Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontrolle

Sondergruppen, Fanatismus

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Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontrolle

Beitragvon Martin-online » Sa 29. Nov 2003, 02:24

1. Gehirnwäsche - Bewußtseinskontrolle

Sekten kommen bei nicht wenigen Menschen gut an und gewinnen Mitglieder. Dies hat aber nur zum Teil mit dem Eingehen der Sekten auf die oben genannten Sehnsüchte und Bedürfnisse der Menschen, die Glaubwürdigkeit ihrer Überzeugung und die faszinierende Hingabe und Einsatzfreudigkeit zu tun.

In vielen Fällen spielen auch die Methoden der Werbung, der Schulung und der Indoktrination eine große Rolle. Als Reflex auf diese Methoden ist in der öffentlichen Meinung oft von "Gehirnwäsche" die Rede.

Während jedoch "brainwashing" in den Erfahrungen von US-Kriegsgefangenen im Koreakrieg als eine gewaltsame Methode der "Bekehrung" in Erinnerung ist, handelt es sich bei Sekten häufig um äußerst undurchschaubare und verdeckte unethische Methoden der Beeinflussung, die einem die totale Vereinnahmung gar nicht bewußt werden läßt.

Der Ausstiegsberater Steven Hassan, ehemals Mitglied der "Mun-Sekte", hat deshalb den Begriff "Bewußtseinskontrolle" (mind control) eingeführt, um diese subtile Praxis der Einflußnahme durch totalitäre Gruppen zu kennzeichnen. Er versteht darunter "ein System von Einflüssen, mit dem die Identität des Individuums (seine Überzeugungen, sein Verhalten, Denken und Fühlen) zerbrochen und durch eine neue Identität ersetzt wird. In den meisten Fällen ist es eine neue Identität, gegen die sich die ursprüngliche entschieden wehren würde, wenn sie wüßte, was auf sie zukommt".

Näher betrachtet, sind bei der Bewußtseinskontrolle vier Komponenten maßgebend:

Verhaltenskontrolle
Durch strenge Regelung der Lebensordnung eines Menschen (wie bzw. wo er lebt, arbeitet, ißt, schläft, sich kleidet; Körperhaltungen, Rituale und Ausdrucksformen, ...) wird der individuelle Lebensraum immer enger. Lob,
Tadel und Bestrafung tun das Ihre, um das verhaltensmäßige Einfügen in die
Gruppe zu gewährleisten.

Gedankenkontrolle
Sie beinhaltet die gründliche Indoktrination der Mitglieder, damit sie die "neue Wahrheit" verinnerlichen und das neue Denk- und Sprachsystem annehmen. Gedankenstopp-Techniken werden angewandt, sobald Zweifel und Kritik im Geist auftauchen: "Schlechte" Gedanken werden damit verhindert. So entsteht alsbald eine "Mauer" zwischen Gläubigen und Außenstehenden

Gefühlskontrolle
Mit Schuld und Angstgefühlen werden Menschen unter Kontrolle gehalten und damit an den Meister und die Gruppe gebunden. Gerade sensible, idealistische Menschen sind sehr empfänglich für Schuldgefühle:
Historische Kollektivschuld der eigenen Nation, der bisherigen Kirche, eigene Schuld im vergangenen Leben, soziale Schuldgefühle
..., alles kann von Sektenführern manipuliert und für eigene Ziele genützt werden. Auch Grund für Ängste ist immer vorhanden: Einmal sind es die äußeren Feinde, dann das drohende eigene Versagen vor den überdimensionalen Forderungen der Sekte. Mit diesem fortwährenden inneren Ungleichgewicht der Gefühle wird das Sektenmitglied auch gegen einen etwaigen Ausstieg konditioniert: Die Ängste verhindern wirkungsvoll eine Entscheidung für das Leben außerhalb der Gruppe.

Informationskontrolle
Durch die Kontrolle über alle Quellen der Information schränkt man die Möglichkeit, frei und eigenständig zu denken, drastisch ein. Wenn der Zugang zu unabhängiger Bildung und Literatur, zu Radio und Fernsehen verstellt wird, ist das Mitglied der sekteninternen Ideologie und Propaganda hilflos ausgeliefert und unfähig zu je der kritischen, selbständigen Reflexion über seinen Glauben und seine Lebensform. Es fehlen die funktionierenden inneren Mechanismen der geistigen Auseinandersetzung
Dazu kommt, daß die Sektenlehre nur ganz allmählich, in kleinen Schritten, enthüllt und vermittelt wird. Manche(r) würde von vornherein zurückschrecken, wenn ihr (ihm) die Sektendoktrin mit allen Konsequenzen in voller Klarheit von Anfang an zugänglich wäre

Zusammen bilden die Komponenten der Bewußtseinskontrolle in ihrer gegenseitigen Durchdringung und Anwendung ein so umfassendes Netz, daß selbst ein intelligenter, willensstarker und charakterfester Mensch dem manipulativen Sog kaum gewachsen ist - wie erst dann jemand, der in einer lebensgeschichtlichen Krise, einem schicksalhaften Ereignis, einer tiefgreifenden Frustration oder Depression gefangen ist!

Merksatz: Je intensiver Sektenmitglieder kontrolliert werden, desto mehr wächst auch die Angst dieser Menschen. Ein Verlassen der Gruppe wird immer schwieriger.



2. Die Kontrolle über den Geist

Steven Hassan zeigt in seiner Arbeit, daß die genannten vier Möglichkeiten der Bewußtseinskontrolle in der Sektenpraxis in einem dreistufigen Prozeß angewandt werden, um die Kontrolle über den Geist zu gewinnen:

Aufbrechen
Der geworbene Mensch soll destabilisiert werden. Sein bisheriges
religlös/weltanschauliches Bezugssystem, seine gesellschaftliche und berufliche Orientierung soll erschüttert, in Frage gestellt und nach und nach zertrümmert werden. Verschiedene ausgeklügelte psychologische Methoden, u.a. hypnotische Prozesse, das Einreden von Krankheit und Unfähigkeit usw. dienen der
Desorientierung. Verändern
Das nun entstandene Vakuum in Geist und Herz wird durch neue Denk- und
Verhaltensweisen, durch neue Emotionen gefüllt. Oft künstlich herbeigeführte "spirituelle Erlebnisse" und verblüffende "Erkenntnisse" helfen wirksam mit, eine neue Identität aufzubauen. Die Wirksamkeit einer massiven gruppenpsychologischen Beeinflussung wird dabei erschreckend sichtbar!

Fixieren
Die neue Identität muß so stabilisiert und gefestigt, neuen Überzeugungen und Werte müssen so verinnerlicht werden, daß das Mitglied die Sekte auch
"draußen" intensiv und unerschütterlich vertreten und verbreiten kann.

Es ist erschütternd, wenn Verwandte und Freunde die Veränderung, ja Verwandlung eines Menschen zu einem "Fremden" registrieren müssen. " Wie ein anderer Mensch", "wie ein Roboter" wird dieser Eindruck dann artikuliert. Und doch muß man wissen, daß das "echte", ursprüngliche Ich weiterhin tief im Inneren vorhanden ist: mit Erinnerungen, Widersprüchen, Fragen, Enttäuschungen und Sehnsüchten.

Diese "echte" Identität hat letztlich den Schlüssel zur Freiheit in Händen; wenn man sie erwecken und stärken könnte, wäre es möglich, die Ketten der Bewußtseins kontrolle zu zerreißen.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: In der Sprechweise der Medien und der säkularisierten Öffentlichkeit sind unter Sekten zumeist Gruppierungen mit den obengenannten unethischen und verwerflichen Methoden der Werbung, der Vereinnahmung und Knebelung gemeint. Das gilt aber für Gemeinschaften, die im christlichen Sinn als "Sekten" gelten müssen, keineswegs in jedem Fall!

Die Mormonen muß man z. B. wegen ihrer Sonderlehren (vom Standpunkt der Ökumene aus) als "Sekte" im klassischen Sinn nennen, obwohl sie in moralischem Bereich keineswegs anrüchig oder gefährlich ist.



3. Worin besteht die Gefährlichkeit von "Sekten"?

Zunächst sehe ich als (katholischer oder evangelischer) Christ die Gefahr, daß ich von der Fülle und Ausgewogenheit des Evangeliums Jesu zu einer einseitig entstellten und verengten Sicht des christlichen Glaubens gelange oder daß ich gar zu einem Angebot abfalle, das von der Botschaft der Bibel als heillos gekennzeichnet wird.

Zum andern ist die Frage nach der Gefährlichkeit mit dem Verweis auf die subtilen, vom oft gar nicht erkennbaren Methoden der Bewußtseinskontrolle beantwortet.
Aber diese Methoden sind nur Mittel zum Zweck. Sie wollen den Menschen in eine Haltung hineinmanipulieren, die sich für die Einstellung zur eigenen Lebensgestaltung und zum Zusammenleben mit den anderen sehr verhängnisvoll auswirken kann.

Diese Probleme und Konfliktbereiche werden heute von einer sehr aufmerksamen Öffentlichkeit zunehmend besorgt - und zum Teil hilflos - registriert:

a) mögliche Risiken für den einzelnen

Einengung der Persönlichkeit auf wenige Bereiche der Lebensmöglichkeit und Gestaltung
Psychische Regression (Rückschritt) in kindliche Entwicklungsphasen
Verlust eines realistischen Urteils- und Kritikvermögens
Verlust der Berufs-, Arbeitsfähigkeit und Selbständigkeit
Verlust lebensnotwendiger finanzieller Mittel und Eigentumswerte
Verlust der Bindungs- und Verantwortungsfähigkeit gegenüber Familie und Freunden
Süchtige Abhängigkeit von (religiösen) "Spitzenerlebnissen"
Verkümmerung einer gesunden Emotionalität
Quälende Angst-, Schuld- und Schamgefühle
Vernachlässigung/Verbot einer zielführenden Behandlung von Krankheiten
Erschöpfungszustände durch extrem fordernde und überlastende Lebensführung sowie einseitige Ernährungsregeln
Erpreßbarkeit wegen Kenntnis intimer biographischer Details durch die Gruppe
Verlust der Eigenpersönlichkeit zugunsten einer Fremd- und Einheitspersönlichkeit

b) mögliche Gefahren für die Allgemeinheit

Mißbrauch der Möglichkeiten, die das Grundrecht auf Religionsfreiheit eröffnet, für gruppenegoistische, gewinnorientierte und totalitär vereinnahmende Ziele Unfähigkeit für demokratische Entscheidungs- und Handlungsvorgänge
Leben in einer radikalen Gegenwelt zur bestehenden Gesellschaft und damit
Herausfallen aus vielen Überzeugungen, die den notwendigen gesellschaftlichen Konsens darstellen
Ausbleiben einer soliden Berufsausbildung
Mangel/Fehlen sozialer Sicherheit (Versicherungsschutz, pensionsrechtliche
Regelungen fehlen häufig!)
Belastung des sozialen Netzes der Gesellschaft beim Ausschluß oder Verlassen der Sekte (Krankheit, Arbeits- und Integrationsunfähigkeit) Problem der Kinder, die isoliert, mißbraucht, unausgebildet und desintegriert in Sekten aufwachsen



Selbstverständlich sind nicht alle Probleme bei allen Mitgliedern jeder "Sekte" anzutreffen; aber schon das Vorhandensein einiger Stör- und Schadfaktoren können das Leben des Menschen und sein soziales Umfeld nachhaltig beeinträchtigen und schädigen!

Zum häufig geäußerten Ruf nach einer Politik und Gesetzgebung, die das Bestehen und Agieren von "Sekten" - womöglich im Auftrag der Kirchen - unterbinden soll, muß gesagt werden:

Die Kompetenz des Staates liegt sicherlich nicht in der Feststellung religlös-weltanschaulicher Wahrheit und Richtigkeit. Das Instrumentarium der bestehenden gesetzlichen Regelungen, die die Rechte des einzelnen (Freiheit und Selbstbestimmung, Gesundheit, Eigentum) schützen, müßte bei gewissenhafter und intensiver Anwendung durchaus ausreichen.

Freilich: Das Risiko von (Fehl-) Entscheidungen und unheilvollen Entwicklungen in der Lebensgeschichte eines Menschen wird nie auszuschalten sein!
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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon Taube » Sa 29. Nov 2003, 07:24

Original von Martin-online
...
Zum häufig geäußerten Ruf nach einer Politik und Gesetzgebung, die das Bestehen und Agieren von "Sekten" - womöglich im Auftrag der Kirchen - unterbinden soll, muß gesagt werden:

Die Kompetenz des Staates liegt sicherlich nicht in der Feststellung religlös-weltanschaulicher Wahrheit und Richtigkeit. Das Instrumentarium der bestehenden gesetzlichen Regelungen, die die Rechte des einzelnen (Freiheit und Selbstbestimmung, Gesundheit, Eigentum) schützen, müßte bei gewissenhafter und intensiver Anwendung durchaus ausreichen.
...
...alle dies Ausführungen scheinen mir bedenkenswert. Das von mir jetzt angeführte Zitat führt mich allerdings zur weiteren Frage: Wer bestimmt im Konkreten, was sektiererisch ist. Auch diese Antwort ist nur aus dem eigenen Blickwinkel zu treffen und wird deshalb auch nicht objektiv zu treffen sein. Sektiererisch ist nämlich immer der andere.

Nochmals betonen möchte ich, dass klar unterschieden werden sollte zwischen de, Begriff der Sekte aus soziologischer oder psychologischer Sicht, wie Martin oben dies darstellt und dem Begriff der Sekte aus religionswissenschaftlicher Sicht: Die Sekte mit "Sonderlehren" als Abspaltung aus einer Mutterreligion. Diese müssen nicht unbedingt auch die negativen Züge haben, wie oben von Martin angeführt. Für diese Art der Sekten hat Martin oben schon das Beispiel Mormonen erwähnt. Aber auch hier muss man klar sehen: Sekten sind immer die anderen, was die Beurteilung dann nie ganz als objektiv erscheinen lässt. Es wird immer ein Urteil aus der eigenen Sich sein.


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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon bigbird » Sa 29. Nov 2003, 12:01

Hallo Martin!

Erst mal herzlich willkommen in unserem Forum! Das ist ja ein rechter Brocken, den du uns da hinwirfst. Ich muss zugeben, ich hab mir nicht die Zeit genommen, alles genau zu lesen. Aber ich habe trotzdem schon einige Anmerkungen.
Ich hab auf Anhieb keine Frage zur Diskussion gefunden - was möchtest du mit diesem ausführlichen Text? Es ist enorm schwierig, da zu diskutieren, weil ein Text in der Fülle einem erschlägt, bevor er zu reden beginnt. :(

Da würde mich noch interessieren, ob das dein Text ist, ob du ihn verfasst hast. Falls nicht, solltest du das deklarieren. Du kannst es noch einfügen, indem du bei deinem Beitrag "edit" anklickst.

Vielen Dank, wenn du noch ein bisschen klarheit schaffst.

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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon Martin-online » Mo 1. Dez 2003, 00:27

Mich würde interessieren, ob Ihr den Text (den ich natürlich zitiert habe) realitätsfremd oder realitätsnah empfindet.

Seht ihr mehr den sozialen Aspekt einer Sekte (abhängigmachend)
oder eher den lehrmäßigen Aspekt einer Sekte (Sonderlehren)?

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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon Taube » Mo 1. Dez 2003, 08:42

Original von Martin-online
Mich würde interessieren, ob Ihr den Text (den ich natürlich zitiert habe) realitätsfremd oder realitätsnah empfindet.

Seht ihr mehr den sozialen Aspekt einer Sekte (abhängigmachend)
oder eher den lehrmäßigen Aspekt einer Sekte (Sonderlehren)?

Martin
Woher kommt das Zitat? Eine Quellenangabe sollte eigentlich selbstverständlich sein, oder nicht?

Da der Begriff heute verschieden gebraucht wird, sollte man immer mitangeben, wie man ihn verwendet. Sonst gibt es nur Missverständnisse.


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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon bigbird » Mo 1. Dez 2003, 10:32

Original von Martin-online
den ich natürlich zitiert habe

Ich kann Taube nur unterstützen. @Martin-online, ich bitte dich dringend um eine Quellenangabe; es geht dabei auch um die rechtliche Frage! Solche langen Text ohne Quellenangabe müssen wir löschen!
Seht ihr mehr den sozialen Aspekt einer Sekte (abhängigmachend)
oder eher den lehrmäßigen Aspekt einer Sekte (Sonderlehren)?
Deine Fragestellung ist für mich immer noch mehr eine "Alibiübung". Worüber willst du wirklich diskutieren? Mit "seht ihr mehr so oder so" ist nicht viel geholfen.

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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon Meta » Mo 1. Dez 2003, 10:57

Hallo Martin-online,

>>Mich würde interessieren, ob Ihr den Text (den ich natürlich zitiert habe) realitätsfremd oder realitätsnah empfindet.

Seht ihr mehr den sozialen Aspekt einer Sekte (abhängigmachend)
oder eher den lehrmäßigen Aspekt einer Sekte (Sonderlehren)?<<

Die Zusammenfassung oben ist sehr gut, und entspricht den Tatsachen.
Um Menschen abhängig zu machen braucht es den lehrmässigen aspekt. Es ist eine Mischung von beiden.

Ein gutes Beispiel,wie man heilige Texte missbraucht, ist das Christentum. Anstatt sich bei der Wurzel, dem Judentum zu informieren (vor ca. 2000 Jahren gab es nur die Heilige Schrift, Jeschua kannte nur diese), hat man eine eigene Religion gebastelt (Apg. 15,21 Denn seit frühester Zeit hat Mosche in jeder Stadt solche gehabt, die ihn verkündigt haben, die seine Worte jededen Schabbat in den Synagogen lasen.)

Gruss
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8,7 Deshalb ist eine begrenzte menschliche Denkweise Gott gegenüber feindlich, weil sie sich nicht der Tora Gottes unterstellt und auch gar nicht in der Lage dazu ist
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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon Joggeli » Mo 1. Dez 2003, 13:09

Hallo

die katholische Quelle ist relativ leicht zu finden:

http://www.dioezese-linz.or.at/pastoralamt/weltanschauungsfragen/gefahr.asp

Dennoch ist mir immer noch nicht so ganz klar, was hier diskutiert werden soll. Ich kann mit Leichtigkeit noch weitere solche Texte hier posten - nur interessieren mich ja eher persönliche Meinungen, und nicht die vom KATHOLISCHEN BIBELWERK Linz :(

Gruss
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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon parepidimos » Mo 1. Dez 2003, 16:30

Original von Meta
Ein gutes Beispiel,wie man heilige Texte missbraucht, ist das Christentum [... bla, bla]

Sowas musste ja kommen. :roll:

Die von Meta bevorzugte Bedeutung ist also jene eines subjektiven Werturteils einer Gruppe "anderer" gegenueber. Das ist kein Argument, sondern Anschauungsmaterial.

Pass nur auf, dass du niemanden dazu provozierst, juedisch/rabbinische Verfaelschungen der heiligen Texte naeher zu beleuchten.

-----------------------

Zum Thema: Mich wundert, warum die Soziologie noch keinen eigenen, praeziseren Begriff fuer manipulative Gruppierungen gefunden hat und sich weiterhin munter des Vokabulars der Kirchengeschichte bedient. Oder ist dies Absicht?
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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewu�tseinskont

Beitragvon Hastur » Di 2. Dez 2003, 23:26

@parapedimos:

Hier ein anderes, nicht auf der Kirchengeschichte aufbauendes, Vokabular. Viel Spaß damit.
Zu beachten ist, daß dieses Vokabular NICHT WERTEND ist. Es beschreibt einfach eine Terminologie mit der INFORMATIONsweitergabe unter Menschen beschrieben werden kann(nicht muß).Informationen sind wertfrei, d.g. sie können wahr, falsch, indeterminiert oder bedeutungslos sein.
Es ist dies übrigens eine(wenn auch nicht überall akzeptierte) Terminologie aus der Soziologie.

Memetic Lexicon

Author: Glenn Grant 1990
Geändert und erweitert von David McFadzean 1995-1999
Auf Deutsch übersetzt von Alex Schröder 1999

Auto-toxisch (auto-toxic): Gef�hrlich f�r sich selber. Hochgradig auto-toxische Meme sind normalerweise selbst limitierend, da sie die Zerst�rung ihres Wirtes f�rdern. Beispiele: Jim Jones Meme, Mem-Komplexe f�r milit�rische Indoktrination, sog. Martyrer-Meme. (GMG) (Siehe exo-toxisch.)

Belohnungs-Komem (reward co-meme): Siehe K�der.

Drohung (threat): Der Teil eines Mem-Komplexes, der Gehorsam verlangt und Falschreplikationen verhindert. (Ewige Verdammnis ist in vielen religi�sen Schemas ein Drohungs-Komem.) (Siehe K�der, Haken, Impfmem.) (Hofstadter)

Exo-toxisch (exo-toxic): Gef�hrlich f�r andere. Hochgradig exo-toxische Meme f�rdern die Zerst�rung von wirtsfremden Personen, insbesondere Tr�ger von Konkurrenz-Memen. Beispiele: Nationalsozialismus, die Inquisition, Pol Pot. (GMG) (Siehe Mem-Allergie.)

Glaubensraum (belief-space): Da eine Person jeweils nur mit einer endlichen Anzahl Memen infiziert sein kann, und da eine Person auch nur eine endliche Anzahl Meme weitergeben kann, ist der Glaubensraum limitiert (Henson). Meme evolvieren im Wettbewerb um Nischen im Glaubensraum von Individuen und Gesellschaften.

Haken (hook): Der Teil eines Mem-Komplexes, der dessen Weiterverbreitung fordert. Oft ist der Haken besonders effektiv, wenn er nicht explizit ausformuliert wird, sondern die logische Konsequenz des Mem-Gehaltes ist. (Hofstadter) (Siehe K�der, Drohung.)

Histamem (histameme): Siehe Impfmem. (Morgan)

Ideosph�re (ideosphere): Das Gebiet der memetischen Evolution, so wie die Biosph�re das Gebiet der biologischen Evolution ist. Die Gesamtheit der Memetischen �kologie. (Hofstadter.) Die Gesundheit einer Ideosph�re kann �ber ihre memetische Diversit�t gemessen werden.

Immunodepressor (immuno-depressant): Alles, welches die memetische Immunit�t einer Person reduziert. Verbreitete Immunodepressoren: Reisen, Orientierungslosikgeit, physische und emotionale Ersch�pfung, Unsicherheit, emotionaler Schock, Verlust von Heim oder Geliebten, Zukunftschock, Kulturschock, Isolationsstress, unbekannte soziale Situationen, gewisse Drogen, Einsamkeit, Entfremdung, Paranoia, wiederholter Kontakt mit gewissen Memen, Respekt vor Authorit�t, Verdr�ngung und Hypnose (Ausschaltung der kritischen Urteilskraft). Missionare von Kulten suchen sich ihre Opfer oft an Flugh�fen und Busbahnh�fen, da Reisende oft unter dem Einfluss einiger dieser Immunodepressoren stehen. (GMG) (Siehe Kult.)

Immuno-Mem (immuno-meme): Siehe Impfmem. (GMG)

Impfmem (vaccime): Ein beliebiges Meta-Mem, welches Resistenz oder Immunit�t gegen ein Mem oder mehrere Meme verleiht, so dass eine Person diesen Memen ausgesetzt werden kann, ohne infiziert zu werden. Auch Immuno-Mem genannt. Oft auftauchende Immunit�t-verleihende Meme sind Glaube, Loyalit�t, Skeptizismus und Toleranz. (Siehe Mem-Allergie.) (GMG.)

Jedes Schema enth�lt ein Impfmem, welches vor rivalisierenden Memen sch�tzt. Beispiele:

* Konservatismus: automatischer Widerstand gegen alle neuen Meme.
* Orthodoxie: automatische Ablehnung aller neuen Meme.
* Wissenschaft: pr�fung neuer Meme auf theoretische Konsistenz und (falls anwendbar) empirische Wiederholbarkeit; kontinuerliche �berpr�fung alter Meme; Annahme neuer Schemas mit dem Vorbehalt zuk�nftiger �berpr�fung.
* Radikalismus: Annahme eines neuen Schemas, Ablehnung aller anderen Schemas.
* Nihilismus: Ablehnung sowohl neuer als auch alter Schemas.
* New Age: Annahme neuer und alter �sthetisch wirkendender Meme, unabh�ngig von empirischer (oder sogar interner) Konsistenz; Ablehnung anderer Meme. (Man beachte, dass dieses Impfmem nicht sehr viel Schutz verleiht.)
* Japanisch: Anpassung (von Teilen) neuer Schemen an alte Schemen.

Infektion (infection):

1. Erfolgreiche Kodierung eines Memes im Ged�chtnis einer Person. Eine memetische Infektion kann entweder aktiv oder inaktiv sein. Bei einer inaktiven Infektion ist das Opfer nicht motiviert, das Mem an andere Personen weiterzugeben. Bei einer aktiven Infektion ist das Opfer motiviert, weitere Personen zu infizieren. Fanatisch aktive Wirte sind oft Membots oder Memoide. Eine Person, welche dem Mem ausgesetzt war, und sich nicht (bewusst oder unbewusst) an das Mem erinnern kann, ist nicht infiziert. (Ein Wirt kann tats�chlich unbewusst infiziert werden und ein Mem auch unbewusst weitergeben. Viele soziale Normen werden so weitergegeben.) (GMG)
2. Manche Memetiker haben Infektion mit einem Mem als ein Synonym f�r Glauben an ein Mem verwendet (dh. nur wer an das Mem glaubt, ist infiziert, wer nicht daran glaubt ist nicht infiziert). Dies ignoriert die Tatsache, dass man ein Mem weitergeben kann, ohne daran zu glauben. Lieder, Witze und Vorstellungen sind Meme, welche den Glauben nicht als Infektionsstrategie verwenden.

Infektionsstrategie (infection strategy): Eine memetische Strategie, welche die Infektion eines Wirtes beg�nstigt. Witze beg�nstigen eine Infektion, da sie lustig sind, Melodien, indem sie verschiedene Emotionen wecken, Slogans und Werbespr�che, indem sie pr�gnant sind und kontinuierlich wiederholt werden. Weit verbreitete Infektionsstrategien sind Opfer und T�ter, Todesangst und Gruppenzugeh�rigkeit. In einem Mem-Komplex ist der K�der oft f�r die Infektionsstrategie von zentraler Bedeutung. (siehe Replikationsstrategie, Mimikry.) (GMG)

K�der (bait): Der Teil eines Mem-Komplexes, der dem Wirt einen Vorteil verspricht (meistens als Belohnung f�r die Verbreitung des Mem-Komplexes). Der K�der rechtfertigt normalerweise die Verbreitung des Mem-Komplexes (ohne diese jedoch explizit zu fordern). (Donald Going, zitiert von Hofstadter.) Der K�der wird auch oft als Belohnungs-Komem bezeichnet. (In vielen Religionen ist die Rettung der K�der oder die versprochene Belohnung und Sagt es weiter der Haken. Desweiteren sind Ewiges Gl�ck, Sicherheit, Wohlstand oder Freiheit auch weit verbreitete K�der-Komeme.) (Siehe Haken, Drohung; Infektionsstrategie.)

Komem (co-meme): Ein Mem, welches in Symbiose mit anderen Memen koevoluiert ist und mit diesen einen Mem-Komplex bildet. Auch Symmem genannt. (GMG)

Kult (cult): Aus Membots oder Memoiden aufgebauter Soziotyp eines auto-toxischen Mem-Komplexes. (GMG) M�gliche Charakteristika eines Kultes: Selbstisolation einer infizierten Gruppe (oder zumindest der neu rekrutierten Mitglieder), Hirnw�sche durch wiederholte Kontakte (diese induzieren Abh�ngigkeitsverh�ltnisse), Reduzierte genetische Funktionen (Z�libat, Sterilisation, Entwertung der Familie) zugunsten von Vermehrung (Missionieren) und F�hrer-Verehrung ("Pers�nlichkeitskult";). (Henson)

Mem (meme): Ein ansteckendes Informationsmuster, welches sich vervielf�ltigt, indem es Menschen symbiotisch infiziert und ihr Verhalten �ndert, so dass sie das Muster weiterverbreiten. (Der Begriff wurde von Dawkins gepr�gt, in Analogie mit Gen.) Slogans, Werbespr�che, Melodien, Ideogramme, Erfindungen und Moden sind typische Meme. Eine Idee oder ein Informationsmuster ist erst ein Mem, wenn es jemanden dazu veranlasst, es zu replizieren, es jemandem mitzuteilen. Jegliches weitergegebene Wissen ist memetischer Natur. (Wheelis, von Hofstadter zitiert.) (Siehe Mem-Komplex).

Mem-Allergie (meme-allergy): Eine Form von Intoleranz; ein Zustand, der eine Person normalerweise extrem reagieren l�sst, wenn sie einem spezifischen semiotischen Stimulus ausgesetzt wird (ein Mem-Allergen). Exo-toxische Mem-Komplexe l�sen typischerweise gef�hrliche Mem-Allergien bei ihren Wirten aus. Oft m�ssen hierf�r die eigentlichen Mem-Allergene nicht anwesend sein. Alleine ihre Wahrnehmung kann eine Reaktion ausl�sen. Bekannte Mem-Allergien sind beispielsweise Homophobie, paranoider Anti-Kommunismus, Pornophobie. Weit verbreitete Formen mem-allergischer Reaktionen sind Zensur, Vandalismus, ausfallende Beleidigungen, physische Gewalt. (GMG)

Membot (membot): Eine Person, die jeden Moment ihres Lebens der Weitergabe eines Memes widmet. (So wie viele Zeugen Jehovas, Hare Krischna Anh�nger, Scientologen.) Wegen internem Wettbewerb tendieren die lautst�rksten und extremsten Membots dazu, in den Hierarchien ihrer Soziotypen an die Spitze aufzusteigen. Ein selbstzerst�rerischer Membot ist ein Memoid. (GMG)

Memetik (memetics): Das Studium von Memen und ihren sozialen Auswirkungen.

Memetiker (memeticist):

1. Jemand, der in der Memetik t�tig ist.
2. Ein memetischer Ingenieur. (GMG)

Memetisch (memetic): Mem-artig.

Memetische Drift (memetic drift): Akkumulierte Falschinterpretationen; memetische Mutationsrate oder Evolution. Geschriebene Texte verz�gern tendenziell die memetische Drift von Dogmen (Henson).

Memetischer Ingenieur (memetic engineer): Jemand, der bewusst mittels Mem-Spleissen und Mem-Synthese Meme herstellt, welche das Verhalten anderer Leute beinflussen sollen. Typische memetische Ingenieure sind die Authoren von Manifestos und Werbung. (GMG)

Mem-Komplex (meme-complex): Ein Satz von sich gegenseitig f�rdernden Memen. Durch Koevolution haben diese Meme eine symbiotische Beziehung zueinander aufgebaut. Religi�se Dogmas, soziale Bewegungen, Stilrichtungen in der Kunst, Traditionen und Br�uche, Kettenbriefe, Paradigmen, Sprache, usw. sind Mem-Komplexe. Diese werden auch M-Plex oder Schema genannt (Hofstadter). Komeme, welche oft in einem Schema auftreten: K�der, Haken, Drohung, Impfung.

Ein erfolgreiches Schema hat �blicherweise gewisse Attribute: Eine breite Anwendbarkeit (das Paradigma erkl�rt vieles), es bietet den Tr�gern Gelegenheiten zur Teilnahme und zum Mitmachen, es ist von der eigenen evidenten Wahrheit �berzeugt (es hat Authorit�t), es bietet Ordnung und einen Gef�hl f�r den eigenen Platz im Leben. So hilft das Schema, ein drohendes Gef�hl der Sinnlosigkeit zu verdr�ngen. (Wheelis, zitiert von Hofstadter.)

Memoid (memeoid oder memoid): Eine Person, deren Verhalten so stark von einem Mem beinflusst ist, dass das eigene �berleben bedeutungslos wird. (Henson) (Beispiele: Kamikaze-Piloten, shiitische Terroristen, Jim Jones Anh�nger, Soldaten). Wirte und membots nicht zwingenderweise Memoide. (Siehe auto-toxisch, exo-toxisch.)

Memplex (memeplex): Siehe Mem-Komplex.

Mem-Pool (meme pool): Die Gesamtheit aller Meme, welche einer Kultur oder einem Individuum zug�nglich ist. Sprachen lernen und Reisen sind Methoden, um das eigene Mem-Pool zu vergr�ssern.

A jug of wine,
A leg of lamb
And thou!
Beside me,
Whistling in
the darkness.
Hastur
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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon Hastur » Di 2. Dez 2003, 23:27

Memotyp (memotype):

1. Der tatsächliche Informationsgehalt eines Memes, im Unterschied zu dessen Soziotyp.
2. Eine Klasse von ähnlichen Memen. (GMG)

Meta-Mem (meta-meme): Ein Mem über Meme (z.B. Toleranz, Metaphor).

Meta-Mem, das (meta-meme, the): Das Konzept der Meme, welches selber auch wieder ein Mem ist.

Millennium Mem, das (millennial meme, the): Eines der im Moment epidemischen Meme, welches Katastrophen für das Jahr 2000 voraussagen. Beispiele: Die Schlacht von Armageddon, FIXME: the Rapture, das tausendjährige Reich Jesu, etc. Das Mem des "Anbrechenden Neuen Zeitalters" ist eine überreligiöse Version davon. (Auch Endmem genannt.)

Mimikry (mimicry): Eine Infektionsstrategie, mittels der ein Mem versucht, die Semiotik eines anderen erfolgreichen Memes zu imitieren. Beispiele: Pseudowissenschaften (Kreationismus, UFOlogie), Pseudorebellion (Heavy Metal), Subversion mittels Fälschungen (FIXME:Situationist detournement). (GMG)

Ohrwurm (earworm): Eine Melodie oder Harmonie welche einen Population rasch infiziert. (Rheingold); ein Hit. (Beispielsweise Don´t Worry, Be Happy.) (Dieser Ausdruck wurde aus dem Deutschen ins Englische übernommen: Ohrwurm=earworm.)

Opfer und Täter (villain vs. victim): Eine von Mem-Komplexen oft benutzte Infektionsstrategie, welche den potentiellen Wirt als Opfer darstellt und dessen Unsicherheit ausnützt. Beispiel: The Bourgoisie unterdrückt das Proletariat (Hofstadter). Oft gefährlich toxisch für Wirt und Gesellschaft. Auch Wir-und-die-Anderen Strategie genannt. (Siehe auch Utismus.

Replikationsstrategie (replication strategy): Eine memetische Strategie, welche von einem Mem verwendet wird, um den Wirt dazu zu bringen, das Mem an andere Leute weiterzugeben. Das Haken Komem eines Mem-Komplexes. (GMG)

Retromem (retromeme): Ein Mem, welches versucht, sich in einen existierenden Mem-Komplex hineinzuspleissen. Beispiel: Marxisten/Leninisten, welche andere Soziotypen vereinnahmen. (GMG)

Ruhend (dormant): Momentan ohne menschlichen Wirt. Ägyptische Hieroglyphen und die Gnostik sind Beispiele für tote Schemas, welche für Jahrtausende in versteckten oder unübersetzbaren Texten ruhen können, um dort ihrer Reaktivation durch moderne Archäologen zu harren. Manche obsolete Meme kommen nie völlig zur Ruhe; beispielsweise die Phlogiston Theroie, welche sich ganz einfach von einem Glauben in eine kuriose Randnotiz der Geschichte verwandelte.

Schema (scheme): Siehe Mem-Komplex. (Hofstadter.)

Soziotyp (sociotype):

1. Der soziale Ausdruck eines Memotyps, genauso wie der Körper eines Organismus´ der physische Ausdruck (der Phänotyp) der Gene (des Genotyps) ist. Insofern ist also die protestantische Kirche ein Soziotyp des Memotyps der Bibel.
2. Eine Klasse von ähnlichen sozialen Organisationen. (GMG)

Symmem (symmeme): Siehe Komem.

Toleranz (tolerance): Ein Meta-Mem, welches gegen eine breite Palette von Memen (und ihren Soziotypen) Resistenz verleiht, ohne eine Mem-Allergie zu bewirken. In seiner pursten Form erlaubt Toleranz es dem Wirt, sich wiederholt Rival-Memen auszusetzen, ohne Infiziert zu werden und ohne eine Mem-Allergie einzufangen. Dies gilt sogar für intolerante Rival-Meme. Toleranz ist in einer breiten Palette von Schemas ein zentrales Komem, insbesondere bei Demokratie oder Liberalismus. Ohne Toleranz wird ein Schema oft exo-toxisch und verleiht seinem Wirt eine Mem-Allergie. Da Schemas in einem endlichen Glaubensraum im Wettbewerb zueinander stehen, ist Toleranz nicht unbedingt ein positives Merkmal. Toleranz koevoluierte in der Ideosphäre auf eine ähnliche Art und Weise wie sich Kooperation in biologischen Ökosystemen entwickelt hat. (Henson)

Utismus (utism): Utismus ist die englische Verkürzung von us-versus-them-ism (Wir-und-die-Anderen-ismus). Dogmatisches festhalten an einem Vorstellungssystem kann im jeweiligen Anhänger eine Wir-gegen-die-Anderen Mentalität hervorrufen. Die Wir Gruppe besteht aus den Leuten, welche unsere Vorstellungen teilen, die Anderen teilen Vorstellungen, welche mit den unsrigen im Konflikt stehen. (KMO)

Vektor (vector): Medium, Methode oder Vehikel für die Transmission von Memen. Fast jedes Kommunikationsmedium kann als memetischer Vektor dienen. (GMG)

Wirt (host): Eine Person, welche erfolgreich von einem Mem infiziert worden ist. Siehe Infektion, Membot, Memoid.

Zensur (censorship): Jeglicher Versuch, mittels Elimination der entsprechenden Vektoren die Ausbreitung eines Memes zu behindern. Zensur entspricht somit dem Versuch, mittels Insektiziden die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Zensur kann ein offensives Mem nie vollständig ausmerzen; Zensur kann sogar durch die Elimination milderer Formen eines Memes die Ausbreitung der virulentesten Stämme des Memes fördern.

Footnotes

* 1. Die ursprüngliche Definition lautete parasitär statt symbiotisch. Dank an Tyson Vaughan für die Empfehlung.

Share-Right (S), 1990, by Glenn Grant, PO Box 36 Station H, Montreal, Quebec, H3C 2K5. (You may reproduce this material, only if your recipients may also reproduce it, you do not change it, and you include this notice [see: threat]. If you publish it, send me a copy, okay?)

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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon parepidimos » Mi 3. Dez 2003, 17:37

Danke Hastur. Der Mem-Begriff ist mir zuvor ueber den Weg gelaufen, aber nicht in diesem Zusammenhang und nicht systematisch beschrieben. Sehr aufschlussreich!

Nachsatz: Die englische Version findet sich uebrigens auf http://pespmc1.vub.ac.be/MEMLEX.html
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Beitragvon Martin-online » Sa 6. Dez 2003, 01:43

Jetzt wissen alle die Quelle und dass es ein Zitat war.

Würdet ihr den Text ernst nehmen, wenn Ihr Betroffen wäret?

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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Meta » Sa 6. Dez 2003, 20:43

Hallo Martin-online,

>>Würdet ihr den Text ernst nehmen, wenn Ihr Betroffen wäret?<<

Es gab eine sehr lange Zeit, da hätte ich es rundweg abgesritten, davon beroffen zu sein. Wenn man drin steckt, merkt man nichts davon. Erst als "es" weg war, und ich wissen wollte was mit mir los war, hab ichs begriffen.

(Es kann auch Menschen in ev. und kath. Kirchen betreffen, merkwürdigerweise wird das in Sektenlexikons nie erwähnt)

Gruss
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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Martin-online » Mo 8. Dez 2003, 00:37

Hallo Meta!

Wenn man selbst betroffen ist, dann hat man wirklich ein Problem. "Es" muss erst einmal vorbeigehen.

Bei mir ist einmal die Indoktrination nicht gelungen - wie hast Du dich lösen können?

Dass in solchen Lexika über Fundamentalismus in Volkskirchen geschwiegen wird, hat bestimmt damit zu tun, dass sie von "Sektenbeobachtern" aus diesen Kreisen geschrieben werden.

Aber zu Opus Dei wird sich doch auch eine Randbemerkung finden... :D

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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Meta » Mo 8. Dez 2003, 20:35

Hallo Martin-online,

>>Wenn man selbst betroffen ist, dann hat man wirklich ein Problem. "Es" muss erst einmal vorbeigehen.<<

Du siehst, wie viele Einsichtige es hier gibt :D
Viele bleiben darin hängen, und merken es nicht. Das kann ein Grund sein, für die Schreckenstaten von Christen, und das noch mit "gutem" Gewissen.

>>Bei mir ist einmal die Indoktrination nicht gelungen - wie hast Du dich lösen können?<<

von welcher Seite? Warum nicht?

Mir wurde durch Erziehung der Wille gebrochen. Ich kannte nichts anderes. Man war auch gezwungen in solchen Kreisen zu verkehren.
Das evangelikale Gedankengut hat mich fast zerstört. Irgendwann kam so ein Gedanke, dass am Christentum einiges nicht stimmen kann. Durch ein Ereignis, das im NT beschrieben ist, und eigene Nachforschungen in der Bibel und anderer Literatur sind mir die "Augen" aufgegangen.

>>Dass in solchen Lexika über Fundamentalismus in Volkskirchen geschwiegen wird, hat bestimmt damit zu tun, dass sie von "Sektenbeobachtern" aus diesen Kreisen geschrieben werden.<<

Ich denke, das stimmt. Das Lexikon, das ich habe ist von Gasper/Müller/Valentin, alles Katholiken, geschrieben worden

>>Aber zu Opus Dei wird sich doch auch eine Randbemerkung finden... :D <<

Wie kommst Du auf Opus Dei?
Davon steht nichts drin. Im Buch: Peter Hertel/ Glaubenswächter/ Katholische Traditionalisten im deutschsprachigen Raum/ ALLIANZEN,INSTANZEN,FINANZEN findest Du das und noch einiges mehr

Gruss
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Re: O.k., o.k.

Beitragvon WeißesLicht » Di 9. Dez 2003, 11:39

Original von Meta
Hallo Martin-online,

>>Würdet ihr den Text ernst nehmen, wenn Ihr Betroffen wäret?<<

Es gab eine sehr lange Zeit, da hätte ich es rundweg abgesritten, davon beroffen zu sein. Wenn man drin steckt, merkt man nichts davon. Erst als "es" weg war, und ich wissen wollte was mit mir los war, hab ichs begriffen.

(Es kann auch Menschen in ev. und kath. Kirchen betreffen, merkwürdigerweise wird das in Sektenlexikons nie erwähnt)

Gruss
Meta/Engel


hallo

du hast recht. es kann menschen in allen und besonders in religiösen gemeinschaften betreffen. sektiererische züge haben für mich etwas mit machtstrukturen zu tun.
es ist nun mal auch so, dass das christentum an sich eine sekte (=abspaltung) vom judentum ist. man muss ja nur mal das johannesevangelium aus diesem blickwinkel lesen.
ich denke, dass gerade der christliche begriff der gemeindezucht für sektiererische zwecke missbraucht werden kann. auch sehe ich dort erste anzeichen sektiererischen verhaltens, wo eine theologische lehre absolut gesetzt wird und nicht mehr diskutiert werden darf. ein aktuelles beispiel ist hier für mich persönlich das verhalten der römisch-katholischen kirche bezüglich der diskussion um die weihe von frauen zu priestern. da wurde einfach von oben herab erklärt, dass die diskussion beendet sei, obwohl sie das mitnichten war. diejenigen, die sich daran nicht hielten, wurden von oben her diszipliniert bzw. aus der gemeinschaft ausgeschlossen.
ähnliches meine ich auch bezüglich der diskussion um eine gemeinsame mahlfeier von evangelischen und katholischen christen zu erkennen.
zur information: ich kritisiere hier die kirche, der ich selbst angehöre. sektiererisch sind nicht immer nur die anderen, man muss nur sensibel für die entwicklungen im eigenen ´lager´ bleiben.


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Re: O.k., o.k.

Beitragvon WeißesLicht » Di 9. Dez 2003, 11:40

Original von Martin-online
Aber zu Opus Dei wird sich doch auch eine Randbemerkung finden... :D



es gibt da auch in anderen christlichen konfessionen hinreichend sektenhaftes....;)


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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Shadow » Di 9. Dez 2003, 12:10

Es gibt überall Sektenhaftes, WL. Sogar bei denen, die sich genau deshalb von den Religionen distanzieren. Um´s beim Namen zu nennen: Satanisten. Wobei es da interessanterweise eine freiwillige Unterwerfung ist.

Satanisten sollten eja eigentlich nach Individualität streben. Steht schon in LaVeys Büchern. Was sie aber immer wieder überlesen ist, dass ein Satanist sich seiner Bedürfnisse bewusst werden muss und diese dann befriedigen soll. Und dazu gehört eben auch der Wunsch nach einer Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Bei dem ganzen Streben nach Individualismus vergessen sie, dass sie auch Leute brauchen, die ihnen ab und an auf die Schulter klopfen. Und plötzlich finden sie diese Anerkennung, wenn sie sich in satanistischen Foren äussern. Aber nicht etwa, weil sie so etwas tolles gesagt hätten, sondern weil es dem Gusto "der Masse" entspricht. Auch bei Satanisten hat sich ein ungeschriebener Kodex eingebürgert, wie Laveys Bücher zu verstehen seien. Und das obwohl (!) er selber schrieb, man solle seine Gedanken hinterfragen wie alles andere auch.

Man sieht an diesem Beispiel sehr schön, was zu sektiererischen Zuständen führen kann: Die Unterdrückung des Selbst. Egal ob dieses durch irgend eine form von Gewalt oder druck oder auf freiwilliger Basis geschieht. Es ist ebenfalls nebensächlich, ob dies bewusst oder unterbewusst geschieht.

Für mich sind auch Buddhisten Sektierer. Sie streben nach Frieden, übersehen aber, dass Gewalt ein Teil des Menschen ist. Nun gut, Buddhisten sind wenigstens recht angenehme Sektierer ;).
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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Hastur » Di 9. Dez 2003, 12:27

@Shadow:

Ich kenne das Problem auch. Dass war einer der Gründe warum ich nicht dem O.T.O. beigetreten bin. Kritisch hinterfragen ist da nämlich auch nur eingeschränkt möglich.

Soviel dazu, den eigenen Glauben ad absurdum zu führen.
Und eigentlich finde ich das schade, weil eine Diskussions- und Ritualgruppe zu haben, in der jeder aber seinem eigenen Willen folgt wäre für mich etwas erstrebenswertes.
Aber so wies aussieht bin ich bisher alleine mit meinem Glauben zurechtgekommen und werde das wohl auch weiterhin tun..

Cheers

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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Shadow » Di 9. Dez 2003, 12:35

Hastur: Naja, ich glaube ja nicht, das ist mein Vorteil :). Ich hol mir mein Rückenklopfen bei anderen Dingen. Da brauche ich keine Leute, die mich zu meiner Einstellung beglückwünschen ;).
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Beitragvon Martin-online » Do 11. Dez 2003, 21:45

Lese ich richtig? javascript:smilie(´:shock:´;)
geschockt

Den Ordo Templis Orientis gibt es auch noch in der jetzigen Gegenwart? *brrr*
Als Jugendlicher hatte ich im Zusammenhang mit Aleister Crowley, der 1922 Leiter des Gesamtordens wurde, vom OTO gelesen....

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Re: O.T.O.

Beitragvon Hastur » Fr 12. Dez 2003, 01:35

Yup,

die existieren noch. In 2 verschiedenen Ausführungen, die beide behaupten der einizg wahre OTO zu sein, der auf Crowley zurückgeht.
Ich hatte Kontakt mit einem davon, Dieser wurde aber von ihnen abgebrochen, weil ich auch Lehren Crowleys kritisch hinterfrage, auch wenn ich ihnen im allgemeinen sehr positiv gegenüberstehe.

Cheers

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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Meta » Fr 12. Dez 2003, 17:34

Hallo Weisses Licht,

in meinem "Lager" hiess es: wenn du nicht glauben kannst wie wir, musst du gehen....
Mir ist nach meinem "erwachen" auch so einiges aufgefallen. Es gab nur zwei Möglichkeiten: schweigen oder gehen.

Was meinst Du zum Dominus Jesus. Ich habe diese Schrift gründlich gelesen, und empfinde sie unglaublich sektiererisch.

Gruss
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Re: O.k., o.k.

Beitragvon WeißesLicht » Fr 12. Dez 2003, 19:25

hallo

Original von Meta
in meinem "Lager" hiess es: wenn du nicht glauben kannst wie wir, musst du gehen....
Mir ist nach meinem "erwachen" auch so einiges aufgefallen. Es gab nur zwei Möglichkeiten: schweigen oder gehen.


was war das für ein "Lager"?

Was meinst Du zum Dominus Jesus. Ich habe diese Schrift gründlich gelesen, und empfinde sie unglaublich sektiererisch.


ich denke, dass man dominus jesus im kontext des innerkatholischen streites um eine gemeinsame mahlfeier zwischen den reformbewegungen und dem vatikan sehen muss.
diese schrift hat meines erachtens spaltung als ziel und somit definitiv einen sektiererischen touch, der aber sehr intelligent gemischt ist mit allgemein christlicher lehre.
die "unterüberschrift" wird im grunde wohl jeder christ so sehen müssen:

Über die Einzigkeit und Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche

hier online zu lesen . ist aber nicht sonderlich lesenswert, es sei denn, man möchte vatikanische denkstrukturen studieren


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Re: O.k., o.k.

Beitragvon Meta » Fr 12. Dez 2003, 20:55

Hallo WeißesLicht,

>>was war das für ein "Lager"? <<

evangelikale Glaubensrichtung

Du kannst in der Mitgliederliste mein Beiträge lesen, wenns Dich interessiert

Gruss
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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewußtseinskontro

Beitragvon Bianca12 » Mi 14. Jan 2004, 23:51

Hallo Martin -online !

Welcher Gemeinde gehörst du an?

Lg
Bianca
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Re: Gefahren und Risiken von Sekten, Komponenten der Bewu�tseinskont

Beitragvon Nataraja » Fr 20. Aug 2004, 17:08

Wozu braucht man den Begriff der Sekte eigentlich? Denn: Mit diesem Begriff bezeichnet man doch nur das Andere, das Fremde, das mir aber sehr ähnlich ist.
Oder ist Sekte etwas, das charakterisiert, dass hier etwas falsches gelehrt wird? Was ist aber richtig? In einem anderen Thread hab ich auf diese Frage keine Antwort bekommen. Was ist das richtige Christentum?
Oder bezeichnet der Begriff Sekte, dass in dieser Gruppe eine krasse Machtdivergenz vorherrscht. Also so nach dem Motto: Die oben beuten die unten aus und tun sie noch dazu mit psychoterroristischen Methoden zur Schnecke machen? Gibts das? Oder gibt es diese Tendenz nicht vielmehr in jeder Form von sozialer Gruppe. Macht und Herrschaft ist überall da anzutreffen, wo Menschen Gruppen bilden. Ab und zu geht das mit der macht gut, aber meistens eben nicht.
Was soll also dieses Sektenwort meinen?
Und dann noch was: Steven Hassan? Dümmlicher gehts nicht mehr, oder? Äh doch Pfarrer Haack - sorry!

Gruß

Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
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