Definition einer Sekte

Sondergruppen, Fanatismus

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Definition einer Sekte

Beitragvon Frigger » Mi 14. Jan 2004, 12:24

was haltet ihr von dieser Sekten-Definition??

"eine Religionsgemeinschaft die Geld von ihren Mitgliedern nimmt und zu klein ist um sich Religion zu nennen"

eine Religion wäre dann

"eine Religionsgemeinschaft die Geld von ihren Mitgliedern nimmt und zu groß ist um als Sekte abgestempelt zu werden"
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon parepidimos » Mi 14. Jan 2004, 12:26

Ist die aus eigener Feder? Sekten-Definitionen sagen idR mehr aus ueber jenen, welcher sie aufstellt als ueber die "Zielgruppe".
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Frigger » Mi 14. Jan 2004, 12:27

noe, hab ich wo entdeckt, ich fands aber passend ;)
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Taube » Mi 14. Jan 2004, 12:32

Original von Frigger
noe, hab ich wo entdeckt, ich fands aber passend ;)
Warum fandest Du dies passend?
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon parepidimos » Mi 14. Jan 2004, 12:39

Na, dann wolln wir mal:

"Sekte" kommt aus dem Lateinischen und heisst "Abspaltung". Daraus folgt, dass eine Sekte nie eigenstaendig definiert werden kann, sondern immer nur in Relation zum urspruenglichen Ganzen. Dh. Anstatt "Gruppe B ist eine Sekte" muss man sagen "Gruppe B ist eine Sekte (Abspaltung) von Gruppe A". Beispiele waeren B=Christen/A=Juden, B=Protestanten/A=Katholiken, B=Moslems/A=Christen etc.

Folgende Probleme sehe ich mit deiner "Definition":
- der Unterschied zwischen "Sekte" und "Religion" sei Groesse: wo ist die Grenze?
- eine Sekte nehme Geld: duenkt mich eine recht willkuerliche Beifuegung, koennte ganz gut ein Halb-Dutzend anderer Klischees sein - warum ausgerechnet dieses?
- der formulierte Umkehrschluss ist falsch. Richtig waere "... eine Religionsgemeinschaft die entweder kein Geld nimmt oder zu gross ist ..."
- der formulierte Umkehrschluss ist zirkulaer: "Eine Religion ist eine Religionsgemeinschaft ..."

Die Wortwahl ("abgestempelt";) deutet es eigentlich bereits an: "Sekte" ist normalerweise eine herablassende Bezeichnung fuer eine missliebige Gruppe und meint immer "die Anderen". Das ist keine Definition, sondern bestenfalls die Offenbarung einer persoenlichen Meinung (siehe mein erster Post).

Wie immer meine Meinung ;)

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon nordischer-Strolch » Di 3. Feb 2004, 09:36

Wie kommst Du, Frigger, überhaupt dadrauf eine Definition zum Thema zu machen? Möchtest Du ernsthaft was wissen, oder eher ein Lob haben, für mittel, gut gewählte Worte?
Versteh ich nicht so ganz....
Ich finde das diese Thema sehr sensibel ist, als das wir mal eben einen Satz in die Welt setzen können. Ich glaube das es ein paar Sektenmitglieder gibt, die eigentlich auf der Suche nach Gott sind.
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon gabriel212 » Do 12. Feb 2004, 01:19

Der Unterschied zwischen "Sekte" und (anerkannter) "Religion" liegt schlichtweg in der Anzahl der Anhänger - sonst nichts.

von den w-akten

Quellenangabe:
http://www.w-akten.de/religionen.phtml
Glaube keinen, egal,
wo du es gehört hast
und wer es sagte
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Yehudit » Do 12. Feb 2004, 09:40

Original von Frigger

"eine Religionsgemeinschaft die Geld von ihren Mitgliedern nimmt
Hmm, kennst du irgend eine Glaubensgemeinschaft, die kein Geld nimmt?

Für mich kommt das Wort Sekte von Sektor. Das heisst für mich ganz konkret folgendes: Die Bibel ist mein Fundament. Eine Sekte nimmt gewisse Teile (sektore) aus der Bibel raus und fügt welche hinzu. Wer nicht die ganze Bibel voll und ganz in Anspruch nimmt und es lehrt, ist eine Sekte.

Grüessli Yehudit
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon bigbird » Do 12. Feb 2004, 09:57

Original von gabriel212
Der Unterschied zwischen "Sekte" und (anerkannter) "Religion" liegt schlichtweg in der Anzahl der Anhänger - sonst nichts.
Geits no? Und wo soll da bitteschön eine Grenze sein?

bb
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon WeißesLicht » Do 12. Feb 2004, 10:50

Hallo

eine sehr ausführliche und fundierte Auseinandersetzung mit dem Begriff Sekte findet sich hier:

http://www.confessio.de/gemeinschaften/grundlagen/sektenbegriff.htm

gby

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon gabriel212 » Do 12. Feb 2004, 20:18

An BigBird:
es gibt keine Wirkliche Grenze; ich könnte meine Gebote irgendwo aufschreiben, eine "Bibel" verfassen und um Anhänger werben. Sind es hundert wird meine Gruppierung noch als Sekte gelten, doch sind es eine Million, dann könnte man es schon als Religion bezeichnen; am schnellsten ginge es wenn sie zur Staatsreligion eines Landes ernannt würde, wie es mit den Christentum auch erst war, zuerst hatten wir die Juden, dann kam Christus, ein paar Juden dachten, toll, den folgen wir. Die ersten Christen wurden im römischen Reich verfolgt, doch später dann wurde es zur Staatsreligion ernannt.
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Frankie-Boy » Sa 14. Feb 2004, 16:31

Original von gabriel212
Der Unterschied zwischen "Sekte" und (anerkannter) "Religion" liegt schlichtweg in der Anzahl der Anhänger - sonst nichts.

von den w-akten

Quellenangabe:
http://www.w-akten.de/religionen.phtml


Amen Halleluja!
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Shakyamuni » Sa 14. Feb 2004, 17:02

also das, was bei den w-akten veröffentlicht wird ist wirklich zum totlachen...das mit den orringen der buddhistinnen ist einfach toll *prust*
der link von weisses licht ist ganz ordentlich. für mich ist eine sekte das, was nicht den 5 weltreligionen angehört, bzw. eine splittergruppe davon ist, wie zb. die zeugen jehovas oder die freikirche. entscheidend dabei ist auch das alter der ´tradition´, finde ich.
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Joggeli » Sa 14. Feb 2004, 17:24

Hallo Franksmissssion

Original von gabriel212
Der Unterschied zwischen "Sekte" und (anerkannter) "Religion" liegt schlichtweg in der Anzahl der Anhänger - sonst nichts.

von den w-akten

Quellenangabe:
http://www.w-akten.de/religionen.phtml


Amen Halleluja!
Frank


Also diese Antwort auf das Gesagte, passt nun wirklich nicht zu dem bild, das du selber von Dir immer wieder gibst oder geben willst!

Jo, so ist es lieber Frank!

Jo, Jo, Joggeli ;)
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon gabriel212 » So 15. Feb 2004, 00:30

Hallo Franksmissssion,

wie soll ich dein "Amen Halleluja!" verstehen?
Glaube keinen, egal,
wo du es gehört hast
und wer es sagte
[size=100] - selbst wenn ich es sagte -

es sei denn es entspricht deiner Vernunft
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon J.Tanya » Sa 6. Mär 2004, 11:50

Ist dieses Wort Sekte nicht einfach neutral?

Eine Gemeinschaft mit religiösem Interesse.
Ob diese Gemeinschaft dann gemeines schafft oder
fair bleibt, dies zeigen ja dann ihre Taten oder?
"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen."

Fast jede Religiöse Gemeinschaft, die ich bisher kennenlernen durfte, hat im Minimum mindestens eine
andere als Sekte abgeurteilt.
"Das ist eine Sekte!"= Todesurteil. :(

Ist nicht die heutige Konsumgesellschaft auch eine Sekte?
Vielleicht die grösste und zurzeit erfolgreichste?

We are all beloved children of the all-attractive Supreme Person. And most importantly for us, we don´t have to struggle to attract His love. He loves us more than anyone else and is waiting in our own hearts for us to turn to Him and return His love.
J.Tanya
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Astardia2 » Di 16. Mär 2004, 19:31

Hallo zusammen,

Die Devinition der Sekten

8. Sektenmerkmale

Zusammenfassend kann man eine - natürlich nicht abschließende - Liste der Merkmale für Sekten aufstellen, die trotz unterschiedlicher Herkunft und Lehre gilt:

Das rettende Konzept
Sekten behaupten, als einzige ein "rettendes Konzept" zu haben, mit dem sie "jetzt und hier" sowohl die Probleme des Einzelnen als auch der gesamten Menschheit zu lösen in der Lage sind. Dabei fällt auf, daß die Versprechen absolut sind: z.B. "absolutes" Glück, "wahrer" Frieden, "vollkommene" Gesundheit, “ewiges” Heil.

Die göttliche Führung
Es ist immer eine Führung vorhanden, welche aus einer Person (Vereinigungskirche, Neuapostolische Kirche) oder mehreren Personen (Zeugen Jehova) besteht. Dieser Führung ist unbedingter Gehorsam zu leisten. Die Führung maßt sich Einmischung in private Angelegenheiten und Veränderung der Persönlichkeit der Mitglieder an. An ihren Entscheidungen ist keinesfalls zu zweifeln oder Kritik anzumelden. Auch Kritik an Organisation oder Teilen der Lehre, selbst wenn berechtigt, wird nicht toleriert. Selbständiges Denken wird als gefährlich betrachtet. Angewendete Zwangsmaßnahmen sind unterschiedlich je nach Einfluß, Heilslehre und taktischen Zielen der Sekte. Die mangelnde Fähigkeit Kritik zu ertragen, erzeugt bei den Sekten die Art von Fehlverhalten, die gemeinhin als Betriebsblindheit empfunden wird.

Freund und Feind
Es wird der Versuch der absoluten Innengerichtetheit unternommen. Alle vereinnahmenden Gruppen und Sekten indoktrinieren ihre Mitglieder im Sinne freiwilliger Gehirnwäsche. Hierzu wird eine eindeutige, undifferenzierte Unterscheidung zwischen Gut und Böse ohne Abstufungen gefordert und gelehrt. Eine einzige Sünde hat den “ewigen Tod” zur Folge. Stellen Sie sich vor, Sie würden mit Ihren Kindern umgehen, wie der "gütige Gott" mit Sektenmitgliedern!
Sekten sind die grossen Vereinfacher. Die zur Gruppe Gehörenden, sind die Guten, die anderen sind die Bösen, Törichten, Unerlösten (schwarz/weiß-Denken). Mangelnde Dialogfähigkeit und -bereitschaft mit Kirchen, anderen religiösen Gemeinschaften und Andersdenkenden ist die Folge (Wir sind die Auserwählten, der Rest ist Schweigen). Daher fallen an Sekten auf: Aggressive Werbung (den Rest der Welt versucht man zu missionieren), geistige Enge, Intoleranz und Fanatismus.
“Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt”
(Goethe, Torquato Tasso IV,4)

Einstellung zur Gesellschaft
Die Einstellung zur Gesellschaft reicht von Wahlentzug (Zeugen Jehova) über intensive Lobbyarbeit und direkte Kontaktsuche zu politischen Führungen zur besseren Durchsetzung der eigenen Ziele (Neuapostolische Kirche) bis zur sehr aktiven, druckvollen Einflußnahme auf Staat und Gesellschaft (Scientologen) oder auch striktem Antikommunismus (Mun-Sekte). Andere wesentliche Teile der Gesellschaft sind einfach ausgespart.

Soziale Aktivitäten
Soziale Aktivitäten, die Kosten verursachen, sind bei Sekten höchstens üblich, wenn die Mitglieder diese tragen. Sehr gefragt sind dagegen spektakuläre Aktivitäten, wie Wunderheilung (Heilung von Kranken durch nichtmedizinische Methoden bei Fiat Lux), spiritistische Kontakte mit dem “Jenseits” oder auch wirtschaftlicher Erfolg des Mitglieds, an dem die Sekte partizipieren kann.

Überwachung des Glaubenslebens
Überwachung der Mitglieder und Außenstehender, auch durch sekteninterne Nachrichtenkanäle. Durch die vielfach empfundene Verpflichtung der Mitglieder, Verfehlungen von anderen Mitgliedern oder Gegnerschaft Außenstehender der Leitung zu melden, wird sichergestellt, dass kein ,,falsches Gedankengut" in die Gruppe gelangt. In der Neuapostolischen Kirche haben nicht nur Vorsteher über die Probleme der Mitglieder der Leitung zu berichten.
Ob jemand das Heil “verdient” wird von der Leitung bestimmt; wer den Kriterien nicht entspricht, wird “gebessert”. Ich selbst habe den Auftrag bekommen zu recherchieren, ob in der Gemeinde sogenannte “wilde Ehen” vorkommen. Ziel war der Ausschluß der Betroffenen - einer über 60-jährigen Frau mit Untermieter - vom Abendmahl (Strafmaßnahme), wegen ihrer Sünde. Nachdem ich keine positive Stellungnahme abgab, wurden andere “Brüder” befragt!
Natürlich sind auch die Aktivitäten Abtrünniger von Interesse. Ich wurde bei Abspaltung der Apostolischen Gemeinschaft (Kuhlen) von der Neuapostolischen Kirche als junger Mann beauftragt, deren Gottesdienst zu besuchen und dort anwesende Mitglieder der eigenen Sekte zu melden. Mit großer Scham denke ich daran, diesem Ansinnen nachgegeben zu haben. Selbstverständlich wurde auch ich nach meinem Austritt freundlichst kontrolliert, ob ich in irgendeiner Verbindung zu einer in jüngster Vergangenheit erfolgten Abspaltung in Hessen (Rockenfelder) stünde. Man will eben die Konkurrenz kennen!
Übrigens ist die ganze neuapostolische Kirchengeschichte voll solcher Abspaltungen (Holland, Sachsen, NRW, Südafrika, Hessen, um nur größere zu nennen). Es ist interessant, wie viele Organisationen auf die gleiche Weise ihre Vorteile wahrnehmen wollen!
Allgemein ist von den Zeugen Jehovas, die ebenfalls viele Abspaltungen hinter sich haben, bekannt, dass genaue schriftliche Aufzeichnungen über die Tätigkeit ihrer Mitglieder für die Watchtower-Society geführt werden.

Isolation vom Umfeld
Die Mitglieder sehen sich als Auserwählte, weil sie als einzige Gut und Böse richtig unterscheiden können. Der Heilsegoismus führt häufig zum Abbruch der Beziehungen zu Familie und Freunden. Das habe ich im Falle eines Onkels erlebt, der ein rechtschaffener Handwerker und liebenswerter Mensch war, allerdings von der Kirche nichts wissen wollte! Vorbereitet wird Isolation und Beziehungsarmut schon bei Kindern. “Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert...” (Matthäus 10, 36 - 37). Als ich dem Kind einer Mitarbeiterin (Charismatische Pfingstlerin) sagte, es habe aber eine liebe Mammi, erklärte es mir mit tiefem Ernst: Aber der Herr Jesus ist noch lieber als meine Mutter! Mit der Frage, ob dieser seine Windeln gewaschen und bei Krankheit an seinem Bett gesessen habe, wußte es nichts anzufangen. Das Anerziehen solcher Geisteshaltungen macht ideologisch anfällig. Damit wird ein guter Nährboden für politischen Extremismus geschaffen.

Kritikverträglichkeit
Externe Kritiker werden vor den Mitgliedern und/oder der Öffentlichkeit unglaubwürdig oder lächerlich gemacht. Nähere Auseinandersetzung mit Argumenten soll dadurch vermieden werden. Sehr leicht fühlt man sich verunglimpft. Angriffe auf die als angebliche Gegner empfundenen Kritiker dienen lediglich der Verteidigung des “wahren Glaubens”. Eine Besinnung auf demokratische Rechte wird von den autoritären Sektenführern in solchen Fällen geübt, in denen sie darin Vorteile sehen. Sie selbst bevorzugen autoritär-theokratische, nicht-demokratische Verfassungen in den Gemeinden. Ich habe erlebt, dass Kirchenführer, denen Unterlassungsklage wegen falscher Behauptungen angedroht wurde, sich in sanfter Abänderung der Tatsachen auf ihre “gesetzliche Schweigepflicht” vor den Gerichten beriefen. Iin Wirklichkeit handelt es sich um ein sehr eingegrenztes Schweigerecht, jedoch nicht in eigener Sache sondern nur in Angelegenheiten der Gemeindemitglieder.

Eschatologisches Weltbild
Häufig sind eschatologische Vorstellungen (Endzeitvorstellung, wie Weltuntergang, Wiederkommen Jesus bzw. Buddhas, Jüngster Tag) anzutreffen.

Tarnung
Stände auf dem Wochenmarkt werden auch von Sekten betrieben. Beliebt ist der Bio-Stand. Ähnliches gilt für Verlage, vegetarische Imbißketten und Unternehmensberatungsfirmen (Scientology). Tarnungen dienen unterschiedlichen Zielen:
a) Negative Sektennamen sollen den Erfolg der wirtschaftlichen Unternehmungen nicht beeinträchtigen
(Zusammenhang zwischen Produkt und dem Namen der Glaubensgemeinschaft ist für die Konsumenten
nicht erkennbar)
b) Neue Interessenten, die über eine direkte Werbung nicht erreichbar wären, sollen für die Gruppe
geworben werden. Der Apfel, der gut schmeckt und gesund ist, der Kurs, der erfolgreich beendet wurde,
macht mit einer Philosophie vertraut, die insgesamt sympathisch erscheint. Es ist dann leicht,
behutsam für die weltanschaulichen Hintergründe zu werben, um so ein neues Mitglied zu fangen.
c) Auf keinen Fall soll die finanzielle Lage der Sekte öffentlich erörtert werden. Bestimmte
Unternehmensformen bieten mit Auslandsfilialen und der Anonymität der Kapitalgeber hierzu gute
Möglichkeiten. Kapital kann ab- und zufliessen, ohne steuerliche Belange des Gastlandes für die Sekte
berücksichtigen zu müssen. Bei der Neuapostolischen Kirche wurde im Zusammenhang mit der
Abspaltung in Hessen ruchbar, dass Grundstücke und Vermögenswerte auf den Kanarischen Inseln
vorhanden sind. Solche Werte sind bei Abspaltungen auch immer Gegenstand gerichtlicher
Auseinandersetzungen. Die Neuapostolische Kirche in Baden hortete trotz stark expansiven
Kirchenbaus schon in den 70er Jahren Finanzmittel in Millionenhöhe bei Karlsruher Banken. Ein
schönes Beispiel gelebten Christentums! Sagte nicht schon der Gründer: “Die Füchse haben Gruben,
die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nichts, wo er sein Haupt
hinlegen kann?” (Matthäus 8, 20)

Einstellung zu Wissenschaft, Intellekt und Denken
Nahezu alle Sekten sind wissenschaftsfeindlich eingestellt, gerieren sich jedoch, als ob sie im Besitz der einzigen und endgültigen Wahrheit seien. Was dieses im Laufe der Menschheitsgeschichte bedeutete, braucht nicht mehr erörtert zu werden. Gesichertes Wissen sollte vor den theologischen Konzepten der Sekten rangieren.
Am Ende eines längeren Gesprächs mit zwei Sektenoberen, die unbedingt das verirrte Schäflein zur Rückkehr bewegen wollten und in dem viel gefühlsmäßig-dumpfes und wenig logisch-evidentes behandelt wurdr, fragte ich die Leute: “Woher kennt ihr Gottes Pläne und Eigenschaften? Woher wißt ihr, wie die Erschaffung der Welt vor sich ging? Woher wißt ihr, wann und wo Gott irgendetwas zu irgendwem gesagt hat?” Es stellte sich heraus:
Alle Empfindungen nur in der “eigenen Seele”, alles “Wissen” nur vom Hörensagen!
Sekten bedienen sich in ihren eigenen “Beweisführungen” sophistischer Mittel. Zu diesen zähle ich auch die teleologischen Beweisführungen (Schleiermacher u.a.). Heiteres Beispiel mit ernstem Hintergrund ist die beigefügte Saure-Gurken-Beweismethode.

Lebensvorschriften
Gruppenzugehörigkeit wird häufig demonstriert durch abweichende Kleidung, Lebensform, Vorschriften. Dazu gehören sowohl der “evangelische Knoten”, so benannt, weil ihn vor allem Frauen im Umfeld der evangelischen Sekten tragen, als auch die Verteufelung des Minirocks als Werkzeug satanischer Verführung während meiner Jugendzeit in der Neuapostolischen Kirche. Andere Beispiele sind die typischen Hüte der Amish-People und andere Kopfbedeckungen, Gebets-, Reinigungs- und Ernährungsvorschriften extremer Gruppen.



grüsse Astardia2

Gruppenarbeit und Ausarbeitung
zusammen getragen aus Büchern, in denen über 100 Autoren mitwirkten.

Ergänzung durch Moderator:
Quelle:
http://www.pinselpark.de/religion/sekten/08merkmal.html

Mein Herz gehört Jesus Christus und an seiner Seite kämpfe ich für Seine Worte und Taten und für den Vater den ER uns zeigte, der unser aller Vater ist
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Enggi » Do 15. Apr 2004, 17:27

Original von Astardia2
Das rettende Konzept
Sekten behaupten, als einzige ein "rettendes Konzept" zu haben, mit dem sie "jetzt und hier" sowohl die Probleme des Einzelnen als auch der gesamten Menschheit zu lösen in der Lage sind. Dabei fällt auf, daß die Versprechen absolut sind: z.B. "absolutes" Glück, "wahrer" Frieden, "vollkommene" Gesundheit, “ewiges” Heil.
Das, sowie die meisten weiteren Kriterien gelten nicht nur für sogenannte Sekten, sondern auch für totalitäre Religionen und Philosophien. Die meisten Religionen finden sich mindestens teilweise in einem oder mehreren Merkmalen gespiegelt.

Das Wort Sekte selbst ist eigentlich wertneutral. In der Apostelgeschichte kommt es 6 mal vor, wovon 2 mal mit leicht und einmal mit stark negativem Beigeschmack.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon fugu » Do 15. Apr 2004, 19:23

Astardia, was soll dein Artikel hier? Eine "Devinition" in der "Ich"-Form? Also bitte! Ich nenne das eine persönliche Abrechnung. Einen Begriff mit den eigenen Vorurteilen zu füllen ist das exakte Gegenteil einer Definition.
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Enggi » Di 20. Apr 2004, 08:19

Original von Yehudit
Für mich kommt das Wort Sekte von Sektor. Das heisst für mich ganz konkret folgendes: Die Bibel ist mein Fundament. Eine Sekte nimmt gewisse Teile (sektore) aus der Bibel raus und fügt welche hinzu. Wer nicht die ganze Bibel voll und ganz in Anspruch nimmt und es lehrt, ist eine Sekte.
Diese Definition passt allenfalls auf "christliche Sekten", ist aber nicht allgemeingültig. Sonst wären ja die Juden auch eine Sekte, sie sind aber ganz klar eine Religion.
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Ketzer » Mi 21. Apr 2004, 14:58

Original von Yehudit
Original von Frigger

"eine Religionsgemeinschaft die Geld von ihren Mitgliedern nimmt
Hmm, kennst du irgend eine Glaubensgemeinschaft, die kein Geld nimmt?


Die Falun Gong Bewegung nimmt, soweit ich aus eigener Erfahrung sagen kann, kein Geld von Leuten, die Falun Gong betreiben. Es gibt weder Mitgliedschaften über die man Beiträge kassieren kann noch wird für das Lehren der Falun Gong- Übungen Geld kassiert, noch wird an irgend einer Stellen auch nur um Spenden gebeten. Trotzdem werden sie gern als Sekte beschimft.


Wer nicht die ganze Bibel voll und ganz in Anspruch nimmt und es lehrt, ist eine Sekte.


Tut ihr Christen das denn immer?
alles ist vollkommen relativ und verhältnismäßig absolut
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Dschinny » Mi 21. Apr 2004, 21:35

@Yehudit:

Für mich kommt das Wort Sekte von Sektor. [...]


Nicht so abwegig der Gedanke. Dennoch sollte das Wort "Sekte" eher vom lateinischen sequi (Folge, Richtung, Denkweise, Partei) stammen.

Die Vorstellung, dass das Wort "Sekte" vom lateinischen secare (trennen, abschneiden) stammt, kommt auch daher dass während der Antike bestimmte Philosophien so (wertefrei) bezeichnet wurden (eben weil sie von einer anderen abgespaltet sind). Allerdings ist diese Vorstellung nicht sooo korrekt sondern ist eher eine sehr verbreitete VolksEtymologie.

Im der weiteren Verlauf der Entwicklung erfuhr der Begriff Sekte eher eine negative Bedeutung, hauptsächlich im Christentum - weil die Abspaltung vom Glaubenskonsens als Abtrünnigkeit angesehen wurde. So wurde für Protestanten während der Reformation oft der Begriff "Sekte" gebraucht (von den Katholiken natürlich;) )

Der Zweifel ist kein angenehmer Zustand. Gewißheit aber ist ein lächerlicher Zustand.

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon gingko » Do 22. Apr 2004, 08:49

An der sprachlichen Herleitung des Wortes Sekte will ich mich als Nicht-Lateienr nicht beteiligen.
Entscheidend ist für mich daß der Begriff Sekte eine negative Bedeutung hat, daher ziehe ich es vor ihn nicht zu verwenden.

Denn Sekte sind, wie ja auch Dschinny an seinem Beispiel ausgeführt hat, immer die anderen.
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Dschinny » Do 22. Apr 2004, 13:13

Err...von Latein hab ich nicht so viel Ahnung, eher von Italienisch;) Ich hab mir das ja auch nicht einfach aus den Fingern gesaugt, sondern aus ner netten Quelle.

Wenn ich das Wort Sekte gebrauche, dann meine ich das auch eher als negativer Begriff - so ein paar Sektengurus, die eine bestimmte Theologie/Philosophie gebrauchen um ihre "Jünger" abzuzocken; also im Sinne von Missbrauch.

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Atheist » Mi 5. Mai 2004, 10:05

Jede Religion ist eine Sekte!
Die einen sind halt wenig verbreitet und die anderen werden einem schon als Kind als Gehirnwäsche verpasst.

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Shakyamuni » Mi 5. Mai 2004, 10:14

was ist mit den konvertierten?
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon medusa » Mi 30. Jun 2004, 23:28

"Sek|te kleine relig. Gemeinschaft, die sich von einer großen Glaubensgemeinschaft losgelöst hat [
(Aus dem Fremdwörterlexikon)

Dazu braucht es keine weiteren Erörterungen, oder?




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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Gallow » Do 1. Jul 2004, 11:22

Original von medusa
"Sek|te kleine relig. Gemeinschaft, die sich von einer großen Glaubensgemeinschaft losgelöst hat [
(Aus dem Fremdwörterlexikon)

Dazu braucht es keine weiteren Erörterungen, oder?


Nur darf man, dieser Definition nach, die meisten heute als Sekte bezeichneten Gemeinschaften nicht mehr als solche bezeichnen, denn die wenigsten haben sich von irgenwas "losgelöst" sondern sind eigenständig Entstanden.

Ich persönlich finde ja die Definition, bzw. die EBI-Checkliste ganz treffend .. vorallem weil da die christlichen Organisationen nicht, wie sonst üblich, ausgeklammert werden.
gG,
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon kleinsterplanet » Do 1. Jul 2004, 12:47

Organisationen, die den Teilnehmern einen geistigen und moralischen (Gruppen-) Zwang auferlegen, sind emotionale Erpresser = Sekten.
"Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus."
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Shakyamuni » Do 1. Jul 2004, 14:04

Original von Gallow
Ich persönlich finde ja die Definition, bzw. die EBI-Checkliste ganz treffend .. vorallem weil da die christlichen Organisationen nicht, wie sonst üblich, ausgeklammert werden.

die liste ist wirklich sehr gut. es finden sich auch erschreckend viele parallelen zu den äußerungen einiger christen hier auf dem forum. würde mich doch ein wenig nachdenklich stimmen :shock:
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon parepidimos » Do 1. Jul 2004, 15:06

(Ich schaue nach langer Funkpause wieder mal rein und stelle fest, dass sich einige Threads offenbar hartnaeckig am Leben bleiben.)

Original von Gallow
Nur darf man, dieser Definition nach, die meisten heute als Sekte bezeichneten Gemeinschaften nicht mehr als solche bezeichnen, denn die wenigsten haben sich von irgenwas "losgelöst" sondern sind eigenständig Entstanden.

Tja, das passiert, wenn man einen Begriff unreflektiert und losgelöst von seiner ursprünglichen Bedeutung auf alles Mögliche anzuwenden beginnt.

Aber auch wenn man bei "Abspaltung" bleibt, so verliert der Begriff nach ein paar Jahrhunderten etwas an Aussagekraft. Schlussendlich ist alles irgendwoher abgespalten, praktisch nichts entsteht in Isolation.

Ich persönlich finde ja die Definition, bzw. die EBI-Checkliste ganz treffend .. vorallem weil da die christlichen Organisationen nicht, wie sonst üblich, ausgeklammert werden.

Wie du selbst sagst ist das eine Checkliste und nicht eine Definition. Zudem stammt sie von einer Gruppe, welche mit Sekten ein Huehnchen zu rupfen hat und ist daher mit Vorsicht zu geniessen, da sie durch persoenliche Erfahrungen mit konkreten Gruppierungen gefaerbt und motiviert ist.

Hingegen finde ich es als Christ interessant, mich mit solchen "Suendenregistern" der Kirche auseinanderzusetzen. Praktisch jeder Punkt bezieht sich auf eine spezifische Fehlentwicklung oder Irrlehre, von welcher die Kirche zur einen oder anderen Zeit betroffen war, und die es zu vermeiden gilt. Ein paar wenige Punkte beruhen auf fundamentalen Missverstaendnissen der biblischen Botschaft (zB. dass die Welt zur Sau gehe).

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Florian T » Do 1. Jul 2004, 15:17

Hi pare,

schön Dich mal wieder zu sehen.

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Gallow » Do 1. Jul 2004, 17:11

Original von Shakyamuni
Original von Gallow
Ich persönlich finde ja die Definition, bzw. die EBI-Checkliste ganz treffend .. vorallem weil da die christlichen Organisationen nicht, wie sonst üblich, ausgeklammert werden.

die liste ist wirklich sehr gut. es finden sich auch erschreckend viele parallelen zu den äußerungen einiger christen hier auf dem forum. würde mich doch ein wenig nachdenklich stimmen :shock:

Leider nicht nur im Forum (wenn ich da nur an die Gewaltdrohungen von christlichen Gruppen gegen den CSD hier in Bayern denke :x ) , aber der christliche Einfluß geht ja zum Glück immer weiter zurück.

Ich muß mal suchen, aber es gibt auch ein paar "offizielle" Sekten-Warn-Seiten (also von RKK und EK), welche diese Liste verwenden ... und dann groß und breit betonen, daß diese Liste natürlich unter KEINEN UMSTÄNDEN auf den christlichen Glauben anzuwenden ist, da es dabei um "etwas ganz anderes" handelt.

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Gallow » Do 1. Jul 2004, 17:26

Original von parepidimos
(Ich schaue nach langer Funkpause wieder mal rein und stelle fest, dass sich einige Threads offenbar hartnaeckig am Leben bleiben.)

Original von Gallow
Nur darf man, dieser Definition nach, die meisten heute als Sekte bezeichneten Gemeinschaften nicht mehr als solche bezeichnen, denn die wenigsten haben sich von irgenwas "losgelöst" sondern sind eigenständig Entstanden.

Tja, das passiert, wenn man einen Begriff unreflektiert und losgelöst von seiner ursprünglichen Bedeutung auf alles Mögliche anzuwenden beginnt.

Aber auch wenn man bei "Abspaltung" bleibt, so verliert der Begriff nach ein paar Jahrhunderten etwas an Aussagekraft. Schlussendlich ist alles irgendwoher abgespalten, praktisch nichts entsteht in Isolation.
Naja, die meisten sog. "Psychosekten" aus dem Eso-Bereich sind eigenständig entstanden, und gerade die sind immer mehr im kommen.(Scientology ist nur das bekannteste Beispiel und z.B. in den USA als Kirche anerkannt und z.b. den christlichen Kirchen gleichgestellt, sogesehen schein die Definition über die Mitgliederzahl nicht ganz falsch zu sein)
Aber ich geb dir recht, viele Sekten(auch Kirchen)haben sich von ihren Vorgängern abgespalten bzw. Inhalte davon übernommen.


Ich persönlich finde ja die Definition, bzw. die EBI-Checkliste ganz treffend .. vorallem weil da die christlichen Organisationen nicht, wie sonst üblich, ausgeklammert werden.

Wie du selbst sagst ist das eine Checkliste und nicht eine Definition. Zudem stammt sie von einer Gruppe, welche mit Sekten ein Huehnchen zu rupfen hat und ist daher mit Vorsicht zu geniessen, da sie durch persoenliche Erfahrungen mit konkreten Gruppierungen gefaerbt und motiviert ist.
Siehe mein vorheriges Posting, die Checkliste wird auch von kirchlichen Einrichtungen benutzt (wobei es denen wieder nur um das Ausschalten der Konkurenz geht, dann hast du doch recht 8-) )
Checklisten und Definitionen kann man, wenn man deine Aussage konsequent nimmt, nämlich nie aufstellen, weil JEDER, in gewissem Rahmen, eigene Interessen einfließen läßt ...

Hingegen finde ich es als Christ interessant, mich mit solchen "Suendenregistern" der Kirche auseinanderzusetzen. Praktisch jeder Punkt bezieht sich auf eine spezifische Fehlentwicklung oder Irrlehre, von welcher die Kirche zur einen oder anderen Zeit betroffen war, und die es zu vermeiden gilt. Ein paar wenige Punkte beruhen auf fundamentalen Missverstaendnissen der biblischen Botschaft (zB. dass die Welt zur Sau gehe).

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Sorry, aber du versuchst erfolglos, deine Religion angesichts der Checkliste zu rechtfertigen, das klappt nicht :D
DAS Christentum will ich sehen, auf den KEINER der Punkte zutrifft ... du wirst es kaum schaffen, die Grundaussagen dieser Religion und die Aussagen der Glaubensgrundlage(Bibel) so umzuinterpretieren und schön zu reden, daß das klappt ... aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren :D
gG,
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon parepidimos » Do 1. Jul 2004, 17:55

Original von Gallow
Siehe mein vorheriges Posting, die Checkliste wird auch von kirchlichen Einrichtungen benutzt.

Das ist eine der Grundlagen fuer einen offenen Dialog: Sich den eigenen Massstaeben zu unterziehen.

Checklisten und Definitionen kann man, wenn man deine Aussage konsequent nimmt, nämlich nie aufstellen, weil JEDER, in gewissem Rahmen, eigene Interessen einfließen läßt ...

Jawohl, darum hat niemand die ultimative Liste, und jede Liste kann einen Funken Wahrheit beinhalten, wie einseitig gelagert sie auch ist. Darum sagte ich: Mit Vorsicht geniessen.

Sorry, aber du versuchst erfolglos, deine Religion angesichts der Checkliste zu rechtfertigen, das klappt nicht :D

Es geht hier primaer um Organisationen und deren Praktiken, und nicht um eine Religion.

DAS Christentum will ich sehen, auf den KEINER der Punkte zutrifft ... du wirst es kaum schaffen, die Grundaussagen dieser Religion und die Aussagen der Glaubensgrundlage(Bibel) so umzuinterpretieren und schön zu reden, daß das klappt ... aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren :D

Das muss ich auch gar nicht, denn der Fehler kann prinzipiell immer an drei Orten liegen: 1) in der Checkliste selber, 2) in den Grundsaetzen einer Religion, 3) in deren Umsetzung durch eine Gruppierung.

Wir koennen gerne ueber einen konkreten Punkt diskutieren, von welchem du das Gefuehl hast, er gehe auf biblische Grundsaetze zurueck.

Peace -- P
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon medusa » Do 1. Jul 2004, 19:28

@Gallow: Sind eigenständig entstandene Gemeinschaften nicht auch Gemeinschaften, die überhaupt entstanden sind aus der Loslösung von Teilen der Werte von vorhergehenden/bestehenden Gemeinschaften ?

Meine Meinung:
Jede religiöse Gemeinschaft ist eine Sekte. d.H. eine Gemeinschaft, welche entstanden ist (sich entwickelt hat) aufgrund Loslösung von vorangegangenem "Gottesbild/-glaube und Weltbild".
Wie entstand das "Christentum"? Aus einer Sekte.
(wobei ich hier deutlich machen will, dass ich den Begriff Sekte wertfrei sehe)
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Enggi » Do 1. Jul 2004, 21:00

Sekte ist ein wertfreier Begriff, bei der Checkliste geht es mehr um Gruppen und Religionen, die
eine Gefahr für die geistige, seelische und körperliche Gesundheit der Mitglieder
sein können. Darunter fallen alle totalitären Systeme, die sich vorgenommen haben, die Welt zu erobern, seien es nun

* Kirchen, die das Reich Gottes auf der Erde errichten
* Staatliche Systeme, die nur eine Partei zulassen
* Religionen, die lehren, irgendwann würde es nur noch sie geben, dann herrsche Friede.

Ich nenne bewusst keine Namen, wegen der Netiquette.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon axel » So 4. Jul 2004, 04:56

sektion
sek-te


sekte ist, wenn ich einer sektion folge,
welcher religion oder anschauung auch immer
welchem gedanken auch immer

also

gehdanke geh und das danke bleibt
und thich nhat hanh meint dazu
glück ist die freiheit von vorstellungen
und de mello sagt:
aufrichtigkeit ist der glaube an die eigene propagana
und das scheinen wir hier zu tun.
liebe sektenbrüder jeder auf seiner propaganda-schiene
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon jamie » Do 12. Aug 2004, 13:18

Für mich ist das Wort Sekte ein Schimpfwort das benutzt wird um auszugrenzen. Keine Gruppe der Welt nennt sich so. Es wird nur benutzt von Kritikern um andere anzuschwärzen.
Vor über hundert Jahren war die Heilsarmee eine geldgierige "Sekte". Heute versucht man alle möglichen Gruppen von Mormoen bis Scientology in diese Ecke zu stellen.
Ich schlage vor, dass man Sekte wie folgt definiret: "rassistisches Schimpfwort, das benutzt wird um kleine Religionen auszugrenzen".
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Re: Definition einer Sekte

Beitragvon Idefix12 » Do 12. Aug 2004, 17:35

Ja komischer weise sind alle andere Glaubensgemeinschaften alle Sekten ausser die Katholische oder Evangelische Kirche... . Ist mir nur aufgefallen.

Nicht alle Sekten ist eine Sekte! :)
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