Wo Christus und Buddha sich umarmen

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Benji » Do 29. Aug 2013, 17:09

Danke für deine Antwort.
Mein Ziel war nicht, Jesus klein zu machen. Ich weiss nicht, ob man zu Lebzeiten und an den Orten, wo Jesus sich aufgehalten hatte, den Buddhismus und seine Praktiken kannte, deshalb habe ich den Satz auch mit einem "Vielleicht" begonnen. 600 Jahre Existenz bedeuten nicht, dass dann jeder von einer Religion weiss, insbesondere bei grösseren geografischen Distanzen hat bei damaliger Mobilität wohl für den grösstenteil der Bevölkerung (einige Händler wohl als kleine Ausnahme) kein Austausch stattgefunden. Falls Jesus die buddhistischen Lehren gekannt hatte, was natürlich schon sein kann, bleibt aber die Frage weshalb sie nicht explizit ablehnt.
Vielleicht sieht er Meditation als ausserhalb der Konkurrenz, im Sinne das die Buddhisten nicht behauten, den christlichen Gott darin zu finden? Oder wie begründest du das?
Ich gebe dir sicher im Punkt recht, dass es für einen Christen nicht wirklich nötig ist, sich bei anderen Religionen zu bedienen. Aber deswegen muss es auch nicht schädlich sein, und kann doch je nach Fall sogar nützlich sein. Jeder geht seinen Weg persönlich, da kann doch zumindest in Einzelfällen (wie zum Beispiel erbreich) auch einmal Hilfe aus anderen Praktiken kommen, indem sie zumindest zu neuen Erkenntnissen verhilft? Unabhängig von der Bibel gibt es Dinge, die mein Leben bereichern (Materielle Dinge wie ein bequemes Bett, eine funktionierende Justiz,...), weshalb dann auch nicht Meditation oder andere ausserreligiöse Praktiken?
Wer mit Dreck nach Gott schmeisst, der muss sich nicht darüber wundern, wenn dieser Dreck wieder auf einen selbst zurück fällt. So hoch kann kein Mensch schmeissen!
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon kingschild » Do 29. Aug 2013, 19:38

Benji hat geschrieben:Falls Jesus die buddhistischen Lehren gekannt hatte, was natürlich schon sein kann, bleibt aber die Frage weshalb sie nicht explizit ablehnt.


Benji Christus ist das A und O. Es ist selbstverständlich das er alle Sünden kannte, von Adam bis zur Welt Ende.

Christus hat Götzendienst explizit abgelehnt und wir wissen das er die Wahrheiten nicht in sich selber suchte, sondern immer beim Vater. Der Wille des Vaters war sein oberstes Credo, nicht das Böse ...den Eigen Willen...sondern den Willen des Vaters suchte er.

Wahrheit ausserhalb des Vaters zu suchen war ihm ein Greuel und was nicht von Gott kam lehnte er strikte ab. Nicht aber was vom Vater kam.

3Mo 26:1 Ihr sollt euch keine Götzen machen und sollt euch kein geschnitztes Bild und keine Bildsäule aufrichten, und keinen Stein mit Bildwerk sollt ihr in eurem Lande setzen, um euch davor niederzubeugen; denn ich bin Jehova, euer Gott.

Für Christus galt:

Lu 10:27 Er aber antwortete und sprach: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstande, und deinen Nächsten wie dich selbst".

Christus wusste um die Worte Gottes:

1Sa 15:23 Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst.

Der Buddhist sucht das was vom Menschen kommt, der Christ sucht das was vom Vater kommt.

Da sind zwei Welten.

Lu 16:15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, Gott aber kennt eure Herzen; denn was unter den Menschen hoch ist, ist ein Greuel vor Gott.


Unter den Menschen ist der Buddhismus hoch angesehen, diese Lehre gründet aber auf einen Menschen und die Menschen machen ihm sogar Statuen und verehren sie. Dies ist ein Greuel vor Gott. Sowohl Menschenlehre wie Götzenbilder.

Mat. 7.14 Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!
15 Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind.
16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.


Der Buddhismus lehrt den Weg, das jeder finden wird früher oder eben später und zwar auch ohne Christus. Dem wiederspricht Christus.

Die Lehre ist eine Abspaltung des Hinduismus und wenn Du Dich mal mit den Götzen dieser Religion auseinander gesetzt hast, wirst Du wissen wieso Gott explizit vor Götzen warnt und auf welcher Basis diese Religion gegründet ist. Wenn Jahrtausende spiritueller Techniken nur dorthin führen, das man weiter zu Götzen betet, so kann etwas nicht stimmen.

Christus hat den Götzen, nicht dem lebendigen Gott vorgezogen. Er hat auch nicht gelehrt das wir zu diesen beten sollen, sondern er war eins mit dem Vater.

Dem Christen ist geboten:

1Jo 5:21 Kinder, hütet euch vor den Götzen!

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Schoham » Do 29. Aug 2013, 21:01

Aus dem Buch:

Der Verstand neigt von Natur aus zum Urteilen, Zergliedern und Analysieren, anstatt zu sehen, zu schmecken und zu lieben. Gerade deshalb ist er ausserstande, im nackten Hier und Jetzt präsent zu sein oder zu leben. Der Verstand will eine Aufgabe haben und liebt es, alles zu bearbeiten.

Dieser Ausschnitt passt. Schon oft habe ich es ebenso erlebt.

Schweigen oder Stille wurden von jeher als Gottes elementarste Sprache verstanden, „der gegenüber alles andere eine ziemlich armselige Übersetzung ist...

Die Bibel nennt Gott: das Wort. Sprache ist wertvoll wo sie sparsam angewendet, wahr und mit Liebe durchdrungen ist...
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Gnu » Do 29. Aug 2013, 21:11

Ich verstehe noch nicht einmal die Bibel gänzlich, und schon gar nicht die Reden Jesu Christi. Da bleibt mir keine Zeit, mich mit Buddha zu befassen, egal, was der auch Gutes gelehrt haben könnte.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Schoham » Do 29. Aug 2013, 21:20

Für das alltägliche Leben gibt es viele Aussagen im Zen und in der Bibel die kompatibel sind.

Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.
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Als aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach Er:
Warum denkt ihr so Böses in euren Herzen?
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Do 29. Aug 2013, 21:56

Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.
Buddha


Schoham, das weiß doch heutzutage fast Jeder. Klingt gar nicht buddhistisch oder besonders tiefsinnig.

lg, oTp
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon kingschild » Do 29. Aug 2013, 21:59

Schoham hat geschrieben:Für das alltägliche Leben gibt es viele Aussagen im Zen und in der Bibel die kompatibel sind.

Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.
Buddha


Spr 19:21 Viele Gedanken sind in dem Herzen eines Mannes; aber der Ratschluß Jehovas, er kommt zustande.

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Do 29. Aug 2013, 22:04

Unabhängig von der Bibel gibt es Dinge, die mein Leben bereichern (Materielle Dinge wie ein bequemes Bett, eine funktionierende Justiz,...), weshalb dann auch nicht Meditation oder andere ausserreligiöse Praktiken?


Benji, lassen wir mal Betten weg, hat ja absolut nichts mit der Bibel zu tun.

Meditation und außerreligiöse Praktiken ?
Meditation sucht eine Öffnung zur überdimensionalen Welt des Jenseits, die wir normalerweise nicht wahrnehmen können.
Außerreligiöse Praktiken ? Was meinst Du damit ?

lg, oTp
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Schoham » Do 29. Aug 2013, 22:09

onThePath hat geschrieben:Schoham, das weiß doch heutzutage fast Jeder. Klingt gar nicht buddhistisch oder besonders tiefsinnig.


Wahres ist tiefsinnig. Viele mögen es wissen. Der Weise wird es leben. 8-)
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Schoham » Do 29. Aug 2013, 22:12

kingschild hat geschrieben:Spr 19:21 Viele Gedanken sind in dem Herzen eines Mannes; aber der Ratschluß Jehovas, er kommt zustande.


Wo wir wahres denken stimmt das Herz überein und es kommt gut - das - was wir tun :D.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Benji » Do 29. Aug 2013, 22:30

onThePath hat geschrieben:Benji, lassen wir mal Betten weg, hat ja absolut nichts mit der Bibel zu tun.

Meditation und außerreligiöse Praktiken ?
Meditation sucht eine Öffnung zur überdimensionalen Welt des Jenseits, die wir normalerweise nicht wahrnehmen können.
Außerreligiöse Praktiken ? Was meinst Du damit ?

lg, oTp


Darum ging es mir genau bei den Betten. ;) Fussballspielen bereichert mein Leben auch, dadurch dass es Spass macht, ein bisschen Bewegung bringt und soziale Kontakte am Leben erhält.
Und ein besseres Leben macht es für mich womöglich einfacher, Jesus in meinem Leben zu folgen, weil ich dann das Gefühl habe, dass ich das gute Leben auch Jesus verdanke.
Also haben mir Dinge, die absolut gar nichts mit er Bibel zu tun haben wie eben Betten oder Fussball dennoch geholfen - einerseits zu einem besseren, und wenns gut kommt andererseits sogar noch im Glauben. :D
Und insofern würde ich nicht ausschliessen, dass auch etwas nicht-biblisches wie Meditation mindestens zu einem besseren Leben durch Erkenntnis und vielleicht sogar zur Stärkung des Glaubens führen kann.

Ausserreligiöse Praktiken war eine denkbar dumme Formulierung. Eigentlich habe ich einfach Praktiken von nicht-christlichen Religionen gemeint, wie zum Beispiel Meditation bei den Buddhisten oder vielleicht das fünfmal tägliche Gebet im Islam, Essensvorschriften der Juden oder was auch immer. :))
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon erbreich » Fr 30. Aug 2013, 09:46

Hallo Benji
Danke für deinen wertvollen Beitrag!
Benji hat geschrieben:Nachdem ich mich eine zeitlang mit den Juden auseinandergestzt habe und nun auch im Koran und über ihn lese und dank dem Internetzeitalter auch Zugang zur Meinung von muslimischen Leute habe, komme ich immer mehr zur bitteren Einsicht, dass der Absolutheitsgedanke bei vielen dieser Anhängern jeder dieser drei Religionen so stark ist, dass sie gar nicht darauf kommen, dass Gott grösser und persönlicher sein lönnte als ein allgemeines Buch. Ich weiss nicht, wieweit du das in deinem Thread zum Thema machen möchtest, sonst kann man das auch in einem eigenen Thread zum Diskussionsgegenstand machen.

Bestimmt ist das ein wesentliches Thema, denn nur wo auf den alleinigen Anspruch auf die Wahrheit Abstand genommen werden kann, ist die echte Umarmung in Liebe überhaupt möglich. Da begegnen sich Menschen auf gleicher Augenhöhe: Mit begrenzter Erkenntnisfähigkeit und bereit vom je anderen zu lernen.
Aber weshalb lehnen hier so viele Leute Ideen ab, die nicht eindeutig in der Bibel fundiert sind?

Weil sie nicht erlebt oder es vergessen haben, dass das Reich Gottes nicht in Worten besteht, sondern in Kraft (1.Kor 4,20).
Wir haben von Gott nicht nur altes und neues Testament erhalten, sondern auch eine ganze Welt, einen eindrücklichen Körper und einen Verstand, damit wir den Weg zu ihm finden können.

Das hast du sehr gut ausgedrückt
Der Weg von jedem Menschen ist so persönlich, dass die Bibel zwar eine Leitlinie darstellen könnte, aber wenn man alles, das nicht explizit in der Bibel erwähnt ist ablehnt, halbiert man doch seine Lebensqualität, dann wäre das vorgegebene Ziel ein ziemlich genau definiertes Einheitsleben der Bibel entsprechend, aber das ganze kann sollte doch noch viel mehr in die Breite gehen.¨

Wobei es ein solches Einheitsleben - ein uniformes und konformes - "entsprechend der Bibel" gar nicht geben kann: "Entsprechend der Bibel" kann niemals über ein "entsprechend der Bibel wie ich sie verstehe" hinausgelangen, denn jede Bibellektüre und jedes Bibelverständnis (genauso bei jeder andern heiligen Schrift) geht zwangsläufig durch den Filter der persönlichen Erfahrung, des persönlichen Verständnisses und der persönlichen Begrenzungen. Der Anspruch die Bibel absolut und objektiv richtig zu verstehen ist ein Grössenwahn, sonst nichts. Dem Mitmenschen dessen Verständnis als unbiblisch oder gar antichristlich zu bezeichnen ist pure Arroganz, ein Verhalten, dass sich selbst auf Kosten des Nächsten erhöhen will.
Nur weil Jesus etwas nicht lehrt, heisst es doch nicht zwangsläufig, dass es abzulehnen ist? Vielleicht hatte Jesus sich einfach nie dazu geäussert, weil es ohne Bedeutng war in seiner Zeit, weil er gar nichts von Meditation wusste.

Eine sinnvolle Betrachtungsweise!
Gott zu erleben (oder zumindest der Versuch) kann doch etwas positives sein, auch wenn die Bibel nicht davon berichtet?

Zweifellos.
Wenn der Beitrag in eine falsche Richtung geht, dann lösche ich ihn wieder, ein Wort genügt.

Er geht nicht in die falsche Richtung, obschon er sich nicht eng ans Thema hält. Meditation, Kontemplation - ob in christlichem oder buddhistischem oder anderem religösen Kontext - wird immer zu erhöhtem Verständnis für die Mitmenschen - zu Liebe und Mitempfinden - führen und ideologischen und konzeptuellen Fundamentalismus überwinden und damit den Absolutheitsanspruch auf die eine Wahrheit. Meditierende und Mystiker aller Religionen bezeugen das.
Ist es wirklich der Glaube, dass Gott absolut nur mit der Bibel zu finden ist, und jede Abweichung auf Abwege führt?

So etwas ist nicht Glaube, sondern Führwahrhalten und das sind zwei grundverschiedene Dinge¨

Gruss, erbreich
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Seltsamer » Fr 30. Aug 2013, 22:06

Ehrlich gesagt hab ich kaum das Thema verfolgt, nur gelegentlich angeschaut, wie auch jetzt, aus der lange Weile. Wenn ich fast allen deinen Aussagen erbreich in dem letzten Beitrag zu etwa 90% zustimmen kann, eine Aussage blieb mir unerklärlich:
erbreich hat geschrieben:…nur wo auf den alleinigen Anspruch auf die Wahrheit Abstand genommen werden kann, ist die echte Umarmung in Liebe überhaupt möglich. Da begegnen sich Menschen auf gleicher Augenhöhe: Mit begrenzter Erkenntnisfähigkeit und bereit vom je anderen zu lernen.
Soll ich hier auf das „alleinigen“ Betonung setzen oder auf der Abstand von Wahrheit?

Danke, wenn du dies erleuchten werdest.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon erbreich » Sa 31. Aug 2013, 09:18

Seltsamer hat geschrieben:Ehrlich gesagt hab ich kaum das Thema verfolgt, nur gelegentlich angeschaut, wie auch jetzt, aus der lange Weile. Wenn ich fast allen deinen Aussagen erbreich in dem letzten Beitrag zu etwa 90% zustimmen kann, eine Aussage blieb mir unerklärlich:
erbreich hat geschrieben:…nur wo auf den alleinigen Anspruch auf die Wahrheit Abstand genommen werden kann, ist die echte Umarmung in Liebe überhaupt möglich. Da begegnen sich Menschen auf gleicher Augenhöhe: Mit begrenzter Erkenntnisfähigkeit und bereit vom je anderen zu lernen.
Soll ich hier auf das „alleinigen“ Betonung setzen oder auf der Abstand von Wahrheit?

Lieber Seltsamer
Selbstverständlich auf den "alleinigen Anspruch" auf die Wahrheit. Abstand von der Wahrheit können wir gar nicht nehmen, denn sie ist die eigentliche, die eine Wirklichkeit. Wir können sie wohl verdrängen oder leugnen, das macht sie aber nicht kleiner oder unwirklicher. Wir können sie uns selber zu und anderen absprechen, auch das ändert an ihr nichts. Als Heiliger Geist (Geist der Wahrheit) ist sie Teil der Trinität, ist sie selber Gott, und "in ihm", so sagt Paulus den Griechen, "leben, weben und sind wir" (Apg 17,28). Wir alle, nicht nur die Christen. Sehr trefflich formulierte Jörg Zink in "Gotteswahrnehmung":

"Dass Gott uns anredet, hat man unter Christen immer gesagt. Was man ausgeblendet hat, ist die Weise, wie ein Mensch die Anrede Gottes hört. Wie er seine Nähe schaut. Wie er berührt wird, getroffen... Alles aber, was es an Erfahrung gibt, als esoterischen Irrtum zu beschreiben, ist kein Weg zur Wahrheit... Die Zeit ist unwiderruflich vorbei, in der man überzeugt sein konnte, was unser Verstand wahrnimmt, sei die ganze Wirklichkeit. Wer die Offenheit der Welt und die Tiefe seiner Seele zusammensehen und verstehen will, muss seinem Glauben viele Fesseln abnehmen, die die Lehre der Kirche ihm angelegt hat."
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Sa 31. Aug 2013, 09:37

Meditation, Kontemplation - ob in christlichem oder buddhistischem oder anderem religösen Kontext - wird immer zu erhöhtem Verständnis für die Mitmenschen - zu Liebe und Mitempfinden - führen und ideologischen und konzeptuellen Fundamentalismus überwinden und damit den Absolutheitsanspruch auf die eine Wahrheit. Meditierende und Mystiker aller Religionen bezeugen das.


Erbreich, Ich sehe das zunächst einmal genau umgekehrt:

Verantwortung Gott gegenüber verpflichten den Menschen zu Liebe und Mitempfinden. Das kann Jeder mit Kontemplation, als Christ im Dialog mit Gott vertiefen und verwirklichen.

Sehr trefflich formulierte Jörg Zink in "Gotteswahrnehmung":

"Dass Gott uns anredet, hat man unter Christen immer gesagt. Was man ausgeblendet hat, ist die Weise, wie ein Mensch die Anrede Gottes hört. Wie er seine Nähe schaut. Wie er berührt wird, getroffen... Alles aber, was es an Erfahrung gibt, als esoterischen Irrtum zu beschreiben, ist kein Weg zur Wahrheit... Die Zeit ist unwiderruflich vorbei, in der man überzeugt sein konnte, was unser Verstand wahrnimmt, sei die ganze Wirklichkeit. Wer die Offenheit der Welt und die Tiefe seiner Seele zusammensehen und verstehen will, muss seinem Glauben viele Fesseln abnehmen, die die Lehre der Kirche ihm angelegt hat."


Das Christentum hat nichts ausgeblendet. Wer Gottesnähe sucht, kann sich einlassen in die Wege der Mönche, die Gott immer näher sein wollten.

Was man ausgeblendet hat, ist die Weise, wie ein Mensch die Anrede Gottes hört.

Da im Menschen viele Stimmen sind, muß er Ordnung halten mit seinen Gedanken und Gefühlen, damit er überhaupt die Stimme Gottes erkennt. Und Stille ist wichtig.


Die Zeit ist unwiderruflich vorbei, in der man überzeugt sein konnte, was unser Verstand wahrnimmt, sei die ganze Wirklichkeit.


Was unser Verstand wahrnimmt, kann ja nicht die ganze Wirklichkeit sein. Das weiß automatisch Jeder, der an Gott glaubt.
Zu warnen ist davor, dass man glaubt, alles was man in der Grenzüberschreitung durch Meditation von der übergeordneten Dimension Gottes erlebt, sei wahr oder die volle Wahrheit, kommt sofort als Nächstes.

Dort erwartet uns nämlich "die zweigeteilte Wahrheit", nämlich die Wirklichkeit Gottes und die wirklichkeit Satans.
Das erleben gerade die Esoteriker. Und weil unser menschliches Wesen "verdorben" ist, ist ihnen ihr Verstand ein schlechter Ratgeber. Nur wer mit den Regungen seines Verstandes und seiner Gefühle lernt richtig umzugehen wird sich nicht so leicht verirren in den übersinnlichen Wahrnehmungen. Denn dort muß er erkennen, was von Gott ist und was vom Glanze Satans. Klar, dass man sich unter diesen Bedingen gut selber kennen muß und auch religiös fit sein muß, wie Wahrheit sich äußert.

Wie gesagt: Du kannst z.B. Christus begegnen oder einem x-beliebigen Gott oder einem Gott oder "Engel" des New Age, der im Glanze Christi daher kommt.
Gestandene Mönche glauben noch nicht mal jeder Christusvision...


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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon erbreich » So 1. Sep 2013, 12:07

onThePath hat geschrieben: Nur wer mit den Regungen seines Verstandes und seiner Gefühle lernt richtig umzugehen wird sich nicht so leicht verirren in den übersinnlichen Wahrnehmungen.

Richtig, wobei dies für alle Wahrnehmungen gilt und "übersinnlich" lediglich eine Bezeichnung ist für Wahrnehmungen, die nicht durch einen der fünf Körpersinne zustande kommen sondern ausschliesslich durch den sechsten Sinn, den Geist. Der Buddhismus behandelt den Geist als sechsten Sinn nicht anders als die fünf Körpersinne. Über die fünf Körpersinne nimmt der Geist körperliche Phänomene wahr, der Geist kann aber auch direkt feinkörperliche und unkörperliche Phänomene wahrnehmen, die unabhängig von den fünf Körpersinnen zustandekommen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil meditativer Geistesschulung, sich von den Wahrnehmungen - körperlichen, feinkörperlichen und unkörperlichen - nicht vereinnahmen, verführen und versklaven zu lassen oder, wenn bereits passiert, sich davon wieder befreien zu lassen. Das ist möglich im Heiligen Geist, dem Geist der Wahrheit, oder dem, was psychologisch verstanden diesem im Buddhismus entspricht: Achtsamkeit und Bewusstseinsklarheit.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Seltsamer » Di 3. Sep 2013, 09:24

erbreich hat geschrieben: …Abstand von der Wahrheit können wir gar nicht nehmen, denn sie ist die eigentliche, die eine Wirklichkeit. (…) Als Heiliger Geist (Geist der Wahrheit) ist sie Teil der Trinität, ist sie selber Gott, und "in ihm", so sagt Paulus den Griechen, "leben, weben und sind wir" (Apg 17,28).

Sicher bin ich ein Spielverderber. Aber in der Apg. 17,28 spricht Paulus nicht über die Trinität, nicht über Heiliger Geist. Und die schöne Formulierung "leben, weben und sind wir", herleitet Luther (als Übersetzung), nicht Paulus. Hier Paulus alleinigen Gott darstellt. Und wenn wir Geist der Wahrheit folgen wollen, sollten wir möglichst wörtlich auch diese Aussage nehmen, denn es ist so, wie es ist.

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Di 3. Sep 2013, 20:01

Es ist ein wesentlicher Bestandteil meditativer Geistesschulung, sich von den Wahrnehmungen - körperlichen, feinkörperlichen und unkörperlichen - nicht vereinnahmen, verführen und versklaven zu lassen oder, wenn bereits passiert, sich davon wieder befreien zu lassen.


Ja, erbreich, auch der Christ, der tradtionell nach Wissen der Mönche vorgeht, wird sich auf allen Wahrnehmungsebenen zurechtfinden müssen. Was versklavt, ist ja ziemlich klar. Dazu gehören auch Stolz und Verführungen durch übersinnliche Erebnisse und höhere Fähigkeiten.

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon erbreich » Mi 4. Sep 2013, 10:06

onThePath hat geschrieben: Was versklavt, ist ja ziemlich klar. Dazu gehören auch Stolz und Verführungen durch übersinnliche Erlebnisse und höhere Fähigkeiten.

Einverstanden.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Mi 4. Sep 2013, 10:26

Sowohl die zielstrebigsten Mönche als auch der Yoga und die buddhistischen Mönche denken nur noch an Gott. Alles was dem Kontakt zu Gott hinderlich ist, wird vermieden, alles was in fördert wird getan. Der Lebensinhalt ist Gott allein.

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon erbreich » Do 5. Sep 2013, 07:34

onThePath hat geschrieben:Sowohl die zielstrebigsten Mönche als auch der Yoga und die buddhistischen Mönche denken nur noch an Gott. Alles was dem Kontakt zu Gott hinderlich ist, wird vermieden, alles was in fördert wird getan. Der Lebensinhalt ist Gott allein.

Auch da bin ich mit dir einig. Zu Bedenken hierbei ist:

Gott und die Schöpfung sind - wie im Vorbild Jesu seine Menschlichkeit und Göttlichkeit (Konzil von Chalzedon) - ungetrennt und unvermischt eins. Wir können zu Gott nicht in Beziehung stehen ohne zur Schöpfung - zu unsern Mitmenschen - in Beziehung zu stehen: "Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, - und seinen Bruder haßt, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht!" (1. Joh 4,20)

Wo die Hinwendung zu Gott mit einer Menschen- (Welt-) Flucht einhergeht, da kann sie niemals geraten. Das sage ich auch aus persönlichem, schmerzhaftem Erleben. Und das ist eine der grossen Fallen des kontemplativen Lebens, dass es zur Weltflucht gerät und missbraucht wird. Solange der Kontakt zur Schöpfung als dem Kontakt zu Gott im Wege stehend wahrgenommen wird, wird die Schöpfung nicht als das erkannt, was sie ist, nämlich Anrede und Ausspruch - auch Anspruch - Gottes an den Menschen. Durch die Schöpfung spricht Gott mich an, nicht ohne sie, und indem ich der Schöpfung - meinen Mitgeschöpfen - antworte, antworte ich durch diese Gott.
Die Frage, die ich bin, sucht nicht die Antwort in dem Sinn, dass ein Wort mir könnte klären, was nur die Frage kann gewähren.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Do 5. Sep 2013, 09:49

Ich überlege mal:

Der Mensch möchte weg von allem, was ihm die Erfahrung Gottes verhindert.
Das betrifft das "Außen" und das Innen, die Psyche des Menschen.

Von den Einflüssen der äußeren Welt kann er sich fernhalten, indem er sich absondert und die Einsamkeit sucht.
Dort muß er dann in geeigneter Weise mit seiner Psyche, seinen Gedanken und Gefühlen umgehen.

Die Einsiedlermönche suchten die Isolation, aber viele konnten ihren Mitmenschen gute Ratschläge geben. Andere gingen wieder unter Menschen und nahmen eine Aufgabe wahr. Als das Mönchstum entstand, gab es dadurch auch Miteinander. Und auch Wirken auf das Leben der Menschen außerhalb der Klostermauern.

Ich denke, Christen verstehen das Miteinander grundsätzlich.
Der Yogi oder buddhistische Einsiedler von ihrer ganzen religiösen Anschauung wahrscheinlich weniger.

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon erbreich » Do 5. Sep 2013, 12:54

onThePath hat geschrieben:Ich denke, Christen verstehen das Miteinander grundsätzlich.
Der Yogi oder buddhistische Einsiedler von ihrer ganzen religiösen Anschauung wahrscheinlich weniger.

Für den buddhistischen Einsiedler-Mönch gilt das hier von dir Gesagte genauso:
Die Einsiedlermönche suchten die Isolation, aber viele konnten ihren Mitmenschen gute Ratschläge geben. Andere gingen wieder unter Menschen und nahmen eine Aufgabe wahr. Als das Mönchstum entstand, gab es dadurch auch Miteinander. Und auch Wirken auf das Leben der Menschen außerhalb der Klostermauern.

Buddhistische Mönche und buddhistische Hausleute ergänzen sich (natürlich: Im Idealfall) auf ausgewogene und harmonische Weise: Der Mönch ist von den Hausleuten abhängig in Bezug auf seine 4 Grundbedürfnisse (als diese gelten: Wohnstatt, Kleidung (Robe), Ernährung und Medizin im Falle von Krankheit. Die Dorfbewohner versorgen den Einsiedler mit diesen Grundbedürfnissen, während der Mönch seinerseits den Dorfleuten als geistlicher Berater und Seelsorger dient. Wo das von beiden Seiten her gut funktioniert, da gedeihen auch tiefe Beziehungen und spirituelle Freundschaften (kalyana mittatta) und nicht selten entstehen so kleinere und grössere buddhistische Gemeinden.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Seltsamer » Do 5. Sep 2013, 18:06

Was ihr da beider letzte Zeit bespricht,
scheint mir eher wie ein „Fluchtversuch“, wie ein Wunsch aus der Wirklichkeit sich zurück zu ziehen. Ob es aus der Sicht buddhistische oder christlichen Mönchstum angesprochen wird.

Ob dies mit „Umarmen“ was zutun sollte, bleibt mir ungeklärt. Denn ziemlich bequemes Leben als Mönch (wenn auch nach welcher internen Satzung eines Klosters auch mit „Selbstfolter“ verbunden sein mag, was mal selber akzeptiert hat), ist mir sehr fraglich. Das Leben eines Mönches ist m. E. nichts anderes, als der Flucht aus der Wirklichkeit, die viel härtere Tagtäglichkeit eines „normales Leben“ einfach ausschließt, und als ein Mönch kaum wahrgenommen wird.

Als ich ein Mönch werden wollte, wurde mir irgendwo „unterwegs“ gesagt: „Ein Gläubiger muss seine Berufung verwirklichen da, wo er gerade ist.“ Diese Belehrung fand ich alle meine Wünsche überwältigend.

P.S. Lieber erbreich, schaust du deine PN irgendwann an?
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon erbreich » Do 5. Sep 2013, 18:53

Seltsamer hat geschrieben:Als ich ein Mönch werden wollte, wurde mir irgendwo „unterwegs“ gesagt: „Ein Gläubiger muss seine Berufung verwirklichen da, wo er gerade ist.“

Das schliesst das Kloster oder die Einsiedelei nicht aus. Für dich war das offenbar nicht der Weg, für andere schon. Auch ich stand vor 14 Jahren kurz vor dem Eintritt in den (buddhistischen) Mönchsorden in Sri Lanka, habe dann aber etwa zwei Wochen vor der Novizenweihe einen Rückzieher gemacht. Wie ich heute leben würde, wäre ich damals Mönch geworden, weiss ich nicht. Zweifellos würde ich anders leben, ob ich aber glücklicher oder unglücklicher wäre, wer weiss?

Die Berufung "Mensch" oder, besser noch "Menschwerdung", kann sicher grundsätzlich an jedem Ort gelebt (oder auch verpasst) werden. Dennoch eignet sich natürlich nicht jedes Leben gleichermassen für jeden Menschen. Es ist eine unserer Lebensaufgaben, unseren Weg zu suchen, zu finden und zu vollenden.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Do 5. Sep 2013, 20:29

Das Leben eines Mönches ist m. E. nichts anderes, als der Flucht aus der Wirklichkeit, die viel härtere Tagtäglichkeit eines „normales Leben“ einfach ausschließt, und als ein Mönch kaum wahrgenommen wird.


Seltsamer, Du weißt ich mag keine amputierten, einseitigen Urteile.

Die Wirklichkeit einer Einsiedelei und das Leben eines Mönches ist zu hart, um Flucht zu sein.
Ich verstehe nicht die Notwendigkeit solcher einseitig bewertenden Urteile.

Das mönchische Leben kann eine Berufung sein. Es macht auch Sinn.

Natürlich gibt es auch "bequeme" Mönche. Aber Flucht gibt es auch gerade bei Weltmenschen, und zwar in mannigfaltiger Ausprägung.

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » Fr 6. Sep 2013, 16:56

Ora et labora :)

Das zeugt jedenfalls nicht von Flucht. Sondern ist eine brauchbare Klosteregel.
Außer Beten und Arbeiten gehts aber auch noch um Regeln des Verhaltens und der Gesinnung....

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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon Seltsamer » Sa 7. Sep 2013, 18:10

Wir können lange zauber, was wäre, wenn…
erbreich hat geschrieben:
Seltsamer hat geschrieben:…„Ein Gläubiger muss seine Berufung verwirklichen da, wo er gerade ist.“

Das schliesst das Kloster oder die Einsiedelei nicht aus…

Sicher, einen Gläubiger seine Berufung zu verwirklichen, da wo er ist, schließt das Kloster-Leben nicht aus. Dennoch, wie ich schon sagte, das Kloster-Leben sieht mir mehr nach einen Fluchtversuch von jeder Wirklichkeit. Auch ein Wehrdienstpflichtiger steht früh auf und hat den ganzen Tag viel Geregeltes zutun. Aber die geschlossenen Örtlichkeiten sammeln mehr Müll im Kopf eines Menschen, als nutzen. Nach zwei Jahre meine Wehrpflicht wusste ich nicht immer genau, wo ich hin soll, so leer war mein Kopf ausgewaschen…

Ich wurde nicht staunen, wenn das Kloster-Leben gleiche Ergebnisse mit sich bringt, wo ein Mensch eigen Identität, egal im Namen welchen „heiligen Taten“, ob das Heimat-Verteidigung oder in ewigen Gebet für die, denen Bedürfnisse da nicht mal kennt!

So ist ein Mensch einfach verlören!
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon lionne » So 20. Jan 2019, 10:47

20. Januar bis 3. Februar 2019 - 15 Tage Gebet für die Welt des Buddismus
LG lionne

>>> http://www.each.ch/veranstaltung/gebeta ... uddhismus/
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon onThePath » So 20. Jan 2019, 11:24

Indien ist eines der wenigen Länder wo ich mehrmals herumgereist bin. Deshalb kenne ich auch Benares - Varanasi. Auf den Spuren Buddhas war ich auch mal. Das Leben in Indien ist unglaublich bunt und vielfältig.

In Bombay - Mumbay vor einem Jahr mitten in der Stadt. Überall Straßenmarkt. Eine lange Menschenschlange, um einen Wohnblock herum. Alle wollen in den Hindutempel. Ein Inder geht mit uns ein Stück, den Weg zu zeigen. Vor dem Tempel bleibt er stehen, verweilt einen Augenblick und bekundet demütig durch Verneigung seinen Glauben.

Ja, eifrig in ihrem Glauben sind die Inder. Aber auch ihr Glaube ist bunt und vielfältig. Millionen Götter und Göttergeschichten.
Zuletzt geändert von onThePath am So 20. Jan 2019, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wo Christus und Buddha sich umarmen

Beitragvon lionne » So 20. Jan 2019, 11:31

onThePath hat geschrieben:Indien ist eines der wenigen Länder wo ich mehrmals herumgereist bin. Deshalb kenne ich auch Benares - Varanasi. Auf den Spuren Buddhas war ich auch mal. Das Leben in Indien ist unglaublich bunt.

In Bombay - Mumbay vor einem Jahr mitten in der Stadt. Überall Straßenmarkt. Eine lange Menschenschlange, um einen Wohnblock herum. Alle wollen in den Hindutempel. Ein Inder geht mit uns ein Stück, den Weg zu zeigen. Vor dem Tempel bleibt er stehen, verweilt einen Augenblick und bekundet demütig durch Verneigung seinen Glauben.

Ja, eifrig in ihrem Glauben sind die Inder. Aber auch ihr Glaube ist bunt und vielfältig. Millionen Götter und Göttergeschichten.

Dito, lieber otp, kann ich nur bestätigen.
(Habe mich verheddert zw. Buddhismus und Hinduismus ;), Forumsbeiträge schreiben und Porridge-Zubereiten gleichzeitig - das geht einfach nicht! ;) :mrgreen: )
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