Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Themen im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben an G"tt

Moderator: Thelonious

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Mi 6. Jun 2018, 11:20

Heute habe ich einen sehr interessanten Artikel in der SZ gelesen:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/judenhass-im-koran-im-islam-gibt-es-keinen-traditionellen-antisemitismus-1.3975336

Die Frage wirft sich für mich hierzulande immer mehr auf, inwieweit Stellen in heiligen Schriften allgemein korrigiert oder zumindest mit ergänzenden Erklärungen ausgestattet werden müssten, um Missverständnisse im Glauben zu vermeiden, bzw. um den missbräuchlichen Einsatz von heiligen Schriften im Ansatz zu verhindern.

Heikle Stellen bezüglich Antisemitismus gibt es nicht nur im Koran, sondern z.B. auch im NT bei Joh. 8, als Jesus die Juden, die nicht an Ihn glaubten und Ihn zu töten suchten, als "Kinder des Teufels" bezeichnet hat.
Solch eine Aussage kann aus dem langen Kontext einfach herausgerissen werden und als schlichte "Wahrheit" verkündet werden.
Sehr gefährlich, solche Stellen! Sich immer nur darauf zu berufen, dass Andersgläubige diese Verse einfach nur falsch verstehen, reicht meiner Meinung nach nicht mehr aus. Aufklärung tut Not.

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon kingschild » Mi 6. Jun 2018, 11:50

Jeshu hat geschrieben:Heute habe ich einen sehr interessanten Artikel in der SZ gelesen:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/judenhass-im-koran-im-islam-gibt-es-keinen-traditionellen-antisemitismus-1.3975336

Die Frage wirft sich für mich hierzulande immer mehr auf, inwieweit Stellen in heiligen Schriften allgemein korrigiert oder zumindest mit ergänzenden Erklärungen ausgestattet werden müssten, um Missverständnisse im Glauben zu vermeiden, bzw. um den missbräuchlichen Einsatz von heiligen Schriften im Ansatz zu verhindern.

Heikle Stellen bezüglich Antisemitismus gibt es nicht nur im Koran, sondern z.B. auch im NT bei Joh. 8, als Jesus die Juden, die nicht an Ihn glaubten und Ihn zu töten suchten, als "Kinder des Teufels" bezeichnet hat.
Solch eine Aussage kann aus dem langen Kontext einfach herausgerissen werden und als schlichte "Wahrheit" verkündet werden.
Sehr gefährlich, solche Stellen! Sich immer nur darauf zu berufen, dass Andersgläubige diese Verse einfach nur falsch verstehen, reicht meiner Meinung nach nicht mehr aus. Aufklärung tut Not.

LG
Jeshu


Hallo Jeshu Jesus ruft ja nicht zum Töten der Teufelskinder auf, sondern will sie vom Teufel erlösen und da es keine Stelle gibt die dazu anleitet oder wo er Jünger anleitet dies zu tun ist die Sache eigentlich deutlich genug.

Dem Gegenüber spricht der Koran ganz klar darüber das man in gewissen Situationen, eben Juden, Christen und Anders Gläubige töten soll und diese hassen darf oder das Allah dies tun soll. Das heisst das konträre handeln und denken zu Christus, ist klar ersichtlich nicht nur im Koran auch an der Biografie Mohammeds selber.

Da der Koran das Evangelium vom Kreuz leugnet, kann er nicht anders.

Jesus Botschaft ist aber klar, er sagt welche Geister die Menschen quälen welche den Heiligsten Menschen auf Erden töten wollen aber er vergibt diesen und sagt er sei gekommen, um zu erlösen und zu befreien und eben sein Leben bezeugt, das wer keinen ermordet hat oder dazu aufgerufen hat.

Wärend im Christentum, durch den Tod Christi ein Grundstein gelelgt wurde, das Auge um Auge endlich aufhören konnte, leugnet der Koran diesen Grundstein.

God bless
Kingschild
Benutzeravatar
kingschild
Senior-Moderator
 
Beiträge: 6258
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 10:23
Wohnort: Schweiz

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Fr 8. Jun 2018, 15:59

Kingschild hat geschrieben:
Hallo Jeshu Jesus ruft ja nicht zum Töten der Teufelskinder auf, sondern will sie vom Teufel erlösen und da es keine Stelle gibt die dazu anleitet oder wo er Jünger anleitet dies zu tun ist die Sache eigentlich deutlich genug.


Hi Kingschild,
Jesus hat natürlich nie zum Töten aufgefordert, weder "Teufels Kinder" noch Heiden.
Wir wissen ja, wie Er die Apostel angeleitet hat:

5"Gehet hin; siehe, ich sende euch als die Lämmer mitten unter die Wölfe...
5 Wo ihr in ein Haus kommt, da sprecht zuerst: Friede sei in diesem Hause!
6 Und so daselbst wird ein Kind des Friedens sein, so wird euer Friede auf ihm beruhen; wo aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden...

8 Und wo ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, da esset, was euch wird vorgetragen;
9 und heilet die Kranken, die daselbst sind, und saget ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.
10 Wo ihr aber in eine Stadt kommt, da sie euch nicht aufnehmen, da geht heraus auf ihre Gassen und sprecht:
11 Auch den Staub, der sich an uns gehängt hat von eurer Stadt, schlagen wir ab auf euch; doch sollt ihr wissen, daß euch das Reich Gottes nahe gewesen ist...
16 Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat."
Lukas 10

Dem Gegenüber spricht der Koran ganz klar darüber das man in gewissen Situationen, eben Juden, Christen und Anders Gläubige töten soll und diese hassen darf oder das Allah dies tun soll. Das heisst das konträre handeln und denken zu Christus, ist klar ersichtlich nicht nur im Koran auch an der Biografie Mohammeds selber.


Mose spricht aber im AT ganz genauso klar darüber, dass man die Heiden - im AT namentlich benannte Völker - töten, ausrotten und ausplündern soll - entgegen Christus Gesetz. Das heisst, das konträre Handeln und Denken von Mose und Mohammed zu Christus, ist nicht nur im Koran, sondern auch im AT klar ersichtlich.
Ich kann da leider nicht mit zweierlei Maß messen, vor allem nicht in Verbindung mit des Himmels Gesetz
"das, was man geistig sät, wird man einmal ernten".

Unter Christus wahrer Lehre allein wäre es für Christen unmöglich gewesen, sowohl die Juden als auch Muslime härtest zu bekriegen und zu unterwerfen. Im Glauben an Jesus als "JHWH's Sohn" war es dies hingegen nicht mehr.
Ob das Konsequenzen für viele Oberste hatte, die die Kriege damals angeordnet hatten, weiß ich nicht, denn sie kannten ja das "Wort" von Gottes Sohn - also damit von Gott.

Offensichtlich haben sie es für sich selbst nicht besonders ernst genommen, auch nicht, dass es die Hölle gibt.

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mo 25. Jun 2018, 08:20

Jüdische Jugendliche besuchen Schweizer Schulklassen, um Fragen zum Judentum zu beantworten und damit Antisemitismus entgegenzuwirken. Das Dialogprojekt "Likrat" ist so erfolgreich, dass andere Länder es kopieren.
Hinwil im Zürcher Oberland: Die meisten Jugendlichen hier haben noch nie einen Juden gesehen, geschweige denn mit einem gesprochen. Jüdische Gemeinden gibt es in dieser ländlichen Gegend seit Jahren keine mehr.

Die Jugendlichen strömen in ein Klassenzimmer mit kreisförmig angeordneten Stühlen. Darauf sitzen zwei junge, modern gekleidete Frauen mit langen, braunen Haaren. Die eine frischt sich noch schnell die Wimpertusche auf.

In solchen Momenten kann es vorkommen, dass ein Schüler schreit: "Wo ist denn der Jude?" Und Liora – eine der beiden hübschen Frauen – antwortet: "Ich bin der Jude."
>>> Quelle/weiterlesen hier https://www.gmx.ch/magazine/panorama/di ... e-33025740
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9356
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Do 12. Jul 2018, 20:41

Angriff in Bonn
Israeli wird antisemitisch attackiert – und dann noch von der Polizei geschlagen
>>> Quelle: diverse, u.a. https://www.tagesspiegel.de/politik/ang ... 93830.html

:shock: :oops: LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9356
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mo 5. Nov 2018, 12:41

Die jüdische Wochenzeitscchrift Tachles bringt neu wieder einen rechtsextremistischen Vorfall mit nazisprachlichen Entgleisungen. Diese ist in der "Schweizerzeit" zu finden.

https://www.tachles.ch/artikel/news/rec ... weizerzeit

Den Begriff «Umvolkung» gebrauchten einst die Nationalsozialisten und meinten damit «bevölkerungspolitische Massnahmen im Sinne der NS-Ideologie», konkret die Ansiedlung deutscher Siedler in den eroberten osteuropäischen Ländern.


Wie lange will die SVP noch solche Leute in ihren Reihen. Es ist einfach gefährlich. Gerade die Juden werden da hellhörig. Der heutige Populismus - auch wenn er sich nicht direkt gegen die Juden wendet - ist wirklich gefährlich und weckt auch den Antisemitismus weiter auf. Dieser hat ja schon grossen Zulauf in Europa.

In diesem Zusammenhang wurde gestern im Radio auf SRF Kultur ein Interview in der Reihe "Perspektiven" mit dem israelisch-österreichischen Schriftsteller Doron Rabinovici gesendet. Dieser jüdische Schriftsteller setzt sich auseinander mit dem Rechtspopulismus in Österreich und sieht auch einen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und der heutigen Islamophobie. Sehr interessant dies mal anzuhören:

https://www.srf.ch/sendungen/perspektiv ... wien-heute


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Di 6. Nov 2018, 20:05

Nochmals zwei Verlinkungen zur jüdischen Wochenzeitung "Tachles". Diese sind auch für diesen Thread ganz wichtig geworden. Der eine Artikel zeigt den zunehmenden Antisemitismus in den USA, der zweite Artikel betrachtet die Geschichte des Antisemitismus in den USA. Da wird eine Linie gezogen von der antisemitischen Christian Front der 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis Trumps Ex-Berater Steve Bannon.

...und Steve Bannons will ja seine populistischen Ideen nach Europa bringen, wie verschiedenste Medien berichteten. Das ist auch sehr wahrscheinlich. Man hat es schon gesehen, die Weltwoche hat den Steve Bannon schon im März eingeladen und ihm eine Bühne geboten seine rechtspopulistischen Ideen zu verbreiten. Gerade die Weltwoche zeigte ja selbst, wie fragwürdig sie mit dem Antisemitismus umgeht: 2016 hat Roger Köppel sogar den Naziverbrecher Göring verharmlost, indem er sich auf eine alte fragwürdige Biographie über Göring beruft.

Also auch hier aufgepasst, was in Bezug auf Antisemitismus von den USA kommt - und was dann gerne von einer Zeitung wie der Weltwoche verbreitet wird. Der Antisemitismus nimmt auch hier wieder zu. Die jüdische Gemeinschaft reagiert darauf sehr sensibel. Hören wir auf sie, bevor es zu spät ist.


https://www.tachles.ch/artikel/news/wac ... semitismus

...seit der Wahl von Trump hätten sich antisemitische Verbal-Attacken gegen ihn dramatisch vervielfacht. Er macht dafür auch direkt den Präsidenten verantwortlich, weil dieser unter Judenhassern geläufige Verschwörungstheorien propagiere.


https://www.tachles.ch/artikel/news/his ... -judenhass

Greenberg hebt jedoch hervor, dass ein rechtsradikaler, von Hass auf Juden, Fremde und Schwarze durchzogener Populismus in den USA eine längere Geschichte hat. Diese hat schon lange vor der «Christian Front» begonnen und währt über Figuren wie den Kommunistenjäger Joe McCarthy bis zu dem ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon.




Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Thelonious » Di 6. Nov 2018, 20:16

Vielen Dank auch für diese Hinweise, Columba. Es ist so wichtig, alle Ausprägungen dieser hässlichen Fratze des Antisemitismus aufzuzeigen. ALLE!

VG
Thelo
Göttliche Liebe ist nicht weich wie eine Weihnachtsschnulze, sondern hart wie eine Krippe und ein Kreuz aus Holz.
(Arno Backhaus)
Benutzeravatar
Thelonious
Senior-Moderator
 
Beiträge: 15906
Registriert: So 12. Aug 2007, 19:52
Wohnort: In der schönsten Stadt Deutschlands

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Do 29. Nov 2018, 11:31

CNN-Studie enthüllt Wissenslücken und Vorurteile

https://www.tachles.ch/artikel/news/cnn ... vorurteile

40 Prozent der jungen Deutschen wissen anscheinend wenig oder gar nichts über den Holocaust. Dies zeigt eine aktuelle Erhebung des Nachrichtensenders «CNN».

...ob es in der Schweiz so viel besser wäre?


Vorurteile, falsche Zahlen und pure Unwissenheit über die Juden:

Gleichzeitig überschätzen viele Befragte die Zahl der Juden in der Welt drastisch. Nur sieben Prozent gaben korrekt an, dass Juden weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Jeder siebte Befragte dachte, dass Juden mehr als 20 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.

Es ist erschreckend, wie viele Vorurteile gegenüber den Juden immer noch in Europa herrschen.

Eine Frage in die Runde: Was habt Ihr in der Schule über den Holocaust und das Judentum gelehrt bekommen? ...und wie alt wart Ihr, als Euch dies Holocaust Zeit vermittelt wurde?


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Helmuth » Do 29. Nov 2018, 11:49

Columba hat geschrieben:Eine Frage in die Runde: Was habt Ihr in der Schule über den Holocaust und das Judentum gelehrt bekommen? ...und wie alt wart Ihr, als Euch dies Holocaust Zeit vermittelt wurde?

Über das Judentum an sich wird nur wenig gelehrt, der Holocaust allerdings gehörte zum Lehrplan und wurde in der 4. Klasse Gymnasium (8. Schulstufe) unterrichtet.

In der Oberstufe gab es eine Exkurison zur Gedenkstätte nach Mauthausen. Soweit ich das beurteilen kann, hat mein Schulunterricht (ich besuchte insgesamt 3 Schulen) das Thema korrekt vermittelt. Man war im Bilde, was zwischen 1933 - 1945 ablief und die Life-Filmdokumentationen gingen mir sehr unter die Haut.

Weitere Life-Berichte erhielt ich von meiner Urgroßmutter, die bis zu meinem 14. Lebensjahr noch lebte. Insgesamt kam das Ausmaß des Wahnsinn erst nach 1945 in die breite Öffentlichkeit.

Heute ist der historische Abstand schon größer und man sollte die Jugend nicht mehr damit indoktrinieren, und zwar in dem Maße, dass man sie weiterhin dafür zur Verantwortung ziehen will. Wir Österreicher waren darin deutlich nehr mitverstrickt, ihr Schweizer könnt das gar nicht so wissen wie wir. Die Schweiz benutzte man damals als Fluchtland, wer es sich leisten konnte.

Besser ist es die biblische Grundlage darüber genauer zu lehren, doch das hat die humanistische Gesellschaft nicht im Sinn. Aber das erachte ich als unsere Aufgabe, als Teil der Evangeliums. Die Schrift ist mehrheitlich von Juden geschrieben worden.

Dazu gerne ein Zitat von Jesus selbst:
Joh 4, 22 hat geschrieben:Ihr betet an und wisst nicht, was; wir beten an und wissen, was, denn das Heil ist aus den Juden.
Herzliche Grüße
Helmuth
Benutzeravatar
Helmuth
Wohnt hier
 
Beiträge: 1310
Registriert: Di 27. Dez 2016, 16:50
Wohnort: Wien

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Gnu » Do 29. Nov 2018, 18:40

Unser Geschichtsunterricht ging maximal bis zum Wiener Kongress. Der Rest war wolkig. Die Schweiz als Fluchtland funktionierte nicht so richtig. Man weiss heute noch, dass in Chiasso versiegelte Personentransporte in Güterwagen auf die Beförderung durch den Gotthardtunnel nach Deutschland warteten. Deswegen liegt immer noch ein Fluch auf der Bahnstrecke. Hätten wir Schweizer das Spiel nicht mitgespielt, so hätten sich die Deutschen nicht darauf kapriziert, die Schweiz „das kleine Stachelschwein“ beim Rückzug von der Eroberung der Welt auch noch einzunehmen und es wäre zur Schlacht um die Alpenfestungen gekommen, wobei bekannt geworden ist, dass durch Verräter die Deutschen über genaue Lagepläne der unterirdischen Festungen verfügten.

Die Schweiz war nicht bereit, Juden als Flüchtlinge aufzunehmen. Es musste geheim und illegal geschehen. Die Schweiz ist, aufgrund der Flagge erkennbar, eine Gründung der Malteser-Ritter, die 1291 mit Beutegold vom letzten Kreuzzug zurückkehrten. Ausser der Schweiz hat nur noch der Vatikan eine quadratische Flagge, und Papsts Leibwache wird aus Schweizer Katholiken rekrutiert. Davon weiss unser Bernhard zu berichten.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11494
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Dez 2018, 13:53

Helmuth hat geschrieben:
Columba hat geschrieben:Eine Frage in die Runde: Was habt Ihr in der Schule über den Holocaust und das Judentum gelehrt bekommen? ...und wie alt wart Ihr, als Euch dies Holocaust Zeit vermittelt wurde?

Über das Judentum an sich wird nur wenig gelehrt, der Holocaust allerdings gehörte zum Lehrplan und wurde in der 4. Klasse Gymnasium (8. Schulstufe) unterrichtet.

In der Oberstufe gab es eine Exkurison zur Gedenkstätte nach Mauthausen. Soweit ich das beurteilen kann, hat mein Schulunterricht (ich besuchte insgesamt 3 Schulen) das Thema korrekt vermittelt. Man war im Bilde, was zwischen 1933 - 1945 ablief und die Life-Filmdokumentationen gingen mir sehr unter die Haut.


Wird dieses Thema erst auf Gymnasiumstufe besprochen?

Aber ich frage mich, ob das Thema überhaupt korrekt vermittelt wird. Der Holocaust muss m.E. durch und durch europäisches Problem betrachtet werden. Der ganz starke Antisemitismus damals war nicht nur auf auf ein Land konzentriert. Während dem Krieg waren in allen Ländern auch Leute willfährig beteiligt, Juden in die Konzentrationslagern schickten. Selbst in der Schweiz war die Politik nicht willens, Juden grosszügig aufzunehmen, obwohl man wusste, dass den zurückgewiesenen Juden Gefangenschaft und Tod blühte.
Der heutige wieder aufkommende Antisemitismus zeigt auch, dass hier fast alle Länder wieder betroffen von neuem oder wieder aufgeblühtem Antisemitismus sind. Dabei sind es erst 85 Jahre her, seit die ersten Konzentrationslager eröffnet wurden.

Die ungenügende Aufarbeitung des Antisemitismus und des Holocausts in Gesamteuropa fördert auch die einseitige Sicht des Holocausts auf Deutschland. Ich hörte in Deutschland immer wieder Stimmen, von unter 40-jährigen, dass der Unterricht über den Holocaust vor allem nur Schamgefühle hinterliess, was die Aufarbeitung auch viel schwieriger werden lässt. Für viele andere Länder ist es immer noch ein kleines Thema, das oft nur für Historiker ist.

In der Schweiz hörte man noch oft, dass man eigentlich gar nicht wusste, was da abging in den anderne kriegsführenden Ländern im 2. Weltkrieg. Das ist aber kaum wahr. Mein Vater erzählte mir vieles, was man schon damals wusste über die NS-Zeit und die Judenverfolgung in Deutschland. Er hatte keine grosse Schulbildung und war auf dem Land aufgewachsen. Doch selbst dort wusste man über die Vernichtungslager damals.
Keiner in Europa kann sich also mit Unwissenheit rechtfertigen. Das bewusste Vergessen des Holocausts hat halt lange Zeit angehalten. ...und diese Vergesslichkeit ist halt auch eine Form des Antisemitismus.

Eine weitere Form des Antisemitismus heute ist der Antizionismus. War es doch früher beim Beginn des modernen Zionismus im 19. Jh. nur eine Bewegung als Antwort auf den Antisemitismus: Die Juden sollten ein Gebiet haben, wo sie ohne Verfolgung leben können. Es hätte nicht mal Palästina sein müssen, selbst Nordosteuropa wurde in Betracht gezogen von einigen in der Zionismusbewegung.
„Der moderne Antisemit schlüpft in das Gewand des Antizionisten und stellt sich dumm.“ sagt der Fernseh-Journalist Georg M. Hafner.

Das sind so einige Gedanken zu Helmuths Antwort.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Helmuth » Sa 1. Dez 2018, 14:03

Columba hat geschrieben:Wird dieses Thema erst auf Gymnasiumstufe besprochen?

Ja, bzw. Mittelstufe und früher würde ich auch nicht snnvoll sehen. Im übrigen bleibe ich dabei. Die Aufarbeitung ist abgeschlosssen. Ab nun gehört es in den Geschichtsunterricht.
Herzliche Grüße
Helmuth
Benutzeravatar
Helmuth
Wohnt hier
 
Beiträge: 1310
Registriert: Di 27. Dez 2016, 16:50
Wohnort: Wien

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Dez 2018, 18:37

Da bin ich weniger optimistisch. Gerade wenn ich mich umschaue und den wieder erstarkten Antisemitismus sehe, meine ich, dass das, was vor 85 Jahren zur Katastrophe auswuchs, nioch nicht einfach Geschischte sein darf. Dieser Fremdenhass von damals lebt weiter.

Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Dez 2018, 19:09

Gnu hat geschrieben:Die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus lasse ich gelten für Uneingeweihte, also Nichtwisser. Man kann aber durchaus Freund der Juden und gleichzeitig gegen den Zionismus sein. Dazu braucht es eine andere Sicht der Ursachen und Wirkungen.

Ich verachte den Begriff Antisemitismus sehr, weil er falsch ist. Juden sind nicht die einzigen Semiten.




Stimmt, aber der Begriff hat sich nun mal eingebürgert und jeder weiss, was damit gemeint ist, auch wenn viele Juden keine Semiten sind.

Ich glaube auch, dass hinter dem Antizionismus häufig Antisemitismus. Z.B. gerade bei linken Bewegeungen kommt der Antisemitismus in einem Antizionismus zum Vorschein, obwohl vorgegeben wird, es gehe z.B. nur gegen Israel. Aber auch die rechtsextreme NPD ist immer noch antizionistisch.
Im Antizionismus schwingen auch viele Vorurteile mit, die sich in der Verschwörungstheorien Weltjudentum und Finanzjudentum niederschlägt - bösartig, aber daran glauben schändlichewrweise noch immer sehr viele Leute,

Der jüdische (Anti-)Zionismus muss man gesondert betrachten. Darin sind andere, mehr theologische Fragen enthalten.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Gnu » So 2. Dez 2018, 02:17

Die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus lasse ich gelten für Uneingeweihte, also Nichtwisser. Man kann aber durchaus Freund der Juden und gleichzeitig gegen den Zionismus sein. Dazu braucht es eine andere Sicht der Ursachen und Wirkungen.

Ich verachte den Begriff Antisemitismus sehr, weil er falsch ist. Juden sind nicht die einzigen Semiten.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11494
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 5. Dez 2018, 21:58

Spassvögelchen Gnu?

Gibt man eine Antwort auf Deinen Beitrag, löscht Du diesen Deinen Beitrag und setzt ihn am Sonntag 2. Dez 2018, 02:17 wörtlich nach meiner Antwort wieder ein. Bei sozialen Medien sagt man diesen Usern einfach Trolle!

Grüsse Columba
Zuletzt geändert von Columba am Mi 5. Dez 2018, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 5. Dez 2018, 22:15

Hier noch ein interessanter Beitrag im Spiegel von Sascha Lobo über Antisemitismus:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/anti ... 42063.html

Lobo zeigt hier auf, dass hinter Schlagwörtern (oder heute auch im Internet Memes) auch reiner Antisemitismus versteckt sein kann. Hier geht es um das Feindbild Sorros: Es geht also um George Sorros. Er ist Jude und wurde v.a. von Viktor Orbán, dem Ministerpräsidenten von Ungarn, zum Feindbild hochstilisiert.

Personalisierte verkürzte Kapitalismuskritik kann als Tarnform des Antisemitismus, als Querfront-Verbindung zwischen rechtem und linkem Antisemitismus funktionieren. Sie kann auch daraus bestehen, keinen der Zehntausenden nichtjüdischen Investoren oder Philanthropen zu kritisieren, sondern ausgerechnet und immer wieder und meist ausschließlich: Juden. Oder Menschen jüdischer Abstammung, wie Soros.


Man muss nicht mit allem einverstanden sein, was Lobo schreibt. Aber ich glaube, vieles ist richtig. wie er aufzeigt, wie vielfältig Judenhass sein kann.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » So 30. Dez 2018, 11:12

Hier die nach Meinung des Simon Wiesental Centers schlimmsten Antisemiten des zu Ende gehenden Jahres: Schwedisches Krankenhaus, der britische Sänger Roger Waters und eine deutsche Bank schaffen es auf die Liste!
1. Robert Bowers – ermordete elf Menschen bei einem Angriff auf eine Synagoge in Pittsburgh.
2. Louis Farrakhan – Der Islamist ist einer der übelsten antisemitischen Hetzer der USA.
3. US-Campus – An den Hochschulen der USA grassiert seit Jahren der Antisemitismus.
4. Jeremy Corbyn – Der Chef der britischen Labour Party gilt als Feind Israels.
5. United Nations Relief and Works Agency (UNRWA) . Die UN Organisation unterstützt unter anderem die Terrororganisation Hamas.
6. US-Reiseunterkunftsfirma Airbnb – Das Immobilienunternehmen hat Wohnungen von Juden in den Gebieten aus dem Angebot genommen.
7. Bank für Sozialwirtschaft – Die Bank erlaubt Gruppen die Kontoführung, die der BDS-Kampagne nahe stehen.
8. Bischöfin Gayle Harris – Die US-Bischöfin fiel immer wieder durch antisemitische Hetze auf.
9. Schwedens Karolinska University Hospital, weil drei jüdische Ärzte dort systematisch diskriminiert wurden.
10. Roger Waters – Der Musiker ist einer der prominentesten Unterstützer der BDS-Kampagne.
P.S.: BDS ist die Abkürzung für die Kampagne "Boycott, Sanctions, Divestment", die sich gegen den jüdischen Staat richtet.
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9356
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Do 3. Jan 2019, 15:27

Angst um die Zukunft bei zunehmendem Antisemitismus:
«Ich merke, dass ich mich hier schon seit längerer Zeit grundsätzlich nicht mehr wohlfühle», sagte Polak dem Magazin Stern. «Jahrelang wurde einem suggeriert, dass man sich keine Sorgen machen muss. Aber vieles ist ins Wanken geraten. Die AfD sitzt mittlerweile im Bundestag, und sie bekommt immer mehr Zustimmung. In Deutschland werden wieder öffentlich Neonazi-Konzerte abgehalten.

https://bazonline.ch/leben/gesellschaft ... y/17667081



...und noch ein 2019 Artikel, in dem neben Verschwörungstheorien auch der Antisemitismus beleuchtet wird: «Die Hip-Hop-Szene ist ein fruchtbarer Boden für Verschwörungstheorien»
Die antijüdische Vernichtungspolitik der Nazis oder der Genozid in Ruanda wurden massiv durch Verschwörungstheorien befeuert. Virtueller Hass kann schnell in reale Gewalt umschlagen.

https://www.watson.ch/leben/schweiz/604 ... gstheorien


Im 2. Artikel werden vor allen die Verschwörungstheorien angesprochen. Diese befeuern auch gerne den Antsemitismus. Seien wir da kritisch beim Lesen, wenn es um Verschwörungstheorien geht, wenn Leute da sind, die mit wenig Fakten aber mit viel mehr Vermutungen und Scheinzusammenhängen ihre Geschichtchen zusammenbrauen, wenn mit Schlagworten wie Hochfinanz, geheime Bibliotheken, Weltmacht, Rothschild etc. Selbst ein Wort wie Abendland kann gemein bebraucht werden. Eine Überbetonung des Wertes "Heimat" wurde auch immer wieder antisemitisch in der Geschichte gebrauht, man denke dabei an den Gegensatz zum "ewig wandernden Juden" ohne "Wurzeln".


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » So 20. Jan 2019, 16:27

„Bedrohung kommt von rechts“

Der Zentralratspräsident der Juden, Josef Schuster, macht die AfD für eine Klimaverschärfung verantwortlich und sagt, im Zweifel würde die Partei auch gegen Juden hetzen. Zugleich warnt er vor wachsendem Antisemitismus unter türkischen Migranten.


https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... um=twitter

Gefahr von Antisemitismus bei populistische Rechtspartei AfD und Flüchtlingen aus arabischen Ländern! Der Zentrapräsident der Juden meint: "... Ziel müsse sein, in den Integrationskursen den gesellschaftlichen Konsens bei den Themen Antisemitismus und Rassismus klar zu machen." Aber anscheinend brauchen heute auch viele Rechtsnationale wieder Integrationskurse.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » So 20. Jan 2019, 17:30

Na, wenigstens gibt er (Schuster) zu:
(Zitat) Allerdings sei auch "der Antisemitismus, wie wir ihn bei Menschen mit Migrationshintergrund erleben, ein ernstes Thema", sagte Schuster. In deutschen Grossstädten gebe es eine größere politisierte muslimische Szene, die sich "im Einzelfall auch militant" (Deutschland = Land der Einzelfälle! :oops: /Anm. lionne) zeige. In Teilen der türkischen Einwanderergesellschaft, vor allem in Berlin, sieht Schuster in jüngerer Zeit eine wachsende Judenfeindlichkeit. Verantwortlich dafür ist aus seiner Sicht die politisch veränderte Haltung der Türkei zum Thema. "Die Türkei hatte über viele Jahre ein sehr gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu Israel", so Schuster. "Dagegen ist das, was Präsident Erdogan heute sagt, eine Kehrtwende von 180 Grad. Das überträgt sich auch hierher." (Zitat Ende)
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9356
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Do 31. Jan 2019, 14:28

Ein in Deutschland wegen Volksverhetzung verurteilter Holocaust-Leugner gelangte an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und erhielt eine Abfuhr: Zusammengefasst: Urteil wegen Volksverhetzung verstösst nicht gegen die Meinungsfreiheit - anders ausgedrückt Volksverhetzung ist keine Meinung

https://www.juedische-allgemeine.de/jue ... r-gericht/


Das ist ein Urteil, das nicht nur im Zusammenhang mit Holocaustleugnern gilt, sondern es ist klar, dass in Europa Volksverhetzung sich nicht hinter freier Meinungsäusserung verstecken kann.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 20. Feb 2019, 12:10

Ein sehr interessantes Interview mit einer jüdischen Schriftstellerin in Deutschland. Zwar ist das Interview recht lang, doch es lohnt sich, die Antworten einer Frau aus der jüngeren Generation genau zu studieren.

Deborah Feldman: «In Deutschland bedeutet jüdisch sein, sich mit dem Antisemitismus zu identifizieren»


https://www.nzz.ch/feuilleton/deborah-f ... ld.1460669

Als Beispiel hier eine Antwort auf die Holocaust-Diskussion:

Wie reagieren Sie, deren geliebte Grossmutter die ganze Familie im Holocaust verloren hat, auf Aussagen wie jene von Alexander Gauland?

Ja, Sie kennen die Antwort. Es ist natürlich eine grosse Beleidigung, das ist eine tiefe, tiefe Verletzung. Wenn Herr Gauland sagt, der Holocaust sei ein Vogelschiss, beleidigt das die Deutschen, diese ganze Aufarbeitung in Deutschland, worauf man auch stolz sein kann und soll. Dass jemand vor dem Volk aufstehen kann und immer noch so etwas sagen kann, das ist zutiefst enttäuschend. Aber wir müssen an Leuten wie Gauland vorbeikommen können.


Viel zu kommentieren gibt es da nicht, zu diskutieren auch nicht. Aber all die Gedanken mal in sich spüren lassen, ist, glaube ich, hier das Wichtigste.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mi 6. Mär 2019, 19:07

Zurzeit gehören die antisemitischen Anschläge, wie sie im Moment in Frankreich fast täglich Schlagzeilen machen, zum Alltag.... :shock:
Allerdings scheint die Welle des Hasses für die knapp 500.000 Juden in Frankreich inzwischen besonders bedrohlich. Innerhalb eines Jahres hat die Zahl antisemitischer Angriffe in Frankreich um 74 Prozent auf insgesamt 541 zugenommen.
Allein in den vergangenen Tagen wurden mehrere Attacken gezählt. Die Fensterschreiben eines bekannten Restaurants in der Hauptstadt wurden mit dem Wort "Juden" beschmiert, der in Frankreich sehr populäre Philosoph Alain Finkielkraut wurde am Rande einer Demonstration der sogenannten Gelbwesten in Paris antisemitisch beschimpft, und mehrere jüdische Friedhöfe wurden mit Hakenkreuzen geschändet.
Auch das Denkmal für den ermordeten Ilan Halimi ist zerstört worden. Ein Baum, der zu Ehren des jungen Mannes gepflanzt worden war, wurde kurz vor dessen 13.?Todestag abgesägt. :shock:
Ein Lichtblick: In den vergangenen Wochen demonstrierten Zehntausende Menschen in ganz Frankreich unter dem Motto „Es reicht!“ ("Ça suffit!") gegen Antisemitismus.
LG lionne
>>> Als Jude ist es ist im Moment schwer zu leben in Frankreich. :(
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9356
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Fr 3. Mai 2019, 13:38

Antisemitische Vorfälle in den USA sind weiterhin auf hohem Stand (siehe folgender 10-Jahres-Vergleich):

https://infogram.com/anti-semitic-incid ... oojdykp4pw

Quelle: https://www.adl.org/audit2018#major-findings

Kurzbericht in deutscher Sprache in der jüdischen Zeitschrift Tachles: https://www.tachles.ch/artikel/news/dop ... en-den-usa - Allerdings ist ein Druckfehler drin. Die Verdoppelung bezieht sich auf den Vergleich 2015/2018. Im englischsprachigen Bericht der ADL, worauf sich Tachles bezieht, sieht man das.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Gnu » Sa 1. Jun 2019, 19:40

Antisemitismus ist ein Schlagwort, welches von den gewählten Volksvertretern gerne gebraucht wird, um zu verbergen, dass sie in der Sache total versagt haben.

Beispiel Heiko Maas im Video von Tim Kellner https://youtu.be/2ze2miZPu9w
bei Minute 3:50

Vergleiche damit die Demonstration Al Quds, zum Beispiel hier https://youtu.be/h4PXl-Hi_XM oder hier (kommentiert von Carsten Jahn) https://youtu.be/GjYSYWRhRF4
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11494
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Lazar » So 2. Jun 2019, 15:14

Columba hat geschrieben:Antisemitische Vorfälle in den USA sind weiterhin auf hohem Stand (siehe folgender 10-Jahres-Vergleich):

https://infogram.com/anti-semitic-incid ... oojdykp4pw
...
Grüsse Columba


Hi Columba,
solche Vergleichszahlen sind zwar absolut gesehen bestimmt richtig und ein eindeutiges Warnsignal, jedoch viel wichtiger wäre es für mich zu wissen, wer für den starken Anstieg - zum Beispiel von 2016 auf 2017 - eigentlich exakt verantwortlich ist.
Hat es mit den leider immer noch währenden Nazis zu tun, sind es vielmehr auch einige Muslime, die sich aufgrund der Flüchtlingskrise ihrerseits wieder vermehrt verfolgt und abgelehnt fühlen, und deshalb blind zurückschlagen.
Oder sind es pauschal ständig unzufriedene, sich im Abseits fühlende "Bürger" allgemein. Geschieht es eventuell aufgrund von Aufhetzungen gegen ein paar "überreiche Juden" in den USA, die angeblich alles beherrschen? Das hieße, Vieles hat vielleicht auch nur indirekt mit kursierenden Verschwörungstheorien im Internet zu tun.
Inwieweit hat alles tatsächlich "nur" mit einem unterschiedlichem Glauben zu tun.
Man weiß es aus solch Statistik heraus schlichtweg nicht, aber das muss man!

Eines ist natürlich den Juden ihr besonderes Manko, ihre mehr oder weniger alle anderen Völker ausgrenzende Religion, die allein für sie als wahres Volk Gottes gilt
(dies ist bei den Christen und Muslimen zum Beispiel nicht der Fall) - und zusätzlich ihr oft hart erarbeiteter weitflächiger Erfolg in der Welt auf sämtlichen Gebieten - der für viele anderen Völker bereits hohen Nutzen brachte, aber dann irgendwann nicht mehr als unterstützend, sondern zunehmend als für sie bedrohlich eingestuft wird.
Sie also im Prinzip Angst haben vor der "Übermacht" der Juden. Dies ist der Auslöser.

Ich glaube, dass die meisten Antisemiten von Juden überhaupt keine Ahnung haben.

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 470
Registriert: So 24. Feb 2019, 12:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mo 3. Jun 2019, 16:14

Lazar hat geschrieben:...
Ich glaube, dass die meisten Antisemiten von Juden überhaupt keine Ahnung haben.


Zuerst zu Deiner letzten Bemerkung. Ja, das stimmt vollkommen.

Dazu die Geschichte, wie ich als Kind zum ersten Mal dem Antisemitismus begegnete. Ich war etwas 8 Jahre alt und war bei einer Tante, die im Nebenhaus wohnte. Auf dem Hof redete sie mit einer Frau die einige Dorfstrassen weiter wohnte. Ganz allgemein wurde über unser Dorf gesprochen. Da sagte meine Tante zur anderen Frau: Die Strasse, wo Du wohnst, nannte man früher Judengasse. Die andere Frau war plötzlich ganz ruhig und verlegen und stammelte dann. sie seien dann keine Juden.

Ich war sehr erstaunt, dass die anderen Frau plötzlich so verlegen wurde. Verstanden habe ich es erst viele Jahre später. Ich weiss auch, dass in unserem kleinen Bauerndorf wahrscheinlich nie Juden gewohnt haben. Fast sicher haben auch meine Tante und die andere Frau nie mit Juden Kontakt gehabt.

Trotzdem hatten diese beiden Menschen das Gefühl, dass Juden etwas ganz Verpöntes und Schlechtes seien. Dieses tiefe Vor-Urteil sitzt auch heute immer noch tief in vielen Menschen. Es bleibt latent vorhanden in diesen Menschen und kann recht heftig hervorbrechen in Zeiten der Unsicherheit.


Eines ist natürlich den Juden ihr besonderes Manko, ihre mehr oder weniger alle anderen Völker ausgrenzende Religion, die allein für sie als wahres Volk Gottes gilt
(dies ist bei den Christen und Muslimen zum Beispiel nicht der Fall) - und zusätzlich ihr oft hart erarbeiteter weitflächiger Erfolg in der Welt auf sämtlichen Gebieten - der für viele anderen Völker bereits hohen Nutzen brachte, aber dann irgendwann nicht mehr als unterstützend, sondern zunehmend als für sie bedrohlich eingestuft wird.
Sie also im Prinzip Angst haben vor der "Übermacht" der Juden. Dies ist der Auslöser.


Nein, Juden sind nicht ausgrenzend in diesem Sinne. Sie missionieren nicht, aber man kann zum Judentum konvertieren. Man hat sehr wohl guten Zugang zu Juden auch bis in die Familien selbst. Ich selbst hatte eine gute freundschaftliche Geschäftsbeziehung mit einem Mann aus Wien. Meine Frau und ich wurden auch immer wieder privat eingeladen. Auch eine Freundin von uns kennt einige jüdisch Familien, zu denen sich auch für die jüdischen Feiertage eingeladen wurde.

Diese "Übermacht" der Juden ist auch ein Märchen. Ich arbeitete in einem Quatier in Zürich, wo viele Juden wohnen. Geh mal da am Freitagnachmittag in einem Billigladen wie Aldi oder Lidl. Dort triffst Du auf viele Juden, die Grosseinkauf machen und möglichst billig einkaufen wegen der grossen Familien. Männer mit abgewetzen schwarzen Mänteln. Da ist kein Reichtum zu sehen. Im Gegenteil sind früher sehr viele Juden arm gewesen, vor allem in osteuropäischen Staaten. Verarmte Dörfer, wie heute die Sinti und Roma Gebiete in Osteuropa.

Ja, es gibt heute einige grosse Banqiersfamilien aus jüdischen Kreisen. Warum aber gerade Juden? Sie durften ja früher gar nicht normale Berufe ergreifen. Sie wurden nicht in die Handwerkerzünfte gelassen. Da blieb ihnen nur Geldhandel und andere Handelsangelegenheiten. Aber wer heute mal in die Bankenwelt schaut, sieht schnell, dass jüdischen Rothschild-, Dreifuss-, etc.-Banken nur eine Minderheit ist.

Die grossen Banken heute sind zum grössten Teil keine Gründungen von Juden. Die Finanzmacht der Juden auch ein böses Vorurteil.

Dass der Anteil an Juden bei den Nobelpreisträgern so hoch ist, kann an der guten Bildungstradition liegen. Die Juden hatten schon früh relative kleine Anzahl Analphabeten. Also ist nicht die jüdische Religion schuld sondern die gute Bildung. Kann man das den Juden vorwerfen?


solche Vergleichszahlen sind zwar absolut gesehen bestimmt richtig und ein eindeutiges Warnsignal, jedoch viel wichtiger wäre es für mich zu wissen, wer für den starken Anstieg - zum Beispiel von 2016 auf 2017 - eigentlich exakt verantwortlich ist.
Hat es mit den leider immer noch währenden Nazis zu tun, sind es vielmehr auch einige Muslime, die sich aufgrund der Flüchtlingskrise ihrerseits wieder vermehrt verfolgt und abgelehnt fühlen, und deshalb blind zurückschlagen.


Sicher ist die arabische Feindschaft gegenüber Israel ein Grund, der viel Antisemitismus auch in Europa hat aufleben lassen. Zum einen die Asylsituation der Syrer in Europa. Aber trotzdem ist halt dieser latente europäische Antisemitismus vorhanden. Es gab immer schon 2015 Antisemitismus, dieser ist auch wieder stärker geworden vor 2015. Da dieser latente Antisemitismus da ist, kann man nicht mehr sagen, wer die Verantwortung dafür hat. Man kann einfach beobachten und Schlüsse daraus ziehen, z.B. dass die religiösen Konservativen mit der tridentinischen Messe halt wieder mit den alten Messtexten die christliche Judenfeindschaft aufgewühlt haben.

Selbst in diesem Forum sind Vorurteile gegenüber Juden offensichtlich. Warum wurden immer wieder mal die Rothschilds erwähnt? ...und nicht Alfred Escher, der auch eine Grossbank gründete, die viel Sauereinen machte? Warum wird heute der jüdische Soros mehr angegriffen und nicht Bill Gates, beide sind Phlanthropen, die viel Gutes machen, aber auch dunkle Seiten haben?

Ein Bsp. aus diesem Forum:
Doch auch die illuminierte Elite samt ihren Verbündeten in der Hochfinanz u.a. Sekten wie die Kabbalisten, Sekten Hassidim, Freimaurerei usw..

Zwei Begriffe zielen auf Juden direkt, einer nämlich Hochfinanz auf die Juden indirekt. Es gibt sogar ein Bsp. wo Juden und Hochfinanz direkt miteinander verknüpft wurden.

Antisemitismus also bis in dieses Forum


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Lazar » Do 6. Jun 2019, 20:57

Columba hat geschrieben:
Lazar hat geschrieben:Ich glaube, dass die meisten Antisemiten von Juden überhaupt keine Ahnung haben.

....
Trotzdem hatten diese beiden Menschen das Gefühl, dass Juden etwas ganz Verpöntes und Schlechtes seien. Dieses tiefe Vor-Urteil sitzt auch heute immer noch tief in vielen Menschen. Es bleibt latent vorhanden in diesen Menschen und kann recht heftig hervorbrechen in Zeiten der Unsicherheit.

Da muss ich Dir leider Recht geben, Columba. Es ist wohl eher ein rein von Kindheit an anerlerntes Vorurteil und stützt sich nicht auf eigene schlechte Erfahrungen mit Juden. Das ist mehr als ungerecht. So wird pauschale Unwahrheit von Generation zu Generation weitergegeben, ohne jemals eigene Prüfung.
Deshalb habe ich aber zu bedenken gegeben:
Eines ist natürlich den Juden ihr besonderes Manko, ihre mehr oder weniger alle anderen Völker ausgrenzende Religion, die allein für sie als wahres Volk Gottes gilt.

Denn zu Anfang war dies ja auch so, wenn man jüdisch streng religiös gelebt hat, denn da kann/konnte ein Nichtjude nicht einfach zum Judentum "konvertieren".

Die Christen und Muslime haben hingegen ohne solcherlei "Einschränkung" ihre Religion über die ganze Welt verbreiten können - ich glaube diesbezüglich hast Du mich oben missverstanden - ich behaupte natürlich nicht, dass Juden generell andersgläubige Menschen völlig aus ihrem Leben ausgrenzen.
Meine Aussage bedeutete vielmehr, es gibt nun sehr viele Völker, die entweder als christlich oder muslimisch gelten, aber kein einziges anderes Volk als "jüdisch" - als allein Israel!
Da stellen doch die Israeliten allein zahlenmäßig schon eine enorme "Minderheit" dar!

Ich glaube nach wie vor, dass die Christen für Juden ein gewisses "Bollwerk" sind, indem sie das Alte Testament innerhalb ihrer Religon angenommen haben und sich ihnen auch sonst in Jesus Christus - einem Juden - verbunden fühlen müssten.
Und die Muslime tun dies eigentlich ebenso, bloß ist es vielen nicht richtig bewusst.
Musa und Isa im Koran sag ich bloß.*

Alle wirklich an Gott Gläubigen sollten sich eigentlich noch viel mehr untereinander austauschen und geistig zu vereinigen suchen - dies ist vordringlich für unsere Welt.
Frieden untereinander schaffen - anstatt Gegnerschaft.

Liebe Grüße
Eleazar

* Mose und Jesus
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 470
Registriert: So 24. Feb 2019, 12:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Do 13. Jun 2019, 17:58

Jetzt braucht es schon Vermittler zwischen Juden und den Tourismus Orten in der Schweiz:

Um das gegenseitige Verständnis zu fördern, soll es ab diesem Sommer aber nicht nur Broschüren mit Verhaltensregeln geben, sondern es sollen auch jüdische Vermittler eingesetzt werden, sagt Kreutner: «Die einerseits passiv an gewissen Orten, wo ein grosser Durchlauf jüdischer Gäste zu erwarten ist, postiert sind – die man kontaktieren kann per Fragen. Aber andererseits auch aktiv auf jüdische Gäste zugehen werden – aber auch aktiv versuchen werden, jüdische Gäste mit Einheimischen in Verbindung zu bringen.»


https://www.srf.ch/news/schweiz/tourism ... en-gaesten


Klar ist gegenseitiges Verständnis nötig, aber im Grunde genommen zeigt das Beispiel Abfall ein typisches Zeichen vom gegenwärtigen Antisemitismus: Littering ist heute überall zu finden. Selbst in Tourismusgebieten wird viel weggeworfen - immer öfters neben die Papierkörbe. Garantiert sicher sind es nicht nur Juden, sie sind ja immer eine Minderheit in grossen Tourismusorten. Die Mehrzahl der Touristen sind Nichtjuden, mit verschiedensten Religionen und aus den verschiedensten Ländern, sehr viele sind aus der Schweiz. Da wird heute viel in der Natur zurückgelassen.

Trotzdem hat man mit dieser Aktion nur die Juden angesprochen. Dahinter ist Antisemitismus pur.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Di 25. Jun 2019, 16:24

Hier ein aktuelles NZZ-Interview mit einem jüdischen Historiker, der die Schoa erforschte. Yehuda Bauer lebt heute in Jerusalem. Es sind hier einige wichtige Fragen aufgeworfen wie Antisemitismus, Isrel, Zionismus, Palästinenser, etc.

Einige zufällig herausgegriffene Fragen und Auszüge aus den Antworten für Eilige:

Antizionismus ist also zwingend antisemitisch.
... Zionismus heisst, einen Staat mit jüdischer Mehrheit zu schaffen, mit gleichen Rechten für alle, auch für die Nichtjuden. ...


Eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts scheint heute weiter entfernt denn je.
Solange die Eliten auf beiden Seiten zum Teil nationalistisch und religiös-fanatisch sind, ist ein Kompromiss unmöglich. ...


Netanyahu pflegt enge Beziehungen mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Stört Sie das?
Ja, aber es entspricht einem allgemeinen Trend: Schlimmer Nationalismus blüht überall auf der Welt. Oftmals ist er religiös geprägt. Das betrifft nicht nur Muslime und Juden, sondern auch die Evangelikalen in Amerika. ...


Ist Deutschland weniger anfällig für autoritäre Versuchungen als andere Länder?
Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube es. Deutschland ist heute ein liberales Land; ich kann mir nicht vorstellen, dass die AfD jemals eine Mehrheit gewinnen könnte. ...


«Schlimmer Nationalismus blüht überall auf der Welt. Oftmals ist er religiös geprägt»


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 3. Jul 2019, 08:06

Ein neuer interessanter Artikel, der Antisemitismus in breiterem Licht des Rassismus betrachtet. Darin kommen auch die widersprüchlichen Haltungen z.B. zum Zionismus zur Sprache. Antizionismus ist einfach eine Form des Antisemitismus. In der Kritik an Soros spiegelt sich einfach ein schäbiger Antisemitismus, der das Bild vom reichen Juden wieder aufleben lassen will.

Zitate: Das erste ist von Orban, das zweite von Gedeon:
...
In Europa läuft gerade ein Bevölkerungswechsel. Teilweise deswegen, damit Spekulanten, wie Soros selbst einer ist, viel Geld verdienen können. Sie möchten Europa zerstören, weil sie sich davon große Profite erhoffen. Anderseits haben sie auch ideologische Motive. Sie glauben an ein multikulturelles Europa, sie mögen das christliche Europa nicht, sie mögen die christlichen Traditionen Europas nicht, und sie mögen Christen nicht.
...
Die Zionisten brauchen den Islamismus als Massenwaffe zur Auflösung der christlichen (Rest)-Fundamente, die es in den westlichen Gesellschaften noch gibt; und die politischen Islamisten brauchen die hochentwickelten Beziehungen und Verbindungen, welche die Zionisten sich in den westlichen Gesellschaften geschaffen haben, um in Politik und Administration Widerstände gegen islamische Masseneinwanderung von innen her paralysieren zu können. Deshalb kann man bei uns gegen Islamisierung nur etwas ausrichten, wenn man auch antizionistisch vorgeht.

Quelle: Der Verschwörungsmythos Bevölkerungsaustausch verbindet Antisemitismus mit Rassismus und Antiziganismus

Antiziganismus, Rassismus, Antisemitismus gehen oft einher mit Fremdenfeindlichkeit. Das sieht man auch heute in der Soros Diskussionen in Ungarn und Rumänien: Gleichzeitig ist dort auch wieder das Volk der Roma unterdrückt. Der ewige Hass auf die Juden, als die Fremden:
Das beginnt schon im Buche Exodus 1,8ff
Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wusste nichts von Josef
und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Israeliten ist mehr und stärker als wir. Wohlan, wir wollen sie mit List niederhalten, dass sie nicht noch mehr werden. Denn wenn ein Krieg ausbräche, könnten sie sich auch zu unsern Feinden schlagen und gegen uns kämpfen und aus dem Land hinaufziehen. Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit schweren Diensten bedrücken sollten.

Die Angst vor den Fremden, die sich, so der Vorwurf, mit den Feinden verbünden könnten. Dies geht durch die ganze Geschichte. Auch Luther verband die Juden mit den Zigeunern (Roma und Sinti). Auch wenn heute der Lega Nord Chef Salvini sich als Freund Israels bezeichnet, ist dahinter ein Fragezeichen zu setzen. Salvini forderte die Regiestrierung der Roma. Antiziganismus und Antisemitismus sind ineinander verschränkt seit vielen Jahrhunderten in Europa.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon onThePath » Mi 3. Jul 2019, 09:21

Sind die beiden Gruppen nicht ziemlich entgegengesetzt ?

Gelten die Juden nicht als besonders geschäftstüchtig ? Aber wohl auch etwas abgesondert ? Und nicht ganz zur Gemeinschaft gehörend ?

Sinti und Roma werden nicht nur ausgegrenzt, sondern grenzen sich selber ab. Ich habe jedenfalls mehrfach in meinem Stadtbereich beobachtet, dass sich Angehörige dieser Gruppen antisozial verhielten. Anscheinend auffallend viele dieser Gruppen. Sinti und Roma grenzen sich auch voneinander ab. Inwieweit sie sich unterscheiden, weiss ich nicht.

In unserem Hauskreis war auch ein junges Ehepaar von Landfahrern. Er hatte jedenfalls reichlich Probleme, trotz seines Christseins. Darunter mit arbeiten.

Aber ich will meine Erfahrungen nicht verallgemeinern.

Juden sind mir noch nie negativ aufgefallen. In New York erkennt man sie sofort an Kleidung und Haaren. Und auffallend oft sieht man sie in New York in der Diamantenstraße. In Jerusamen sind wir auch mal durch ein ultraorthodoxes Viertel gegangen. Da wirkt Manches auch sehr fremd.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20691
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 3. Jul 2019, 09:57

onThePath hat geschrieben:Sind die beiden Gruppen nicht ziemlich entgegengesetzt ?

Gelten die Juden nicht als besonders geschäftstüchtig ? Aber wohl auch etwas abgesondert ? Und nicht ganz zur Gemeinschaft gehörend ?

Sinti und Roma werden nicht nur ausgegrenzt, sondern grenzen sich selber ab. Ich habe jedenfalls mehrfach in meinem Stadtbereich beobachtet, dass sich Angehörige dieser Gruppen antisozial verhielten. Anscheinend auffallend viele dieser Gruppen. Sinti und Roma grenzen sich auch voneinander ab. Inwieweit sie sich unterscheiden, weiss ich nicht.
..
Juden sind mir noch nie negativ aufgefallen. In New York erkennt man sie sofort an Kleidung und Haaren. Und auffallend oft sieht man sie in New York in der Diamantenstraße.

Lg, otp


Juden gelten als geschäftstüchtig, was aber ein Vorurteil ist. Es gibt auch viele, die nicht reich und geschäftstüchtig sind. So wie bei Nichtjuden. Ich arbeitete mal in einem Viertel in Zürich, wo viele Juden leben. Da sieht man auch, dass die Klichees von Juden falsch sind.
Nein, auch viele Juden erkennst Du nicht an Kleidung und Haaren. Sie sind wie wir angezogen. Bei einem Geschäftspartner merkte ich lange Jahre nicht, dass er überzeugter Jude war. Auch so ein Vorurteil, dass man die Juden immer so gut erkennt. Klar, die orthodoxen Juden, die kennt man meist. Aber nicht alle Juden sind orthodox, wahrscheinlich eher die Minderheit.

Abgesondert und abgegrenzt seine Juden, Sini und Roma? Vielleicht ja. Aber ist das schleccht? Wir fordern, dass die Leute sich in das Land integrieren und nicht dass sie sich assimilieren. Intergriert sind doch die Juden jedenfalls in der Schweiz. Aber sie dürfen doch ihre Kultur und Religion auch leben und müssen sich nicht assimilieren. Auch die anerkannte Minderheit der Fahrenden hier in der Schweiz sollen doch ihre Kultur leben dürfen. Sie zahlen auch Steuern und ihre Kinder gehen auch in die Schule. Nicht ganz zur Gemeinschaft gehörend? Welche Gemeinschaft meinst Du? Sie gehören doch zu Deutschland, der Schweiz, etc. Auch persönliche Freundschaften sind möglich. Gerhörst Du zu der Gemeinschaft - zu allen Subkulturen im Land? Wir alle gehören zu einigen Gemeinschaften und zu einigen nicht.

Ob die Gruppen entgegengesetzt sind, fragst Du. Genau darauf gibt der Artikel Antwort. Nein, der Gegensatz ist eben nicht so gross. Die ähnlichen Muster der Diskriminierung existieren. Wie gesagt, auch für Luther sind Juden und "Zigeuner" im gleichen Topf.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon onThePath » Mi 3. Jul 2019, 10:31

Columba, wichtig ist ein Integrierungswille. Da sehe ich bei Juden eher keine Probleme. Bei Landfahrern sind mir schon Gruppen aufgefallen, die antisozial leben. Allerdings gibt es auch Gruppen von Sozialhilfeempfängern, die auffallen durch unsoziales Verhalten, besonders was integrierende Arbeitswilligkeit betrifft. Da finden wir als Mit-Ursache auch Drogenkonsum ab dem jugendlichen Alter. Aber ich schaue jetzt nicht auf alle Ursachen.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20691
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 3. Jul 2019, 10:49

onThePath hat geschrieben:Columba, wichtig ist ein Integrierungswille. Da sehe ich bei Juden eher keine Probleme. Bei Landfahrern sind mir schon Gruppen aufgefallen, die antisozial leben. Allerdings gibt es auch Gruppen von Sozialhilfeempfängern, die auffallen durch unsoziales Verhalten, besonders was integrierende Arbeitswilligkeit betrifft. Da finden wir als Mit-Ursache auch Drogenkonsum ab dem jugendlichen Alter. Aber ich schaue jetzt nicht auf alle Ursachen.

Lg, otp


Schaue mal wie Du das schreibst. Ich weiss schon, was Du meinst, aber wie solche Formulierungen klingen können, ist meist unbewusst, unabsichtlich und sicher nicht böse gemeint. Doch oft typisch, das ist mir auch schon passieret auf sozialen Medien mit einem unbedachten Wort, das eine fragwürdige Vebindung enthielt.

Hier nennst Du das Asoziale bei Fahrenden. Sofort verknüpfst Du es mit Sozialhilfeempfängern und mit Arbeitswilligkeit. Sind diese Verknüfpungen richtig in der Sache. Sind Fahrende hier in der Schweiz nicht arbeitswillig? Arbeitswilligkeit, wie definiert man das genau?

Ein Beispiel mit dem Littering: Fahrenden wird oft Littering vorgeworfen. Aber vergleiche mal nach dem Wochenende enige Parks, wie zugemüllt diese sind. Waren das alles Fahrende oder einfach ganz "gewöhnliche" integrierte Mitmenschen, die mit uns leben und einfach heute die gute Kinderstube vergessen haben? So vergessen haben, dass es heute Verbote braucht!

...und schon kommen wir wieder zum Antisemitismus: Verallgemeinerung, Unachtsamkeit und unkorrekte Verbindungen: Ein Shitstorm sondergleichen.

https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/st ... y/21953991

Man muss einfach immer aufpassen beim Reden und Schreiben, dass man Minderheiten nicht einfach aus den eigenen Blickwinkel betrachtet und immer meint, die seien so viel anders und unangepasster, weil sie anders sind. Gerade letzthin wieder gehört aus der Geschäftswelt: "Dieser sei ein richtiger Jude" - Es ging um Preise.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon onThePath » Mi 3. Jul 2019, 11:23

Es braucht mehr Worte, um sich genau und unmissverständlich auszudrücken.

Ich habe vor langer Zeit eine wilde Siedlung von Landfahrern beobachtet und vor kürzerer Zeit eine Wohnecke, wo Landfahrer wohnen. Klar, dann betrachtet man gerade nur die, die gestrandet sind. Aber ich beobachte auch die arbeitsunwilligen deutschen und die etwas abgerutschten Türken. Wo die dritte Generation sogar wieder schlecht deutsch kann. Es ist komplex, deshalb Vorsicht mit Verallgemeinern.


Es gibt Brennpunkte. Durch einen Pastor habe ich noch dazu problematische russisch- stämmige Deutsche kennengelernt. Würde ich auch nicht sagen, alle von Denen sind so. Aber man hat eben schnell Randgruppen und Problemgegenden im Fokus.

Gut, dass du meine Aussagen nicht fälschlich verallgemeinerst. Ich sagte sowieso nur Dinge, die mir auffielen. Damit sind sie ja nicht automatisch richtig eingeordnet. Und bin sowieso gegen rechtsextreme Hetze immun.

Aber wie gesagt, Juden sehe ich jedenfalls total nicht als Problem.

Von Landfahrern habe ich aber auch welche zum Ausgleich kennengelernt, die gut integriert waren.


Gut dass wir in Deutschland schon mal nicht die Probleme mit Schwarzen haben wie die Amerikaner. Ist ja zu einem Teil ein selbstgeschaffenes Problem, das die weißen Amerikaner verursacht haben.


lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20691
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 3. Jul 2019, 11:40

Zur Klärung, wenn ich Fahrende sage, meine ich damit in den Worten von Wikipedia:

In der Schweiz dagegen ist Fahrende ein staatlich-offizieller und rechtlicher Terminus. Er bezeichnet dort die – allerdings nicht als Einzelgruppen, sondern nur gemeinsam – als kulturelle und „nationale Minderheit“ anerkannten und betrachteten Manouches (synonym für Sinti) und Jenischen mit Schweizer Staatsbürgerschaft.


Da weiss ich jetzt nicht, ob Du dies auch so verstehst, ob es also Deutschland den Begriff in diesem schweizerischen Sinne auch gibt.

Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 10:24

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon onThePath » Mi 3. Jul 2019, 11:45

Columba hat geschrieben:Zur Klärung, wenn ich Fahrende sage, meine ich damit in den Worten von Wikipedia:

In der Schweiz dagegen ist Fahrende ein staatlich-offizieller und rechtlicher Terminus. Er bezeichnet dort die – allerdings nicht als Einzelgruppen, sondern nur gemeinsam – als kulturelle und „nationale Minderheit“ anerkannten und betrachteten Manouches (synonym für Sinti) und Jenischen mit Schweizer Staatsbürgerschaft.


Da weiss ich jetzt nicht, ob Du dies auch so verstehst, ob es also Deutschland den Begriff in diesem schweizerischen Sinne auch gibt.

Grüsse Columba


Man darf ja weder Zigeunersosse noch Negerkuss sagen. ;)

ich spreche besser von Sinti und Roma wenn ich von Fahrenden rede.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20691
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

VorherigeNächste

Zurück zu Judentum und Israel

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste