaubensregeln nicht befolgt. ("Du verpasst die Erleuchtung, du kommst nicht in den Himmel, du kannst keine Führungsaufgaben übernehmen....";)

Wo Angstmanagement betrieben wird, sind Sekten am Werk. ("Wer nicht jeden Tag meditiert, verliert den Schutz der aufgestiegenen Meister oder Engel, wer sündigt, öffnet sich für die Attacken des Satans, wer nicht Jesus in sein Herz aufnimmt, ist am jüngsten Tag verloren." usw.)

Sektenhaft wird es auch, wenn behauptet wird, nur durch uns und mit uns ist spirituelle Erlösung möglich. Wenn die Diskrepanz zwischen Versprechen und Realität offensichtlich ist.

Die Folge solcher Politik: Ungünstige Persönlichkeitsentwicklung, Entfremdung, Realitätsverlust, Radikalität, Wahrnehmungsverschiebungen, Abrustschen in eine Scheinwelt, Angst, Glaubensdogmen kritisch zu hinterfragen, Überanpassung, vorauseilender Gehorsam usw.


Ich bin entsetzt, wenn ich auch nicht viel mehr von Hugo Stamm erwartet habe. Was meint ihr dazu?


Hallo Roby

Hugo Stamm hat meiner Meinung nach genau mit dem ein Riesengeschäft gemacht, das er anprangert: Mit der Angst.

Und da bei einem Geschäft dieses umso lukrativer wird, je mehr Zielpersonen mit der (Selbst-)Werbung angesprochen werden, ist Hugo Stamm äusserst geschickt vorgegangen - er bemüht sich gefliesslich, unter dem Begriff "Sekte" möglichst viele Ängste zu schüren, dass vergrössert seinen Selbstverkaufswert: Ein lukratives Geschäft.

Hugo Stamm ist demnach einer, der Geld verdienen will, zur Sektenfrage jedoch nicht allzuviel wesentliches zu sagen hat.

Für mich ist die Dialogbereitschaft der Dreh- und Angelpunkt bei der Sektendefinition.
Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir.
Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier.
Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin,
weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 27. Sep 2007, 17:38

Original von Scardanelli
Wenn man bedenkt, wie wenig Menschen exakt das sagen können, was sie an sich bedeuten, wäre das im Besonderen schon Angstmacherei.

Jesus sagt darauf: nicht jeder der mich angenommen hat, hat dies auch getan. Und das lässt natürlich auch den Umkehrschluss zu, so haben nicht alle, die Jesus verworfen haben, dies tatsächlich getan.



100% einverstanden.

Gruss
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 27. Sep 2007, 17:39

Original von Pietà
Hallo Roby

Hugo Stamm hat meiner Meinung nach genau mit dem ein Riesengeschäft gemacht, das er anprangert: Mit der Angst.

Und da bei einem Geschäft dieses umso lukrativer wird, je mehr Zielpersonen mit der (Selbst-)Werbung angesprochen werden, ist Hugo Stamm äusserst geschickt vorgegangen - er bemüht sich gefliesslich, unter dem Begriff "Sekte" möglichst viele Ängste zu schüren, dass vergrössert seinen Selbstverkaufswert: Ein lukratives Geschäft.

Hugo Stamm ist demnach einer, der Geld verdienen will, zur Sektenfrage jedoch nicht allzuviel wesentliches zu sagen hat.

Für mich ist die Dialogbereitschaft der Dreh- und Angelpunkt bei der Sektendefinition.


Hallo Pietà

Sehr gut formuliert, denke du bringst das auf den Punkt, was ich auch fühle.

Lieber Gruss
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Zorro » Mo 1. Okt 2007, 12:19

Original von Pietà
Hugo Stamm hat meiner Meinung nach genau mit dem ein Riesengeschäft gemacht, das er anprangert: Mit der Angst.


Das ist ja das Perfide daran. Wenn ich seine Texte so lese habe ich aber den Eindruck, dass er das nicht mal selber gemerkt hat. Seine Forderung nach mehr Politikern, welche gegen Sekten vorgehen (natürlich nach seiner Definition) ist aber gefährlich.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Fr 23. Nov 2007, 10:36

Hugo Stamm nimmt in seinem neusten Beitrag generell die Freikirchen aufs Korn. Dabei ist er sich auch nicht zu schade, alle Freikirchen wiederum in die Nähe von Sekten zu rücken. Diese Undifferenziertheit raubt ihm den letzten Funken Glaubwürdigkeit in Sachen Sekten. Ich beobachte seine Arbeit seit langer Zeit und sehe, wie seine Aussagen immer radikaler werden und er durch sein Verhalten, seine eigene Glorifizierung des evolutionären Humanismusses, als unglaubwürdig vermittelt. Die Gebete wirken, nur so kann ich mir diese Demaskierung erklären.

Ein weiteres Merkmal ist der Drang – oder wohl eher „göttliche Auftrag“ – zum Missionieren. Einem liberalen Katholiken oder Protestanten käme es nicht im Traum in den Sinn, seine Nachbarn zu bekehren. Fromme aus Freikirchen fühlen sich hingegen dazu verpflichtet – der Pastor und die Bibel haben es ihnen aufgetragen.
Nicht anders verhält es sich bei den Mormonen, Zeugen Jehovas, Scientologen, Hare Krishna und und und.


Um seine absurden Thesen zu stützen, führt er ein (!) einzelnes Beispiel an, welches ihm scheinbar zugetragen wurde, für keinen der Leser aber überprüfbar ist, sondern einfach seine Behauptung:

Ein Beispiel erlebte ich kürzlich wieder bei einer Freikirche. Ein Pastor bearbeitete einen über 90-jährigen Gläubigen dazu, sein Millionenvermögen in Form einer Stiftung der Kirche zu vermachen. Der Köder: Das Himmelstor werde sich weit öffnen, wenn er sein Vermögen dem Herrgott vermache. Die Familienmitglieder wurden nicht gefragt nach ihrer Meinung gefragt.

Beten wir weiter, dass Gott den Hrn. Stamm lenkt und ihm weiterhin nur so viel zugesteht, wie Gott eben will.

PS: Dies ist meine persönliche Meinung und muss nicht zwingend representativ sein für Livenet.


Lieber Gruss
Robby
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