Irrlehren

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Moderator: Thelonious

Irrlehren

Beitragvon Hopelight » So 13. Dez 2009, 16:06

Hallo zusammen

Ich habe kürzlich ein paar Irrlehren im Rahmen meines Theologiestudiums kurz definiert, ich möchte euch das euch nicht vorenthalten.

Für Anregungen oder Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung.

- Donatismus

Der Donatismus entwickelte sich im 4. Jahrhundert zu einer einflussreichen Teilkirche und versuchte eine heilige und reine Kirche zu sein. Ihr Kernaspekt war, das nur wirklich heilige und treue Priester, welche im Fall der Fälle sogar zum Martyrium bereit sein mussten, gültige Sakramente spenden konnten. Sakramente von nicht heiligen Priestern sind nach Meinung der Donatisten unwirksam.

Die Donatisten kamen mit der katholischen Kirche in Konflikt, als traditors (Verräter) von dieser als Priester geweiht wurden. Es kann zur Spaltung. Die Heiligkeit der Sakramente wurde von den Katholiken auf die Institution Kirche und von Donatisten auf Personen bezogen.

- Arianismus

Diese Irrlehre sorgte anfangs des 4. Jahrhunderts für Wirbel. Der Hauptpunkt dieser neuplatonischen Lehre war, das Jesus Christus nicht göttlich, sondern das höchste von Gott geschaffene Wesen war, der diese Welt erschaffen hat.

Am Konzil von Nicäa im Jahre 325 wurde der Arianimus behandelt und mit einem Glaubensbekenntnis die Gottheit Christi klargestellt, dass Jesus Christus gezeugt, kein Geschöpf sondern Eins mit dem Vater ist.

Der Arianimus blieb noch einige Zeit eine Bedrohung der orthodoxen Kirche und prägte andere Bewegungen, welche die Bibelstellen ähnlich auslegen (z.B. Zeugen Jehovas).

- Pelagianismus

Der Standpunkt beim Pelagianismus ist, das es keine Erbsünde gibt und der Mensch sich frei nach seinem Willen für die Sünde oder Gerechtigkeit entscheiden kann. Das heisst mit anderen Worten das Sündlosigkeit beim Pelagianismus möglich ist.

Augustinus zeigte jedoch klar auf, das Gott den Willen motivieren muss die Gnade anzunehmen und das wir die Verdorbenheit Adams zu tragen haben.

Die katholische Kirche schlug sich eher auf die Seite von Augustinus. Es ist interessant festzustellen, das die Gedanken des Pelagius heutzutage beim Humanismus neu aufblühen.

- Marcionismus

Der Blickwinkel dieser Irrlehre konzentriert sich auf eine strikte Trennung des alten und des neuen Testamentes. Der Gott des AT (Schöpfer) wird als böse angeschaut und der Gott des NT (Erlöser) als gut. Das alte Testament wird somit abgelehnt. Die gnostische und doketische Haltung über Jesus Christus ist klar ersichtlich.

Die marcionistische Kirche stellte eine starke Konkurrenz für die katholische Kirche dar, da Marcion nicht alle Bücher im NT akzeptierte. Dies führte zwingend dazu das die Kirche entscheiden musste welche Bücher in den Kanon aufgenommen werden.

- Montanismus

Der Montanismus war eine charismatische Bewegung, welche die Geistesgaben mehr betonte als die Schrift. Eine Unausgewogenheit des „Herzes“. Ausserdem führte der Wunsch nach Reinheit zu ungesunder Askese.

Die Montanisten wollten dem Formalismus und Gesetzlichkeit der katholischen Kirche entgehen, daher vertrugen sie sich nicht mit ihnen.

Geistige Nachfahren finden sich zum Beispiel in Endzeitsekten, welche ihren Führern eschatologische Fähigkeiten zugestehen.

- Albigenser

Der Kerngedanke war das sie einen absoluten Dualismus zwischen Welt und Geist, Abkapslung von der Welt und völlige Armut vertraten. Sie wollten zwar dem NT folgen, doch lehnten sie unter anderem die Menschlichkeit Christi ab.

Die Albigenser waren einen Teil der Katharer und eine der grössten Sekten ausserhalb des Katholismus. Sie wurden von der katholischen Kirche als der Typus der Irrlehren angesehen, wurden heftig verfolgt und schliesslich vernichtet.


Beste Grüsse und Gottes reichen Segen wünsche ich euch.
Hopelight
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Re: Irrlehren

Beitragvon bluna » So 13. Dez 2009, 21:48

Hopelight hat geschrieben:Hallo zusammen

Ich habe kürzlich ein paar Irrlehren im Rahmen meines Theologiestudiums kurz definiert, ich möchte euch das euch nicht vorenthalten.

Für Anregungen oder Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung.

- Donatismus

Der Donatismus entwickelte sich im 4. Jahrhundert zu einer einflussreichen Teilkirche und versuchte eine heilige und reine Kirche zu sein. Ihr Kernaspekt war, das nur wirklich heilige und treue Priester, welche im Fall der Fälle sogar zum Martyrium bereit sein mussten, gültige Sakramente spenden konnten. Sakramente von nicht heiligen Priestern sind nach Meinung der Donatisten unwirksam.

Die Donatisten kamen mit der katholischen Kirche in Konflikt, als traditors (Verräter) von dieser als Priester geweiht wurden. Es kann zur Spaltung. Die Heiligkeit der Sakramente wurde von den Katholiken auf die Institution Kirche und von Donatisten auf Personen bezogen.

- Arianismus

Diese Irrlehre sorgte anfangs des 4. Jahrhunderts für Wirbel. Der Hauptpunkt dieser neuplatonischen Lehre war, das Jesus Christus nicht göttlich, sondern das höchste von Gott geschaffene Wesen war, der diese Welt erschaffen hat.

Am Konzil von Nicäa im Jahre 325 wurde der Arianimus behandelt und mit einem Glaubensbekenntnis die Gottheit Christi klargestellt, dass Jesus Christus gezeugt, kein Geschöpf sondern Eins mit dem Vater ist.

Der Arianimus blieb noch einige Zeit eine Bedrohung der orthodoxen Kirche und prägte andere Bewegungen, welche die Bibelstellen ähnlich auslegen (z.B. Zeugen Jehovas).

- Pelagianismus

Der Standpunkt beim Pelagianismus ist, das es keine Erbsünde gibt und der Mensch sich frei nach seinem Willen für die Sünde oder Gerechtigkeit entscheiden kann. Das heisst mit anderen Worten das Sündlosigkeit beim Pelagianismus möglich ist.

Augustinus zeigte jedoch klar auf, das Gott den Willen motivieren muss die Gnade anzunehmen und das wir die Verdorbenheit Adams zu tragen haben.

Die katholische Kirche schlug sich eher auf die Seite von Augustinus. Es ist interessant festzustellen, das die Gedanken des Pelagius heutzutage beim Humanismus neu aufblühen.

- Marcionismus

Der Blickwinkel dieser Irrlehre konzentriert sich auf eine strikte Trennung des alten und des neuen Testamentes. Der Gott des AT (Schöpfer) wird als böse angeschaut und der Gott des NT (Erlöser) als gut. Das alte Testament wird somit abgelehnt. Die gnostische und doketische Haltung über Jesus Christus ist klar ersichtlich.

Die marcionistische Kirche stellte eine starke Konkurrenz für die katholische Kirche dar, da Marcion nicht alle Bücher im NT akzeptierte. Dies führte zwingend dazu das die Kirche entscheiden musste welche Bücher in den Kanon aufgenommen werden.

- Montanismus

Der Montanismus war eine charismatische Bewegung, welche die Geistesgaben mehr betonte als die Schrift. Eine Unausgewogenheit des „Herzes“. Ausserdem führte der Wunsch nach Reinheit zu ungesunder Askese.

Die Montanisten wollten dem Formalismus und Gesetzlichkeit der katholischen Kirche entgehen, daher vertrugen sie sich nicht mit ihnen.

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- Albigenser

Der Kerngedanke war das sie einen absoluten Dualismus zwischen Welt und Geist, Abkapslung von der Welt und völlige Armut vertraten. Sie wollten zwar dem NT folgen, doch lehnten sie unter anderem die Menschlichkeit Christi ab.

Die Albigenser waren einen Teil der Katharer und eine der grössten Sekten ausserhalb des Katholismus. Sie wurden von der katholischen Kirche als der Typus der Irrlehren angesehen, wurden heftig verfolgt und schliesslich vernichtet.


Beste Grüsse und Gottes reichen Segen wünsche ich euch.



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Re: Irrlehren

Beitragvon Taube » Mo 14. Dez 2009, 11:07

Hopelight hat geschrieben:Hallo zusammen

Ich habe kürzlich ein paar Irrlehren im Rahmen meines Theologiestudiums kurz definiert, ich möchte euch das euch nicht vorenthalten.

Für Anregungen oder Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung.
....


Ich glaube, wir sollten heute die Gelegenheit packen, und nicht mehr einfach von Irrlehren sprechen. ...denn hat z.B. der Donatismus nicht die Kirche darauf hingewiesen, dass alle Gläubige Geheiligte und Fallende sind? Hat der Arianismus nicht die Kirche zur Klärung angespornt, wie man Jesus verstehen soll? ...und Marcion? hat man da nicht realisiert, dass man lernen muss mit den verschiedenen Schriften die im Umlauf waren, umzugehen?

Die Geschichte des Christentums ist ein Suchen und Korrigieren. Wer Irrlehren einfach abtut als Irrlehre, vergisst, dass diese Lehren immer wieder, auch in uns selbst, herumgeistern und wir uns immer wieder damit auseinander setzen müssen, was Gottes Wort wirklich sagt. Diese Irrlehren sind auch Herausforderung an die heutige Gemeinde.

Gruss Taube
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Re: Irrlehren

Beitragvon Thelonious » Mo 14. Dez 2009, 14:49

Ich möchte Dich auch bitten, Dein konkretes Diskussionsanliegen zu präzisieren, Hopelight.

Gruß
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Re: Irrlehren

Beitragvon Thelonious » Do 17. Dez 2009, 21:55

Da das effektive Diskussionsanliegen nicht präzisiert wurde, schließe ich hier mal.

Hopelight, bitte nennen mir die konkrete diesbezügliche Fragestellung sonst gern per PN, ich eröffne dann hier ggf. wieder.

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