Steiner-Schule

Sondergruppen, Fanatismus

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Re: Rudolf Steiner

Beitragvon Frau Katz » Sa 29. Mär 2008, 18:29

Original von onThePath
Man kann nicht Christ sein und gleichzeitig Hinduist oder Buddhist oder Schamane oder Weiße Hexe.


die Apostel waren Juden und Christen. Der römische Hauptmann hatte seine eigene Religion...


Original von onThePath
Du spannst wohl den Bogen zu weit.


Nicht weiter als Jesus, der niemanden nach der Religion gefragt hat.



Original von onThePath
Ich werde also Steiners Ansichten über die zwei Jesudsknaben und die Rolle Buddhas und Zaratrustras dabei zitieren müssen.


Das mit den zwei Jesusknaben kannte ich nun nicht...

grüsse barbara
Die Rolle der Propheten ist immer noch die gleiche - sie hält die Menschheit wach. (arno gruen)
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Re: Rudolf Steiner

Beitragvon onThePath » Sa 29. Mär 2008, 20:56

Nach Steiner geht aus den Evangelien und aus seinen geistigen Quellen hervor, dass 2 Jesuskinder geboren wurden. Das eine würde in Matthäus, das andere in Lukas beschrieben. Mit dieser Auffassung würden sich seiner Meinung alle Widersprüche in den Evangelien auflösen.

Da ich die Originale vor Jahren entsorgt habe, zitiere ich aus Jan Badewien, Anthroposopie, Eine kritische Darstellung.

Weiter:
In Matthäus: Salomonischer Jesusknabe.Wegen der Abstammung.
Er ist eine Inkrnation des Zaratustra.

In Lukas: Nachkomme vom Davidssohn Nathan. Er ist eine Inkarnation Buddhas.

Beide haben eine Maria und einen Josef als Eltern.

Wer gespannt ist, wie Steiners Sicht in die geistige Welt weitergeht, Fortsetzung kann folgen.


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gute Früchte von Rudolf Steiner? ...

Beitragvon jesusjünger » So 30. Mär 2008, 19:02

hallo orpheus,


Original von Orpheus
Guten Tag christosamaj,
ich lese,dass dir vorwiegend Steiners Anthroposophie Mühe bereitet.
Sachlich,auf die Kinder in Steinerschulen bezogen,schreibst du eine einzige Beobachtung:
Original von christosamaj
nein schlecht behandelt werden eigentlich nur betreute auf grund von überforderung ...
christosamaj

Nun darfst du fairerweise einräumen,dass Überforderung auch in öffentlichen und in freien christlichen Schulen vorkommt.
Hast du Menschen erlebt,die nach dem Besuch einer Steinerschule geschädigt,eingschüchtert oder lebensuntauglich waren? Wurden sie entwürdigt oder in ihrer Glaubensfreiheit eingeschränkt?
Siehst du sogar "gute Früchte" ?
Lass dir ruhig Zeit,alles aufzuscheiben.
Gruss
Orpheus


ich kann noch nichts dazu schreiben, da ich keine möglichkeit habe, überforderung in anthroposophischen einrichtungen mit denen an ev. luth., katholischen oder allgemein staatlichen einrichtungen zu vergleichen ...

es ist für mich mehr der religiöse anteil der anthroposophie, der mir so probleme macht ...

zweifellos gibt es "gute früchte" in der anthroposophie, auch gute wahrheiten, z.b. in der waldorfpädagogik ...

aber bezogen auf jesus christus sind diese wahrheiten noch ver- und entstellt ...

es müsste einfach einer weiterentwicklung der anthroposophie geben ...

ein hilfsmittel, die weiterentwicklung zu verwirklichen wären elemente aus dem indischen christentum ...

oder zum beispiel die kunst und der architekturstil von hundertwasser ...

aber das ist auf einem solchen forum in wenigen worten kaum erklärbar ...

ich suche einfach gleichgesinnte, mit denen ich das erarbeiten und ausdrücken kann, was ich als visionen habe ...

und allein nicht formulieren und realisieren kann wegen meiner behinderung ...

nein, ich eigentlich nicht sagen, dass jemand in meinem bekanntenkreis schlecht behandelt würde und geschädigt ist ...

allerdings habe ich beobachtungen in meiner anthroposophischen umgebung gemacht, wo ich ich das gefühl hatte, dass betreute nicht würdig genug behandelt wurden ...

und in der glaubensfreiheit eingeschränkt wurden ...

im religiösen versammlungen traf ich auf widerstand, als ich nicht sagte "ich darf empfangen christi geist", sondern "ich darf empfangen den Heiligen Geist Jesu Christi" ...

mir wurde das dann verwehrt, als weitere teilnehmer dieser religiösen handlungen ebenfalls abwandlungen dieser ausagen sprachen ...


christosamaj
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Re: gute Früchte von Rudolf Steiner? ...

Beitragvon onThePath » So 30. Mär 2008, 19:20

Ich frage mich, wie man ein esoterisches Lehrgebäude weiteretwickeln soll, das so abenteuerlich ist wie die Anthroposopie.

Es beruht alles auf Rudolf Steiners eigenen Gedanken.
Er gibt an, all das mit seinen übersinnlichen Fähigkeiten erforscht zu haben. Es ist also nicht nachvollziehbar was er behauptet. Denn es gibt wohl niemand, der sich darin mit ihm und seinem übersinnlichen "Durchblick" messen könnte. Was Steiner sagt, ist also umumszößliches Gesetz.

Und sein System ist eine Synthese von Esoterik und Religionen. Eigentlich kann man ihn nur verstehen, wenn man sich mit Esoterik und Religionen auskennt.

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Re: gute Früchte von Rudolf Steiner? ...

Beitragvon Savonlinna » Do 3. Apr 2008, 02:35

Dieses post habe ich in dem Parallelthread "Waldorfschulen" begonnen, setz es aber hier fort, weil sr mir hier mehr reinzupassen scheint. Der Anfang ist hier: Waldorf-Thread

Die Fortsetzung ist hier >>>

Aber wenn man akzeptiert, dass es Pädagogiken gibt, die auf unterschiedlichen Weltsichten beruhen, muss ein anderer Maßstab gefunden werden.

Wo könnte dieser Maßstab liegen?

Viele Eltern schicken ihre Kinder auf eine Waldorfschule, weil ihr Kind auf der Staatsschule nicht zurecht kommt. Und zwar darum nicht zurecht kommt, weil dort der Leistungsgedanke dominiert. Die Waldorfschulen haben als ihr Konzept, das Kind ganzheitlich zu entwickeln, auch künstlerisch zu entwickeln. Es gibt keine Zensuren, stattdessen Beschreibungen der Entwicklung des Kindes.
Es wird nicht allein auf die Rationalität gesetzt, sondern die Sprache zum Beispiel lebendig erlebbar gemacht. Ziel ist dabei, vieles, was im Menschen durch unsere verkopfte Gesellschaft verschütt gegangen ist, wieder bewusst zu machen.

Ich denke, das Ziel dieses Pädagogik ist für viele Eltern faszinierend; auch darum, weil sich die Lehrkräfte in ganz anderer Weise um das Kind kümmern. In den Staatsschulen findet keine wirkiche pädagogische Betreuung statt, die Staatsschulen dienen im Prinzip rein der Wissensvermittlung. Jedenfalls ab fünfte Klasse, in den Grundschulen weiß ich nicht.

Wenn ich also Wert oder Unwert der Steiner-Schulen beurteilen möchte - und nicht nur darum ablehne, weil sie nicht streng bibelchristlich sind -, muss ich, denke ich, den Maßstab so setzen, dass ich Absicht und Realität miteinander vergleiche. An der Beobachtung der Realität überprüfe, ob a. die Absicht durchgeführt wird, b. ob sich an der Realität erkennen lässt, ob die Absicht die ist, die man erwartet hat.

Das Studium der Philosophie Steiners kann meines Erachtens nicht zu einer erschöpfenden Beurteilung der Waldorfpädagogik kommen, weil die praktische Pädagogik, also die konkret in den Schulen verwirklichte, vermutlich nirgendwo geschrieben steht.

Vieles an den Gedanken Steiners ist revolutionär und für unsere verkopfte Gesellschaft wohltuend. Aber ich habe nicht alles von ihm gelesen, sodass ich nicht sämtliche Winkel kenne.
Noch weniger kenne ich die Praxis in den Waldorf-Einrichtungen, aber ich kenne sie auch nicht gar nicht :); ich weiß ein bisschen davon aus zweiter Hand, weil mir nahestehende Freunde damit zu tun hatten oder noch haben.

Dann leg ich also mal los. Eine Freundin (damals so um die 25), die ein Kunstseminar - über ein oder zwei Jahre - in einer anthroposophischen Kunstschule absolvierte, war nach einer Zeit so mit den Nerven fertig, dass ich ihr per Telefon Direktiven gab, NICHT zu gehorchen, sondern das zu tun, was ihr Kunstwille ihr eingab. Irgendwie wollten die Lehrer von meiner Freundin, dass sie eine bestimmte Art von Ausdruck hinkriegt, und weil sie das nicht schaffte, bekam sie irgendwie immer die Anweisung, sie müsse etwas in ihrer Psyche ändern. Ich bin damals an die Decke gegangen.

Tatsächlich Ähnliches erlebte ich viele Zeit später, wo ein Kind erst mal von der Mutter in den Waldorfkindergarten geschickt wurde. Dieses Kind war sehr eigenwillig, nicht leicht anpassbar, und die Mutter wurde dann öfter in die Schule zitiert (der Kindergarten war auf dem Schulgelände), was man mit dem Kind "machen" könne. Einmal war es Linkshänder, das wollte man als erstes umpolen. Und dann drohte man dem Kind, es müsse "ins Haus Mignon", damit es dort besser gelenkt werden könne. Was "Haus Mignon" ist, weiß ich nicht aus eigener Anschauung, ich weiß nur, wie das bei der Mutter ankam: ihr Kind sei geistig behindert und müsse betreut werden.

Ich habe mich damls unglaublich ins Zeug geschmissen, um a. zu verhindern, dass man die Linkshändigkeit umpolt (man weiß heute, dass dies seelischen Schaden anrichtet), b.das Kind als geistig behindert erklärt. Ich wusste, dass es ein hochbegabtes Kind war, darum sicherlich auch schwierig, aber doch kein Grund, es einer Sonderbehandlung zu unterwerfen.

Das Kind wurde dann wohl auch von anthroposophischen Ärzten untersucht (der "Geisteszustand", weil es eben so eigenwillig war). Ich habe vor allem auf die Mutter (alleinerziehend) wie ein Buch eingerdet, die Umpolung der Linkshändigkeit zu verweigern, und vor allem ihr Kind von einem normalen Arzt untersuchen zu lassen. Das Kidn war in meinen Augen ja völlig gesund, nur halt sehr wissbegierig und mit einem starken Willen ausgestattet.

Ausgegangen ist alles gut. Die Umpolung wurde nicht gemacht - das Kind selber durfte schließlich wählen und wollte Linkshänder bleiben -, und der "normale Arzt" stellte, was ich ohnehin schon wusste, Hochbegabung fest. Das Kind musste nicht ins Haus Mignon, es machte dann die ersten vier Jahre auf der Waldorfschule, wollte dann aber, zum Kummer der Mutter, von dort fort auf ein Gymnasium.

Fairerweise muss ich sagen, dass auch das Gymnasium der falsche Platz für dieses Kind ist. Aber jedenfalls wird dort nicht in seiner Psyche rumgematscht. Eine Förderung der emotionalen und seelischen Bedürfnisse gibt es nicht auf den Staatschulen. Aber mir ist das nun doch lieber als Schulen, die versuchen, auf die Psyche Einfluss zu nehmen.
Das Konzept, das dahinter stand, das Kind zu ändern, ist mir nie deutlich geworden. Aber seitdem bin ich wachsam und vor allem hellhörig geworden.
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Re: gute Früchte von Rudolf Steiner? ...

Beitragvon onThePath » Do 3. Apr 2008, 09:39

Ich habe mich nur oberflächlich mit der Waldorfpädagogik auseinandergesetzt. Meine Kritik richtet sich auf Steiner.
Auf seine "Geheimlehre", die Anthroposophie.

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Gute Früchte vom indischen Christentum? ...

Beitragvon jesusjünger » Do 3. Apr 2008, 23:55

hallo onthepath,


ich möchte aus dem buch von christiane gratenau "von rudolf steiner zu jesus christus" zitieren ...

kann es sein, dass der zunehmend gute ruf, den die anthroposophischen einrichtungen, insbesondere die waldorfschulen, heute genießen, mit dem schlechten ruf der entsprechenden staatlichen einrichtungen zusammenhängt? profitiert die waldorfschuele nicht einfach von den unübersehbaren mängeln des staatschulsystems. meine brüder gingen im gegensatz zu den heutigen waldorfkindern sehr ungern zur schule ... (in den 50-er jahren - anmerkung von christosamaj)


dieser satz lässt mich fragen, ob es nicht eine form in der nachfolge jesu christi gibt, die waldorfschüler und menschen in anthroposophischen einrichtungen "abholt" ...

in entsprechende christliche, bekennende einrichtungen, die sich z.b. in den lehren rudolf steiners gut auskennen ...

ich könnte mir vorstellen, dass elemente aus den schriften sadhu sundar singhs und der geschichte des christo samajes dabei behilflich sein könnten ...

wie auch die probleme des ganzen indischen christentums ...


mit indisch, christlichen gruß und in der liebe jesu verbunden auf indische weise

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Rückkehr zum Thema

Beitragvon Orpheus » So 6. Apr 2008, 22:19

Endlich!

Danke Savonlinna,danke christosamaj,
für eure sachlichen Beiträge.

So oft hatte ich hier bisher den Eindruck:
Man ist gegen den Steiner,darum sind Waldorfschulen
automatisch nichts wert.
Und wenn dann nach eigenen Erfahrungen gefragt wurde,
kam das grosse Schweigen.

Vielleicht bringts etwas,wenn sich Steiner-Verächter
in einem eigenen Thread zusammentun und sich dort
ihre Ablehnung bestätigen.

@christosamaj,
mit Interesse habe ich deine Gedanken
auch zum indischen Christentum gelesen.
Könnte dies ev. wie eine Brücke sein,wo Anthro-Gläubige
"abgeholt":cry:so dein Wort) werden können?

Wo du Glaubens-Zensur und unwürdige Behandlungen erlebtest,
hätte ich mich mit dir gewehrt.


@Savonlinna,
was du schreibst,hat mir wie geheimelet.Wir haben gemalt
bei einem Anthroposophen,frei und unbekümmert.Bis dann
halt doch die Zensur folgte.Erst machte es mich sauer;
nachher ging ich zwar nicht an die Decke,sondern an die
Sonne.
Und was "Umpolungen" bewirken können,weiss ich auch;
es ist eine lange,schlimme Not.

Ja. Wachsam und hellhörig sein ist wichtig.
Vor allem auch dort,wo an der Psyche rumgematscht wird.

Oft geschieht dies aus irgendwelchen Dogmen heraus,
die übernommen werden,weil man sich einem
Glauben oder einer Ideologie verschrieben hat.
Wenn dann der Glaube aufs Mal zu einem Zwang wird,der
auch fürs Gegenüber zu gelten hat,wirds gefährlich.
Ein reines Macht-Spiel.

Andererseits:
Etliche Elemente aus der Waldorfpädagogik (n u r Pädagogik)
haben sich in öffentlichen Schulen bewährt.
Ich denke an die Epochen-Arbeit,an rhythmisierende Unterrichtsformen,
an gestalterische Impulse.Oder an Realfächer,die sich am
Entwicklungsstand der jungen Menschen orientieren.
Das kommt nicht zuletzt auch Kindern entgegen,die zwischen
Reizüberflutung und emotionaler Leere ihren Weg suchen.

So oder so: Was in der Schule geschieht,ist auch ein Weg der
Kinder mit ihren Eltern,eine tägliche Auseinandersetzung.
In Steinerschulen werden die Eltern im Allgemeinen mehr
in die Pflicht genommen als in öffentlichen.

Würdest du deine Kinder in eine Waldorfschule schicken?

Gruss
Orpheus

Orpheus
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Re: Rückkehr zum Thema

Beitragvon Savonlinna » So 6. Apr 2008, 23:33

Hallo Orpheus!


Original von Orpheus
Würdest du deine Kinder in eine Waldorfschule schicken?

Wenn die Frage an mich gerichtet war oder ich sie auf mich beziehe:
ich hatte mir das beim Schreiben überlegt, kam aber zu keinem klaren Entschluss. Es gibt Ansätze in der Waldorf-Pädagogik, die sind grandios, und diese kann ich in den Staatsschulen oder konfessionellen Schulen nicht bekommen. Und ich kenne die Staatsschulen von innen; ich hab meine Referendarzeit dort gemacht, haba aber den Schuldienst verweigert. Denn was man uns dort beibrachte - wie wir die "Lernziele" erreichen sollten - war für mich: wie lerne ich es, die Schüler zu manipulieren, so zu denken, wie ich, der Lehrer, es will. Ich hatte zwar die Freiheit, die Lernziele zu bestimmen - aber es würde von den Ausbildern überprüft, ob ich in der Lage war, die von mir festgesetzten Lernziele durchzusetzen. Und in geisteswissenschaftlichen Fächern ist das eine Tragödie. Ich habe das einmal einem Ausbilder demonstriert: ein Lernziel festgesetzt, an das ich selbst nicht glaubte, das ich für falsch hielt. Ich habe wirklich am Ende der Stunde erreicht, dass die Schüler der Meinung waren, wie es das falsche Lernziel vorsah.
Das habe ich einmal und nie wieder gemacht. Aber ich hoffe, der Ausbilder hat kapiert, wie wahnsinig gefährlich eine solche Lernzieltheorie ist, und dass sie abgeschafft gehört.

Das wäre also durchaus ein Grund, meine Kinder nicht auf eine Staatsschule zu schicken. Nur: in der Praxis wird die Lernzieltheorie von den Lehrern nicht angewandt. Sie ist viel zu anstrengend, und heute sind die Diszilplinschwierigkeiten das alles Überschattende. Die Lehrer sind immer mehr innerlich ausgebrannt, oft nervlich fix und fertig, und es geht für sie in den Stunden irgendwie nur noch ums psychische Überleben. Die Kluft zwischen Schüler und Lehrer ist immens, war es vielleicht immer in Deutschland (in der Schweiz weiß ich nicht).

In den Waldorfschulen ist es evenutell umgekehrt: da ist die Theorie ansprechend, die Praxis nicht ungefährlich.

Hier zu wählen scheint mir fast unmöglich. Müsste ich wählen, würde ich mich vielleicht doch für die Staatschule entscheiden: denn dort könnte ich das Defizit im Elternhaus ausgleichen. Der Hass auf die Fächer, der bei vielen Kindern entsteht, kann wirkich durch zusätzliche Privatlehrer ausgeglichen oder beseitigt werden.
Was aber "das Matschen in der Psyche" betrifft, in den Waldorfschulen, ist bei sensiblen Kindern nicht so schnell zu erkennen, man kann dem nicht so leicht entgegenwirken. Allerdings könnte es sein, dass - wie in den Staatsschulen - die Kinder das alles verweigern und auch hier nur eine Abneigung und Gegenwehr entwickeln. Die Steinerschule in unserer Gegend ist verrufen darin, dass ihre Schüler die schlimmsten Rowdies im Vergleich zu den anderen normalen Schulen sind.

Ich habe keine Kinder, aber würde ich heute Kinder im Schulalter haben, würde ich vermutlich alles dransetzen, sie von der Schulpflicht zu befreien. Ich habe täglich mit Schülern zu tun und sehe die Verheerung. Es gibt Eltern, die es irgendwie schaffen, ihre Kinder aus dem Schulunterricht zu nehmen. Vielleicht würde ich ins Ausland gehen, wo die Schulpflicht nicht existiert.
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Gebete ...

Beitragvon jesusjünger » Mo 7. Apr 2008, 22:47

hallo savonlinna,


was hälst du von diesen gebeten? ...

es ist ein gebet, wo ich versucht habe ein anthroposophisches erbe in ein herrliches erbe jesu christi zu verwandeln ...

geht das? ...


Gebetsmeditation zum Morgen

Im Denken Klarheit - durch Gottes Wort -,
im Glauben Festigkeit - durch den Heiligen Geist -,
im Wollen - Gottes geschenkte - Besonnenheit,
erstreb´ ich dieses - mit der Hilfe von Jesus Christus -,
so wird mir Gewissheit,
dass ich zurecht mich finden werde - in seinen Worten -,
auf Lebenspfaden - wo mein Herr mit mir geht -,
vor Menschenherzen - und vor meinem Nächsten -,
im Pflichtenkreise.
Denn Klarheit - über Gottes Wort kann uns nur durch Hilfe vom Heiligen Geist offenbart werden,
und Innigkeit - im Heiligen Geist - erhält den Tröstergeist - durch Offenbarung des Heiligen Geistes -,
Die Anwesenheit - Jesu Christi - verstärkt - das Vertrauen in Offenbarungen des Heiligen Geistes -,
und alles dieses erstrebt im Gottvertrauen - und im
Vertrauen in den Vater -,
lenket - er alles - auf - gute - Menschenwege,
zu guten, sicheren Lebensschritten, weil er mich immerzu an der rechten Hand führen wird.

Amen.


Gebetsmeditation zum Abend

Das Schöne - was Gott der Herr erschaffen hat - bewundern,
die Wahrheit - mit Jesus Christus - behüten,
das - was er gesagt hat - vorleben,
das Gute - mit der Hilfe von Jesus Christus - beschließen,
es führet den Menschen
- der Heilige Geist - im Leben - zu Jesus Christus - zum Ziele,
- Gottes Wort - im Handeln zum Rechten,
- Offenbarung des Heiligen Geistes - im Glauben zum Frieden,
- die Gemeinschaft mit Jesus Christus - im Denken zum Lichte,
und lehrt ihn Vertrauen auf - Gottes - Walten - und in den
Vater -,
in Allem, was ist - und was Gott der Herr erschaffen hat -,
im Weltenall, - im Herzensgrund -.

Amen.


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Re: Rückkehr zum Thema

Beitragvon Orpheus » Di 8. Apr 2008, 10:42

Grüss dich Savonlinna

deinen Beitrag habe ich sehr geschätzt.Zur Schulwahl auch von mir einige Gedanken:

Unsere Kinder haben die öffentlichen Schulen besucht.Auch als es darum ging,ob mein Patenkind in eine Steinerschule wechseln sollte,riet ich ab.Grund: Die Kinder sollten nicht von ihren gleichaltrigen Gefährten getrennt werden und sozial eingebunden bleiben.(Wir leben auf dem Land,wo jedes Dorf noch seine schule hat.)

Etliche Eltern,vor allem in Städten,schicken ihre Kinder in Privatschulen,damit sie besser gefördert würden,so ihr Argument.Bei 30% und mehr fremdsprachigen Kindern in öffentlichen Schulen spielt da auch Angst mit.
Wenn das zunimmt,wachsen die jungen Leute in eine Zweiklassen(Schulen)gesellschaft hinein.

Und doch: zum Schema möchte ich das nicht machen.Es gibt Kinder,die in einer Privatschule aufleben,weil sie dort ihre spezielle Förderung erhalten.
Wenn die Chemie nicht stimmt,wird ein Schuljahr zur Qual.

Was deine eigenen Schulerfahrungen betrifft: Alle paar Jahre werden neue Theorien zur Didaktik verkündet und durchgezogen.
Meist Altes in neuer Form,das Gelbe vom Ei,garniert mit schönen Bezeichnungen.
Bis es dann klammheimlich abserviert wird.
Ich selbst bin beim Unterrichten geblieben und habe das Glück,dass wir an unserer Schule zuerst fragen,was unsern Kindern bekommt.

Du erwähnst die Kluft zwischen Lehrern/Lehrerinnen und ihren Schülern und Schülerinnen
und die Mühen mit der Disziplin.Das scheint grenzüberschreitend zu sein.Mir fällt ein Aspekt auf:
Grosse,zentralisierte Schulzentren nehmen zu,mit den Versprechen von Chancengleichheit,
erweiterten Lehrformen,Einsatz von ausgeklügelter Technologie usw. Eine Kehrseite davon kann
Anonymität sein,wo viele Kinder sich nicht mehr "daheim" fühlen und dann halt ihre Grenzen
ausreizen.
Doch nach Jahr und Tag,an Klassenzusammenkünften,wird deutlich,was denn in allen diesen Schuljahren
gezählt hat: lebendige Beziehungen,Freude am Entdecken,ein verlässliches Klima.
Viele Anregungen verdanke ich der Waldorf-Pädagogik.Nie habe ich sie aber blind-gläubig umgesetzt.

Gruss
Orpheus
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Re: Gebete ...

Beitragvon Orpheus » Di 8. Apr 2008, 10:57

Christosamaj,
mich interssiert nach deinen Beiträgen etwas zum indischen Christentum.
Nach der Überlieferung ist das Thomas-Evangelium für die ersten indischen Christen besonders wichtig gewesen.
Es stammt,wie offenbar auch viele Ideen der Anthroposophie,aus einer (von der katholischn Kirche später verbotenen)Ausgestaltung des Glaubens.

Ich möchte das hier aber nicht aufgreifen,weil es ja um die Steinerschulen geht.
Wenn du magst - kannst du mir in einem Email mehr schreiben,ob denn heute das Thomas-Evangelium in Indien noch eine Rolle spielt?

Danke.
Gruss
Orpheus
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Thomasevangelium ...

Beitragvon jesusjünger » Fr 11. Apr 2008, 21:31

hallo orpheus,

ich kann leider auch nach recherche im internet auf vielen sites und homepages nicht feststellen, welche bedeutung das thomasevangelium in indien heute hat ...

ich habe mich auf die christo samaj bewegung konzentriert ...

es ist mir nicht möglich, in universitäten weiter tiefer zu forschen ...

dazu ist dieses gebiet für mich zu kompliziert ...

ich habe leider auch keine kontakte zu indischen christen, die mir diese frage beantworten können ...


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Re: Rudolf Steiner

Beitragvon bigbird » Fr 11. Apr 2008, 21:43

Bitte, liebe Leute

Kommt zum Thema zurück!

bb
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
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Zu Rudolf Steiner Schulen ...

Beitragvon jesusjünger » Fr 11. Apr 2008, 22:50

@ alle,


ich möchte wieder zum thema dieses threads zurückkehren ...

was haben die waldorfschulen bewirkt? ...

haben staatliche schulen, bekennende schulen und montessori schulen etwas aus der waldorf pädagogik übernommen? ...

da ich keine kinder habe wegen meiner behinderung kann ich persönlich nichts dazu sagen und einbringen ...

es würde mich interessieren, wie andere dazu denken ...


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Re: Zu Rudolf Steiner Schulen ...

Beitragvon Orpheus » Sa 12. Apr 2008, 00:13

Hallo christosamaj,

nach meiner Erfahrung (in der Schweiz) haben Ideen und Anregungen der Waldorfpädagogik in etlichen öffentlichen Schulen Einzug gehalten.Es besteht auch ein breites Angebot an Fortbildungsmöglichkeiten.
Im allgemeinen geschieht die Auswahl pragmatisch und ohne Dogmatik.So kann sich Bewährtes ausbreiten.

Auf Beispiele habe ich in früheren Beiträgen bereis hingewiesen.Ich selbst habe bei der Biografie-Arbeit mit Kindern,Jugendlichen und Erwachsenen von vielen hilfreichen Anregungen aus der Anthroposophie profitiert.
Beeindruckend für mich: ein Menschenleben wird als Entwicklung wahrgenommen,mit vielfältigen Bezügen,sozusagen ein Kunstwerk.


Gruss
Orpheus
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Re: Gebete ...

Beitragvon Savonlinna » Sa 12. Apr 2008, 00:21

Original von christosamaj
hallo savonlinna,


was hälst du von diesen gebeten? ...

Mir gefällt, wie Du eine Verbindung suchst. Soweit ich das beurteieln kann, ist sie Dir gelungen. Aber wohl darum, weil Du es selber bist, die/der auf einem besonderen Weg ist und für sich Widersprüche verschmelzen muss.
Ich glaube, dass Du hier eine Möglichkeit gefunden hast, Dir selber zu helfen, und gleichzeitig damit anderen zu helfen. Deine Gebete gefallen mir, weil sie das Dogmatische abgestreift haben und jedem Menschen etwas geben können, der in der Tiefe sucht. Genau das ist das, was ich suche, dieses Verbindende. Eine Sprache, die jeder versteht und jeder für sich übersetzen kann, in seine eigene Sprache.




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