Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Sondergruppen, Fanatismus

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Rumsel » Fr 23. Nov 2007, 11:53

Original von Robby
wie seine Aussagen immer radikaler werden und er durch sein Verhalten, seine eigene Glorifizierung des evolutionären Humanismusses ...


Hallo Robby,

was um aller Welt ist - evolutionärer Humanismus?

Man kann sich nur noch verwundert an den Kopf fassen, ob dieser alibihaften Wortschöpfungen und krampfhaft an den Haaren herbei gezogener Parteiungen.

Der Humanismus, als das was er so gerne den Nichtwissenden vor die liberalten Augen gemalt werden soll, dieser Humanismus ist doch im eigentlichen Sinn auf der ganzen Linie gescheitert, und dazu muss man nicht erst die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts bemühen.

(Was eine Sekte aber nun wirklich ist und wer das Recht hat, dann diese als solche zu Definieren, das habe ich immer noch nicht genau begriffen).

Liebe Grüße

Rumsel
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Fr 23. Nov 2007, 12:07

Original von Rumsel

Hallo Robby,

was um aller Welt ist - evolutionärer Humanismus?

Man kann sich nur noch verwundert an den Kopf fassen, ob dieser alibihaften Wortschöpfungen und krampfhaft an den Haaren herbei gezogener Parteiungen.


Hi Rumsel

Evolutionärer Humanismus

Grundsätzlich verstehe ich darunter religionskritischer Humanismus.

Was meinst du mit deiner Aussage, dass du dich an den Kopf fassen musst?


Lieber Gruss
Robby
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Frau Katz » Fr 23. Nov 2007, 13:57

Original von Robby
Hugo Stamm nimmt in seinem neusten Beitrag generell die Freikirchen aufs Korn. Dabei ist er sich auch nicht zu schade, alle Freikirchen wiederum in die Nähe von Sekten zu rücken. Diese Undifferenziertheit raubt ihm den letzten Funken Glaubwürdigkeit in Sachen Sekten. Ich beobachte seine Arbeit seit langer Zeit und sehe, wie seine Aussagen immer radikaler werden und er durch sein Verhalten, seine eigene Glorifizierung des evolutionären Humanismusses, als unglaubwürdig vermittelt.


Hi Robby!

einen ähnlichen Eindruck habe ich auch von Herrn Stamm, und das schon seit längerer Zeit... nicht dass ich da sehr intensiv beobachte, aber wenn man sich für Religion interessiert, stolpert man immer wieder fast automatisch über seine Schriften.

Ich selbst komme eher von der Ecke der freien Spiritualitäten her, aka Eso (auch wenn ich das Wort nicht mag, es ist dann den meisten klar, was ungefähr gemeint ist), und habe auch diese Undifferenziertheit festgestellt, wo ganz verschiedene Angebote in einen Topf geworfen werden und kritisiert werden - während das Gute, oder vorbildliche Gemeinden, Vereine oder whatever gar nie erwähnt werden.

Stamm selbst scheint da auf einem Missionierungstrip zu sein, einfach mit anderen Inhalten als andere... natürlich gibts schlechte, sektenartige Freikirchen, im Esobereich gibts das sowieso, es ist auch richtig, das zu benennen - aber doch bitte nicht in Bausch und Bogen verurteilen!

empörte grüsse
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon seelöwin » Fr 23. Nov 2007, 17:34

Ein weiteres Merkmal ist der Drang – oder wohl eher „göttliche Auftrag“ – zum Missionieren. Einem liberalen Katholiken oder Protestanten käme es nicht im Traum in den Sinn, seine Nachbarn zu bekehren. Fromme aus Freikirchen fühlen sich hingegen dazu verpflichtet – der Pastor und die Bibel haben es ihnen aufgetragen.
Nicht anders verhält es sich bei den Mormonen, Zeugen Jehovas, Scientologen, Hare Krishna und und und.


Sorry, aber diese Aussage von Hugo Stamm kann ich absolut bestätigen! :roll:

Ich wurde bereits im Kindergarten von einer Zeugin Jehovas bearbeitet. Später wollten mich extrem aufdringliche Freikirchler in der Schule bekehren. Während der Berufsausbildung hatte ich schon wieder eine Kollegin, die sich furchtbar um mein Seelenheil ängstigte und mich dadurch regelrecht verfolgte!In regelmässigen Abständen wollte sie mit mir beten.(dieses formatierte Uebergabegebet) Jedesmal wenn ich mal ne Krise hatte, hat sie wieder bei mir angedoggt, mich mit Bibelsprüchen, evangelikalen Büchern und Vortragsterminen eingedeckt! Und diese Kollegin war übrigens Mitglied der Chrischona! Dieses Missionierenmüssen habe ich in allen Freikirchen, die ich je besucht habe, erlebt!

Vielleicht werde ich mich mal bei Hugo Stamm als Mitarbeiterin bewerben.

Gruss



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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Rumsel » Fr 23. Nov 2007, 17:54

Original von Robby
Humanismus.

Was meinst du mit deiner Aussage, dass du dich an den Kopf fassen musst?


Lieber Gruss
Robby


Danke für den Link, Robby, meine Aussage bezog sich auf das seltsame Wortgefüge dieses Herrn, denn diese Aussagen sind, nach meinen Erfahrungen, eigentlich nur pseudoatheistisches Geplapper.

Der Atheismus braucht unbedingt eine humane Basis, jedenfalls nach den geschichtlichen "Reinfällen" der atheistischen Ideologien, wie mit dem Kommunismus und dem Maoismus, da scheint dann jedes Mittel recht zu sein.
Im übrigen halten sich die Atheisten für die eigentlich humanisierten Saubermänner dieser Welt, das ist aber immer wieder an der geschichtlichen "Versuchsreihe" des Stalinismus/Maoismus und so weiter zu messen.

Liebe Grüße

Rumsel
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Enggi » Fr 23. Nov 2007, 18:45

Original von seelöwin

Vielleicht werde ich mich mal bei Hugo Stamm als Mitarbeiterin bewerben.
Au ja, das wäre der Hit. Und dann könntest du regelmässig hier berichten über Sektenaktivitäten. Ich liebe Sektenjäger.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon origo » Fr 23. Nov 2007, 19:17

Original von seelöwin
Ich wurde bereits im Kindergarten von einer Zeugin Jehovas bearbeitet. Später wollten mich extrem aufdringliche Freikirchler in der Schule bekehren.
Während der Berufsausbildung hatte ich schon wieder eine Kollegin, die ... mich dadurch regelrecht verfolgte! In regelmässigen Abständen wollte sie mit mir beten....
... Dieses Missionierenmüssen habe ich in allen Freikirchen, die ich je besucht habe, erlebt!

Hallo Seelöwin

schade, dass du lauter solche ungeschickten und "aufdringlichen" Christen kennengelernt hast!
Jesus hat ja gesagt, wir sollen das Evangelium allen Menschen weitererzählen, aber da das in Liebe geschehen soll, müssen wir auch darauf achten, niemand etwas aufzudrängen, schon gar nicht sie zu "verfolgen" und den Leuten nicht unangenehm zu werden. Sonst erreicht man ja das Gegenteil!

Die Zeugen Jehovas allerdings kann man sehr wohl als Sekte bezeichnen.

Ich habe das nicht so erlebt, eher sind manche Freikirchen zu passiv. Selber bin ich allerdings auch eher zurückhaltend.

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Naqual » Mi 5. Dez 2007, 18:10

Nachdem man eine bestimmte Sektendefinition im Thread im großen und ganzen verworfen hat, sollte man vielleicht zwei Fragen stellen:
1. Ist es sinnvoll, einen Begriff wie "Sekte" überhaupt zu verwenden? Welchen Zweck verfolgt dies?
2. Welche Merkmale sollte eine Gruppe oder ein Glauben haben, um von Sekte zu sprechen?

Nun, Sinn hat es ja, dann von einer Sekte zu warnen, wenn diese für die Leute schädlich ist.
Wenig Sinn ergibt es dabei, auf den Wahrheitsgehalt dieses Glaubens abzuzielen, weil bislang jede Religion keinen schlüssigen objektiven Beweis vorlegen kann. Es wäre ja sonst auch kein "Glauben".

Es gibt jedoch Kriterien, die auf die verwendeten Methoden abzielen, die nachweislich die Anhänger an Geist oder Körper schaden:

Praktiken, die darauf abzielen, den freien Willen dauerhaft zu minimieren um eine Ideologie aufrechtzuerhalten (Stichwort: Gehirnwäsche / Hypnose-Sitzungen gehören jedoch nicht dazu, da nur vorübergehend)

Praktiken, die die Gesundheit des Anhängers erheblich schädigen (z.B. Verbot der Bluttransfusion bei Lebensgefahr)

Praktiken, in der der Anhänger vollständig ausgebeutet wird.

Praktiken, bei denen der Anhänger zwischen Realität und Phantasie soweit nicht mehr unterscheiden kann, dass er zum selbständigen Leben nicht mehr in der Lage ist.

Praktiken, die in der inneren Organisation dazu führen, dass Widerspruch bei erheblicher psychischer oder physischer Gewalteinwendung nicht mehr möglich ist

Praktiken, die eindeutig zum Hass gegenüber Nichtgläubigen aufrufen und dieser dann praktiziert wird

Es wären sicherlich noch weitere vorstellbar.

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Frau Katz » Mi 5. Dez 2007, 18:13

Wichtig finde ich noch: Praktiken, die die Mitglieder sozial isolieren, sodass die Sekte ihr einziges soziales Umfeld wird.

Das hast du zwar implizit schon geschrieben, ich finde aber, es gehört auch noch explizit hin.

grüsse, barbara
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Di 28. Apr 2009, 12:03

In seinem neusten Beitrag verlangt Hugo Stamm, dass Kinder die Eltern nachträglich rechtlich belangen können für den "erlittenen Schaden" durch die religiöse Erziehung.

http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2009/04/20/kinder-vor-sektiererischen-eltern-schuetzen/#comments

Ohne Hugo Stamm zuviel Präsenz zu geben, so frage ich mich ernsthaft, ob Hugo Stamm langsam selber die Machenschaften übernimmt, die er bei wirklichen Sekten angeprangert hat. Es scheint, als ob Hugo Stamm an einem "Verfolgungswahn" leidet, wo jeglicher christlicher Einfluss sofort mit einer reflexartigen Reaktion als grosse Gefahr abgetan wird. Dabei vermischt er, absichtlich oder nicht, Sekten mit normalen Freikirchen ohne ausreichend zu differenzieren.

Er vergleicht den sexuellen Missbrauch im Elternhaus mit der religiösen Erziehung:

Hugo Stamm: Mir ist bewusst, dass die religiöse Erziehung ins Elternhaus gehört. Doch wie beim sexuellen Missbrauch müssten Kinder die Möglichkeit haben, ihre Eltern auch später noch rechtlich zu belangen, wenn sie einer totalitären religiösen Beeinflussung ausgesetzt waren.

Eine derartige undifferenzierte Äusserung disqualifiziert den Autor eigentlich von selber. Dennoch empfand ich es als nötig, diese Tendenz hier abzubilden. Immerhin genoss Hugo Stamm einen guten Ruf als Sektenexperte. Langsam aber sicher gerät er durch solche Äusserungen in ein parteiisches Lager, wo er offenbar nicht mehr in der Lage zu sein scheint, objektiv beurteilen zu können. Aus seiner früher wichtigen Arbeit als Sektenexperte, wurde ein beinflussender Journalist, der sich vor allem als Schreibtischtäter entpuppt und in diversen Gemeinden das direkte Gespräch mit der Leitung verweigerte. Dazu gibt es in seinem eigenen Blog diverse Hinweise.

Zur Problematik: Natürlich können Kinder einem geistlichen Missbrauch ausgesetzt sein, das bestreitet wohl niemand. Die Frage ist, wie die Gesellschaft damit umgehen soll. Die Definition bei Hugo Stamm lautet: totalitäre religiöse Beeinflussung. Wer also behauptet, nur durch Jesus würde der Mensch errettet, der ist totalitär und gemäss Hugo Stamm bereits als Täter des geistlichen Missbrauches überführt. Hier sehen wir eindrücklich die Problematik dieses Themas. Dass Kinder auch durch Ideologien und andere pseudo-religiöse Beeinflussungen manipuliert werden, scheint bei Hugo Stamm keine Zeile wert zu sein.

Es ist absolut schade, dass Hugo Stamm's Artikel diese Schlagseite genommen haben. Aufklärung über wirkliche Sekten und missbräuchliche Organisationen sind sehr wichtig, auch bei uns in christlichen Kreisen. Aber dann bitte keine einseitigen Pamphlete, welche der Thematik nur teilweise gerecht werden. Dies beraubt den Autor jeglicher Glaubwürdigkeit.


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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon kalypso » Do 30. Apr 2009, 08:44

Wer also behauptet, nur durch Jesus würde der Mensch errettet, der ist totalitär und gemäss Hugo Stamm bereits als Täter des geistlichen Missbrauches überführt.


Wenn es nur bei der Behuptung bliebe. Aber meist folgt darauf dann, dass den Kindern auf dieser Glaubensbasis ganz viel ge- und verboten wird, dass sie mehr Angst als Freude mit dem Glauben verbinden. Und erst dann ist es geistlicher Missbrauch - so habe ich auch Stamm verstanden. Ich weiss von einem jungen Menschen, der in einem streng religiösen Elternhaus aufgewachsen ist. Jedesmal wenn er nach Hause kam und es war grade niemand da, fürchtete er sich furchtbar, dass die Entrückung gekommen sei und Gott ihn nicht "mitgenommen" hat... Ist das das befreiende Evangelium Jesu, wenn Kinder unter der Angst aufwachsen, nicht zu genügen? Da haben die Eltern oder die Gemeinde eindeutig einen negativen Einfluss auf dei Entwicklung des Kindes und seines Glaubens genommen.

Wenn Kindern mit religiöser Erziehung Angst gemacht wird, wenn sie mehr von Hölle und Verlorensein hören, als von der Geborgenheit und Liebe, die Jesus schenkt, dann können sie tatsächlich Schaden davon tragen. Und da hat Hugo Stamm recht. Aber er sagt ja nicht, dass dies bei allen Eltern, die in Freikirchen sind, der Fall ist. Es kann einfach auch da passieren, aber ich denke auch in einem streng kath. oder reformierten Elternhaus.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Do 30. Apr 2009, 09:16

Danke, kalypso, dass Du noch auf diesen Beitrag zurückgekommen bist!


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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 30. Apr 2009, 09:18

kalypso hat geschrieben: Und erst dann ist es geistlicher Missbrauch - so habe ich auch Stamm verstanden.


Ich schrieb längere Zeit regelmässig in seinem Blog mit und kenne Stamm's Ansichten mittlerweilen ziemlich gut. Versichern kann ich dir, dass Stamm nicht nur die Extremfälle meint, sondern jegliche "totalitäre Beeinflussung" (wie oben definiert).

Dies zeigt sich hier besonders gut:
Der Vater, der unter der Radikalisierung seiner Ehefrau gelitten hat, möchte die Kinder vor der religiösen Beeinflussung durch die Mutter schützen und kämpft für das alleinige Sorgerecht. Doch die Richter berücksichtigen die Glaubensfreiheit der Kinder in aller Regel nicht. Selbst dann nicht, wenn die Mutter einer extremen Sekte angehört.

Er proklamiert die Glaubensfreiheit der Kinder indem er kritisiert, dass die Richter das Sorgerecht nicht dem Vater zuteilen, da die Mutter das Kind doch religiös beeinflussen könne. Dass er jegliche religiöse "Beeinflussung" meint, zeigt sich auch hier, da er am Schluss "sogar" die extremen Sekten zusätzlich erwähnt.

Wir werden noch so weit kommen, dass es für Eltern verboten sein wird, ihre Kinder mit in den Gottesdienst zu nehmen. Im Namen der Glaubensfreiheit und des Schutzes vor religiöser Manipulation.


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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Do 30. Apr 2009, 09:31

Robby hat geschrieben:...Immerhin genoss Hugo Stamm einen guten Ruf als Sektenexperte. ...

Hat er das? Ich habe Hugo Stamm nie sonderlich gut gefunden als selbsternannter Sektenexperte. Aber es war immer so, wenn der "Esoteriker" angriff, klatschten die Christen; griff er die Christen an, klatschten die Esoteriker in die Hände. ...und die Agnostiker klatschten immer.

Zu sehr spürt man bei ihm die mangelnde Distanz, welche durch eine ganz grosse übermächtige Angst vor Religionsmissbrauch. Ich meine zu wissen, dass er selber recht heftige Erfahrungen in seinem privaten Umfeld machen musste. Die fehlende Distanz lässt ihn deshalb auch nicht immer fair und objektiv urteilen.

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Do 30. Apr 2009, 09:34

Robby hat geschrieben:...
Wir werden noch so weit kommen, dass es für Eltern verboten sein wird, ihre Kinder mit in den Gottesdienst zu nehmen. Im Namen der Glaubensfreiheit und des Schutzes vor religiöser Manipulation.
...

Ja, das ist jetzt übertrieben, wenn Du diese Angst in Dir trägst, dann kommst Du selber in die Gefahr ins Extreme zu fallen.

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 30. Apr 2009, 09:35

Taube hat geschrieben: Zu sehr spürt man bei ihm die mangelnde Distanz, welche durch eine ganz grosse übermächtige Angst vor Religionsmissbrauch. Ich meine zu wissen, dass er selber recht heftige Erfahrungen in seinem privaten Umfeld machen musste. Die fehlende Distanz lässt ihn deshalb auch nicht immer fair und objektiv urteilen.
Gruss Taube


Hi Taube

Ja das hast du gut formuliert. Der Missbrauch ist ja in gewissen Sekten auch Tatsache, um so wichtiger aber ist es, zu differenzieren. Wenn man "alle in einen Topf" wirft, dann leidet die Glaubwürdigkeit und eben auch die Sache an sich. Das ist schade, denn Aufklärung bei diesen vielen Irrlehren und Sekten tut Not!


Lieber Gruss
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon bigbird » Do 30. Apr 2009, 09:37

Taube hat geschrieben:
Robby hat geschrieben:...Immerhin genoss Hugo Stamm einen guten Ruf als Sektenexperte. ...

Hat er das? Ich habe Hugo Stamm nie sonderlich gut gefunden als selbsternannter Sektenexperte.
Ich auch nicht ... und überhaupt: ein Nicht-Glaubender als Sektenexperte?

bb
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 30. Apr 2009, 09:42

Taube hat geschrieben:Ja, das ist jetzt übertrieben, wenn Du diese Angst in Dir trägst, dann kommst Du selber in die Gefahr ins Extreme zu fallen.

Gruss Taube


Hi Taube

Ich würde es nicht als Angst bezeichnen, denn es wird so oder so kommen. Die Drangsal und Not der Gläubigen ist ein Merkmal der Endzeit. Ob meine Weiterführung nun heute übertrieben wirkt, mag sein. Aber zu Ende gedacht führt es genau dorthin. Wenn jegliche religiöse Erziehung als Manipulation gewertet wird und ein Grundrecht auf freie Wahl des Glaubens für Kinder in diesem Kontext angewandt wird, so bleibt nicht viel übrig. Entweder man verbietet den sonntäglichen/alltäglichen Umgang oder man räumt dem Kind die freie Wahl des Glaubens ein (was es so oder so hat...), indem man Vorschriften erlässt. Z.B. dass gleich viel Zeit neben dem christlichen Glauben auch für andere Religionen verwendet werden muss, im Sinne der freien Wahl ohne "einseitige religiöse Beeinflussung".
Klar sind diese Gedanken weit gespunnen, aber ich könnte mir vorstellen, dass selbst hier einige diesem Grundsatz zustimmen würden, geschweige denn "in der Welt".


Lieber Gruss
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 30. Apr 2009, 09:44

bigbird hat geschrieben: Ich auch nicht ... und überhaupt: ein Nicht-Glaubender als Sektenexperte?

bb


Ich fand ihn ehrlich gesagt früher objektiver. Hugo Stamm ist nach eigener Aussage am Ehesten Agnostiker, insofern glaubt er auch etwas 8-)


Lieber Gruss
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Do 30. Apr 2009, 09:48

Robby hat geschrieben:aus dem Beitrag:
Hugo Stamm: Mir ist bewusst, dass die religiöse Erziehung ins Elternhaus gehört. Doch wie beim sexuellen Missbrauch müssten Kinder die Möglichkeit haben, ihre Eltern auch später noch rechtlich zu belangen, wenn sie einer totalitären religiösen Beeinflussung ausgesetzt waren.

Hugo Stamm ist sich bewusst, dass für die religiöse Erziehung die Eltern verantwortlich sind. Aber es war auch immer schon anderenorts klar, dass die Mündigkeit in religiösen Angelegenheit früher angesetzt werden muss als die zivilgesetzliche Mündigkeit. Das weist darauf hin, dass man sich bewusst ist, dass der Glauben eine ganz persönliche Sache ist, die schon sehr früh in die Verantwortung des Einzelnen übergehen muss. Andererseits heisst das auch, dass die Eltern dadurch eine noch viel grössere Verantwortung haben gegenüber dem Kind. Eltern müssen also in religiösen Belangen schon früher als zivilrechtlich dem Kind Freiheit geben, ob sie es gut finden oder nicht.

Gruss Taube
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Robby » Do 30. Apr 2009, 09:51

Taube hat geschrieben: Eltern müssen also in religiösen Belangen schon früher als zivilrechtlich dem Kind Freiheit geben, ob sie es gut finden oder nicht.

Gruss Taube


Aus welchem Gesichtspunkt argumentierst du nun? Aus dem rechtlichen?
Die Bibel sagt dazu:
Eph 6,4 Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn!

Schlussendlich ist es so oder so eine persönliche Entscheidung jedes Menschen. Niemand ist errettet worden, weil er in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen ist. Aber da sind wir uns sicher einig.


Lieebr Gruss
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Do 30. Apr 2009, 10:03

Robby hat geschrieben:
Taube hat geschrieben: Eltern müssen also in religiösen Belangen schon früher als zivilrechtlich dem Kind Freiheit geben, ob sie es gut finden oder nicht.

Aus welchem Gesichtspunkt argumentierst du nun? Aus dem rechtlichen?
...

Ja, aus rechtlicher Sicht, dies bloss mal als Indikation, dass man schon lange gewusst hat, dass Glaubensangelegenheiten eine ganz wichtige Sache ist, die auch schon früher als anderen Angelegenheiten in die Verantwortung des Kindes gehören.

Gruss Taube
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Enggi » Do 30. Apr 2009, 17:56

kalypso hat geschrieben:Jedesmal wenn er nach Hause kam und es war grade niemand da, fürchtete er sich furchtbar, dass die Entrückung gekommen sei und Gott ihn nicht "mitgenommen" hat...

Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit. Von daher kann ihm das nicht geschadet haben und er ist heute sicher ein kluges Köpfchen.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Do 30. Apr 2009, 18:12

Enggi hat geschrieben:
kalypso hat geschrieben:Jedesmal wenn er nach Hause kam und es war grade niemand da, fürchtete er sich furchtbar, dass die Entrückung gekommen sei und Gott ihn nicht "mitgenommen" hat...


Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit. Von daher kann ihm das nicht geschadet haben und er ist heute sicher ein kluges Köpfchen.

Sorry, Enggi, ich empfinde Deine Antwort als sehr schlimm: Kennst Du den Unterschied zwischen dem, was die Bibel Gottesfurcht nennt und einer z.B. neurotischen Furcht?

Wenn ich Deinen Kommentar lese, kann ich fast einige Punkte von Hugo Stamms Kritik verstehen!

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon bigbird » Fr 1. Mai 2009, 12:42

Taube hat geschrieben:
Enggi hat geschrieben:
kalypso hat geschrieben:Jedesmal wenn er nach Hause kam und es war grade niemand da, fürchtete er sich furchtbar, dass die Entrückung gekommen sei und Gott ihn nicht "mitgenommen" hat...


Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit. Von daher kann ihm das nicht geschadet haben und er ist heute sicher ein kluges Köpfchen.

Sorry, Enggi, ich empfinde Deine Antwort als sehr schlimm: Kennst Du den Unterschied zwischen dem, was die Bibel Gottesfurcht nennt und einer z.B. neurotischen Furcht?
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Wo der Täuberich Recht hat, hat er recht!

Das ist doch wirklich ein Unterschied zwischen Angstattacken und einer gesunden, heilsamen Gottesfurcht!

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon lionne » Fr 1. Mai 2009, 16:10

Definition von Sekten gemäss SP:

SP schlägt Sekten-Alarm
von Patrick Marbach
Nisten sich im Berner Kornhaus bald Stündeler und Sektierer ein? SP-Politiker warnen vor der christlichen Bewegung Vineyard.

Vineyard zieht ins Kornhaus. «Es ist skandalös», sagt SP-Stadträtin Giovanna Battagliero. «Die Stadt hätte wissen müssen, an wen sie die ehemalige Kornhausbühne vermietet.» Seit letzter Woche ist bekannt, dass die Freikirche Vineyard dort einzieht. Man habe einen solventen Mieter gesucht, der die Infrastruktur des Gebäudes nicht übermäs­sig belaste, begründet die Liegenschaftsverwaltung ihren Entscheid. Positive Referenzen hätten bekräftigt, dass Vineyard keine Sekte sei.

Doch die SP-Fraktion warnt nun mit einem Vorstoss vor den neuen Mietern: «Tatsache ist, dass Vineyard eine klar missionarische Bewegung ist, die zum Ziel hat, die ganze Welt zu bekehren», sagt Battagliero.

Vineyard selbst sieht sich dagegen als «Laienbewegung innerhalb der Reformierten Kirche, die diese in ihrem Auftrag unterstützt, allen Menschen das Evangelium zu verkündigen». Auf der Homepage der Berner Sektion gibt es aber auch fragwürdige Berichte über wundersame Heilungen, etwa von zu kurzen Beinen, die plötzlich nachwachsen. Zudem lege Vineyard Homosexuellen nahe, ihre «Entartung» wegzubeten, so Battagliero. Die Stadt müsse den Mietvertrag umgehend künden.

http://www.20min.ch/news/bern/story/SP- ... m-29907649

Wäre die gute Frau wohl auch so aufgebracht, wenn ein islamischer "Kulturverein" dort eingezogen wäre? Wenn statt der lebendige Gott, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs dort Allah angebetet würde?
"Tatsache ist, dass Vineyard eine klare missionarische Bewegung ist, die zum Ziel hat, die ganze Welt zu bekehren", sagt Battagliero. (!!!) Ha,ha, ich lach mich krumm. Und solche Leute sind in der Politik! Und was bitte will der Islam? Und, vor allem, mit welchen Mitteln will er das??

"Die Stadt müsse den Mietvertrag umghend kündigen", so Battagliero. Nochmals ha, ha......
Mit welcher Begründung wohl? Vielleicht weil sie Schwule nicht mögen!
"Zudem lege Vineyard Homosexuellen nahe, ihre 'Entartung' wegzubeten", so Battagiero.

Ach Gott, Frau Battagliero und Co., lesen Sie doch mal nach, was andere Religionen (!!) in solchen Fällen (Homosexalität) machen! Wenn anstatt Vineyard ein isl. Verein mit Gebetsraum eingezogen wäre, würde die SP dann auch verlangen, dass der Vertrag gekündigt wird??

Ja, so ist es eben bei (vielen von) den Linken! Weiterer Kommentar erübrigt sich!

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon bigbird » Fr 1. Mai 2009, 16:37

Und wo bleibt die Religionsfreiheit?
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Fr 1. Mai 2009, 17:03

Allerdings möchte ich hier nach lionnes Beitrag doch zum Schutze von Stamm sagen, dass er es kaum politisch meint. Für ihn ist wirklich das individuelle Wohl, die individuelle Freiheit, wichtig, so wichtig, dass es vielfach zu extrem wird. Hugo Stamm ist nicht von vornherein gegen Religion eingestellt, auch nicht gegen eine Religion, die in Gemeinschaft ihren Glauben lebt. Aber aus welchen persönlichen Gründen auch immer, scheint er eine ungeheure Angst zu haben vor einer Bindung des Einzelnen an eine Gemeinschaft, die er schnell als Gefahr erlebt.

Also hier sollte das Anliegen von Stamm schon getrennt gesehen werden von der allgemeinen politischen Kritik an gewissen christlichen Bewegungen.


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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Sa 2. Mai 2009, 10:06

Robby hat geschrieben:... Natürlich können Kinder einem geistlichen Missbrauch ausgesetzt sein, das bestreitet wohl niemand. Die Frage ist, wie die Gesellschaft damit umgehen soll....

Also dann möchte ich Dich fragen, wann sind die Kinder einem geistigen Missbrauch ausgesetzt? Welche Grenzen würdest Du setzen? Was wäre dann bei Deinen Grenzen im Konkreten die Unterschiede zu Stamms Auffassung?

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Enggi » Sa 2. Mai 2009, 10:42

Taube hat geschrieben:Sorry, Enggi, ich empfinde Deine Antwort als sehr schlimm: Kennst Du den Unterschied zwischen dem, was die Bibel Gottesfurcht nennt und einer z.B. neurotischen Furcht?

Ich finde, kalypso hat in ihrem Bericht übertrieben und wollte gegensteuern. Neurotische Furcht kenne ich nicht, weder aus der Theorie noch aus eigenem Erleben.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Sa 2. Mai 2009, 13:53

Wie kannst Du, Enggi, einen Beitrag als übertrieben beurteilen, wenn Du keine Ahnung hast, was Angstattacken sein könnten. Du sagst hier ja deutlich, dass Du da nichts weisst. Enggi, Deine Herumtrollerei hier, finde ich manchmal sehr verletzend. Wenn jemand wirklich unter Ängsten leidet, kann das sehr schlimm sein. Vielleicht wäre es besser für Dich, mal Deine primitive Dämonenlehre wegzulegen und dann hast Du Zeit, Dich mal selber anzuschauen.

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Taube » Sa 2. Mai 2009, 14:00

Enggi, genau das ist es, was Hugo Stamm stört, wenn fromme Ausdrücke wie "Gottesfurcht" einfach blindlings gebraucht werden. Dann kann es eben auch schnell zu Missbräuchen kommen. Du spielst wirklich den Puck gerade zum Stock von Hugo Stamm.

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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Enggi » Sa 2. Mai 2009, 18:35

Taube hat geschrieben:Wie kannst Du, Enggi, einen Beitrag als übertrieben beurteilen, wenn Du keine Ahnung hast, was Angstattacken sein könnten.

Wäre ich hyperporea, so würde ich jetzt schreiben „ich vertraue auf meine innere Wahrheit.“ :mrgreen:

Aber im Ernst: Der Grund ist, dass ich in kalypsos Beitrag eine Schwäche ortete und aufdecken wollte. Wenn kalypso darauf antworten will, so sei ihr das unbenommen.
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon kalypso » Mo 4. Mai 2009, 09:34

Enggi hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Wie kannst Du, Enggi, einen Beitrag als übertrieben beurteilen, wenn Du keine Ahnung hast, was Angstattacken sein könnten.

Wäre ich hyperporea, so würde ich jetzt schreiben „ich vertraue auf meine innere Wahrheit.“ :mrgreen:

Aber im Ernst: Der Grund ist, dass ich in kalypsos Beitrag eine Schwäche ortete und aufdecken wollte. Wenn kalypso darauf antworten will, so sei ihr das unbenommen.


Einerseits, Enggi, hast du sicher recht, ich wollte Gegensteuer geben. Andererseits habe ich mit diesen Angstattacken des jungen Menschen nicht übertrieben. Das war tatsächlich so. Und ich finde, es ist Missbrauch, wenn Kindern in der religiösen Erziehung Angst (die ich ganz klar von Gottesfurcht, die ich als Ehrfurcht, nicht als Todesangst verstehe) vermittelt bekommen.

Aus Angst kann keine Gottesfurcht und auch keine Weisheit entstehen. Aus solcher religiöser Angst entstehen vielleicht Hugo Stamms.

Du bist glücklich zu schätzen, dass du keine "neurotische Angst" oder sonstige Angst -und ich nenne es mal Angst, damit du es nicht wieder mit Ehrfurcht vor dem Heiligen/Gott verwechselst- zu kennen scheinst. Aber nur weil du sie weder theoretisch noch empirisch kennst, heisst das nicht, dass es sie nicht gibt. Egal ob man sie psychologisch erklärt oder ihr "dämonischen Ursprung" verleiht...

Wenn ich einen Sektenexperten brauche, halte ich mich eher an den Zürcher Theologen Georg Schmid. Er hat auch seine Schwächen (z.B. seinen Zynismus, den ich aber als Folge von Verletzung seiner rel. Gefühle deute), scheint mir aber sehr kompetent, was Sekten und neuere religiöse Strömungen betrifft.
"All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient [...] umfasst im Grunde eigentlich zweierlei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis" Johannes Calvin, Institutio I,1
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Clausmaus » Sa 31. Okt 2009, 15:13

:jump: :jump: :jump:

alles was Du schreeibst, trifft auch auf die grossen Kirchen zu, dann waeren das ja auch Sekten ????

Na denn ich meine je immer noch......
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Re: Definition von Sekten nach Hugo Stamm

Beitragvon Philo » Sa 31. Okt 2009, 15:59

Hallo zusammen,

ich finde Hugo Stamm´s Sektendefinition für absolut korrekt und alle in Klammern aufgeführten Punkte, finden sich auch (!) in allen Aussagen zu Gott/Jesus in der Bibel wieder.
Dass schon zur Gründungszeit des Christentums diese Bewegung als Sekte bezeichnet wurde, erscheint mir daher ebenso vollstens plausibel.
Ich selbst würde zusammenfassend meinen, dass eine Sekte sich betreits als solche definiert, sobald jemand etwas Außerweltliches als "wahr" behauptet, ohne den geringsten Nachweis dafür erbringen zu können.

LG, Philo :comeon:
Was viele Menschen nicht wissen, siehe...
http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchhausen-Trilemma

Wir sind nur deshalb, weil geschah, was nun mal geschah, und wäre eine andere Geschichte geschehen, so wäre sie ebenso sinnreich bedeutungslos. [Philo]
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